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Classic Courier & Striezelmarkt

Bericht vom 2. – 5. Dezember 2017 | Bus Nummer 28

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Es berichtet für Sie unsere Reiseleiterin

Brigitta Gutmann

Classic Courier & Striezelmartk

Es ist noch dunkel als die ersten Gäste frühmorgens in Thun in unserem komfortablen Car einsteigen. Es wird ein langer Tag bis wir im Bundesland Sachsen in unserem modernen Hotel in Meerane ankommen. Aber in der Zwischenzeit gibt es Geschichte über Deutschland, die Bundesländer und die Wende zu hören und auch ein Rezept wie man einen Striezel selber backen kann. Am nächsten Tag begleitet uns mit viel Charme die einheimische Reiseleiterin Christine durch ihre Heimat. Sie spricht ein sehr gut verständliches Hochdeutsch und verrät uns, dass sie daheim angehalten wurde nicht sächsisch zu sprechen, damit man sie in ganz Deutschland verstehen kann. Dass sie ihre Heimat liebt spüren wir sofort, denn sie kann wunderbar erzählen vom Bergbau mit Halden, Stauanlagen und Gräben und dessen Niedergang. Von den Gepflogenheiten der Bergleute und wie es heute noch Treffen in der Adventszeit gibt, um die alten Zeiten aufleben lassen.

Geradezu schwärmen konnte sie von der Holzwerkskunst im Erzgebirge, von Räuchermännchen und den Schwibbogen/Lichterbogen die immer eine ungerade Anzahl Kerzen aufweisen müssen. Auch Geschichten über den Trabant/Trabbi haben wir gehört, das Kult-Auto der DDR. Wir hatten Gelegenheit in Annaberg-Buchholz das Wahrzeichen der Stadt zu bewundern, die St. Annenkirche und auch ein Besuch in der Bergkirche Sankt Marien war faszinierend. Da standen wunderbar geschnitzte und bemalte Holzfiguren, fast lebensgross. In der dazugehörenden Borschüre steht folgender Satz, der aktueller nicht sein könnte:

«Licht und Frieden sind unsere Zuversicht inmitten finsterer Nachrichten von Terror und Kriegen auf der ganzen Welt».

Wer nun doch die Handschuhe im Hotel liegen liess, musste es auf dem Marktplatz bitter büssen, ein kalter Wind fegte durch die Stadt. Aber dafür gibt es ja Glühwein um sich zu wärmen, was wäre ein Weihnachtsmarkt ohne den köstlichen Duft nach Zimt, Äpfel und Nelken? Einige Mutige fuhren anschliessend ab Oberwiesenthal mit der altmodischen Schwebebahn auf den Fichtelberg hinauf, stolze 1215 Meter hoch! Ich war noch nie am Nordpol – aber viel kälter als auf dem Fichtelberg mit Eiswindsturm kann es dort kaum sein! Dann aber wurde es Nacht auf der Heimfahrt – wunderbar hat sich das Erzgebirge in eine vorweihnachtliche Landschaft verwandelt. Überall brannten die Lichterbögen an den Fenstern, kein Dorf das nicht auch einen riesengrossen Lichterbogen aus Metall vorweisen konnte. Aah und Ooh tönte es durch den Car, gibt es etwas Prächtigeres als Staunen wie in der Kinderzeit? Souverän hat Chauffeur Willi den Car durch den Neuschnee gelenkt und uns sicher und gekonnt in unser Hotel zurückgebracht.

Der nächste Tag stand im Zeichen der Eisenbahnromantik und der grossen Städte Leipzig und Dresden mit ihrer geschichtsträchtigen Vergangenheit. Gutgelaunt und neugierig haben wir im Classic Courier Zug aus den 60 er Jahren Platz genommen. Sei es im 6er Abteil oder im komfortablen Salonwagen – es wurde diskutiert, gelacht, gestaunt, Kaffee getrunken, neue Freundschaften geschlossen, während wir mit unserem Sonderzug durch eine wunderbare Winterlandschaft fuhren. Leipzig ist sehr sehenswert und die Stadteführerin hat viel Wissenswertes über die Stadt, die heute die «Grüne Stadt» genannt wird, erzählt. Kaum Jemand hat es verpasst in der Nikolai-Kirche eine Kerze anzuzünden, im Gedenken an die «Montags-Gebete» vor dem Mauerfall. Gerne wären wir länger auf dem Weihnachtsmarkt geblieben, aber der Extrazug hat seinen Sonderfahrplan und kann nicht warten! Dann aber wurden wir überwältigt von der faszinierenden Stadt Dresden, das «Elb-Florenz». Mit Eisregen, Nässe und Sturm sind wir zwar empfangen worden, aber das kann dieser barocken Stadt nichts anhaben: Sei es der Zwinger, die Semperoper, das Residenzschloss und vor allem die Frauenkirche. Einen weiteren Höhepunkt konnten wir nun geniessen, den Dresdener Striezelmarkt, es war der 583ste und 80 % der Händler sind aus Sachsen. Viele Gäste kauften Dresdener Weihnachtsstollen, der die Vollendung eines einfachen Striezelgebäcks von früher ist. Tatsächlich konnten aber auch noch Marktstände von Bäckereien gefunden werden, die den Mohnstriezel angeboten haben.

Rezept für einen Striezel mit Mohn (Germteig/Hefeteig)

150 gr. Butter

1 Ei

500 gr. Mehl

250 ml warme Milch

1 Prise Salz

1/2 Würfel Hefe

50 gr. Zucker

1 Handvoll Mohnsamen

1 Esslöffel Hagelzucker zum Bestreuen

Mit den Zutaten einen Hefeteig zubereiten und an der Wärme zugedeckt gehen lassen. Danach 3 Stränge formen und einen Zopf flechten, mit Wasser bepinseln, mit Hagelzucker bestreuen und backen. E Guete!

Mit roten Wangen vom eisigen Wind und Glühwein, sind wir spät am Abend von den Chauffeuren in Chemnitz an der Endstation des Zuges abgeholt und bequem ins Hotel zurückchauffiert worden. Einige Lichterbogen aus dem Erzgebirge werden diese Adventszeit in Schweizer-Fenstern leuchten und auch zu Tee, Kaffee oder Glühwein wird es nach Dresdener Stollen oder Mohnstriezel duften.

Der Erste Advent hätte nicht lichterfüllter beginnen können, ich wünsche allen Gästen die diese vorweihnachtliche Einstimmung erleben konnten viele Lichter am Weihnachtsbaum, oder wie im Erzgebirge zugerufen wird «Glück auf»!

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