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Panorama von Porto mit historischen Häusern am Douro und der Dom-Luís-I-Brücke.-stadtpanorama-porto-HEADER

Mit der Costa Favolosa rund um Westeuropa

Sechs Länder, zehn Häfen und unzählige Eindrücke: Unsere zweiwöchige Kreuzfahrt rund um Westeuropa führte uns vom Mittelmeer bis in den hohen Norden – mit faszinierenden Städten, eindrucksvollen Küstenlandschaften und vielen besonderen Momenten an Bord. Von Savona aus ging es über Frankreich und die Iberische Halbinsel hinaus auf den Atlantik, weiter durch den Ärmelkanal und schliesslich die Elbe hinauf bis nach Hamburg. Begleiten Sie uns auf einer abwechslungsreichen Reise voller Entdeckungen, Begegnungen und unvergesslicher Erlebnisse.

Magy Heinimann
Reisebericht von Magy Heinimann
Reiseleiter
4. - 17. Mai 2026


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Leinen los: Von Savona ins Mittelmeer

Diese zweiwöchige Reise führte uns per Bus nach Savona und von da mit dem Kreuzfahrtschiff entlang der südfranzösischen Küste, dann um die Iberische Halbinsel, anschliessend durch den Ärmelkanal und weiter von der Elbemündung flussaufwärts bis Hamburg, von wo wir mit dem Flugzeug in die Schweiz zurückkehrten.

Am Abreisetag wurden unsere Kreuzfahrtgäste schon sehr früh mit dem Transferbus an den verschiedenen Einsteigeorten abgeholt. Glücklicherweise sind die Sitze in den Bussen von Zerzuben sehr bequem, und es lässt sich gut noch etwas dösen oder sogar Schlaf nachholen. Viele Gäste taten das auch, während der Fahrer und ich hellwach blieben und uns über den flüssigen Verkehr auf den noch halbleeren Strassen, dem sich langsam verabschiedenden Mond und der aufgehenden Sonne erfreuten.

Mit dem Frühstückshalt an der Gotthard-Raststätte war dann allgemeine Tagwache. Der Kaffee mit «Gipfeli», sowie die schöne Umgebung mit Seen und Bergen erweckte selbst die müdesten Geister, und die Vorfreude wurde spürbar. Also gab ich gleich noch die wichtigsten Infos über das Einschiffungsprozedere sowie das Wo, Wie, Wann auf dem Schiff. Und dann kamen wir auch schon in Savona an, wo die schöne Costa Favolosa im Hafen lag.

Die Einschiffung ging schnell und unkompliziert vor sich. Danach gings wie üblich, erst mal ins Buffet-Restaurant zum Mittagessen, wo das riesige Angebot bei nicht Wenigen die Augen grösser werden liess als den Magen. Ich muss zugeben, dass auch ich zu diesen «nicht Wenigen» gehöre, was leider am Ende jeder Kreuzfahrt auf der Waage nachweisbar ist. Auf Schiffen wird Essen halt von frühmorgens bis spätabends grossgeschrieben, und zwar mit Unendlichzeichen! Zudem ist es auf den Costa-Schiffen bekannterweise ebenso eine Augenweide wie Gaumenfreude.

Am Anfang wollen die Passagiere natürlich erst mal das Schiff erkunden. Dabei gehts von Deck zu Deck, von Steuerbord zu Backbord und von Bug zu Heck, durchs Atrium, zu Theater, Casino, Tanzsaal, den vielen Salons und Bars sowie den Pools. Das ist manchmal wie in einem Irrgarten, und es kommt zu lustigen Szenen, vor allem wenn die Gäste mehrmals zur selben Stelle kommen, zu der sie eigentlich gar nicht wollten. Und wenn sie glauben, endlich den Durchblick zu haben, kommt die Durchsage, die Kabinen seien jetzt bezugsbereit, womit die Suche erneut weiter geht… Und da es den meisten neu zugestiegenen Passagieren so geht, hört man viel Gelächter, womit man weiss, dass sich Meiers und Müllers gerade zum x-ten Mal suchend begegnet sind. Danach kommt dann noch die obligatorische Seerettungsübung, bei der es oft nochmals lustig zu und her geht, was gerne als Schnappschuss verewigt wird. So auch bei diesen Gästen.

Dann, pünktlich um 17:00 Uhr hiess es «Leinen los», und die Costa Favolosa glitt ruhig aus dem Hafen in das Ligurische Meer hinaus in Richtung westliches Mittelmeer und Atlantik. Das war der Beginn unserer Kreuzfahrt – einer Kreuzfahrt, die uns in nur zwei Wochen sehr vielfältige Einblicke in mehrere gegensätzlichen Lebensarten, Sprachen, Architektur, Kulturen und geschichtliche Hintergründe Europas gab, denn nebst Italien legte unser Schiff in fünf weiteren Ländern und 10 verschiedenen Häfen an.

Mediterrane Vielfalt: Marseille, Barcelona und Málaga

An unserer ersten Destination, Marseille, erlebten wir einerseits eine Grossstadt mit einem riesigen Kreuzfahrthafen und unendlich scheinenden Container-Umschlagplätzen, andrerseits Stadtteile, die noch echt französischen Charme ausstrahlen und Zeitzeugen von sehr alten, weit weniger hektischen Zeiten sind. So «Le Panier», mit seinen bunten Häuserfassaden, Ateliers und Handwerksläden sowie dem alten Hafen, «Vieux-Port», mit seinen hübschen Yachten und den historischen Festungen und nicht zuletzt die auf einem Hügel thronende «Cathédrale Sainte-Marie-Majeure».

Danach stand Barcelona auf dem Programm, die Stadt, in der sich Antoni Gaudí mit seiner grossartigen Architektur des Katalanischen Modernismus, wie der welt-berühmten Basilika Sagrada Família, dem Park Güell sowie anderen Werken unvergesslich gemacht hat. Die gemütliche Rambla de las Flores war zur Zeit unseres Besuches zwar mit Strassenarbeiten «verwüstet», aber das anschliessende Gotische Viertel mit seinen engen, verwinkelten Gassen und Bauten aus dem 14. und 15. Jahrhundert luden wie eh und je zum gemütlichen Flanieren ein.

Während des drauffolgenden See-Tages durchquerte unsere Costa Favolosa das Balearische Meer und steuerte das an der Costa del Sol gelegene Málaga an. Dieses sogenannte «Tor zu Andalusien» benutzten einige Gäste, für einen Tagesausflug zu den wohl grossartigsten maurischen Zeitzeugen Spaniens, der Alhambra in Granada und der Mezquita in Córdoba, von wo sie voller Begeisterung zurückkehrten.

Aber auch die Gäste, die in der Stadt blieben, waren begeistert, denn Málaga hat eine hübsche Altstadt, die mit den vielen Cafés und Läden zum Flanieren einlädt. Einen Besuch wert sind zudem das Museum Pablo Picasso und dessen Geburtshaus, die maurische Festungs- und Palastanlage «Alcazaba» sowie die Burganlage Gibralfaro, die auf dem aussichtsreichen Hausberg Málagas thront. Zu Fuss bis nach oben zu gelangen, erfordert schon ein bisschen Beinarbeit, aber Brigitte und Peter liessen sich das ebenso wenig entgehen, wie ähnliche Herausforderungen an anderen Destinationen. Auf diese Weise wurden sie auch immer mit besonders schönen Ausblicken belohnt, von denen sie mir öfters gleich ein Foto schickten.

Sagrada Família in Barcelona vor blauem Himmel.

Durch die Strasse von Gibraltar nach Portugal

Zur Weiterfahrt mit Kurs auf den Atlantik könnte man fast schon sagen «der Weg ist das Ziel», denn auf dieser Strecke konnten mehrere Gäste Delfine und Wale beobachten, was natürlich helles Entzücken auslöste. Dann kam die Passage durch die Meerenge von Gibraltar. Wer es aushielt, während der Durchfahrt ein bisschen Nachtwache zu halten, wurde mit einem weiteren spektakulären Erlebnis belohnt. Da die schmalste Stelle dieser Meerenge nur 14 Kilometer breit ist, konnte man auf der einen Seite die Lichter der südlichsten Spitze Spaniens und gleichzeitig auf der anderen die Lichter der nördlichen Spitze Marokkos sehen. Sogar die Konturen des Felsens von Gibraltar, dem sogenannten Affenberg der britischen Exklave waren ersichtlich,

Nach der Passage verliess unser Schiff das Mittelmeer, um entlang der Atlantikküste den Hafen der ältesten bewohnten Stadt Spaniens, Cádiz, anzusteuern. Sie liegt auf einer fast vollständig vom Meer umschlossenen Landzunge und bezaubert u.a. durch ihre eng aneinander gereihten Gassen mit den hübschen alten Häusern, seinen über 100 historischen Wehrtürmen sowie einer Kathedrale, die Barock und Klassizismus vereint. Von Cádiz aus lässt sich leicht auch das nur 120 km entfernte Sevilla besuchen, was sich einige Gäste nicht nehmen liessen.

Etwas nördlicher auf unserer Weiterreise gings vom Atlantik in den Tejo-Ästuar, auch «Strohmeer» genannt, flussaufwärts. In Belém fuhren wir dabei am mächtigen, mehr als 500 Jahre alten Turm «Torre de Belém», dem riesigen, im Wasser stehenden Seefahrerdenkmal, der prächtigen Parkanlage und dem hübschen Yachthafen vorbei. Von weither konnte man danach die imposante Christusstatue «Cristo Rei», erblicken. Mit ihren 28 Metern Höhe ist sie zwar etwas kleiner als ihr brasilianisches Vorbild in Rio de Janeiro, aber auch sie wirkt mit ihren ausgebreiteten Armen sehr eindrücklich und beschützend. Dann fuhren wir unter dem Ponte 25 de Abril, dem bekannten 3,2 Kilometer langen Brückenzug, mit seiner 2’278 Meter langen Hängebrücke, der weltweit drittlängsten Hängebrücke mit kombiniertem Strassen- und Eisenbahnverkehr, durch. Diese von unten zu sehen, war ein ganz spezielles Erlebnis, wahrscheinlich eindrucksvoller als mit dem Auto oder Zug drüber zu fahren.

Wenig später legten wir im Hafen von Lissabon, der wie Rom auf sieben Hügeln erbauten Hauptstadt Portugals an. Wer hat nicht schon Bilder von den alten, nostalgisch anmutenden Strassenbahnen gesehen, die sich die steilen Strassen des Altstadtviertels Alfama den Hügel hoch und runter schlängeln? Man muss sie «live» erlebt haben und mit ihnen gefahren sein. Und wer möchte nicht einmal auf einer „Calçada Portuguesa” (kunstvoll angelegte Strassenpflaster) oder vorbei an Hausfassaden und Innenhöfen mit den typisch blauen und farbigen «Azulejos», durch die Gassen schlendern, während aus den Kneipen melancholische Fado-Melodien ans Ohr dringen? Das ist ein Ambiente der ganz speziellen Art.

Vom Tajo aus gings zurück in die Gewässer des Atlantiks, wo wir Leixoes, den Kreuzfahrthafen von Porto, ansteuerten. Bei unserer Ankunft dort, schien uns Petrus nicht gutgesinnt, denn es regnete und stürmte. Nachdem ich mich durch den Wind zum Hafengebäude gekämpft hatte, zog ich mich auch gleich wieder zurück aufs Schiff, was sich spätestens dann als Fehler herausstellte, als die Mutigen unter unseren Gästen freudig erzählten, wie sie, kaum im Zentrum von Porto angekommen, von schönstem Sonnenschein begrüsst und durch den Tag begleitet wurden. Und sie schwärmten von dieser einzigartigen Stadt, von den hübschen farbigen Häusern, den steilen Granithängen der Douro-Schlucht und den monumentalen Brücken, die Porto mit Vila Nova de Gaia verbinden. Und mit einem Augenzwinkern gestanden sie, dass es ihnen auch die überall angebotene Portwein-Degustation angetan hatte. Sie fanden, in der Stadt, die diesem goldenen süssen Tropfen den Namen gegeben hat, sei das doch fast schon ein Muss.

Galicien, Gemeinschaft an Bord und die Normandie

Mit Ankunft in der nächsten Stadt, La Coruña (galicisch genannt «A Coruña»), landeten wir erneut auf spanischem Boden. Empfangen wurden wir, wie unzählige Schiffe schon einige Jahrhunderte vor uns, von einem der ältesten Leuchttürme der Welt, dem 59 m hohen «Torre de Hércules» begrüsst. Am Hafen angekommen, sah man die hier typischen langgezogenen Fensterfronten an der Hafenpromenade, in der sich die Sonne spiegelte, als wollte sie uns einen glasklaren, schönen Tag wünschen. Hier in einem der Cafés zu verweilen, einige der besonders feinen «Tapas» zu essen, danach eine feurige galicische „Queimada“ zu trinken und dabei auf die Uferpromenade, den Hafen und den Atlantik zu schauen, ist Genuss pur.

Während unsere Favolosa vom Kantabrischen Meer in den Ärmelkanal glitt, genossen wir erneut einen See-Tag. Nach all den Ausflügen und Besichtigungen war das eine willkommene Gelegenheit auszuruhen, sich zu erholen oder die vielen Sport-, Spiel- und Tanzangebote auf dem Schiff zu nutzen oder vermehrt Zeit und Gelegenheit zu haben für Begegnungen, sei es in trauter Zweisamkeit oder mit anderen Gästen. Unsere junggebliebenen Gäste, Judith und Markus nahmen am Nachmittag an einem Tanzkurs teil und legten am Abend gleich eine tolle «Performance» aufs Parkett.

Brigitte und Ursula, die täglich am gleichen Tisch auf Deck 9 zu finden waren, hatten sich etwas Besonderes einfallen lassen. Da an diesem Tag alle Mitreisenden auf dem Schiff waren, erweiterten sie ihren «Stammtisch» mit zwei weiteren Tischen und gaben diesem mit einem Papiertischtuch sowie Zetteln mit lustigen Sprüchen eine besondere Note. Dann lockten sie ein paar Car-Tours-Gäste mit Prosecco und Apéro Gebäck heran. Schwierig war das nicht, denn mit ihnen war es immer gemütlich und meist recht lustig. So auch bei dieser Gelegenheit. Es war schön zu sehen, wie sich Gäste fanden und Freundschaften entstanden. Auch in meiner Sprechstunden-Ecke fanden sich täglich Gäste ein – manchmal, weil sie eine Auskunft wollten und oft einfach für einen gemütlichen Schwatz.

Am Tag darauf gab es einen Aufenthalt im französischen Le Havre, wo die Seine nach ihrem 777 Km langen Lauf in den Ärmelkanal mündet. Diese Stadt besticht nicht durch enge Gassen und alte zierliche Häuser wie die bisher besuchten Orte. Le Havre, das während des Zweiten Weltkrieges fast vollständig zerstört und nach Plänen des berühmten Architekten Perret neu aufgebaut wurde, beeindruckt durch seine farbigen, nüchtern-harmonischen Betonbauten, die sogar in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen wurden.

Wer diesen Tag lieber in kleinerem, romantisch-gemütlichem Rahmen verbringen wollte, konnte leicht in einem lokalen Bus den berühmten «Pont de Normandie» überqueren und auf der anderen Seite der Seine das charmante Fischerdorf Honfleur besuchen. Mit seinen zierlichen Gassen und den bunten Fachwerkhäusern sowie dem hübschen Hafenbecken ist es ein echtes Juwel der Normandie. Zudem gibt es dort zahlreiche vorzügliche Restaurants, die täglich frischen Fisch und Meerfrüchte offerieren.

Dover, die Elbe und das grosse Finale in Hamburg

An unserem nächsten und letzten Zwischenziel, Dover, gab es zwei besonders berühmte Sehenswürdigkeiten, das Dover Castle und die von weither ersichtlichen weissen Kreidefelsen. Beides wurde von mehreren Gästen besucht. Einige gingen zu Fuss bis oben auf die Kreidefelsen, wonach sie überschwänglich von der tollen Sicht über den Ärmelkanal bis weit nach Frankreich erzählten.

Danach gab es nochmals einen See-Tag und wir fuhren vom Ärmelkanal in die ausgedehnte Elbemündung rein und rund 100 Kilometer flussaufwärts zum Hafen von Hamburg. Das längste Stück durchfuhren wir bei Nacht, aber wer es am Ausschiffungsmorgen früh genug aus dem Bett schaffte, konnte die schönen Vororte mit den weissen Villen sowie die Fahrt zwischen Landungsbrücken und Speicherstadt zum Hafen von Hamburg bestaunen. Ein unvergesslich eindrücklicher Abschluss dieser erlebnisreichen Kreuzfahrt!

Nach einem letzten ausgiebigen Frühstück machten wir uns ans Ausschiffen und per Bus auf eine Stadtrundfahrt durch die schöne Hansestadt Hamburg. Danach war die Fahrt zum Flughafen für den Heimflug angesagt und damit auch das Ende dieser äusserst abwechslungsreichen Reise. Was bleibt sind Erinnerungen an die interessanten Besichtigungen, die nette Zeit mit sympathischen Mitreisenden und sogar ein paar bleibenden Freundschaften.

Maggy Heinimann

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