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Kroatien-Montenegro-Bosnien Herzegowina

Bericht vom 5. – 18. Mai 2019 | Bus Nummer 8

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Es berichtet für Sie unsere Reiseleiterin

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Roswitha Gassmann

«Was suchen wir andere Länder unter anderer Sonne? Entkommt, wer sein Land hinter sich lässt, sich selber?» von Horaz

Weitere Infos

Wie bist du Reiseleiterin geworden?

Ich war als Gast unterwegs in einer Gruppe. Als der Reiseleiter entdeckte, dass ich mich in mehreren Sprachen mit Leichtigkeit unterhielt, sagte er mir: «Wir brauchen ganz dringend Leute wie Sie». Da ich gerade an einem beruflichen und privaten Scheideweg stand, nahm ich die Aufforderung an und bewarb mich – mit Erfolg.

Was zeichnet dich als Reiseleiterin aus?

Die Neugierde für neue Länder, Geschichten, Kultur, aber auch die Freude an den Menschen, die ich betreue.

Worin siehst du die Vorteile / den Mehrwert einer Gruppenreise?

Die Gäste sitzen im Bus, können hinausschauen, schlafen, lesen, und an den Zieldestinationen ist alles organisiert. Die Gäste können sich entspannen und gehen lassen. Oft entstehen anlässlich solcher Gruppenreisen Freundschaften auf ewig.

Was gefällt dir an deinen Aufgaben als Reiseleiter bei Car Tours am besten?

Den Gästen zu einem unvergesslichen Erlebnis zu verhelfen. Die meisten sind sehr, sehr dankbar dafür.

Welches Reiseziel in Europa ist dein liebstes und warum?

Ein Kollege hat mir einmal gesagt: «Touristen reisen nur an schöne, spannende Orte, deshalb ist jede Destination reizvoll». Seither muss ich immer an ihn denken, wenn mir diese Frage gestellt wird. Mir gefällt es überall – am besten vielleicht dort, wo das Essen gut!

Welche drei Dinge sind auf jeder Reise unverzichtbar?

Gute Gesundheit, Humor und die Zahnbürste

Was ist das lustigste, was du auf einer Reise mit einer Gruppe erlebt hast?

Hier hätte ich ein paar Geschichten auf Lager, allerdings stammen sie alle aus meiner Kuoni-Zeit. Ich kann jederzeit gerne nachliefern. Hier mal ein Beispiel:

Lang ist’s her: In Gran Canaria flogen jeden Sonntag zwei Schweizer Chartergesellschaften ein. Sata um 11.00 Uhr morgens, Balair um 13.00 Uhr nachmittags. Eines Tages kam Sata mit Verspätung und die Balair verfrüht an. Beide landeten um 12.00 Uhr. Mein Kollege von der Konkurrenz hatte auf beiden Maschinen Ankünfte und musste daher mit seinen verschiedenen Listen hantieren. Also fragte er alle Leute: „sind Sie mit der Sata oder mit der Balair gekommen?“ um gleich zu wissen, welche Liste er zur Hand nehmen musste. Da kam ein mittelalterlicher Herr, schaute Dominik auf seine Frage hin entsetzt an und sagte: „Ich?? Ich bin mit meiner Mutter gekommen“!!

Welches war das schönste Kompliment, das du von einem Gast erhalten hast?

Kürzlich: Es gab zwei Höhepunkte auf dieser Reise: die Oper Nabucco und Sie.

Was war dein schönstes Erlebnis bei Car Tours Reisen?

Auf meiner letzten Reise, als 47 Gäste in einer Weinverkostungskantine «joyeux anniversaire» für mich sangen. Dabei hatte ich es geheim behalten wollen.

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Wie Perlen reihen sich nicht nur die über 1000 Inseln sondern auch bildschöne Städte entlang der kroatischen Adriaküste aneinander. Dazu gesellen sich der grossartige Nationalpark von Krka mit seinen riesigen Wasserfällen und die Traumkulisse der Plitvicer Seen, die schon manchen Film verschönert hat. Atemberaubend ist der Blick aus der Bucht von Kotor über das Wasser der Adria auf die «Schwarzen Berge» – die wortwörtliche Übersetzung von «Montenegro». Unvergesslich wird Ihnen auch das Kloster Ostrog bleiben, welches in 900 Meter Höhe tief in den Felsen gebaut wurde. Oder der Skutarisee: blaue Unendlichkeit, ein paar kleine Inseln, das Ufer bedeckt von Seerosenblättern, alles umgeben von hohen Bergen – fantastisch! Das Naturparadies Bosnien Herzegowina ist Geheimtipp und Naturparadies zugleich. Freuen Sie sich auf das eindrucksvolle Mostar mit seiner symbolträchtigen Brücke sowie den weltberühmten Wallfahrtsort Medjugorje!

Kroatien-Montenegro-Bosnien Herzegowina

Es ist nicht zu fassen. Anfang Mai. Als wir in Basel abfahren, beträgt die Temperatur etwa 0°. Auf dem San Bernardino schneit es. In Italien heult uns nicht nur der Wind um die Ohren, nein, auch heftiger Regen prasselt auf den Bus nieder. Die Stimmung jedoch ist gut. Und als wir in Opatija angekommen, sind wir zwar hungrig, aber sehr zufrieden. Im Restaurant des schönen Hotels Gran Adriatic erwartet uns ein reichhaltiges Buffet, während der Gepäckträger unsere Koffer bereits bis vor die Aufzüge schleppt. Die Zimmer sind sehr elegant, wenn auch ein bisschen klein, die Ausstattung ist ausserordentlich geschmackvoll.

Die einen oder anderen frieren ein bisschen, denn auch in Opatija ist es weiss Gott nicht warm. Das grosse Frühstücksbuffet am nächsten Tag stärkt uns für den Stadtrundgang mit Anton, unserem lustigen Stadtführer, der uns mit viel Witz und Charme durch die Stadt führt. Nicht nur der wunderbare Kuchen im Kvarner Hotel erinnert uns an die einstige Grossmacht der Habsburger, die Opatija in vielerlei Hinsicht prägten, sondern auch die herrlichen, palastartigen und neu renovierten Gebäude. Noch heult der Bora genannte, kalte Wind durch die Strassen, aber wir sind alle gut eingepackt und die Stadt an der Adria – einst beliebter Treffpunkt und Winterkurort der Donaumonarchie – gefällt allen. Später am Nachmittag profitieren die einen und die anderen vom warmen Hallenbad im Hotel, beziehungsweise dem türkischen Bad oder der Sauna, bevor wir wieder das grosse Buffet stürmen. Bereits werden erste Freundschaften geschlossen.

Am Dienstag lichtet sich die dichte Wolkendecke, und als wir zu unserer einzigartigen Küstenfahrt in südlicher Richtung aufbrechen, strahlt die Sonne und keine Wolke trübt den Himmel. Das Meer leuchtet türkisblau, unzählige Inseln erheben sich aus dem Meer, die Vegetation – Wälder, Macchia, Wiesen – schimmert in allen grünen Nuancen, die es zu geben scheint. Die Steinformationen sind von grosser Schönheit. Es ist ein perfekter Panoramatag. Das Mittagessen findet sehr spät statt. Aber das Warten hat sich gelohnt: Wir verbringen unsere Pause in Zadar. Obgleich die bekannte Hafenstadt in den Kriegen des 20. Jahrhunderts stark beschädigt wurde, sind immer noch viele und vor allem gut restaurierte Elemente ihrer langen und eindrücklichen Vergangenheit zu sehen.

Aus neuerer Zeit zieht die Meeresorgel Neugierige an: Seit Juli 2005 gibt es am Hafen eine vom Architekten Nikola Bašić geschaffene Meeresorgel. Durch die Wellenbewegung erzeugt die Orgel Musik. Durch die Meereswellen wird Luft in die Orgelpfeifen gepresst, wodurch je nach Wellengeschwindigkeit und Pfeifengröße verschiedene Töne erzeugt werden. Diesmal dröhnte sie geradezu.

In Vodice erwartet uns vor dem Nachtessen ein Willkommensdrink und wieder sinken wir glücklich in die Betten: Es war ein wunderbarer Tag.

Am Mittwochmorgen steht ein erster Höhepunkt bevor: Wir besuchen den berühmten Nationalpark Krka. Entgegen der Ankündigungen ist das Wetter perfekt. Wir haben unsere Wanderschuhe angezogen und spazieren über Stock und Stein an den wunderbaren Wasserfällen vorbei. Wir sind überwältigt. Am Nachmittag folgt ein Spaziergang in der gut erhaltenen Stadt Šibenik. Sehr viel ist hier von der alten Substanz bereits erneuert worden, aber es wird immer noch renoviert, saniert und immer wieder denkt man unwillkürlich: Ein Land im Aufbruch!

Slavenka, unsere Lokalführerin, erwartet uns anderntags – am Donnerstag – wieder in Trogir. Die historische Stadt auf einer Insel ist Weltkulturerbe. Sie ist eine der besterhaltenen romanisch-gotischen Städte in Europa. Sie ist so gut erhalten, dass man unmittelbar an Filmkulissen denkt. Soweit sind wir also bereits: Die Vergangenheit erinnert uns an Walt Disney. Die Wahrheit ist allerdings ganz nah, denn hier wurde einer der Winnetou-Filme gedreht. «Was?!» ruft eine Dame spontan, «das war gar nicht Santa Fe?» «Nein», lacht Slavenka, «die Bilder waren aus Trogir». Willkommen zur Scheinwelt Hollywoods! Was für eine beeindruckende Kulisse. Es regnet zwar und der Wind heult uns wieder um die Ohren, aber diesmal haben wir uns vorgesehen. Bevor es nach Split weitergeht, kosten wir noch die von Slavenka gerühmten süssen Ravioli, bevor uns Arun, unser albanischstämmiger Fahrer mit Schweizer Pass während der ganzen Reise, zum nächsten Höhepunkt fährt.

Langsam können wir die Machtkämpfe zwischen Osmanen, Venezianern, Habsburgern, beziehungsweise dem kurzen Intermezzo von Napoleon einordnen. Wir verstehen die verschiedenen Einflüsse besser, denen auch Split ausgesetzt war. Neugierig folgen wir Slavenka durch das Labyrinth des Diokletian-Palastes und staunen. In der Zwischenzeit hat sich der Sturm gelegt, der Regen hat aufgehört und vorsichtig lugt die Sonne zwischen den Wolken hervor. Die Weiterfahrt nach Podgora dauert unerwartet länger als geplant. Arun spricht serbo-kroatisch. Das erleichert uns vieles. Nun hat er erfahren, dass die Küstenstrasse unmittelbar vor dem hübschen Küstenstädtchen eingebrochen ist. Ein filmreifer, kitschiger Sonnenuntergang beendet diesen erlebnisreichen Tag. Das Abendessen im Hotel Midori Beach Hotel ist so reichhaltig, dass es unbedingt erwähnt werden muss – genauso wie dann das Frühstück am Freitagmorgen. Bis man erkundet hat, was man alles essen könnte, ist man schon müde. Und nicht nur das Essen ist grosszügig, auch die Hotelzimmer sind gross und elegant und geben den Blick frei auf das Meer.

Und wieder haben wir Glück am Freitag: Vorgesehen ist eine Schiffspanoramafahrt. Die kroatische Adriaküste ist unter Seglern ausgesprochen beliebt, weil die zahllosen Buchten von eindrücklicher Schönheit und Sauberkeit sind. Daher drängt sich auch für uns eine Schifffahrt auf. Noch ist es ein bisschen kühl, aber der Himmel ist bereits freundlich und in Kürze so gut wie wolkenlos. Auf dem Panoramaweg entlang des Meeres spazieren wir zur Anlegestelle. Podgora ist sehr sauber, sehr gepflegt, wie eigentlich das ganze Land. Am Strand reiht sich eine Bar an die andere, und: Nirgends sieht man die hässlichen Plastikstühle, die weltweit so verbreitet sind, sondern überall erwarten Gäste gepflegte Holzstühle und Tische, beziehungsweise die modernen Rattan-Imitationen.

Die Schifffahrt ist wunderbar, ruhig und gemütlich. Die Gäste, unter denen rasch Freundschaften entstanden sind, vermischen sich dieses Mal ganz anders, denn man bewegt sich anders auf einem Schiff als im Bus, und wiederum ist die Stimmung hervorragend. In der Stadt Makarska gibt es einen über einstündigen Halt und wir spazieren durch das Städtchen, das der ganzen Region den Begriff Makarska Riviera verliehen hat. Glimpflich verläuft der Sturz eines Mitreisenden, der sich auf der Landebrücke um ein paar wenige Zentimeter getäuscht hat und neben der Landungsbrücke landet… zum Glück stürzt er nicht ins Wasser, sondern auf die Fender, die das Schiff von der Promenade trennen. Nach dem kurzen Aufenthalt an Land erwartet uns die Schiffsmannschaft mit einem einfachen, jedoch schmackhaften Essen, einem grillierten Fisch, der so gut ist, dass mit Fug und Recht angenommen werden kann, dass er frühmorgens gefischt wurde. Wer nicht gerne Fisch isst, erhält ein Stück Fleisch, das ebenfalls hervorragend mundet. Auf jedem Tisch steht eine Flasche einheimischen Weines, und als die Bootsfahrt zu Ende ist, sind alle sehr fröhlich. Ein paar besonders Mutige steigen sogar ins Wasser, obwohl die Temperatur nicht sonderlich einladend ist mit rund 17°Grad!!

Bei strahlend blauem Himmel fahren wir am Samstagmorgen in Podgora weg. Wir wären gerne noch etwas geblieben, aber Dubrovnik steht auf dem Programm. Die Fahrt dorthin ist wiederum atemberaubend. Dubrovnik, «die Perle der Adria», wird zweifellos zu Recht so genannt. Die befestigte Stadt wurde bereits mehrfach zur Filmkulisse auserkoren, nicht zuletzt für die berühmte Filmserie «Game of Thrones». Katharina führt uns kundig durch die gut erhaltenen Strassen der Altstadt und erzählt uns viele spannende Geschichten. Wer von uns hat denn schon gewusst, dass der Name der beliebten Ragusa-Schokolade ihren Ursprung in einer Freundschaft hat? Während des Zweiten Weltkrieges wurde der Rohstoff für Schokolade knapp. Herr Bloch war befreundet mit einem Dubrovniker und der schlug dem Schweizer Schokoladefabrikanten vor, die Schokolade mit Haselnüssen anzureichern, um so Kakao zu sparen. Die Schokolade wurde – wie wir alle wissen – zu einem Klassiker. Aus Dankbarkeit dem Freund gegenüber nannte Herr Bloch die Schokolade Ragusa, denn das war der urspüngliche Name der Stadt Dubrovnik.

Der Himmel verschliesst sich langsam auf der Weiterfahrt nach Montenegro. In Budva, der bekannten Stadt an der adriatischen Küste, beziehen wir unser Hotel, das während vier Nächten unser Standort sein soll. Natürlich freuen wir uns, dass die Zimmer so riesig und wieder wunderbar ausgestattet sind. Der Monat Mai ist in diesem Jahr ausgesprochen kühl und auch ziemlich nass, umso mehr freuen wir uns, dass die Betten mit dicken Duvets ausgestattet sind.

Der Sonntag wird zu einer Herausforderung für Arun. Montenegro heisst schwarze Berge, und die Berge sind nicht nur schwarz, sondern auch hoch. Es geht also rauf und runter. Wir besuchen zuerst den Königspalast in Cetinje. Montenegro war einst ein Königreich, wenn auch ein kleines. Nach der Besichtigung kehren wir in ein typisches Lokal ein und kosten feinsten Rohschinken – dazu gibt es selbst gemachtes Brot und herrlichen Käse. Anschliessend beginnt der Aufstieg: Über viele Kurven geht es langsam hinauf auf einen Berg, darauf folgen 25 Haarnadelkurven hinunter zu der wohl tausendfach fotografierten Bucht von Kotor (Seit 1979 UNESCO-Weltkultur- und Naturerbe). Zu sagen, die Fahrt sei atemberaubend, ist im buchstäblichen Sinne gemeint. Die Leute stehen im Bus, um keines von Aruns Manövern zu verpassen, wenn er Autos so kreuzt, dass keine Hand dazwischen passen würde. Seine Leistung ist grossartig. Nicht umsonst hat mich Amjan, unser Lokalführer, tags zuvor gefragt, ob sich unser Fahrer diese Fahrt zutraue!

Auch Kotor ist ein bezauberndes Städtchen am Wasser mit vielen alten, gut erhaltenen Häusern und Kirchen. Als krönenden Abschluss des leider verregneten Tages besuchen wir die Insel Maria vom Felsen. Dabei handelt es sich um eine künstlich aufgeschüttete Insel, die der hier verehrten Jungfrau Maria geweiht ist. Über die Entstehung der Insel kursieren diverse Versionen. Die Kirche ist heute noch eine Hochzeitskirche, die Schutzpatronin ist nicht nur Schutzpatronin der Seefahrer, sondern auch der Ehe. Ein hübsches Museum mit vielen Gegenständen, aber auch alte und neuere (Votiv-) Bildern erzählen die Geschichten von wundersamen Errettungen.

Obwohl uns der Wettergott am freien Tag, dem Montag, nicht wohlgesinnt ist, stapfen alle mehr oder weniger früh los, um die Altstadt von Budva zu besuchen. Dieser bezaubernde Ort wurde 1979 von einem grossen Erdbeben zerstört, ist aber authentisch wiederaufgebaut worden.

Alle machen sich ein gemütliches Programm und am Abend trifft man sich zufrieden und ausgeruht wieder zum Nachtessen.

Für den Ausflug zum Kloster Ostrog am Dienstag haben sich die Wolken anfänglich etwas gelichtet und es geht auf relativ schmalen Strassen wieder hinauf in die Höhe. Das Kloster ist eines der bedeutendsten Klöster der serbisch-orthodoxen Kirche. Der Metropolit Vasilije Jovanović gründete es 1656. Der hochverehrte Heilige lebte hier bis zu seinem Tod im Jahr 1671. Sein Körper ruht in einer mit wunderbaren Fresken bemalten Grotte. Deswegen wird das Kloster jedes Jahr von tausenden Gläubigen besucht.

Auch der Nachmittagsausflug auf dem Skutarisee begeistert die Gäste, obwohl auch hier das Wetter nicht optimal ist, aber sie sehen so viele Pelikane, dass sie geradezu begeistert sind. Die Köstlichkeiten, die ihnen der Schiffskapitän zum Essen und Trinken serviert, lassen den Ausflug auf dem Wasser sogar als allzu kurz erscheinen – sagen sie!

Mittwoch: Auf dem Weg nach Međugorje in Herzegowina müssen wir aufs Mittagessen verzichten. Wir sind zwar früh weggefahren, aber die Strassen sind kurvig und eng und wir brauchen relativ lange bis zur Pilgerstätte. Hier sollen im Jahre 1981 sechs Kinder angeblich die Jungfrau Maria gesehen haben. Wir spazieren über das Gelände und beobachten dabei viele Gläubige. Sie sind tief im Gebet versunken und erbitten offensichtlich die Hilfe der Jungfrau Maria.

Wir vertreten uns ein wenig die Beine, bevor es in Richtung Mostar weitergeht. Wir sind alle neugierig auf die Altstadt und die 1993 im Krieg zerstörte Brücke aus der Zeit der Osmanen. Sie wurde von 1556 bis 1566 von dem osmanischen Architekten Mimar Hayreddin im Auftrag des osmanischen Sultans Süleyman I. als Einbogenbrücke erbaut. Die Brücke gilt seit Jahrhunderten als die symbolische Brücke zwischen Ost und West, nicht nur zwischen der Welt des Christentums und der islamischen Welt, sondern auch zwischen den katholischen Kroaten und orthodoxen Serben.

Die Altstadt versprüht einen eigenartigen Charme – plötzlich wird einem bewusst: Wir sind hier in Bosnien-Herzegowina – die Osmanen haben die Stadt geprägt, deshalb dieser orientalische Einschlag. Das Viertel mit den vielen kleinen Geschäften lässt einen unmittelbar an die Souks in der Türkei denken. Die Strassen sind mit runden Steinen gepflastert und man denkt unmittelbar an eine Fussreflexzonenmassage. Unterwegs besuchen wir das Haus eines reichen Osmanen, das in seiner Ursprünglichkeit erhalten geblieben ist. In einem gewissen Sinne haben wir immer Glück: Es regnet zwar oft während unserer Reise, aber immer dann, wenn es drauf ankommt, hört der Regen auf. Genauso ist es auch mit unserem Besuch in der Altstadt, es beginnt erst zu regnen, als wir bereits auf dem Rückweg zum Bus sind. Jetzt haben wir aber Hunger. Das 4*-Hotel liegt auf einer Anhöhe, von wo wir einen wunderbaren Blick auf die ganze Stadt Mostar haben. Ein paar Gäste profitieren sofort vom hoteleigenen Hallenschwimmbad, während andere noch einmal zurück zur Altstadt spazieren. Dann endlich öffnet der Speisesaal. Das Essen ist sehr schmackhaft, aber danach fallen wir recht müde ins Bett.

Am Donnerstag, oh Wunder, ist der Himmel wieder blau und die Temperatur sehr angenehm. Wir wagen es kaum zu hoffen: Am Nachmittag ist ein Spaziergang bei den Plitvicer Seen angesagt, und es wäre einfach wunderbar, wenn das Wetter so bleiben würde. Es gibt ein spätes Mittagessen, weil wir an der Grenze von Bosnien-Herzegowina zurück nach Kroatien sehr lange aufgehalten worden sind. Das Spanferkel, das wir Tage zuvor vorbestellt haben, schmeckt hervorragend. In der Zwischenzeit hat sich der Himmel wieder bewölkt, und als wir im Nationalpark ankommen, wird uns beschieden, dass ein grosser Teil des Parkes aufgrund von Überschwemmungen gesperrt ist. Nichtsdestotrotz können wir die eindrücklichen Wasserfälle und Flüsse sehen und fotografieren und wir erblicken auch die überschwemmten Stege und verstehen, dass ein Spaziergang auf diesen Holzstegen schlicht lebensgefährlich wäre. Die Gruppe ist wunderbar. Durch keinerlei Widrigkeiten lässt sie sich ihren guten Humor nehmen. Weder späte noch ausgefallene Mittagessen trüben die stets gute Laune buchstäblich sämtlicher Gruppenmitglieder.

Am Freitag geht’s auf in die Hauptstadt Zagreb. Bruno, grossgewachsen wie so viele andere Kroaten und Kroatinnen, erwartet uns am vereinbarten Platz. Er schlendert mit uns durch die Altstadt, die – wie manche andere auf unserer Reise – geprägt ist von der Vergangenheit im Königreich Österreich-Ungarn. Während zwei Stunden unterhält er uns mit anregenden Geschichten der Gegenwart sowie der Vergangenheit. In der eindrücklichen Kathedrale hängen zwei Kronleuchter. Wer um alles in der Welt käme auf die Idee, dass diese riesigen Kronleuchter aus einem Casino aus Las Vegas stammen? Aber so ist es. Anlässlich des Umbaus seines Casinos fragte sich dessen Besitzer, was er mit den beiden riesigen Leuchtern tun könnte. Ein kroatischer Freund schlug ihm vor, die beiden Leuchter der Kathedrale von Zagreb zu schenken «die könnten so etwas gut gebrauchen». Und so geschah es. An jeder Ecke weiss unser Lokalführer eine spannende Geschichte zu erzählen und die Gruppe folgt ihm. Er führt uns mit so viel Humor und interessanten Informationen durch die engen Gassen und auf grosse Plätze, dass man nichts verpassen will. Am Schluss sind wir aber ziemlich durchfroren, und so wärmen sich wohl die meisten mit einer warmen kroatischen Spezialität auf, bevor es weitergeht Richtung Norden.

Am Nachmittag steht die Besichtigung des Schlosses Trakošćan an und wiederum führt uns ein der deutschen Sprache mächtiger Lokalführer durch die zahlreichen Räume des Schlosses. Das trutzige Gebäude thront hoch oben auf einem Hügel inmitten von wunderbaren Wäldern, und da inzwischen wieder einmal die Sonne scheint, geniessen wir die herrliche Umgebung, das Vogelgezwitscher und die grosse Ruhe, die die Gegend ausstrahlt. Hier wären wir gerne noch etwas geblieben. Aber die Reise neigt sich dem Ende zu und die Rückfahrt in die Schweiz durch Österreich, vorbei an hohen, immer noch schneebedeckten Bergen, ist genau so grandios, wie die ganze Reise es war – und an diesem Tag haben wir sogar tolles Wetter. Erst spätabends fällt wieder Regen, da aber sind die meisten von uns bereits zu Hause.

Eure Reiseleiterin

Roswitha Gassmann

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