Skurrile Anstandsregeln
Ob in Europa oder in fernen Reisezielen: Sitten und Bräuche sind von Land zu Land verschieden – und wirken auf uns teilweise kurios. Hier einige der skurrilsten Anstandsregeln weltweit.

In Japan wird die Suppe traditionell geschlürft.
Eine Übersicht mit mehr oder weniger skurrilen Anstandsregeln in Ländern rund um den Globus hat der Finanzdienstleister Remitly kürzlich erstellt. Dazu hat das Unternehmen Google-Suchergebnisse ausgewertet, die bei der Eingabe des Namens des Landes und des Wortes Etikette angezeigt wurden.
Anstandsregeln in Asien
Wie die Auswertung zeigt, drehen sich in Asien viele der Regeln um das Thema Essen. So sollten Sie in China beispielsweise auf keinen Fall den Fisch auf Ihrem Teller umdrehen. Das hört sich seltsam an, bringt dem Aberglaube nach aber grosses Unglück.
Etwas eigenartig wirkt auf uns auch eine Benimmregel, die in Japan gilt: Hier wird geschlürft, was das Zeug hält! Während in westlichen Ländern darüber die Nase gerümpft wird, gilt das in Japan als Kompliment an den Koch oder die Köchin und ist ein Ausdruck des Dankes.
Und während ein heruntergefallenes Stück Brot bei uns einfach schnell im Abfall landet, ist es laut Remitly in Afghanistan Brauch, das Brot zu küssen, nachdem es den Boden berührt hat – als Zeichen der Ehrfurcht.
Benimmregeln in Afrika
Auch auf dem afrikanischen Kontinent drehen sich viele Anstandsregeln ums Thema Essen. So ist es der Auswertung zufolge in Ägypten etwa unhöflich, nach Salz zu fragen. Eine Regel, die uns nicht ganz fremd ist – schliesslich ist es auch in vielen europäischen Ländern nicht gerade ein Kompliment für den Koch, wenn ein Gast glaubt, nachwürzen zu müssen.
In Mozambique ist es unhöflich, eine Einladung zum Tee abzulehnen, wenn Sie jemanden zu Hause besuchen. Und in Sierra Leone sollten Sie Ihren Teller nie ganz leer essen, sonst wirkt es, als wären Sie noch hungrig und es wird immer wieder nachgeschöpft.
Es gibt aber auch Anstandsregeln, die nichts mit Essen zu tun zu haben. So sollten Sie in Botswana ältere Menschen immer zuerst grüssen. In Simbabwe ist Klatschen ein Zeichen des Respekts – also nicht erschrecken! Und in Algerien sollten Sie keine Veilchen verschenken, die Blumen sind dort ein Symbol für Traurigkeit.
Benimmregeln in Amerika
Beginnen wir in Südamerika, genauer gesagt in Argentinien. Auch wenn es gut gemeint ist – hier sollten Sie Ihren Daumen besser nicht nach oben strecken. Denn was bei uns einfach nur ein Zeichen der Zustimmung ist, gilt in Argentinien laut Remitly als vulgär.
Kurios wirkt auf uns auch ein Brauch in Venezuela. Soll Gästen signalisiert werden, dass eine Party oder ein Treffen beendet ist und sie gehen sollen, wird einfach ein Besen hinter die Haustür gestellt.
Auch in Nord- und Mittelamerika gibt es viele Anstandsregeln, allerdings sind die den unseren oft nicht ganz unähnlich. So sollten Sie in den USA unbedingt Trinkgeld geben, in Kanada kommt man gerne auch mal ein bisschen zu spät und in Haiti sollten Ihre Hände während des Essens stets sichtbar sein.
Anstandsregeln in Europa
Kommen wir zu Europa: Bei Ferien in Island sollten Sie sich nicht wundern, wenn nach dem Essen laut gerülpst wird – das wird hier nicht als eklig wahrgenommen, sondern drückt aus, dass das Essen gut geschmeckt hat. In osteuropäischen Ländern wie Lettland, Litauen und der Slowakei ist es tabu, eine ungerade Anzahl an Blumen zu geben. In Bulgarien wäre es ein Fauxpas, jemandem gelbe Blumen zu kaufen, da dies oft als Zeichen des Hasses gedeutet werden kann.

Cappuccino wird in Italien nur am Vormittag getrunken.
Auch bei Italienferien können Sie einiges falsch machen, besonders was das Thema Essen und Trinken angeht: Fragen Sie niemals nach Ketchup zur Salsiccia. Cappuccino wird in Italien nur am Vormittag getrunken. Streuen Sie niemals Parmesan über ein Fischgericht, sonst signalisieren Sie, dass Sie die italienische Küche nicht zu schätzen wissen.
Das sollten Sie in Australien und Ozeanien beachten
In Australien und Ozeanien sind die Benimmregeln nicht besonders skurril. Als Frau sollten Sie nach einer ausgiebigen Mahlzeit allerdings nicht sagen: «I‘m stuffed. » Das kann nämlich auch bedeuten, dass Sie schwanger sind.


