Hat man(n) nun davon…
Flughafen-Angestellte weisen den ersten Ankömmlingen um 06:00 Uhr den Weg zum HP-Schalter im einzigen Terminal, A. Die Leute sind aus verschiedenen Gründen sauer. Erstens einmal, weil sie die ganze Aufregung nicht verstehen, zweitens, weil sie die ganze Nacht nicht geschlafen haben und, drittens, weil sie ihre Ferien auf Rhodos verbringen wollen, nicht auf Ballermann, wie Mallorca Jahre später einmal heissen wird.

Eher kritisch wird es bei jenen, die erst am späten Nachmittag oder – immerhin! – am Abend weiterfliegen werden. Da gibt es in der Zwischenzeit zwei Alternativen: Mit dem Car einen Ausflug an den Rheinfall mit Mittagessen in Stein am Rhein (wo ich früher gewohnt habe und mit einigen Restaurants telefonisch einen Deal aushandeln kann), oder aber ein Tageszimmer im Airport Hilton. Zum Schluss haben wir vier Cars in der Ostschweiz unterwegs und viele Tageszimmer im Hilton belegt.
Ungefähr 100 Gäste sind auf ein Fluggerät der Air Spain nach Mallorca gebucht, Abflug 19:00 Uhr in Kloten. Ich lasse diese Leute per 18:00 Uhr an den Airport bringen. Dummerweise stellt sich dann heraus, dass die Kiste ein technisches Problem hat und sich verspäten wird, so dass wir schon mal Bons für ein Znacht abgeben – «Dabei war es in Stein am Rhein so schön!» – , der Abflug nach PMI immerhin noch knapp vor der Nachtflugsperre vorgesehen. Die Arbeiten ziehen sich in die Länge, aber um 21:50 Uhr ist die Maschine parat zum Abflug. Die Pax hingegen können kein normales Check-In mehr machen, so dass ich im Einverständnis mit allen Flughafenbehörden eine Art Kampfbahn- Übung veranstalte.
Die DC-9 fährt direkt vor ein Gate, die Passagiere stürmen direkt die Gangways hinauf, sitzen einfach irgendwo ohne Sitzplatznummer ab – und ab die Post (das Gepäck wurde immerhin bereits verladen). Um 22:04 Uhr hebt die Air Spain mit den Ferienreisenden in Richtung Palma de Mallorca ab. Meine drei Kolleginnen und ich gehen derweil in die Swissair-Lounge, bestellen eine Flasche Champagner. Party! Haben wir uns verdient. Nach zehn Minuten ruft man nach uns: “Die Air Spain kommt retour, die Frachttüre ist nicht korrekt verschlossen, die Maschine darf heute Nacht aber nicht mehr starten.“
Meine Kolleginnen kümmern sich um Bustransfers und Zimmer im Hilton. Ich gehe zum Gate, wage den Versuch einer Erklärung. Noch bevor ich dazu komme, steht ein Gast vor mir, ungefähr einen Kopf kleiner, und haut mir kommentarlos zwei Ohrfeigen, eine rechts, eine links. Päng, päng! Weiterempfehlen/ Teilen
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