Cabo Girão, Lorbeerwald Fanal, Porto Moniz und Câmara de Lobos
Am dritten Tag unserer Reise führte uns der Weg zum Cabo Girão, einem der spektakulärsten Aussichtskliffs Europas, das majestätisch etwa 580 Meter über dem Meeresspiegel thront. Schon beim Nähern spürt man die Spannung – und dann der Moment, in dem man den „Skywalk“ betritt: eine Glasplattform, die direkt über die schwindelerregende Tiefe hinausragt. Plötzlich hat man das unglaubliche Gefühl, über der Luft zu schweben, während sich unter einem der endlose Atlantik und die winzigen Küstendörfer ausbreiten.
Am Fusse des Kliffs breiten sich sorgfältig angelegte Terrassenfelder aus, die wie kleine Mosaike über die Hänge verlaufen und über verschlungene Serpentinen erreichbar sind. Cabo Girão ist nicht nur ein Naturwunder, sondern ein Ort, der das Herz höherschlagen lässt. Auf dem Weg Richtung Nordwesten fuhren wir nach Ribeira Brava, eine charmante Küstenstadt im Südwesten Madeiras, etwa 20 Kilometer westlich von Funchal. Der Name bedeutet „wilder Fluss“, was auf den Fluss Ribeira Brava zurückgeht, der durch die Stadt fliesst. Ribeira Brava besticht durch eine hübsche Uferpromenade und die Kirche Igreja de São Bento, die durch ihre dekorative Kieselsteinfassade hervorsticht und fast wie ein kleines Kunstwerk aus Naturmaterialien wirkt.
Ein weiterer Höhepunkt war der mystische Fanal im Lorbeerwald. Die alten, knorrigen Bäume, wirkten wie aus einer anderen Zeit. Zwischen moosbewachsenen Ästen und weiten Wiesen legten wir eine Pause ein und genossen die stille, beinahe märchenhafte Atmosphäre. Fanal ist Teil des Laurisilva-Waldes, der zum UNESCO-Weltnaturerbe gehört, und wird oft als „Zauberwald“ bezeichnet.
Bei Ribeira da Janela bewunderten und fotografierten wir die markanten Felsformationen, die wie steinerne Wächter aus dem Meer ragen.
Danach erreichten wir Porto Moniz an der Nordwestküste Madeiras ein Ort voller dramatischer Schönheit. Ein Spaziergang entlang der natürlichen Lavabecken wird hier zu einem echten Spektakel: Die mächtigen Atlantikwellen donnern unaufhörlich gegen die schwarzen Felsen, spritzen in riesigen Gischtfontänen hoch und lassen die Luft salzig schmecken. Das Rauschen des Meeres ist ohrenbetäubend, die Kraft der Wellen fast greifbar – ein Schauspiel, das wild, ungestüm und gleichzeitig faszinierend wirkt.
Die glatten Lavabecken bieten einen ruhigen Kontrast, in dem sich das Wasser sammelt und funkelt, doch man spürt jederzeit die Urgewalt des Ozeans, der gegen die Küste peitscht. Porto Moniz ist so ein Ort, an dem die Natur ihre Stärke in voller Pracht zeigt und Besucher gleichermassen staunen und ehrfürchtig werden lässt.
Zum Mittagessen kehrten wir in São Vicente ein. In geselliger Runde stärkten sich einige Gäste mit einem herzhaften Gericht, während andere sich an Tapas versuchten oder einfach bei einem Kaffee und Kuchen entspannten. Besonders verlockend war die süsse Spezialität Portugals, die berühmten Pastel de Nata. Die zarten Blätterteigtörtchen sind gefüllt mit einer cremigen Vanille-Ei-Masse und werden traditionell leicht warm serviert. Ein Hauch von Zimt oder Puderzucker rundet das Geschmackserlebnis ab – ein kleiner, feiner Genuss, der die Sinne verführt und die kulinarische Vielfalt Madeiras auf köstliche Weise widerspiegelt.
Den Abschluss des Tages bildete das charmante Fischerdorf Câmara de Lobos. Am malerischen Hafen hielten wir inne, um Fotos bei der Statue von Winston Churchill zu machen, der hier einst malte und die besondere Lichtstimmung des Ortes liebte. Danach zog es uns in die gemütliche Bar Filhos d’Mar, deren Wände mit zahlreichen Bildern von Cristiano Ronaldo geschmückt sind.
Dort probierten wir die traditionelle Poncha, das typische Getränk der Insel aus Zuckerrohrschnaps, Honig und Zitronensaft – wahlweise als „Pescador“ (Zitrone/Limette), „Regional“ (Orange) oder verfeinert mit Maracujá, dass kunstvoll mit dem charakteristischen Holzstab gemixt wird.
So war dieser Tag eine wunderbare Mischung aus spektakulären Ausblicken, wilder Natur, kulinarischen Genüssen und typisch madeirensischer Lebensfreude – abwechslungsreich, lebendig und voller Eindrücke.