Auftakt in der Genussmetropole Lyon
Wir haben sechs wunderschöne Tage in Frankreich vor uns, welche uns mit Sonnenschein und sommerlichem Zikadengezirpe empfangen.
Obwohl wir nicht sehr früh abfahren, kommen wir bereits am frühen Nachmittag in Lyon an. Trotz der Hitze sind noch alle voller Energie und erkunden Lyon. Einige gehen auf eine Bootstour, um sich einen Überblick zu verschaffen, andere wiederum erkunden die herrliche, schattige Altstadt von Lyon und wieder andere probieren lieber die schönen Restaurants aus. Lyon ist ein Gourmetparadies mit mindestens 44 Michelin-Sterne-Restaurants. Aber zu viel essen sollten wir nicht, denn es erwartet uns noch ein Abendessen im Hotel.
Beim Einchecken erleben wir sogleich, was geschieht, wenn die Technik versagt. An der Rezeption ist die Codiermaschine für die Zimmerschlüssel ausgestiegen und so mussten wir etwas warten, bis die Rezeptionistin die Schlüssel direkt an den Zimmertüren codiert hatte. Wir konnten uns in der Lobby abkühlen, während die Rezeptionistin ganz schön ins Schwitzen kam.
Nationalfeiertag und sommerliche Hitze in Avignon
Den zweiten Tag verbringen wir in Avignon und es ist der 14. Juli und somit Nationalfeiertag in Frankreich. Wir bekommen nichts mit, da sie das Feuerwerk in Marseille, wo wir übernachten werden, auf den Vortag verlegt haben. Der Militärparade in Lyon weichen wir aber bewusst aus. In Avignon hingegen wird erst am Abend gefeiert und dann sind wir bereits in Marseille.
Den Song «Sur le pont d’Avignon on y danse» kennen alle. Deshalb ist es in Avignon natürlich ein Muss, den Pont anzuschauen. Aber tanzen habe ich trotzdem niemanden gesehen.
Die Altstadt von Avignon ist zwar nicht gross, aber man kann sich ganz schön verirren, wie fast alle feststellen. Doch wir haben genügend Zeit um aus dem Labyrinth wieder herauszufinden. Alles muss gemütlich angegangen werden, denn es ist heiss, sogar sehr heiss mit 38 Grad im Schatten. Zur heissesten Zeit besichtigen wir den Papstpalast, welcher das Prunkstück von Avignon ist. Der Papstpalast gehört zum Weltkulturerbe und ist ein imposantes Gebäude mit dicken Mauern. Trotzdem ist es auch drinnen ziemlich warm. Zum Glück gibt es viele Sitzgelegenheiten und oft hat es auch einen Ventilator daneben. In der Altstadt können wir lustvoll shoppen gehen, da es in den meisten Läden schön kühl ist. Ich bin sehr froh darüber, dass schlussendlich wieder alle wohlbehalten und ohne Sonnenstich oder Hitzeschlag im Car sitzen und wir nach Marseille fahren können.
Zwischen den Calanques und Marseille
Am nächsten Morgen unternehmen wir in Cassis als erstes eine Bootsfahrt der Calanques entlang. Es ist leicht bewölkt und so ist die Temperatur sehr angenehm. Wir bewundern die Kalksteinfelsen und es werden ganz viele Fotos geschossen. Nach der Bootsfahrt haben wir noch Zeit auf den Markt in Cassis zu gehen. Einige Gäste kommen mit neuen Gadgets und Kleidern zurück. Den Nachmittag verbringen wir in Marseille, wo jeder sein eigenes Programm verfolgt. Die interessantesten Sehenswürdigkeiten in Marseille befinden sich fast alle um den alten Hafen herum. Einigen ist es zu heiss und fahren direkt mit dem Taxi ins Hotel, andere wiederum suchen ein schattiges Plätzchen und nehmen einen Apéro. Und natürlich gibt es auch in Marseille sehr viele hübsche, kühle Läden. Die Hitze ist anstrengend und deshalb kommen zum freien Abendessen die meisten zurück zum Hotel, da es auch um das Hotel viele gute Restaurants gibt.
Am nächsten Tag fahren wir mit dem Petit Train am Hafen und Strand entlang zur Hauptsehenswürdigkeit von Marseille, der Notre-Dame-de-la-Garde, der Kirche mit der goldigen Marienstatue, welche von Weitem sichtbar ist. Auf dem Weg können wir unsere Sprachkenntnisse testen, denn alle Informationen werden in fünf Sprachen erzählt, obwohl wir das «Zügli» für uns haben. Die Notre-Dame-de-la-Garde ist nicht nur von aussen, sondern auch von innen sehr eindrücklich. Auch die Sicht auf das Meer und den Hafen mit den Kreuzfahrtschiffen ist grandios.
Mittagspause machen wir in Aix-en-Provence, eine der teuersten Städte Frankreichs, aber auch eine Stadt mit einem sehr hohen Lebensstandard. Es gibt viele gemütliche Cafés und Restaurants und ganz wichtig, viele schattenspendende Platanenbäume.
Endlich Lavendel: Duftende Provence
Endlich gelangen wir in die Nähe der Lavendelfelder. Als erstes fahren wir zur Abtei Senanques. Alle sind völlig entzückt und stellen sich in das Lavendelfeld, um ein Foto zu machen oder am Lavendel zu riechen oder um die riesigen Insekten zu beobachten, welche um die Blüten fliegen. Aber wie erwartet, ist das Feld nicht mehr violett, sondern eher grau-violett, da der Lavendel bereits verblüht ist. Hitzewelle sei Dank! Es gibt nur noch wenige Blüten. Schön blühende Lavendelfelder sehen wir im Film vom Lavendelmuseum. Dabei erfahren wir auch den Unterschied von Lavendin und Lavendel. Natürlich müssen wir auch das Lavendelglacé probieren, welches einen etwas gewöhnungsbedürftigen Geschmack hat. Nachdem wir erfahren, wozu Lavendel alles gut ist, folgt ein Grosseinkauf unserer Gästeschar. Obwohl wir alle verschwitzt sind, riecht es nachher im Bus herrlich frisch nach Lavendel. Somit fahren wir verschwitzt, aber wohlriechend zum Château de Richebois, wo wir zum Abschluss dieses schönen Tages ein sehr leckeres Abendessen aufgetischt bekommen.
Valensole und ein letzter Halt in Annecy
Die grossen Lavendelfelder sehen wir am nächsten Tag bei Valensole. Die Lavendelfelder sind noch alle da, jedoch nicht mehr in der Blüte. Es ist trotzdem interessant, denn einige Felder sind bereits abgeerntet, auf anderen stehen junge Pflanzen und weitere Felder sind mit Klee oder anderen Pflanzen vermischt und liegen brach, damit sich die Erde wieder erholen kann.
Auf dem Heimweg in die Schweiz machen wir einen Mittagshalt in Annecy, einem hübschen Städtchen, das mit dem Kanal und den vielen Brücken ein wenig an Venedig erinnert. Statt Lavendel gibt es hier ganz viele Geranien.
Mit vielen schönen Erlebnissen und Erinnerungen fahren wir wieder nach Hause und sind froh, dass es in der Schweiz etwas kühler ist.
Maria Abegg