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Südnorwegen – Dampfbahnen, Fjorde & Hurtigruten

Bericht vom 18. Juni – 01. Juli 2018 | Bus Nummer 12

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Es berichtet für Sie unsere Reiseleiterin

Gisela-Jaehn-NEU

Gisela Jähn

Wohin du auch gehst, gehe mit ganzem Herzen.

Weitere Infos

Wie bist du Reiseleiterin geworden?

Mit 30 hatte ich den Wunsch nach einer beruflichen Veränderung – deshalb habe ich mich beim Imholz beworben und habe mehrere Jahre als stationäre Reiseleiterin vor allem für Städtereisen gearbeitet. Nach fast 20-jährigem Unterbruch arbeite ich nun seit Mai 2014 bei car-tours.ch, da einen die Reisebranche nie loslässt.

Was gefällt dir an dieser Tätigkeit besonders?

Die Vielfältigkeit dieses Berufes! Man lernt viele neue Menschen und Länder kennen, keine Reise ist wie die andere. Man kann sehr selbständig
arbeiten.

Was zeichnet dich als Reiseleiterin aus?

Ich bin flexibel in meinem Tun, kann mich gut anpassen und auf Menschen aller Art eingehen. Habe nie schlechte Laune !

Worin siehst du die Vorteile / den Mehrwert einer Gruppenreise?

Man ist mit Gleichgesinnten zusammen, es entstehen Bekanntschaften oder sogar Freundschaften. Der Endpreis für den Kunden ist attraktiver.

Was gefällt dir an deinen Aufgaben als Reiseleiterin bei Car-Tours am besten?

Wie oben schon erwähnt, dass man sehr selbständig arbeiten kann. Man darf Beruf und Hobby verbinden.

Was unterscheidet car-tours von anderen Reisegesellschaften?

In erster Linie: Es ist immer eine Reiseleitung mit dabei. Exklusive Musikanlässe und Preis- Leistung ist unschlagbar.

Auf welchen Reiseleiter-Einsatz freust du dich jetzt schon?

Auf jeden! Jeder ist auf seine Art einmalig.

Welche drei Dinge sind auf jeder Reise unverzichtbar?

Eine gutes Verhältnis zu den Kunden, eine kollegiale Zusammenarbeit mit dem Fahrer und ein attraktives Programm.

Was ist das lustigste, was du auf einer Reise mit einer Gruppe erlebt hast?

Beim Konzert einer Blasmusik im Tirol hat mein Chauffeur dem Dirigenten gesagt, dass seine Reiseleiterin „unbedingt“ mal eine Kapelle dirigieren möchte ! Natürlich musste ich auf die Bühne und die Gäste, und auch ich, hatten an meinen Dirigentenkünsten unheimlich
viel Spass!

Welches war das schönste Kompliment, das du von einem Gast erhalten hast?

Unbescheiden darf ich sagen, dass ich sehr viele tolle Komplimente von den Gästen bekomme.

Buchen Sie jetzt Ihr Reiseerlebnis!

 

Südnorwegen – Wunderwelt der Fjorde

9 Reisetage ab Fr. 1699.-

Reisedaten Juni / September 2020

Holzhäuser_top

Auf vielfachen Wunsch entführen wir Sie 2020 in das Wunderland der norwegischen Fjorde. Freuen Sie sich auf eine Reise mit unfassbar schönen Landschaftsbildern, Sie werden sich immer wieder in einer lebensgrossen Postkarte wiederfinden. Hochaufragende Berge, schroffe Felsformationen und tosende Wasserfälle wechseln ab mit duftenden Almwiesen, rotbraunen Holzhäusern, blühenden Obstgärten, stillen Hochebenen und spiegelglatten Seen – fantastisch! Kontrastprogramm zu so viel grandioser Natur finden wir in den zauberhaften Metropolen Bergen und Oslo sowie auf den luxuriösen Fährüberfahrten.

Südnorwegen 18.6. – 01.07.2018

Norwegen ist ein Land, das man immer wieder besuchen kann. Sei es seiner Grösse oder was noch wichtiger ist, seiner Schönheit und Faszination wegen! Ich durfte bereits das ganze Land von oben bis unten kennenlernen. Für dieses Mal stand die Reise im südlichen Teil, von der Stadt Kristiansand am sog. Kattegat (Meeresenge zwischen Dänemark und Norwegen) bis knapp unter den 63-sten Breitengrad bei Molde, an. Die meisten Teilnehmer unserer kleinen Reisegesellschaft haben Norwegen auch schon besucht und gönnten sich ein weiteres Mal eine Traumreise in den hohen Norden. Auf dieser Reise ist man nicht ausschliesslich mit dem Bus, sondern mit mehreren Zügen unterwegs, was für alle Teilnehmer eine neue Erfahrung war und der Tour etwas ganz Besonderes verlieh.

Die Reise begann am frühen Morgen in Winterthur, via Basel ging es bis nach Hamburg zur Zwischenübernachtung. Diese Tour beinhaltete nicht nur zahlreiche Bahn-, sondern auch diverse Fährüberfahrten, manche etwas kürzer, manche etwas länger. Eine der längeren war die Traverse von Hirtshals in Dänemark nach Kristiansand, unserer ersten Station in Norwegen. Die Überquerung dieser Wasserstrasse werden die Gäste wahrscheinlich nicht so schnell vergessen. Begonnen hat sie recht harmlos mit einem leichten Schaukeln aber schon bald entwickelte sich das Wetter in einen orkanähnlichen Sturm, der den Katamaran wie eine kleine Nussschale auf den Wellen tanzen liess und den meisten Passagieren das zukünftige Schifffahren beinahe verdorben hätte.

Das Wetter änderte sich leider auch am nächsten Tag noch nicht zum Besseren und die Stadt Kristiansand haben wir uns fest eingepackt in Regenkleidung und mit Schirmen bewaffnet, angeschaut. Die erste anschliessende Zugfahrt am Nachmittag mit der Museumsbahn „Setesdalsbanen“ dauerte knappe 30 Minuten und führte uns 10 km von Grovane nach Royknes.

Vom heutigen Domizil Byglandsfjord ging es über 200 km per Bus zum winzigen Örtchen Mael, das praktisch nur aus dem historischen Bahnhofsgebäude und ein paar wenigen weit auseinanderliegenden Höfen besteht. Diese zweite Museumsbahnfahrt mit der „Rjukanbanen“ von Mael nach Rjukan gehört ebenfalls in die Kategorie „unvergesslich“. Nach etwa der Hälfte der 14 km langen Strecke streikte die Lokomotive, sprich Totalausfall! Da man eine Museumslok natürlich nicht einfach so hoplahop reparieren kann, mussten wir wohl oder übel auf freiem Feld aussteigen und wie die Pfadfinder sportlich über Zäune steigen, um auf die Hauptstrasse zu gelangen, wo uns unser Chauffeur Noldi wieder auflas.

Am späten Nachmittag stand noch eine Museumsbahnfahrt auf dem Programm, dieses Mal mit der winzig kleinen „Lommedalsbanen“, die eine Strecke von nur gerade 1 km befährt und dabei drei Mal anhält. Der Initiator und Besitzer dieses Schmuckstücks ist Olaf, ein Rentner, der diese Bahn mit zwei weiteren Helfern, mit viel Herzblut und Enthusiasmus unterhält. Sogar die Trillerpfeife, die grüne Fahne und nicht zuletzt die altbewährten Kartonbillets, die auch geknipts wurden, durften nicht fehlen.

Die Bahnfahrten auf dieser Reise wurden nicht nur mit Museumsbahnen durchgeführt, sondern auch mit nationalen, offiziellen Eisenbahnen. So geschehen am 5. Tag mit der legendären „Bergenbahn“ von Oslo nach Bergen, einer insgesamt 7-stündigen Fahrt durch eine atemberaubende Landschaft. Unterbrochen wurde die Fahrt in Myrdal, wo wir auf eine weitere offizielle Bahn, die „Flambahn“ umsteigen durften, die uns innerhalb 1 Stunde hinunter nach Flam und nach einem kurzen Aufenthalt wieder nach oben brachte, um die Fahrt nach Bergen fortsetzten.

Und dann kam Bergen! Diese schmucke Stadt kann man immer wieder besuchen und entdeckt jedes Mal wieder etwas Neues in den verschachtelten Häuserzeilen des berühmten „Bryggenquartiers“. Nils, unser lokaler Reiseleiter verstand es wunderbar, uns die schönsten Ecken zu zeigen.

Bergen ist geradezu prädestiniert für einen ausgiebigen Einkaufsbummel, und die Gäste nutzten die freie Zeit am Nachmittag dafür, sei dies im ganzjährig geöffneten „Julhuset“, dem Weihnachtsladen, auf dem Fischmarkt am Hafen oder in der Fischhalle.

Am Sonntagmorgen hiess es ein weiteres Mal Museumsbahnfahrt, eine 2-stündige Rundtour mit der „Gamle Vossebanen“ von Garnes bis Garnes. An diesem Sonntag war Familientag auf dem Zug unter dem Motto „Hogwarts“ ; Harry Potter nachempfunden und viele Kinder waren entsprechend verkleidet. Die Übernachtung an diesem Abend möchte ich ganz speziell erwähnen, stach dieses Hotel doch aus allen anderen Unterkünften heraus. Nicht weil es besonders modern oder gross war, im Gegenteil, es ist schon etwas in die Jahre gekommen und die Zimmer waren ziemlich klein aber die Lage am Leikangerfjord und die Atmosphäre – schlichtweg traumhaft ! Hätte uns das Wetter dort nur ein kleines bisschen besser mitgespielt, wir wären glatt die ganze Nacht am See aufgeblieben. Das war Norwegen pur!

Endlich zeigte sich am nächsten Tag die Sonne und auch die Temperaturen liessen es zu, dass man die dicken Jacken weglegen konnte. Der Briksdalsgletscher, ein westlicher Nebenarm des grössten Festlandgletschers in Europa, des Jostedalsgletschers, war unser heutiges Etappenziel. Der höchste Punkt liegt auf 1900 m. Wie so mancher Gletscher auf dieser Welt, geht auch der Briksdalsbreen, wie er auf norwegisch heisst, leider Jahr für Jahr um mehrere Meter zurück. Zum Gletscherrand kann man entweder zu Fuss gehen oder, wie wir, mit den sog. Trollautos, dieselbetriebenen 7-plätzigen Geländewagen, die von den Angestellten des Visitor Centers gefahren werden.

Ein weiteres Highlight dieser Norwegenreise erwartete uns am nächsten Tag, eine Tagesfahrt mit dem Hurtigruten-Schiff „Nordnorge“. Die „Nordnorge“ ist eines von 11 Schiffen der Flotte, die noch heute als Post- Waren—und Passagierfähren im ganzjährigen Liniendienst die Strecke Kirkenes –Bergen, pro Weg ca. 2700 km, zurücklegen. Das erste Postschiff ging im Jahre 1893 in See, wir durften heute für 4 Stunden eine Teilstrecke von Alesund bis nach Geiranger mitfahren. Es ist schon sehr beeindruckend miterleben zu dürfen, wie das schwarz-rot-weisse Ungetüm in den engen Fjord, der ein sehr beliebtes Photosujet darstellt, einfährt und die Gäste mit dem kleinen Tenderboot an Land bringt. Der Abenteuer für heute aber noch nicht genug – jetzt waren noch starke Nerven gefragt. Unser 13 Meter Bus nahm die „Trollstigen“ in Angriff, eine enge Strasse mit unzähligen Haarnadelkurven, eine Fahrt, die unser erfahrener Noldi mit Bravour meisterte.

Mit der Stadt Molde erreichten wir den geographisch höchsten Punkt unserer Reise, nahe dem 63-sten Breitengrad gelegen. Bis zum Polarkreis hätten nur noch 3 Breitengrade gefehlt. Dass wir so weit oben sind, wurde uns in jeder Nacht, die wir nördlicher kamen, mehr und mehr bewusst, ging die Sonne doch kaum mehr unter und wenn, dann nur ganz kurz. Es blieb die ganze Nacht ein heller Schimmer sichtbar. Komplett über dem Horizont bleibt die Sonne am längsten am Nordkap, von Mitte Mai bis Ende Juli ist es dort Tag und Nacht hell.

Der 10. Tag begann mit einer kurzen Fährüberfahrt, um danach im Städtchen Dombas die Landesbahn nach Lillehammer zu besteigen. Die Fahrt dauerte knappe 2 Stunden und das Endziel ist sicher jedem ein Begriff, Lillehammer, die Olympiastadt von 1994. Lillehammer (Klein Hamar), ein hübscher Touristenort, ist die kleine Schwester der Stadt Hamar, wo während den Winterspielen die Eislaufwettbewerbe stattfanden. Wir besichtigten dort aber nicht die Sportstätten, sondern das Bahnfreilichtmuseum mit seinen sehr gut erhaltenen Raritäten aus über 100-jähiger Eisenbahngeschichte.

Bevor wir am nächsten Tag bereits in Oslo, unserer letzten Station in Norwegen ankamen, durften wir nochmals eine Museumsbahnfahrt erleben, mit der „Holansbanen“, eine Rundtour von Sörumsand nach Sörumsand. Diese Bahn wurde im letzten Jahrhundert von den Bauern der Region gebaut und betrieben, 1945 vom Staat übernommen, seit mehreren Jahren nun im Besitz des Museums von Sörumsand und wird als Nostalgie-Bahn von Freiwilligen liebevoll betreut und in Schuss gehalten.

Bei der nachmittäglichen Stadtführung in Oslo erfuhren wir von unserer lokalen Reiseleiterin Sabine mit Temperament und „Kommunikationsbereitschaft“ viel Interessantes über die Olympiastadt von 1952. Oslo ist dem Wintersport, insbesondere den nordischen Disziplinen, noch sehr verbunden, das zeigt sich u.a. an der imposanten Sprungschanze oder dem Biathlon-Gelände am „Holmenkollen“. Auch die bildenden Künste kommen in Oslo nicht zu kurz, mit dem „Vigeland-Skulpturenpark“ ist dem Schöpfer, Gustav Vigeland, ein Meisterwerk gelungen, das nicht nur Kunstliebhaber in seinen Bann zieht. Die lebensechten Steinfiguren zeigen über das gesamte Areal verteilt den Lauf des Lebens mit all seinen Facetten.

Am nächsten Morgen übernahm der Ablösechauffeur Lothar den Bus, da Noldi sein Maximum an Arbeitstagen erreicht hatte. Mit ihm fuhren wir gegen Mittag zum Hafen in Oslo, um die Luxusfähre „Magic“ der „Color Line“ zu besteigen. Diese Überfahrt war der letzte Höhepunkt der Reise, man könnte dieses Schiff, ob seines Luxus‘ ohne weiteres Kreuzfahrtdampfer nennen. Es handelt sich in der Tat aber „nur“ um eine Fähre. Eine Shoppingmall, Bars, ein Dancing, ein sensationelles Abend- und Morgenbuffet sind nur einige der zahlreichen Annehmlichkeiten dieses Schiffes. Gegen 10 Uhr am nächsten Morgen legte das Schiff planmässig in Kiel an und unsere zweitletzte Etappe führe uns zur Zwischenübernachtung in die Barockstadt Fulda.

Und dann war er ganz plötzlich da – der letzte Tag einer wunderschönen Reise und es hiess Abschied nehmen. Meistens liegt darin etwas Wehmut und es war auch dieses Mal nicht anders. Aber so ist es nun mal mit dem Reisen, man sagt nicht umsonst: „Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt und endet mit dem letzten“ !

In diesem Sinn bedanke ich mich, zusammen mit den beiden Chauffeuren, bei allen Teilnehmern für die unbeschwerte und hoffentlich unvergessliche Zeit.

 

Bis zum nächsten Mal – mit einem herzlichen Gruss

Gisela, Noldi, Lothar

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