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Neuseeland & Australien mit Veronika Haltinner

Neuseeland & Australien: Zwei Kontinente, unvergessliche Naturwunder und pulsierende Städte. Von Auckland über Rotorua, die Fjorde Neuseelands, Hobart und Melbourne bis nach Sydney – eine Kreuzfahrt voller kultureller Highlights, Tierbegegnungen und atemberaubender Landschaften.

Veronika Haltinner
Bericht von Veronika Haltinner, Reiseleiterin, 25. Februar 2025 – 16. März 2025

Wir sind gestern bereits in Sydney ausgeschifft und wir vermissen schon die Annehmlichkeiten des Schiffes, das uns zwei Wochen lang verwöhnt hat. Aber der Reihe nach: Angefangen hat unsere Reise natürlich mit dem Flug von Zürich via Dubai nach Auckland. Wahrlich ein langer Flug auf die andere Seite der Erdkugel, besser als mit EMIRATES geht es nicht. Selbst in der Economy-Klasse war der Flug angenehm in puncto Platz, aufmerksamem Service und guter Verpflegung. Dann ist es soweit, wir landen in Auckland, der grössten Stadt Neuseelands, ziemlich ausgeruht, denn auch wenn Leute mir immer erzählen, sie könnten auf den Flügen nicht schlafen, glauben Sie mir, auf diesem langen Flug schläft jeder irgendwann. Wir passieren die schnellste Passkontrolle, die ich kenne, Pass auflegen und schon sind wir willkommen in AOTEAROA, «im Land der langen weissen Wolke». Unser Hotel befindet sich in allerbester Lage direkt an der Waterfront, vis-à-vis der Princess Wharf, wo unser Kreuzfahrtschiff, die Royal Princess, in den frühen Stunden anlegen wird. Die sonnigen, warmen Temperaturen sorgen dafür, dass niemand lang in seinem Zimmer bleibt. Einige entscheiden sich für einen ersten Entdeckungsspaziergang dem Hafen entlang und stossen mit einem Gläschen neuseeländischen Wein an, die anderen gehen direkt zum nahegelegenen Skytower, dem Aussichtsturm Aucklands, von wo aus einem die ganze Stadt zu Füssen liegt. Am folgenden Tag erwartet uns eine Orientierungsfahrt durch die Stadt, die auf rund 50 erloschenen Vulkanen gebaut ist. Eine sehr grüne Stadt, wie ganz Neuseeland, man hat nicht das Gefühl, in einer Millionenstadt unterwegs zu sein, und vom Mount Eden, dem mit 200 m Höhe höchsten Punkt der Stadt, bewundern wir die ganze Skyline. Nun aber drängt es uns aufs Schiff, auf unser Zuhause für die kommenden 14 Tage, das um 18.00 Uhr in See sticht. Obwohl viele Leute dasselbe Ziel verfolgten, geht es erstaunlich gut organisiert an Bord und bei einem ersten Treffen in einer der vielen Bars, kann ich das Leben an Bord erörtern. 

Die grosse Mehrheit unserer car-tours.ch Gäste hatte unser Ausflugspaket für die Kreuzfahrt gewählt, das beste und einfachste, was man machen kann, um abseits des Schiffes noch Land und Leute kennenzulernen. TAURANGA Hafen, Ausgangspunkt für unseren Ausflug zu dem rund 60 km entfernten Rotorua, erwartet uns bereits am nächsten Tag. Heute ist die Gegend als TE PUIA bekannt, denn die Sprache der Maoris, der Eingeborenen, hat in den letzten Jahren eine bedeutende Wiederbelebung erlebt. Die Maori-Sprache ist eine lebendige Sprache, und offizielle Sprache neben Englisch. Man begrüsst sich allgemein mit KIA ORA eigentlich «gute Gesundheit». Eine wirklich schöne Fahrt erwartet uns vorbei an Landwirtschaftszonen mit viel Obstanbau, darunter natürlich die bekannten Kiwi-Plantagen. Unser charmanter lokaler Reiseleiter Uli, der vor mehreren Jahrzehnten als Skilehrer aus Bayern hierherkam, erklärt uns, dass es drei Arten Kiwis hier gibt: die Kiwi-Frucht, der Kiwi-Nationalvogel, der flugunfähig und nachtaktiv ist, und die Einwohner selbst, die sich Kiwis nennen. Te Puia ist das grösste geothermische Wunderland Neuseelands mit seinen heissen Wasserquellen, Schlammbecken und Geysiren oder heiss sprudelnden Wasserbrunnen. Daneben wird uns in diesem Erlebnispark auch die Kultur der Maoris nähergebracht. Ein Haka, der typische Tanz, der oft als Kriegstanz zur Einschüchterung interpretiert wird, darf nicht fehlen. Kein Wunder, versuchen die berühmten All Blacks, Neuseelands Rugby-Nationalmannschaft, ihre Gegner mit diesem ausdrucksvollen Tanz vor jedem Spiel einzuschüchtern. Die symbolischen und rituellen Tätowierungen, heute Ausdruck des Stolzes und des Zusammenhalts, tun das ihre zum Einschüchtern der Gegner dazu. In einem Dunkelhaus erspähen wir einige Kiwis, die um diese Tageszeit eigentlich schlafen, und uns gar nicht wahrnehmen. Es war ein gelungener, abwechslungsreicher Tag.

Unsere Princess fährt ruhig die ganze Nacht durch und schon erreichen wir die BAY OF ISLANDS. Das Erste, was ich auf unserem Gruppen-Chat lese: «Das ist das Paradies.» Mit dem Sonnenaufgang gleiten wir in ein Inselparadies, eine grosse Bucht, die sich 20 km ins Landesinnere erstreckt, durchzogen von vielen kleineren Buchten und Meeresarmen. Verständlicherweise ein beliebtes Ferienziel, aber auch geschichtlich sehr wichtig, denn hier befindet sich der Geburtsort Neuseelands. Kapitän James Cook war der erste britische Seefahrer, der an dieser Küste landete und die ersten europäischen Siedler liessen sich hier nieder. Viele Jahre später unterzeichneten am selben Ort 570 Maori Häuptlinge und Briten den Waitangi Vertrag, der bis heute als älteste Verfassung Neuseelands gilt. Mit Tenderbooten (Rettungsbooten) werden wir an Land gebracht. Benny erwartet uns mit einem Unikat von selbstgebautem Geländebus, der hier für Fahrten auf dem 40-Meilen-Strand benötigt wird. Wir besuchen jedoch die Kawiti Höhle, bekannt als Glühwürmchen-Höhle. Glühwürmchen gibt es überall, sie leben vor allem in dunklen Höhlen. Als Larven locken sie mit ihrem LED-artigen Licht kleine Insekten an, die an den herabhängenden Tarnfäden kleben bleiben. Je hungriger, desto mehr Licht strahlt ihr Hinterkörper aus. Eine weitere Sehenswürdigkeit sind die einheimischen Kauri Bäume, die grössten Bäume Neuseelands. Auf unseren Fahrten sehen wir viele Kühe und auch Schafe. Neuseeland gilt als Molkerei der Welt, der grösste Exporteur von Milchpulver, Käse und Butter. Kühe sind inzwischen wichtiger als Schafe, obwohl auf jeden Einwohner immer noch fünf Schafe kommen und Schafherden einst die sicherste Art waren, im britischen Empire rasch reich zu werden.

Unglaublich, was wir in dieser kurzen Zeit hier schon gesehen haben. Da kommt eine zweitägige Ruhepause sehr gelegen zum Ausruhen und um das Schiff zu erkunden. 3'900 Gäste sollen an Bord sein, eigentlich erstaunlich, wie sich diese auf den 19 Decks und in den vielen Restaurants und Bars verteilen. Essen gehört bekanntlich auch zum Zeitvertreib an Bord eines Kreuzfahrtschiffes, und zum Gegengewicht laden Tanzstunden, Gymnastik, Fitnessstudio oder einige Runden Fussmarsch in der frischen Luft an Deck ein. Wir merken schnell, dass es nach Süden langsam kühler wird. Am südlichsten Punkt Neuseelands haben wir noch Temperaturen von 12-15 Grad, «zu kalt für Badehosen», meint Rosemarie.

Unser nächster Stopp ist CHRISTCHURCH, die grösste Stadt auf der Südinsel, sicher noch vielen von uns in Erinnerung wegen des zerstörenden Erdbebens von 2011. Inzwischen wieder aufgebaut wie einst, ist das Städtchen auch bekannt als «Gartenstadt», durch das sich der Avon Fluss schlängelt. Eigentlich wollten wir das Internationale Antarctic Center besuchen, denn viele der in die Geschichte eingegangenen Expeditionen zum Südpol, nahmen von hier ihren Lauf. Als wir dort ankamen, war das Museum wegen Stromunterbruch geschlossen, einige Strassenarbeiter hatten offenbar das Stromkabel gekappt. Schnell planen wir um und fahren mit der Gondelbahn auf den Hausberg. Hier geniessen wir einen spektakulären 360-Grad-Blick über die Ebenen und die Südalpen sowie den Hafen, wo unser Schiff liegt. Die ungeplanten Dinge sind manchmal die besten.

DUNEDIN ist unser nächstes Ziel, bekannt für das Royal Albatross Zentrum, der Königsalbatros-Brutkolonie. Dies ist der einzige Ort, an dem diese grossen Seevögel mit den sehr langen und schmalen Flügen, auf dem Festland brüten. Das Städtchen mit seinen vielen historischen Gebäuden, erinnert an die Zeit, als sich viele Schotten hier niedergelassen hatten. Insbesondere das ehrwürdige Bahnhofsgebäude mit der ältesten Lokomotive ist Ziel jedes Touristen. In der George Street haben wir Gelegenheit, Souvenirs zu kaufen. Einige suchen Manuka-Honig-Produkte, die als sehr wertvoll gelten. Nun geht es zur Westküste Neuseelands, wo die Princess einen ganzen Tag im FJORDLANDNATIONALPARK, Weltnaturerbe der UNESCO, der von der Grösse her fast einem Drittel der Fläche der Schweiz entspricht, kreuzen wird. Ein Parkwächter an Bord kommentiert unseren Weg durch die beeindruckende Berglandschaft der Südalpen, mit ihren Wasserfällen, die von den höchsten Regenfällen des Landes gespeist werden und an Norwegen erinnern. Wir fahren durch drei Fjorde, darunter dem bekanntesten, dem Milfjord Meeresarm, bekannt für den über 50 km langen Milford Track. Diese vier Tage lange Wanderroute erfordert Trekkingerfahrung. Wie schön haben wir es doch, diese überwältigende Kulisse, vom Deck 16 und 17 zu bewundern und das einmal mehr bei schönstem Wetter.

Zwei Tage dauert die Fahrt durch die Tasmansee, die Wasserfläche zwischen Neuseeland und Australien. An einem dieser Abende ist die ganze Gruppe von car-tours.ch im Crown Grill, einem der Spezialitätenrestaurants an Bord, zu einem Gourmet-Dinner eingeladen. Es geht unterhaltsam zu, denn inzwischen haben wir uns alle recht gut kennengelernt. HOBART ist die Hauptstadt Tasmaniens und gehört zu Australien, weshalb wir hier offiziell nach Australien einreisen, was aber ganz unkompliziert geht. Sylvie, eine Schweizerin, erwartet uns mit ihrem sympathischen Lachen und voll Begeisterung für ihre Wahlheimat. Wer hat nicht schon vom Tasmanischen Teufel gehört, einem schwarzen, übergewichtigen kleinen Hundähnlich, aber mit Ohren die sich bei Aufregung rot färben? Da kommt wohl der Teufel ins Spiel … Die Insel ist rund eineinhalb Mal so gross wie unsere Schweiz, wovon fast die Hälfte geschütztes Land ist und der Rest der ca. 600'000 grossen Bevölkerung zur Verfügung steht. Ein Land für Naturliebhaber mit üppigen Regenwäldern, spektakulären Berg- und Felslandschaften, alpinen Seen, den meisten Tieren pro km² und dazu die sauberste Luft der Welt. Bekannt auch als Apfelinsel und Kartoffelland, Weinregion vor allem für Weissweine, rund 2,5 Millionen Schafe und Rinder. Hobart bezeichnet sich zudem als Meeresfrüchte Hauptstadt, bekannt für seine Seeohrenmuscheln, Hummer, Austern und den atlantischen Lachs aus tasmanischen Gewässern. Wir fahren rund 60 km über Land und erreichen den Bonorong Tierpark, eigentlich eine private Auffangstation für kranke, verletzte oder verwaiste Tiere, viele die uns unbekannt sind. Nach all dem, was wir von Sylvie gehört haben, würden wir gerne mehr von Tasmanien kennenlernen, aber das Schiff legt abends wieder ab.

 

Melbourne

Helmut, ein Stuttgarter, der schon 50 Jahre hier lebt, erwartet uns mit seinem rot-weissen Hemd. Melbourne mit über 5 Millionen ist fast gleich gross wie Sydney und dessen Konkurrent, aber die Städte sind komplett unterschiedlich und punkten mit verschiedenen Highlights. Die Stadt liegt nicht am Meer, sondern am beliebten Yarra Fluss und nahe der Mündung in die Port-Philip-Bucht.  Melbourne, Hauptstadt des Bundesstaates Victoria, sieht sich als «education State», das steht auf allen Nummernschildern, denn Bildung steht ganz oben in der stark von Asiaten geprägten Stadt. Die CBD, das rechteckige Altstadtzentrum, ist übersichtlich und mit dem gratis Tram erreicht man die verschiedenen historischen Regierungsgebäude, die Kathedrale, Theater und Einkaufsstrassen. Die Australier sind sportverrückt, sei es nach australischem Fussball, Basketball, Cricket, europäischem Fussball, Rugby und vielem mehr. Melboune gilt als Heimat des australischen Sports, das Herzstück ist der Melbourne Cricket Ground für über 100'000 Zuschauer. Die Sportzentren sind alle mit dem Eisenbahn- und Tramnetz verbunden, so dass praktisch keine Parkplätze in der Innenstadt notwendig sind. Um den Verkehr zusätzlich zu reduzieren, wurde eine Fahrbahn in einen Veloweg umgewandelt – sehr zum Ärger vieler Autofahrer, die nun länger brauchen, um in die Stadt zu gelangen. Das ist wahrscheinlich der Grund, dass der Besitzer des teuersten Penthouse Melbournes seinen McLaren in den 57. Stock hieven liess. Weiter geht’s vorbei am Melbourne Park, mit der Rod Laver Arena, wo jeden Januar die Australian Open ausgetragen werden, die Roger Federer sechs Mal gewonnen hat. Da der Grosse Preis von Australien dieses Wochenende stattfindet und die Tribünen aufgebaut werden müssen, war uns der Zugang zur Rennstrecke versperrt. Am historischen Queen-Victoria-Markt kaufen wir Souvenirs ein und danach geniessen wir das umwerfende Panorama vom Skydeck im 88. Stockwerk des Eureka Turms. In St. Kilda wollen es einige von uns noch wissen, wie sich das Wasser der Philips Bucht anfühlt, und ziehen rasch Schuhe und Socken aus.

Ein letzter Seetag trennt uns von unserem Ausschiffungshafen. Kurz vor sechs Uhr morgens fahren wir in den SYDNEY Hafen ein, und die ersten Bilder der beleuchteten Sydney Opera mit dem futuristischen Segeldach, erreichen all diejenigen, die zu so früher Stunde noch nicht auf dem Deck stehen per Whats App:  Danke Ursula. Unser riesiges Schiff legt in der Sydney Bucht neben der Oper an. Diese Bucht, heute das quirlige Zentrum, hat historische Bedeutung, da hier die erste Begegnung der lokalen Aborigines der Eora mit den ersten britischen Kolonisten erfolgte und diese Australien durch die Gründung der Sträflingskolonie zu ihrer Kolonie erklärten. Nicht zu übersehen ist die Harbour Bridge, ein weiteres Wahrzeichen von 1932, die mit ihren einzigen Bogen den ganzen Hafen überspannt und daher im Volksmund liebevoll Kleiderbügel genannt wird. Tausende von Menschen erfreuen sich hier jedes Jahr am Silvesterfeuerwerk. Ebenso populär ist der Spaziergang über die rund 2 km lange Harbour Brücke, die ganz Mutigen klettern oben über die Stahlkonstruktion in einem speziell angefertigten Kletteranzug – ein nicht ganz günstiges, aber sicher einmaliges Erlebnis. Sydney hat herrliche Strände, und so fahren wir der Küste entlang, durch wohlhabende Ortsteile, wo alle Hausbesitzer etwas Meersicht erhaschen wollen. Ziel ist der Bondi Strand, einer der berühmtesten Beaches mit seinem feinen Sand und den spektakulären Wellen. Hier ist viel los, die vielen Beizlis sind gut besetzt und die Leute geniessen einfach das Sommerwetter mit einem Glacé oder Fish & Chips. Auf einer geführten Tour besuchen wir später auch das Innere der Oper, dieser Ikone der Architekturgeschichte, und erfahren viel Fesselndes zum komplizierten Bau und zum Auftritt bekannter Künstler. Ein Skandal war das Opernhaus vor 50 Jahren: zu verwegen, zu lange Bauzeit, zu teuer. Der dänische Architekt Jørn Utzon wurde davongejagt und hat das vollendete Bauwerk nie mit eigenen Augen gesehen.
Drei Tage haben wir Zeit, um Sydney kennenzulernen. Zeit für einen gemächlichen Spaziergang durch das Viertel The Rocks, mit den historischen Gassen und den typischen englischen Pubs, wo an Wochenenden viel Betrieb herrscht. Gelegenheit für eine einmalige Rundsicht vom Sydney Tower, Besuch des Königlichen Botanischen Gartens, Spaziergang am Darling Harbour, Besuch des Aquariums oder Fischmarktes, mit einer Fähre zum gemächlichen Manly mit seinem Surferstrand zu fahren, und ein Geheimtipp ist sicher auch das Queen Victoria Gebäude, ein prunkvolles Gebäude, heute zwar ein luxuriöses Einkaufszentrum, aber das Gebäude ist einzigartig. Unser letzter gemeinsamer Besuch gilt dem Featherdale Tierpark ausserhalb von Sydney, wo man einzelne Tiere sogar berühren kann. Eine Australienreise ohne Koalas zu sehen, wäre wohl nicht vollkommen. Es war eine wunderschöne und vielseitige Reise, vollgepackt mit Eindrücken und Erlebnissen kehren wir wieder in unsere Welt auf der anderen Seite der Erdkugel zurück. Ich bedanke mich bei allen Mitreisenden, es war schön mit Euch.

 

Eure Reiseleiterin Veronika

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