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Französisches Alpenseen Panorma

Bericht vom 19. – 23. Mai 2019 | Bus Nummer 32

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Es berichtet für Sie unsere Reiseleiterin

Beatrice Greve NEU

Beatrice Greve

„Reisen – es lässt dich sprachlos, dann verwandelt es dich in einen Geschichtenerzähler.“ – Ibn Battuta

Weitere Infos

Wie bist du Reiseleiter geworden?

Nach dem Abschluss der Hotelfachschule in Luzern machte ich eine Ausbildung als Reiseleiterin bei Kuoni.

Was gefällt dir an dieser Tätigkeit besonders?

Aus vielen unterschiedlichen Charakteren eine harmonische Gruppe zu bilden

Was zeichnet dich als Reiseleiter aus?

Flexibilität, Zuverlässigkeit, Sozialkompetenz, Humor. Die Kunden sagen, ich sei ein Organisationstalent …

Worin siehst du die Vorteile / den Mehrwert einer Gruppenreise?

Ich kann immer wieder feststellen, dass sich wunderschöne Freundschaften zwischen unseren Reiseteilnehmern bilden – etwas leider eher Seltenes in unserer heutigen Welt

Was gefällt dir an deinen Aufgaben als Reiseleiter bei Car Tours am besten?

Den Gästen vor Ort wichtige Informationen vermitteln und ihnen bei Problemen mit Rat und Tat zur Seite stehen

Was unterscheidet Car Tours Reisen von anderen Reisegesellschaften?

Einmalig ist sicher, dass jede Reise von einer Schweizer Reiseleitung begleitet wird.

Welches Reiseziel in Europa ist dein liebstes und warum?

Die süsse Kunst des Müssiggangs auf der Piazza Brá in Verona – das typische Dolce farniente

Welche drei Dinge sind auf jeder Reise unverzichtbar?

Respekt, Toleranz und ein Schweizer Sackhegel

Welches Buch darf auf keiner Reise fehlen?

Ein Gedichtband von Mascha Kaleko, da kann der Tag noch so hektisch gewesen sein ein Gedicht vor dem Einschlafen und ich bin glücklich und entspannt

Wer ist dein Held in der Geschichte des Reisens?

Die San „jene, die etwas vom Boden auflesen“. Sie jagten und sammelten und hinterliessen den Ort wieder so wie sie ihn angetroffen hatten

Verrate uns deinen unerfüllten Reisetraum?

Einmal um die Welt segeln

Was war dein schönstes Erlebnis bei Car Tours Reisen?

Als ich ein lustiges Gedicht über unsere Reise ins Zillertal erhielt – verfasst von all meinen 78 Gästen.

Wohin reist du privat?“

Nach Afrika, ich liebe die Farben, die Gerüche, die Gewürze und die Wärme

Hast du ein Reisemotto?

Reisen veredelt den Geist und räumt mit unseren Vorurteilen auf – Oscar Wilde

Sommertraum Französische Alpen

6 Reisetage ab Fr. 939.-

Reisedaten Juni 2020

Annecy TOP

Verbringen Sie mit uns herrliche Tage im mehrfach ausgezeichneten Chalet-Hotel La Marmotte inmitten der Idylle der französischen Alpen. Erobern Sie das Venedig der Alpen, Annecy, und gleiten Sie genüsslich über den schönsten See Frankreichs. Nach einem entspannten Tag rund ums Hotel flanieren wir anderntags durch das mondäne Chamonix und erfahren viel über die Geschichte der Bernhardinerzucht sowie den St. Bernhard Pass. Am letzten Tag tuckern wir mit dem Schaufelraddampfer gemütlich über den Genfersee und fühlen uns im bildschönen Yvoire wie in einer lebend grossen Postkarte.

Französisches Alpenseen Panorama

Nach einer kurzweiligen Fahrt im Nebel und Regen erreichten wir unser Hotel in Aix les Bains. Am Ufer des Lac du Bourget, dem grössten natürlichen See Frankreichs. Wir sind gekommen, um die Gegend im Département Savoie in der Region Rhône-Alpes zu entdecken. Vor allem das milde Klima, darüber hinaus eine unberührte Naturlandschaft mit Bergen und Wasser, soll diese Gegend so attraktiv machen. Wir sind gespannt auf den morgigen Tag.

Die religiöse und königliche Geschichte von Savoyen

Gut ausgeruht, bei starkem Regen mit der Sonne im Herzen, treffen wir unsere lokale Reiseleiterin Evelyne. Sie staunt über unsere Schweizer Pünktlichkeit. Evelyne wird uns mit ihrem charmanten Akzent noch öfter zum Schmunzeln bringen. Heisst es Schiffdampfe oder Dampfschiffe? Wir fahren mit dem Schiff von Aix les Bains nach Hautecombe. Der Lac du Bourget lockte bereits im 19. Jahrhundert viele berühmte Besucher wie George Sand, Alexandre Dumas und Guy de Maupassant an. Mit einer Länge von 18 Kilometern, einer Breite von bis zu 3,5 Kilometern und einer durchschnittlichen Tiefe von 85 Metern hat der See schon fast Meerescharakter. Das West-Ufer wird von den südlichsten Ausläufern des Juragebirges gebildet. Die Hügelkette wird Chaîne de l‘Epine genannt und gipfelt im fast 1400 Meter hohen Dent du Chat. Das östliche Ufer wird vom Massiv des Bauges dominiert.

Ca. 40 Minuten dauert die Schifffahrt, dann erreichen wir die Abtei Hautecombe, die am westlichen Ufer majestätisch auf den See herabblickt. Ein Meisterwerk der Hochgotik. Sie diente den Prinzen aus dem Haus Savoyen einst zur Grablegung. In der Französischen Revolution wurde die Abtei verlassen und 1826 wieder von Zisterziensern besetzt. Von 1922 bis 1992 gehörte sie dem Benediktiner-Orden. Seither wird die Klosteranlage von der geistlichen Gemeinschaft „Chemin Neuf“ betreut. Bei einer sehr interessanten Audio-Guide Tour erhalten wir Einblick in die religiöse und königliche Geschichte von Savoyen. Wir sind begeistert, von so viel Schönheit.

Nach dem Mittagessen bringt uns Dieter zu unserer ersten Weindegustation nach Ruffieux. An diesem kalten verregneten Tag werden wir wärmstens empfangen. Wir erhalten viele interessante Informationen zum Weinanbaugebiet und den verschieden Rebsorten. Weisswein, Rosé und Rotwein werden gekostet. Sowie reichlich Käse und Charcuterie. Der heutige Tag war zwar total verregnet jedoch eindrucksvoll und interessant.

Venedig der Alpen

Die Wolken haben sich gelockert und wir bemerken mit Freude die wunderschöne Parkanlage in der sich unser Hotel befindet.

Heute fahren wir nach Annecy, auch Venedig der Alpen genannt. Kleine, schmale Kanäle schlängeln sich sanft durch die pittoreske Altstadt. Ein alter Palast, eine mittelalterliche Burg und weitere Attraktionen sorgen für ein ganz besonderes Flair. Hinzu kommen die umliegende alpine Bergwelt und ein traumhaft idyllischer See. Zusammen mit Evelyne schlendern wir durch die Gassen Annecys und kommen aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Wir erfahren, dass 2012 diese prachtvolle Kleinstadt zur Alpenstadt des Jahres gekürt wurde. Nach der Führung bleibt uns Zeit, das Städtchen auf eigene Faust zu erkunden. Einige von uns nutzen die Gelegenheit und schnuppern frische Seeluft auf einer „kleinen Kreuzfahrt“ auf dem Lac d’Annecy.

Eines der charmantesten Dörfer Hochsavoyens

Am Nachmittag fahren wir weiter ins mondäne Mégève. Der Aravis-Pass ist wegen eines Erdrutsches geschlossen. Unser Busfahrer Dieter bietet uns eine gute Alternative mit einem herrlichen Panoramablick. Mégève ist bekannt als eines der charmantesten Dörfer Hochsavoyens im Herzen der Mont Blanc Gegend. Architektur und gepflasterte Gassen sind perfekt in die Landschaft integriert. Das heutige St. Moritz von Frankreich wurde seinerzeit von der Familie Rothschild als Domizil entdeckt. Wenn sich die Reichen und Schönen im Sommer an der Côte d’Azur treffen, dann im Winter in Mégève. Ein feiner Ort, der sich seinen bodenständigen Charme und auch noch die typischen Steinhäuser bewahrt hat. Nach einem kurzen Spaziergang werden wir in der Crémerie de Mégève bei einer Kostprobe mit verschiedenen Käsen und einem Glas Wein verwöhnt. Dieter und ich sind froh, dass der gekaufte Käse vakuumverpackt wird. Was hätten wir sonst mit all den unterschiedlichen Käsesorten für eine duftende Heimfahrt.

Yvoire strahlt Ruhe und Entspannung aus

Unser heutiges erstes Ziel ist die Besichtigung von Yvoire. Dieser kleine Marktflecken aus dem 14. Jahrhundert an den Ufern des Genfersees wurde während mehreren Jahren Schauplatz von grossen Festungsarbeiten – während Amédée V., Graf von Savoyen, gegen den Graf von Faucigny kämpfte. Das auf der Halbinsel erbaute Schloss, auf der Nordseite des Ortes, überragt den See. Der Zugang zum Dorf ist umrahmt von eindrücklichen, steinernen Ringmauern und erfolgt über zwei Turmpforten, die wir über eine Zugbrücke passieren. Von Emilie, unserer heutigen lokalen Reiseleiterin, erfahren wir, dass in den Konflikten der Graf von Savoyen den Schweizern, nota bene den Bernern, gegenüber stand. Die Kämpfe waren so erbittert, dass das Schloss im Jahr 1591 den Flammen zum Opfer fiel. Die kriegerischen Handlungen liessen im Laufe der Jahre nach, und die Dorfbewohner von Yvoire lebten von der Landwirtschaft und Fischerei. Mit ihrer Geschichte verbunden, wahrten sie die Zeugnisse ihrer Vergangenheit – Ringmauern und Pforten wurden in die Liste der historischen Monumente aufgenommen. Ab dem Jahr 1959 wurde das Dorf im nationalen Wettbewerb der blumengeschmückten Dörfer und Städte mit dem ersten Preis bedacht. Yvoire strahlt Ruhe und Entspannung aus. In den kleinen Gassen oder am Seeufer zu flanieren ist für uns ein wahres Vergnügen.

Über „unseren“ Genfersee erfahren wir von Emilie, dass er die grösste Süsswasserreserve Westeuropas ist. Und eine Oberfläche von 582 km² hat, von denen 348 zur Schweiz und 234 zu Frankreich gehören. Das Wasser bekommt er hauptsächlich von der Rhone, die den See in seiner Länge durchfliesst und ihn in Genf verlässt. Halbmondförmig zieht sich der See zwischen stufenartigen Landschaften der Alpen und der Jurakette hin. Im Westen trennen nur 4 km das Nord- vom Südufer. Während er zwischen Morges und Amphion eine Breite von 13.9 km hat. Zwischen Lausanne und Evian erreicht der See eine maximale Tiefe von 309m. Dank der großen Wasserfläche herrscht ein mildes Klima rund um den See.

Ein guter Einblick in das Leben vergangener Jahrhunderte

Im Schlossgarten des Château Ripaille werden wir mit einer Weinprobe und einem kleinen Imbiss erwartet. Zuvor erhalten wir eine ausführliche Schlossbesichtigung. Als eines der bedeutenden Zentren für Geschichte, Kultur und Weinanbau im Hochsavoyen, gehört die Domain de Ripaille zu den beeindruckenden Naturdenkmälern am Genfer-see. Dieses Schloss aus dem 15. Jh. ist der ehemalige Wohnsitz von Amadeus VIII., dem ersten Herzog von Savoyen und späteren Papst Felix V. Auf Initiative des Heiligen Franz von Sales liessen sich 1623 hier Kartäuser nieder. Während der Französischen Revolution verstaatlicht und verkauft, wurde das Schloss 1892 von der Familie Engel-Gros, Spinnereibesitzern aus dem Elsass, völlig restauriert. Eine Tochter der Familie heiratete in die Familie Necker ein, den Nachkommen des berühmten Finanzministers von König Ludwig XVI. Heute gehört die Domäne der Familie Necker und der Fondation Ripaille. Das Schloss bietet uns einen guten Einblick in das Leben vergangener Jahrhunderte.

Mit Genuss kosten wir den Weisswein „Château Ripaille“ von den 22ha Weinreben in dieser herausragenden Lage. Ein aus der Rebsorte Chasselas hervorgegangener AOC-Wein, Ausdruck des milden Klimas, aber auch eines kiesigen und durchlässigen Bodens, der ihm seinen charakteristischen Geschmack verleiht. Er wird heute in ganz Frankreich verkauft und in mehrere Länder in Übersee exportiert. Zum Wein wird uns einmal mehr Käse aus der Region gereicht. In Gedanken lassen wir unsere Erlebnisse dieser Tage Revue passieren.

Schon Morgen werden wir unsere Heimfahrt antreten. Wie schnell ist doch die Zeit vergangen. Dank dieser schönen Reise erhielten wir einen übersichtlichen ersten Eindruck dieser wunderbaren Französischen Alpenseen Gegend. Bei einem Schluck Wein aus der Gegend, werden wir uns gerne immer wieder daran erinnern.

Au revoir nous reviendrons – Une fois n’est pas coutume!

Beatrice

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