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Frühlingszauber im Südtirol mit Gisela Jähn

Berge, Obst und edler Wein – wer an Südtirol denkt, hat sofort Bilder von Postkartenidylle und purem Genuss im Kopf! Eine gut gelaunte Reisegruppe im luxuriösen «Royal Class»-Bus von Gerber Reisen macht sich auf den Weg, um genau diese Frühlingsgefühle hautnah zu erleben. Begleiten Sie Reiseleiterin Gisela und Chauffeur Christian auf einer unvergesslichen Route durch die majestätischen Dolomiten, zu den Spuren von Reinhold Messner und hinein in die traditionsreichen Weinkeller und Manufakturen einer der schönsten Regionen Italiens. Kommen Sie mit auf eine Reise voller Komfort, Kultur und kulinarischer Höhepunkte!

Gisela Jähn
Reisebericht von Gisela Jähn
Reiseleiterin
3. - 8. Mai 2026


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Mit dem «Royal Class»-Bus ins Urlaubsglück

Was fällt einem ein, wenn man das Wort Südtirol hört ?

  • Berge
  • Obst
  • Wein

Diese und noch einige mehr waren unsere Themen auf dieser wunderschönen Frühlingsreise.

Aber alles von Anfang an. Der Start war am frühen Sonntagmorgen in Basel, weiter gings via Aarau, Zürich und St. Gallen Richtung Osten. Gereist sind wir luxuriös im «Royal Class» Bus von Gerber Reisen mit unserem sympathischen Chauffeur Christian. Die Royal Class Busse zeichnen sich dadurch aus, dass sie pro Reihe nur drei, etwas breitere, Sitze haben, zwei auf der rechten, einen auf der linken Seite in Fahrtrichtung. Zudem gibt es etwas mehr Fussabstand und auch für uns Reiseleiter-Innen ist der Durchgang bequemer, da der Korridor breiter ist. Ab der Schweiz führte unser Weg via Innsbruck über den Brenner, den wir erfreulicherweise ohne grossen Stau überqueren konnten. Südlich von Franzensfeste, dort, wo in einigen Jahren der 68km lange Brennerbasistunnel beginnen, bzw. enden soll, biegt der Weg in nordöstlicher Richtung ins Eisacktal ab. Das Eisacktal wird vom gleichnamigen Fluss Eisack durchflossen und ist eines der Haupttäler Südtirols.

Unser Domizil, das Hotel «Falkensteinerhof», ein modernes 4-Sterne-Haus, in der Gemeinde Vals oder Valles, wie es italienisch heisst, bot alles, was man für einen entspannten Kurzurlaub braucht. Gemütliche, helle Zimmer und einen grossen SPA mit Innen- und Aussenbad, diversen Saunen, sowie Beauty-, und Körperbehandlungen. Auch auf kulinarischer Ebene wurden wir verwöhnt mit einem sehr reichhaltigen Frühstück in Buffetform und einem Auswahlabendessen mit Salat, kalten und warmen Vorspeisen und die Wahl zwischen drei Hauptgängen (Fleisch, Fisch und vegetarisch), zudem ein Nachtisch süss oder herzhaft. Zum Glück stand keine Waage im Badezimmer !

Die kleine Gemeinde Vals liegt auf 1350 m.ü.M, hat ca. 620 Einwohner und gehört zur Gemeinde Mühlbach, von wo die Strasse hoch ins gleichnamige Mühlbachtal führt.

Von majestätischen Zinnen zum berühmten Pragser Wildsee

Mit Alois, einem einheimischen Naturburschen, so wie man sich die Südtiroler vorstellt, hatten wir einen lokalen Reiseleiter, der uns seine wunderschöne Heimat mit Humor und viel Wissen näherbrachte. Der erste Tag wurde beherrscht von den majestätischen Dolomiten, die wir auf einer ausgedehnten Rundfahrt bestaunen konnten. Über den Falzaregopass, an Cortina d’Ampezzo vorbei und einem kurzen Photostop mit Sicht auf die drei Zinnen ging es zu einem weiteren Juwel dieser Region, zum Pragser Wildsee. Dieser See steht unter dem Patronat des UNESCO-Welterbes Dolomiten und ist somit einer der meistbesuchten Seen in Südtirol, obwohl sich dort, abgesehen von einem historischen Hotel, einem Bootshaus und einigen Wanderwegen praktisch keine touristischen Infrastrukturen befinden. Anziehungspunkt ist aber nicht nur die Natur, sondern für viele Filmfans aus der ganzen Welt überwiegt der Umstand, dass dort die italienische Erfolgsserie «Die Bergpolizei» mit Terence Hill gedreht wurde. Der Nachmittag gehörte der Besichtigung und Verkostung der Marmeladenmanufaktur «Alpe Prages». Das schlichte Wort Marmelade, oder wie wir Schweizer es nennen, Konfi, wird den Köstlichkeiten allerdings nicht ganz gerecht. Es sind edle Delikatessen, deren Herstellung uns unter kundiger Leitung der Chefin auf interessante Art gezeigt wurde. Natürlich durfte danach die Verkostung der leckeren Produkte nicht fehlen. Brotaufstriche, Chutneys, Smoothies und Sirupe werden aus Äpfeln, Birnen, Kirschen, Himbeeren, Rhabarber, Stachelbeeren, sowie roten und schwarzen Johannisbeeren hergestellt. Bis auf Aprikosen, die aus dem Vinschgau dazugekauft werden, wachsen all diese Früchte auf dem eigenen Hof. Dabei legen die Besitzer Wert darauf, die Produkte mit möglichst wenig Zuckerzusatz, zum Teil sogar ohne Zucker herzustellen, um dem zeitgenössischen Trend nach gesunder und leichter Kost Rechnung zu tragen.

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Bergwelten bei Reinhold Messner und freie Zeit

Der nächste Tag stand im Zeichen des Themas «Reinhold Messner», dem weltbekannten Bergsteiger, der alle 14 Achttausender bestiegen hat, zum Teil ohne Sauerstoff. Reinhold Messner hat 6 Museen im Südtirol eingerichtet, allerdings zum Teil erst nach schwierigen Verhandlungen mit den Museumsverantwortlichen. Es müsste aber nicht Reinhold Messner sein, wenn es ihm nicht gelungen wäre ! Das «MMM Firmian» in Bozen war das erste dieser sechs Ausstellungsorte, die vor allem in Schlössern untergebracht sind. MMM steht für «Messner Mountain Museum», unseres ist im Schloss Sigmundskron, hoch über der Stadt Bozen, gelegen. Jedes der sechs Museen widmet sich einem speziellen Thema im Bezug auf das Bergsteigen, unseres dem «Mensch und Berg». Auf interessante Weise zeigt die Ausstellung, wie die Beziehung zwischen Mensch und Berg, bzw. zwischen Berg und Mensch zustande kommt. Dabei ist in jedem seiner Schlösser kein strikter Weg durch die Ausstellung vorgegeben, sondern, so Messners Wunsch, der Besucher soll seinen Weg selber suchen, bzw. finden, wie dies auch auf dem Berg der Fall ist. Das «MMM Firmian» wurde bei seiner Eröffnung im Jahre 2006 als 15. bezwungener Achttausender Messner’s bezeichnet. Der Nachmittag gehörte den Gästen, d.h. sie konnten diesen nach ihrem Gutdünken in der Stad Bozen gestalten. Sei dies bei einem ausgedehnten Mittagessen, einem Besuch des «Ötzimuseums» oder einem Einkaufsbummel.

Als «Belohnung» für die vollbepackten zwei Tage konnten die Gäste den Mittwoch ganz nach ihrem Wunsch verbringen, d.h. sie hatten einen freien Tag ! Die einen planten einen Ausflug nach Sterzing, Brixen oder Bruneck, andere nahmen an einer kleinen Wanderung, organisiert vom Hotel, teil, wieder andere zogen es vor, einen gemütlichen Tag im SPA des Hotels zu verbringen.

Kultur-Häppchen in Brixen und echte Hof-Spezialitäten

Dann war es aber nochmals Zeit, einen anderen Teil des Südtirols kennen zu lernen. Alois war heute nochmals unser lokaler Reiseleiter. Er begleitete uns durch die Stadt Brixen, italienisch Bressanone, eine der ältesten Städte der historischen Region Tirol und mit ca. 23'000 Einwohnern, nach Meran und Bozen die drittgrösste Stadt Südtirols. Je nach Region Südtirols ist die Sprachenverteilung verschieden. In Brixen wird zu 70% deutsch, zu 25% italienisch und zu 5% ladinisch (unserem rätoromanisch sehr ähnlich) gesprochen. In Bozen hingegen 75% italienisch, 24% deutsch und nur 1% ladinisch. Dasselbe gilt für Meran, zuerst italienisch, dann deutsch und zuletzt ladinsich. Nach dem Besuch von Brixen wurde der Kulinarik Rechnung getragen. Wir besuchten den «Radoar-Hof», ein Obstbetrieb im nahegelegenen Felthurns. Nach einer Besichtigung des Hofes kredenzte uns der Hausherr Norbert eine reichhaltige «Brettljause» mit hofeigenen Produkten: Speck, Kaminwurz, Schinken, Ziegen- und Kuhmilchkäse, sowie Roggen- und Schüttelbrot. Letzteres ist eine typische Brotsorte aus dem Südtirol, unserem, bzw. dem skandinavischen Knäckebrot ähnlich. Mit vollen Bäuchen ging’s zum nächsten Besuch, ins Kloster Neustift, einem im Jahre 1143 von Bischof Hartmann aus Brixen gegründetes Ordenshaus, in dem noch heute einige wenige Chorherren des Augustinerordens zusammenleben.

Krönender Abschluss und Abschied

Nebst dem traditionellen Kloster beherbergt die Anlage auch ein Schülerheim, ein Tageshaus, ein Bildungshaus und ein Weingut. Dessen Produkte durften wir bei einer Verkostung degustieren. Zum einen von der sog. «Klassischen Linie», dazu gehören u.a. der Müller Thurgau, der Pinot Grigio, der Grüne Veltliner und zum anderen die «Praepositus Linie» mit hochwertigeren Rebensäften wie Lagrein Riserva Praepositus oder Kerner Praepositus. Zuvor zeigte uns der Klosterführer Andreas noch das imposante Museum des Stifts mit seinen wertvollen Kunstschätzen aus Mittelalter und Früher Neuzeit. Im Rahmen des Museumsbesuchs waren auch die wichtigsten historischen Räumlichkeiten des Klosters zugänglich: die Kirche mit ihrer spätbarocken Ausstattung, der Kreuzgang mit seinen gotischen Fresken sowie der berühmte Bibliothekssaal und das 2020/21 entdeckte Chinesische Kabinett aus der Zeit des Rokoko. Man erlebt dabei fast neun Jahrhunderte Architektur-, Musik-, Bildungs- und Wirtschaftsgeschichte.

Mit einem letzten gemütlichen Abendessen durften wir nochmals die Südtiroler Gastfreundschaft geniessen, bevor es am nächsten Morgen schon wieder «Abschied nehmen» hiess. Via Brenner, der sich uns auch auf der Rückreise von seiner besten Seite zeigte, führte uns der Heimweg über Innsbruck, dem Mittagshalt im Restaurant «Troschana» in Flirsch am Arlberg, zurück in die Heimat. Mit einer leichten Wehmut durften wir gegen Abend alle Gäste wohlbehalten und glücklich an ihren Ausstiegsorten verabschieden.

Wir bedanken uns bei allen Reiseteilnehmern für die gemütliche gemeinsame Zeit in einem der schönsten Ecken von Italien. Wie sagte schon Goethe:

"Alles hat hier schon mehr Kraft und Leben und man glaubt wieder einmal an einen Gott."

oder folgendes Lebensmotto: "Ich muss gar nichts, außer nach Südtirol!"

In diesem Sinn «Pfiat enk»

Eure Reiseleiterin Gisela und Euer Chauffeur Christian

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