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Mit Rücksicht aufs Klima

Mit dem Car in die Ferien zu fahren ist nicht nur eine sehr angenehme und schöne Reiseform, sondern auch aus ökologischer Sicht eine sinnvolle Wahl.

Greta Thunberg ist in aller Munde. Die junge Schwedin ist das Gesicht im Kampf gegen den Klimawandel und hat mit ihren Aktionen Menschen auf der ganzen Welt aufgerüttelt und inspiriert. Mit ihren Auftritten rückt sie die Klimaproblematik ins Zentrum der Aufmerksamkeit und hat dem Thema einen ungeahnten Schub verliehen. Von Flugscham, also dem schlechten Gewissen, eine Flugreise zu buchen, ist die Rede, von Streiks für das Klima, von radikalen Gruppierungen, die auch vor umstrittenen Massnahmen nicht zurückschrecken.

Mobilität – und damit auch Reisen – belastet die Umwelt. Doch es gibt Unterschiede zwischen den einzelnen Verkehrsmitteln. Vergleiche anzustellen ist jedoch komplex. Damit solche Aussagen seriös sind, müssen mehr Faktoren berücksichtigt werden, als nur was aus dem Auspuff austritt. So sind beispielsweise die schädlichen Emissionen bei Elektrofahrzeugen im Betrieb zwar tief, jedoch belasten Herstellung und Entsorgung der Batterien die Umwelt stark.

«Wir beziehen uns bei Vergleichen der Ökobilanz einzelner Verkehrsmittel auf die Treibhausgasemissionen und die Gesamtumweltbelastung», sagt Georg Klingler, Klimaexperte von Greenpeace Schweiz. Das Messsystem mit Umweltbelastungspunkten (UBP) wurde in der Schweiz entwickelt und wird auch vom Bundesamt für Umwelt verwendet. Es umfasst den Verbrauch von Rohstoffen sowie die verschiedenen Emissionen über den gesamten Lebenszyklus, also von der Rohstoffbereitstellung über die Herstellung bis zum Gebrauch und der Entsorgung.

Reisecar deutlich effizienter als Flugzeug
Vergleicht man so für Reisen innerhalb Europas den Reisecar mit dem Flugzeug, überzeugt der Reisecar mit einer deutlich besseren Ökobilanz. «Das Flugzeug stösst bei durchschnittlicher Auslastung etwa viermal mehr Treibhausgas pro Passagierkilometer aus und weist eine rund dreimal höhere Gesamtumweltbelastung auf als der Reisecar», sagt Klingler. «Dass die Treibhausgase des Flugzeugs in der Höhe ausgestossen werden, wo sie noch schlimmere Auswirkungen haben als am Boden, ist dabei nicht einmal berücksichtigt.» Klingler bezieht sich auf eine Studie von treeze, einem jungen Ökobilanzunternehmen in Uster. Für Reisen innerhalb Europas ist der Reisecar damit das deutlich effizientere Verkehrsmittel als ein Flugzeug.

Interessant wird der Vergleich bei erdgebundenen Reisen, also Reisen mit dem Zug, Car oder Auto. «Hier schneidet der Reisecar deutlich besser ab als das Auto», sagt Klingler. Bei einem durchschnittlichen Auslastungsgrad ist der Ausstoss von Emissionen beim Auto etwa dreimal höher pro Passagier und Kilometer als beim Reisecar.

Wer selbst Vergleiche anstellen möchte, findet auf der Webseite mobitool.ch einen einfach zu bedienenden Rechner. Vergleicht man dort einen Fernbus mit einer Auslastung von 85 Prozent mit einem Auto, bei dem zwei von fünf Sitzen besetzt sind, kann ein Passagier im Car mit einem Liter Diesel rund 92 Kilometer reisen. Im Auto kommt die Person mit einem Liter Diesel nur 12 Kilometer weit.

Im Ausland kann der Car mit dem Zug mithalten
Konkurrenz bekommt der Reisecar im Ökovergleich zur Bahn. Bei vielen Vergleichen schneidet der Zug besser ab als der Strassenverkehr. Doch es gibt auch gegensätzliche Zahlen. Laut einer Studie, die das deutsche Umweltbundesamt veröffentlicht hat, und welche alle Schadstoffemissionen, nicht nur den Co2-Ausstoss, während des gesamten Zyklus von der Herstellung über den Betrieb bis zur nötigen Infrastruktur und zur Entsorgung berücksichtigt, sind Reisen im Car sogar umweltfreundlicher als Fahrten im Zug. Klingler bestätigt, dass es beim Zug eine Rolle spielt, um was für einen Zug es sich handelt und wie sich der Strommix zusammensetzt, mit dem er betrieben wird. «Die Schweizer Bahn fährt etwa 5 bis 8 Mal klimafreundlicher als der Reisecar, bei der Gesamtumweltbelastung schneidet sie zirka doppelt so gut ab. Bei einem ICE oder anderen Fernreisezügen in Europa ist im Strommix meist auch Energie aus Kohlekraftwerken enthalten, was dazu führt, dass Reisebus und Fernreisezug bezüglich Klima- und Umweltbelastung ungefähr gleich gut abschneiden.»

NACHGEFRAGT BEI …… Marco Zerzuben, Direktor Zerzuben Touristik
Herr Zerzuben, die Zerzuben-Busse entsprechen der Euro-6-Abgasnorm. Was bedeutet das?
Mit der neusten Motorengeneration unserer Setra-Busse ist es gelungen, den Ausstoss von Partikeln und Stickoxiden deutlich zu verringern, und dies bei einer hocheffizienten Verbrennung, die den Kraftstoff bestmöglich nutzt. Die sogenannten BluEfficiency-Motoren sind Systeme, welche die Euro-VI-Norm bezogen auf die Emissionen mehr als erfüllen und weniger Treibstoff brauchen.

Warum hat sich Zerzuben für die neuste Busgeneration entschieden?
Ein nachhaltiges Denken ist für unser Unternehmen seit jeher unerlässlich. Wir investieren seit Jahren viel in neue Carflotten, um auch in der Schweiz ein Zeichen zu setzen. Privat sind wir oft in den Walliser Bergen unterwegs. Wir wissen, was wir an unserer kostbaren Natur haben. Die wollen wir gerne auch unseren Kindern zeigen und für sie bewahren.

Gibt es noch andere Massnahmen, die Zerzuben für die Umwelt unternimmt?
Wir sind stolz, dass unsere Chauffeure die Umwelt-Fahrkurse von Mercedes besucht haben. Dabei geht es um ein schonendes Fahren bezüglich der Ressourcen wie des Schadstoffausstosses. Jeder unserer Fahrer hat dabei viel gelernt.

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