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Seit dem 28.02.2026 kommt es zu militärischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten. Die Lage bleibt angespannt und kann sich kurzfristig verändern. Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) rät derzeit von touristischen und nicht dringenden Reisen in die Golfstaaten (Bahrain, Katar, Kuwait, Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate und Oman) ab.



Im Reiseverkehr muss weiterhin mit Einschränkungen gerechnet werden, insbesondere aufgrund teilweise gesperrter Lufträume sowie verspäteter oder annullierter Flüge. Betroffene Gäste informieren wir selbstverständlich direkt.



Die Entwicklungen in der Region haben zudem zu deutlich gestiegenen Treibstoffpreisen geführt. Unsere Transportpartner haben entsprechende Zuschläge eingeführt. Bei betroffenen Reisen wird dieser Zuschlag bei Neubuchungen berücksichtigt; für bereits gebuchte Reisen kann er nachträglich erhoben werden.

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Blumeninsel Madeira mit Silvia Gall

Spektakuläre Steilküsten, mystische Lorbeerwälder und das ganzjährig milde Klima machen Madeira zu einem einzigartigen Ziel im Atlantik. Diese Reise führte von den lebendigen Gassen Funchals bis hinauf über die Wolken am Pico do Arieiro. Ein Reisebericht über eine Insel, die mit ihrer botanischen Vielfalt und dramatischen Landschaften jeden Besucher verzaubert. 

Silvia Gall
Reisebericht von Silvia Gall
Reiseleiterin
19. – 26. Februar 2026

 

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Anreise und erstes Kennenlernen

Madeira liegt rund 1.000 Kilometer südwestlich vom portugiesischen Festland im Atlantik und gehört zu Portugal. Die Insel vulkanischen Ursprungs wird wegen ihrer üppigen Vegetation oft als „Blumeninsel“ bezeichnet. Der Name „Madeira“ bedeutet „Holz“ – ein Hinweis auf die dichten Wälder, die die Insel bei ihrer Entdeckung bedeckten. Besonders sind die spektakulären Steilküsten, die beeindruckenden Berglandschaften, das ganzjährig milde Klima und das ausgeklügelte Bewässerungssystem der Levadas, das sich wie ein Netz durch die Insel zieht.

Unsere Reise begann am Flughafen in Zürich. Bereits beim Check-in ergaben sich die ersten Gespräche mit einigen Gästen. Zwischen Gepäckaufgabe und Reiseunterlagen entstand schnell eine angenehme Stimmung. Ich spürte von Anfang an: Das ist eine tolle Gruppe. Offen, interessiert und mit spürbarer Vorfreude auf die gemeinsamen Tage.

Erst am späten Abend landeten wir am Flughafen Madeira Cristiano Ronaldo. Wir wurden von Patrick, unserem lokalen Reiseleiter und José unserem Chauffeur herzlich empfangen. Nach dem Transfer ins Hotel und dem Check-in ging es direkt zum Nachtessen. Viele waren von der Reise müde und verspürten keinen grossen Hunger, obwohl uns im Restaurant – je nach Wahl – zwei feine, typische Gerichte serviert wurden. Der erste Abend klang ruhig und entspannt aus – ein sanfter Beginn einer besonderen Woche auf Madeira.

Während fünf Tagen wurden wir von Patrick begleitet, der uns mit viel Wissen, Herzblut und spürbarer Liebe zu seiner Insel, Madeira näherbrachte. Mit lebendigen Erzählungen über Geschichte, Traditionen, Flora und das Leben der Menschen liess er die Landschaft für uns sprechen und öffnete uns Türen zu Hintergründen, die man als Besucher allein kaum entdecken würde.

Ebenso war unser Chauffeur José weit mehr als nur Fahrer. Mit sicherer Hand führte er uns über kurvenreiche Bergstrassen, entlang steiler Küsten und durch kleine Dörfer. Dabei war er stets hilfsbereit, aufmerksam und immer wieder auch für einen Scherz zu haben. Ob beim Servieren von Getränken im Restaurant, beim Helfen am Mittagstisch oder mit einem freundlichen Lächeln – er trug massgeblich dazu bei, dass wir uns willkommen und bestens umsorgt fühlten.

Gemeinsam haben sie uns nicht nur von Ort zu Ort gebracht, sondern uns Madeira nähergebracht – mit Herz, Humor und echter Gastfreundschaft.

Während der gesamten Woche wurden wir von strahlendem Sonnenschein und angenehm milden Temperaturen begleitet. Nur am letzten Tag zog während unserer Bootsfahrt ein kurzer Schauer über uns hinweg – fast so, als wollte sich das Wetter mit einem flüchtigen Gruss von unserer Reise verabschieden.

Funchal entdecken mit Besuch botanischer Garten

Der erste halbe Tag auf Madeira gehörte der Inselhauptstadt Funchal. Hoch über der Stadt besuchten wir zunächst den Botanischer Garten. Zwischen exotischen Pflanzen, kunstvoll angelegten Beeten und herrlichen Ausblicken über die Bucht konnten wir die Vielfältigkeit der Insel bestaunen.

Beim Spaziergang durch die liebevoll angelegten Terrassen entdeckten wir eine beeindruckende Vielfalt an Pflanzen aus aller Welt. Besonders auffällig waren die leuchtenden Strelitzien, die auch als Paradiesvogelblumen bekannt sind und zu den Wahrzeichen Madeiras zählen. Ebenso bewunderten wir zahlreiche Orchideen, deren filigrane Blüten in unterschiedlichsten Farben zu sehen waren.

Auch die eindrucksvollen Protea mit ihren grossen, kunstvollen Blüten zogen die Blicke auf sich, ebenso wie die üppig wachsenden Bougainvilleas, deren leuchtende Farben vielerorts Mauern und Gärten schmücken. Madeira zeigte sich hier einmal mehr als Insel der Blumen, auf der eine erstaunliche Pflanzenvielfalt gedeiht.

Auch die Bananenananas-Pflanze entdeckten wir – sie blühte zwar noch nicht, doch ihr zapfenartiger Fruchtstand erinnerte tatsächlich an einen Tannenzapfen und sorgte für neugierige Blicke.

Per Bus fuhren wir zurück in die Altstadt. Wir schlenderten durch die charmante Rua de Santa Maria. Die bunt bemalten Türen, kleinen Galerien und Souvenirläden verleihen dieser Strasse ihren ganz besonderen Charakter. Dazwischen reihen sich zahlreiche kleine Restaurants mit eng gestellten Tischen, aus denen der Duft von gegrilltem Fisch, Knoblauch und frischen Kräutern strömt. Stimmengewirr, klirrende Gläser und mediterrane Lebensfreude machten diesen Spaziergang besonders stimmungsvoll.

Später tauchten wir in das lebendige Treiben des Mercado dos Lavradores ein. Zuerst betraten wir die Fischhalle. Auf Eis präsentierten sich frische Atlantikfische, besonders eindrücklich der schwarze Degenfisch mit seinem langen, silbrig-schimmernden Körper und den grossen Augen. Daneben lagen Thunfisch und weitere Fischarten – ein authentischer Einblick in die kulinarische Welt der Insel.

Danach wechselten wir in die farbenfrohe Früchte- und Gemüsehalle. Exotische Düfte lagen in der Luft, Verkäuferinnen in traditioneller Tracht boten Kostproben an. Besonders auffällig waren die kleinen, aromatischen madeirensischen Bananen – süss, intensiv im Geschmack und typisch für die Insel. Auch Passionsfrüchte, Papayas und viele weitere tropische Früchte leuchteten in kräftigen Farben und machten Lust aufs Probieren.

Es folgte der Besuch einer kleinen Stickerei-Manufaktur nahe dem Zentrum. Neben kunstvoll bestickten Tischdecken, Tüchern und traditionellen Handarbeiten konnten wir eine einzelne Nähmaschine betrachten – der Schwerpunkt lag hier klar auf den fertigen Produkten, die zum Kauf angeboten wurden.

Den genussvollen Abschluss bildete die Blandy’s Wine Lodge. In angenehmer Atmosphäre – wir sassen an rustikalen Tischen aus massiven Baumstämmen – erhielten wir interessante Informationen von Patrick über die Geschichte des Madeira-Weins. Drei verschiedene Weine durften wir probieren drei klassische Varianten: ein trockener Madeira-Wein, der Halbtrockene und eine deutlich süssere Variante. In ihrer Stilistik erinnern sie teilweise an Sherry, entwickeln jedoch durch die besondere Reifung ihren ganz eigenen Charakter. Zu Madeira-Wein passt hervorragend eine weitere Spezialität der Insel: Bolo de Mel. Dieser traditionelle „Honigkuchen“ wird mit Zuckerrohrmelasse, Nüssen und Gewürzen zubereitet und hat eine dunkle Farbe sowie ein intensives, würzig-süsses Aroma. Alle diese Produkte konnten erworben werden.

So zeigte sich Funchal an diesem Tag von seiner vielfältigen Seite – botanisch, kulinarisch, traditionell und voller Leben.

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Cabo Girão, Lorbeerwald Fanal, Porto Moniz und Câmara de Lobos

Am dritten Tag unserer Reise führte uns der Weg zum Cabo Girão, einem der spektakulärsten Aussichtskliffs Europas, das majestätisch etwa 580 Meter über dem Meeresspiegel thront. Schon beim Nähern spürt man die Spannung – und dann der Moment, in dem man den „Skywalk“ betritt: eine Glasplattform, die direkt über die schwindelerregende Tiefe hinausragt. Plötzlich hat man das unglaubliche Gefühl, über der Luft zu schweben, während sich unter einem der endlose Atlantik und die winzigen Küstendörfer ausbreiten.

Am Fusse des Kliffs breiten sich sorgfältig angelegte Terrassenfelder aus, die wie kleine Mosaike über die Hänge verlaufen und über verschlungene Serpentinen erreichbar sind. Cabo Girão ist nicht nur ein Naturwunder, sondern ein Ort, der das Herz höherschlagen lässt. Auf dem Weg Richtung Nordwesten fuhren wir nach Ribeira Brava, eine charmante Küstenstadt im Südwesten Madeiras, etwa 20 Kilometer westlich von Funchal. Der Name bedeutet „wilder Fluss“, was auf den Fluss Ribeira Brava zurückgeht, der durch die Stadt fliesst. Ribeira Brava besticht durch eine hübsche Uferpromenade und die Kirche Igreja de São Bento, die durch ihre dekorative Kieselsteinfassade hervorsticht und fast wie ein kleines Kunstwerk aus Naturmaterialien wirkt.

Ein weiterer Höhepunkt war der mystische Fanal im Lorbeerwald. Die alten, knorrigen Bäume, wirkten wie aus einer anderen Zeit. Zwischen moosbewachsenen Ästen und weiten Wiesen legten wir eine Pause ein und genossen die stille, beinahe märchenhafte Atmosphäre. Fanal ist Teil des Laurisilva-Waldes, der zum UNESCO-Weltnaturerbe gehört, und wird oft als „Zauberwald“ bezeichnet.

Bei Ribeira da Janela bewunderten und fotografierten wir die markanten Felsformationen, die wie steinerne Wächter aus dem Meer ragen.

Danach erreichten wir Porto Moniz an der Nordwestküste Madeiras ein Ort voller dramatischer Schönheit. Ein Spaziergang entlang der natürlichen Lavabecken wird hier zu einem echten Spektakel: Die mächtigen Atlantikwellen donnern unaufhörlich gegen die schwarzen Felsen, spritzen in riesigen Gischtfontänen hoch und lassen die Luft salzig schmecken. Das Rauschen des Meeres ist ohrenbetäubend, die Kraft der Wellen fast greifbar – ein Schauspiel, das wild, ungestüm und gleichzeitig faszinierend wirkt.

Die glatten Lavabecken bieten einen ruhigen Kontrast, in dem sich das Wasser sammelt und funkelt, doch man spürt jederzeit die Urgewalt des Ozeans, der gegen die Küste peitscht. Porto Moniz ist so ein Ort, an dem die Natur ihre Stärke in voller Pracht zeigt und Besucher gleichermassen staunen und ehrfürchtig werden lässt.

Zum Mittagessen kehrten wir in São Vicente ein. In geselliger Runde stärkten sich einige Gäste mit einem herzhaften Gericht, während andere sich an Tapas versuchten oder einfach bei einem Kaffee und Kuchen entspannten. Besonders verlockend war die süsse Spezialität Portugals, die berühmten Pastel de Nata. Die zarten Blätterteigtörtchen sind gefüllt mit einer cremigen Vanille-Ei-Masse und werden traditionell leicht warm serviert. Ein Hauch von Zimt oder Puderzucker rundet das Geschmackserlebnis ab – ein kleiner, feiner Genuss, der die Sinne verführt und die kulinarische Vielfalt Madeiras auf köstliche Weise widerspiegelt.

Den Abschluss des Tages bildete das charmante Fischerdorf Câmara de Lobos. Am malerischen Hafen hielten wir inne, um Fotos bei der Statue von Winston Churchill zu machen, der hier einst malte und die besondere Lichtstimmung des Ortes liebte. Danach zog es uns in die gemütliche Bar Filhos d’Mar, deren Wände mit zahlreichen Bildern von Cristiano Ronaldo geschmückt sind.

Dort probierten wir die traditionelle Poncha, das typische Getränk der Insel aus Zuckerrohrschnaps, Honig und Zitronensaft – wahlweise als „Pescador“ (Zitrone/Limette), „Regional“ (Orange) oder verfeinert mit Maracujá, dass kunstvoll mit dem charakteristischen Holzstab gemixt wird.

So war dieser Tag eine wunderbare Mischung aus spektakulären Ausblicken, wilder Natur, kulinarischen Genüssen und typisch madeirensischer Lebensfreude – abwechslungsreich, lebendig und voller Eindrücke.

Aussichtspunkte, das Nonnental und Monte

Der Vormittag des nächsten Tages stand ganz im Zeichen eines halbtägigen Ausflugs. Zuerst fuhren wir hinauf zum Aussichtspunkt Pico dos Barcelos. Von hier oben bot sich ein weiter Blick über die Bucht von Funchal, über die roten Dächer der Stadt bis hinaus auf den Atlantik. In der klaren Morgenluft wirkte die Stadt ruhig und weitläufig, eingerahmt von grünen Hügeln.

Unsere Fahrt führte weiter hinauf zum spektakulären Aussichtspunkt Eira do Serrado. Von hier blickten wir tief hinunter in das sogenannte Curral das Freiras, das berühmte Nonnental. Das kleine Dorf liegt eingebettet in einem Krater aus steilen, zerklüfteten Bergen – abgeschieden und eindrucksvoll zugleich. Der Legende nach suchten hier im 16. Jahrhundert Nonnen Zuflucht vor Piratenangriffen auf Funchal, weshalb der Ort bis heute seinen Namen trägt.

Anschliessend ging es weiter nach Monte, einem der bekanntesten Ausflugsorte oberhalb von Funchal. Hoch über der Stadt thront die Wallfahrtskirche Igreja de Nossa Senhora do Monte, ein bedeutender Pilgerort der Insel. Viele Besucher steigen die Treppen hinauf zur Kirche, von wo aus sich erneut ein schöner Blick über die Stadt und das Meer eröffnet.

In der Nähe der Kirche beginnt auch eine der traditionsreichsten Attraktionen Madeiras: die berühmten Korbschlittenfahrten. Die geflochtenen Schlitten, „Carros de Cesto“, gleiten auf zwei Holzschienen die steile Strasse talwärts. Gesteuert werden sie von den weiss gekleideten „Carreiros do Monte“, die mit Strohhut und großer Geschicklichkeit die Schlitten lenken und mit speziellen Gummisohlen bremsen. Diese ungewöhnliche Art der Fortbewegung entstand bereits im 19. Jahrhundert, als wohlhabende Bewohner von Monte so schnell ins Zentrum von Funchal gelangen wollten. Heute gehört sie zu den lebendigen Traditionen der Insel.

Nach diesem gemeinsamen Teil gestaltete sich der Nachmittag individuell: Einige Gäste und ich nutzten den Nachmittag für einen Besuch im Monte Palace Tropical Garden. Die weitläufige Gartenanlage beeindruckt mit exotischen Pflanzen aus aller Welt, kleinen Wasserfällen, kunstvollen Teichen und herrlichen Ausblicken über Funchal und den Atlantik.

Beim Spaziergang durch die üppig bepflanzten Wege entdeckte man immer wieder neue botanische Besonderheiten. Zwischen Palmen, tropischen Blumen und kunstvollen Gartenanlagen lebten auch elegante Flamingos, die sich an den Teichen aufhielten. Mit ihrem rosafarbenen Gefieder und ihren ruhigen Bewegungen gaben sie dem Garten eine fast märchenhafte Atmosphäre und boten ein besonders schönes Fotomotiv. Beim Eintritt in den Monte Palace Tropical Garden erhielten wir einen kleinen Bon für ein Glas Madeira-Wein. An der Sonne sitzend, mit dem milden Licht auf unseren Gesichtern und dem Blick über die glitzernde Stadt Funchal, genoss unsere kleine Gruppe den Wein. So wurde der Besuch des Gartens zu einem entspannten Erlebnis – eine Mischung aus exotischer Pflanzenwelt, Kunst, Genuss und stillen Naturmomenten.

Andere zog es hinunter in die Altstadt von Funchal, wo kleine Gassen, Cafés und Geschäfte zum Bummeln einladen. Und einige entschieden sich für einen ruhigen Nachmittag zurück im Hotel, um die Eindrücke der Reise entspannt wirken zu lassen.

So bot dieser Tag eine schöne Mischung aus spektakulären Aussichtspunkten, Geschichte und individuellen Entdeckungen.

Höhepunkte des Ostens

Der fünfte Tag begann mit der Fahrt hinauf zum Pico do Arieiro. Auf über 1.800 Metern Höhe standen wir über den Wolken. Die schroffe, beinahe alpine Berglandschaft wirkte rau und majestätisch zugleich. Zerklüftete Felsen, tief eingeschnittene Täler und das wechselnde Spiel aus Licht und Nebelschwaden verliehen diesem Ort eine fast mystische Stimmung. Hier oben zeigte sich Madeira von seiner wilden, ursprünglichen Seite.

Weiter ging es nach Ribeiro Frio, wo wir entlang der Levada dos Balcões durch den dichten Lorbeerwald wanderten. Moose hingen von den Ästen, Farne säumten den Weg, und das sanfte Plätschern des Wassers begleitete uns. Am Aussichtspunkt angekommen, öffnete sich der Blick weit hinein in das grüne Tal bis nach São Roque do Faial.

Doch nicht nur das Panorama faszinierte – auch die kleinen Vögel sorgten für besondere Momente. Zutrauliche Buchfinken, darunter der auf Madeira heimische Teydefink, flatterten neugierig heran und pickten Samen aus ausgestreckten Händen.

In der Ferne erhob sich markant der Penha d’Águia, der sogenannte Adlerfelsen. Wie ein steinerner Wächter thront er zwischen Faial und Porto da Cruz und prägt mit seiner kraftvollen Silhouette die Landschaft. Seine isolierte Lage und die steilen Flanken machen ihn zu einem eindrucksvollen Wahrzeichen der Nordküste.

Am Schluss erreichten wir Santana. Der Ort ist bekannt für seine traditionellen strohgedeckten Häuser, die „Casas de Colmo“. Die kleinen, dreieckigen Gebäude mit ihren steilen Dächern, weiss getünchten Wänden, roten Türen und blauen Fensterrahmen wirken fast wie aus einem Bilderbuch. Einst dienten sie Bauern als Wohnhäuser und boten Schutz vor Wind und Feuchtigkeit. In vielen dieser kleinen Häuser schliefen die Kinder im oberen Bereich unter dem steilen Strohdach. Dorthin gelangte man nur über eine einfache Leiter. Am Abend, so berichtet man schmunzelnd, zogen die Eltern die Leiter manchmal einfach weg – nicht nur aus Sicherheitsgründen, sondern auch, damit die Kinder oben blieben und im Haus endlich Ruhe einkehrte.

Auf der Rückfahrt über die Halbinsel Ponta de São Lourenço veränderte sich die Landschaft ein weiteres Mal. Das satte Grün wich kargeren, erdigen Farbtönen, die Vegetation wurde niedriger, die Felsen schroffer. Dieser Kontrast zwischen üppigem Lorbeerwald und fast mondähnlicher Küstenlandschaft machte die Vielfalt Madeiras besonders eindrücklich.

Am Abend liessen wir die vielen Eindrücke beim gemeinsamen Nachtessen im Hotel Melia Madeira Mare Revue passieren. Nach dem Essen wurden wir vom Kellner mit einem feinen Madeira-Wein überrascht. Mit Humor und grosser Freude schenkte er nach und sorgte für heitere Stimmung – ein genussvoller Ausklang eines eindrucksvollen Tages.

Levada, Rum aus Porto da Cruz und Zeit am Meer

Neuer Tag: am Morgen machten wir uns auf zu einer Wanderung entlang der Levada do Castelejo. Die Levadas sind ein einzigartiges Bewässerungssystem, das bereits vor Jahrhunderten angelegt wurde, um das Wasser aus den regenreichen Bergregionen in die trockeneren landwirtschaftlichen Gebiete der Insel zu leiten. Noch heute durchziehen diese schmalen Wasserkanäle die Landschaft und machen viele der fruchtbaren Terrassenfelder überhaupt erst möglich.

Während unserer Wanderung entdeckten wir immer wieder die üppige Vegetation Madeiras: Avocadobäume, Orangen-, Mandarinen- und Zitronenbäume säumten den Weg. Auch Weinreben, die man auf der Insel vielerorts sieht, sowie die eleganten weissen Calla-Blumen wuchsen hier in grosser Zahl und verliehen der Landschaft eine besondere Schönheit. Nach der Wanderung legten wir eine gemütliche Pause in einem Café ein, wo nochmals die Möglichkeit bestand einen Poncha zu trinken.

Anschliessend fuhren wir nach Porto da Cruz, einem kleinen Ort an der Nordküste, der auch als einer der besten Surfspots der Insel gilt. Hier besuchten wir eine traditionelle Rum-Destillerie, in der aus Zuckerrohr der charakteristische Madeira-Rum hergestellt wird. Bevor wir die Fabrik auf eigene Faust erkundeten, konnten wir an einer kleinen Verkostung teilnehmen.

Danach führte uns der Weg weiter zum Machico Strand, wo wir nochmals freie Zeit geniessen konnten. Einige nutzten die Gelegenheit für ein erfrischendes Bad im Atlantik, andere spazierten am Meer entlang oder schlenderten ins Dorf, um die kleinen Gassen zu erkunden und die Atmosphäre dieses historischen Ortes zu erleben.

So fand dieser abwechslungsreiche Tag einen entspannten Abschluss – zwischen Atlantik, Dorfleben und der Möglichkeit, die letzten Eindrücke der Insel in Ruhe auf sich wirken zu lassen.

Bootsfahrt zur Wal- und Delfinbeobachtung

Am letzten Tag wartete ein besonderes Highlight auf uns, es war die Bootsfahrt zur Wal- und Delfinbeobachtung. Bereits beim Einstieg wurden wir vom kräftigen Regen überrascht – innerhalb weniger Minuten waren wir alle durchnässt, lachten aber gemeinsam über unsere „kostenlose Dusche“.

Das Schnellboot raste über die Wellen, der Fahrtwind vermischt mit Gischt und Regen erzeugte ein echtes Abenteuergefühl. Schon bald wurden wir belohnt: Mehrere Delfine tauchten neben dem Boot auf, glitten spielerisch durch die Wellen und begleiteten uns ein Stück auf unserem Weg über den Atlantik. Mit eleganten Sprüngen und ihrer neugierigen Art sorgten sie für grosse Begeisterung an Bord. Und als wollten sie unseren Ausflug noch krönen, kehrte auch die Sonne zurück. Die Wolken öffneten sich langsam, warme Sonnenstrahlen brachen durch den Himmel und liessen das Meer wieder glitzern. Ein schöner Abschluss unserer Madeira-Reise.

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Rückreise – Abschied vom Atlantik

Am frühen Morgen hiess es Abschied nehmen von Madeira. Noch einmal ein letzter Blick auf das Meer, auf die Berge, die uns in den vergangenen Tagen begleitet hatten.

Patrick und José brachten uns zum Flughafen Madeira Cristiano Ronaldo, wo wir unsere Heimreise antraten. Der Rückflug führte uns nochmals über Lissabon, bevor es weiter Richtung Heimat ging. Während unter uns der Atlantik verschwand und später das portugiesische Festland vorbeizog, blieb Zeit, die vergangenen Tage Revue passieren zu lassen – die Levadas, die steilen Klippen, die bunten Märkte, die Begegnungen und das viele Lachen.

Mit vielen Eindrücken im Herzen, schönen Erinnerungen im Gepäck und vielleicht einer Flasche Madeira-Wein im Koffer landeten wir wieder in Zürich.

Was bleibt, ist mehr als nur eine Reise. Gemeinsam haben wir gestaunt, gelacht, den Atlantikwind gespürt, Poncha probiert, über Levadas gewandert und spektakuläre Ausblicke geteilt.

Von Herzen danke ich euch für euer Vertrauen, eure gute Laune und das angenehme Miteinander. Es ist nicht selbstverständlich, dass eine Gruppe so gut zusammenpasst – und genau das hat diese Woche so besonders gemacht.

Ich freue mich, wenn wir uns vielleicht auf einer anderen Reise wiedersehen.

Herzlichst Silvia