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Helsinki – St. Petersburg- Tallinn

Bericht vom 29. Januar – 7. Februar 2017 | Bus Nummer 3

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Es berichtet für Sie unser Reiseleiter

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Daniele Degiorgi

Weitere Infos

Wie bist du Reiseleiter geworden?

Ich bin aus beruflichen Gründen sehr oft gereist und habe die ganze Welt erkundet. Bei Car-Tours und als Bergführer mag ich den Konakt mit Menschen und teile gerne mein Wissen unseren Gästen weiter.

Was gefällt dir an dieser Tätigkeit besonders?

Jede Reise ist ein neues Abenteuer. Ich lerne neues kennen in einer fantastischen Umgebung.

Was unterscheidet Car Tours Reisen von anderen Reisegesellschaften?

Das jede Reise von einem Schweizer Reiseleiter begleitet wird ist ein echter Mehrwert für die Gruppe!

Wohin reist du privat?

Als Bergführer mag ich natürlich die Berge. Ich mache Trekkings in unbekanntere Regionen und geniesse die Natur.

Magisches Tallin

Heute ist bereits der 5. Tag. Wir haben bisher Hannover, Hamburg, Lübeck und St. Petersburg besucht. Heute Vormittag haben wir uns von der traumhaft schönen Stadt verabschieden müssen. St. Petersburg gilt für mich als eine der schönsten Städte der Welt!-. Diese Stadt hätte eine ganze Woche Zeit verdient, die zahlreiche Museen, der Winterpalast mit den größten und bedeutendsten Kunstmuseen der Welt, das Eremitage, die Peter-Paul Festung, die Isaaks Kathedrale und die farbfröhliche Blutkirche würden wir gerne näher kennenlernen. Wir haben aber noch weitere Perlen auf unserer Reise zu entdecken: Tallin, Helsinki, Goslar & Fulda.

Wir kommen an der Russische-Estnische Grenze an, unsere russische Reiseleiterin Irina hat uns noch vor dem Check Point verlassen. Am Check Point steht eine junge Beamtin voll eingepackt in ihrer Winter-Montur und mit ernster Miene steigt sie in den Car und kontrolliert jeden Pass. Alles ist in Ordnung, es geht 200 Meter weiter und wir sind jetzt am Zoll Gebäude angelangt. Nach 20 Minuten dürfen wir aussteigen und uns in eine Halle begeben wo die akribische Kontrolle jedes Reisepasses durchgeführt wird. Die Züge des Gesichtes der jungen Dame sind stark, sie würde als Böse in einem James Bond Film gut reinpassen. Draussen wird unser Car von 3 weiteren Zollbeamten sorgfältig überprüft, Innenraum, Gepäckraum, sogar die Frigobar wird angeschaut. Die Beamtin schreitet mit martialischen Schritt zum Kaffeeautomat, ihre Absätze schallen beängstigend bei jedem Schritt in den leeren Raum. Die Stimmung in unserer Gruppe ist während der ganze Zeit herausragend, es wird rege geredet, es werden Witze geklopft, es fallen Sprüche über die Funktionäre; Die Zeit vergeht wie im Flug. Nach insgesamt 1 Stunde und 20 Minuten sind wir endlich durch, bye bye Russia, Hallo Estland!

Unsere neue lokale Reiseleiterin Ulle steigt in den Car, ihren singenden Akzent und schneidenden Humor wird uns während den nächsten 2 Tagen begleiten. Die Esten sind ein Volk die während Jahrhunderten unter Einfluss verschiedensten Mächte gelitten hat: die Deutschen, die Dänen, die Schweden und die Russen waren alle hier. Die Esten waren aber als kleines Volk fähig, ihre eigene Sprache und Kultur zu bewahren. Die Sprache entsteht aus dem Finno-Hungarischen Stamm und im Temperament sind sie den Finnen sehr ähnlich, beide Völker sind für ihren kargen Wortgebrauch bekannt. Ulle erzählt uns vom Jungen, der mit 20 noch kein Wort gesagt hatte, man glaubte er sei Stumm. Plötzlich brach ein Feuer aus und der Junge fing an zu schreien und zu rufen. Auf die Frage, wieso er früher nie sprach, antwortete er, dass er bisher nichts wichtiges zu sagen hatte.

Tallin, eine Stadt die dem Charakter der Esten völlig entspricht. Die obere Stadt mit dem Schloss und ihre mächtigen Häuser. Hier waren schon immer die fremden Herrscher zu Hause. Heute hat die Regierung hier Platz genommen. Weit unten finden wir die untere Stadt, die Stadt der Esten, Werkstätten, Kaufmännischer Anstalten. Das Leben hier unten scheint anders zu ticken, alles ist viel lockerer und interessanter. Schon im Mittelalter galten in Tallin zwei verschiedene Rechte: oben und in dem umgebenen Land das strenge Ritterrecht, in der unteren Stadt das lübische Stadtrecht mit Handelsfreiheit und rege Kontakten zu den übrigen Hansa Städten rund um die ganze Ostsee.

Wir flanieren, trotz des regnerischen und kalten Wetter zwischen dem Mittelalterlichen Zentrum, alles sieht so sauber und gepflegt aus, die Stadtmitte hat sich in den Jahrhunderten kaum geändert. Plötzlich eröffnen sich zwischen mächtige Stadtmauern und Kaufmannshäuser kleine Plätze. Überall sehen wir interessante Werkstattläden mit einheimischen Produkten, einladende Cafés und Confiserien, Clubs, schicken Restaurants, es ist ein richtiger Augenschmaus.

Später, durch dieses zauberhafte Ambiente noch halb verträumt, steigen wir wieder in unseren Car. Die Fähre wartet auf uns, diese wunderbare Reise geht weiter. Heute Abend werden wir schon in Helsinki ankommen und dort schlafen. Wir werden dann überprüfen können, ob es wirklich stimmt, was Ulle uns erzählt hat: dass die Finnen noch weniger als die Esten sprechen und dass sie zum Teil sogar schon telepathisch kommunizieren können J.

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