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Fête des Lumières in Lyon mit Sibylle Bally

Lyon im Lichterglanz – die Stadt, in der Geschichte, Kulinarik und Kunst aufeinandertreffen. Vom glitzernden Weihnachtsmarkt in Annecy über die geheimnisvollen Traboules der Altstadt bis zum legendären Fête des Lumières, wenn Millionen Lichter die Stadt in ein spektakuläres Kunstwerk verwandeln. Lyon ist charmant, lebendig und ein perfekter Ort für alle, die französisches Flair ohne Hektik suchen – mit köstlichem Essen, beeindruckender Architektur und unvergesslichen Lichtmomenten.

Sibylle Bally
Bericht von Sibylle Bally, Reiseleiterin, 4. – 7. Dezember 2025

Lyon im Lichterglanz – die Stadt, in der Geschichte, Kulinarik und Kunst aufeinandertreffen. Vom glitzernden Weihnachtsmarkt in Annecy über die geheimnisvollen Traboules der Altstadt bis zum legendären Fête des Lumières, wenn Millionen Lichter die Stadt in ein spektakuläres Kunstwerk verwandeln. Lyon ist charmant, lebendig und ein perfekter Ort für alle, die französisches Flair ohne Hektik suchen – mit köstlichem Essen, beeindruckender Architektur und unvergesslichen Lichtmomenten.

Lyon ist überschaubar, lebendig und das Essen ist überall unglaublich gut. Die Stadt verbindet Mediterranes mit elegantem französischem Flair. Die Nähe der Natur (Flüsse, Hügel) macht sie sehr speziell, und die Geschichte ist an jeder Ecke spürbar.

Wer französische Städte liebt, aber Paris zu hektisch findet, wird Lyon mögen.

Auf nach Lyon im Lichterglanz

1.Tag – Von Basel/Bern nach Annecy: Weihnachtszauber zum Auftakt

Mit 45 bestens gelaunten Reisegästen fahre ich am Morgen los Richtung Lyon. Da in einem Reisebus bekanntlich alles Platz hat, ausser schlechter Laune, rollen wir beschwingt über die Schweizer Grenze. Unser Mittagsstopp führt uns bei schönstem Sonnenschein ins bezaubernde Annecy, das mit seinem glitzernden See, den kleinen Gässchen und einem Weihnachtsmarkt aufwartet, was aussieht, als hätte dies jemand direkt aus einem Bilderbuch ausgeschnitten.

Manche testen sich mutig durch die kulinarischen Versuchungen, andere durch die handgestrickten Mützenstände, Schmuckstände, Weihnachtsdeko, Seifen und Kosmetika aus der Provence, Süssigkeiten und natürlich dem obligaten «vin chaud».

Frisch gestärkt und die Einkaufstaschen schon voll, fahren wir weiter nach Lyon.

2. Tag – Kultur, Kulinarik und eine Stadt, die im Licht badet

Am Morgen erwartet uns eine Stadtführung  mit unseren beiden lokalen Reiseleitern Diana und Christine, welche alles, wirklich alles über die Stadt wissen. Die «Basilika Notre-Dame de Fourvière» thront majestätisch über der Stadt, als wolle sie sagen: „Bienvenue! Von oben bietet sich ein beeindruckender Blick über Lyon, der selbst die Viel-Fotografierer kurz sprachlos macht. Gleich neben der Basilika steht der Metallturm von Fourvière (Fernsehturm). Er sieht aus wie der obere Teil des Eiffelturms, den jemand heimlich nach Lyon geschmuggelt hat, nur in der praktischen Reisegrösse. Anscheinend sei er gleich gebaut wie der 3. Stock seines grossen Bruders in Paris.

Weiter geht es durch die Altstadt, vorbei an Traboules, kleinen Cafés, Bouchons und charmanten Fassaden.

Die Traboules sind enge, überdachte Durchgänge, die Häuserblocks durchqueren und einen von einer Strasse zur nächsten schleusen, wie geheime Abkürzungen, die nur die Einwohner selbst kennen. Die Eingänge sind unauffällig mit einer Haustür getarnt. Die Traboules entstanden ab dem 4. Jahrhundert, richtig beliebt werden sie aber im Mittelalter und später bei den Seidenwebern (den berühmten Canuts). Die Canuts nutzen die Traboules, um ihre wertvolle Seide schnell, trocken und unbemerkt zu den Händlern zu bringen – quasi die Express-Lieferung des 18. Jahrhunderts. Während des 2. Weltkriegs dienen die Traboules dann der Résistance als Versteck und als geheime Wege, um die Besatzung auszutricksen. Man könnte sagen: Google Maps hätte damals keine Chance gehabt.

In Lyon gibt es rund 400 Traboules, von denen etwa 50 offiziell zugänglich sind.

Berühmt ist Lyon auch für die berühmten «Bouchons». Dies sind kleine, urige Lyoner Gasthäuser, in denen man das Gefühl hat, direkt in die französische Familienküche einzutauchen. Rote Tischdecken, viel Holz und noch mehr Charme. Hier gibt es die Klassiker der Lyoner Küche: QuenellesAndouilletteGratin dauphinoisSalade lyonnaiseCervelle de Canut. Alles gekocht mit viel Butter und noch mehr Liebe.

In diesen Bouchons kochten die berühmten «Mères Lyonnaises». Die Mères („Mütter“) sind legendäre Lyoner Köchinnen, die ab dem 19. Jahrhundert die französische Gastronomie auf den Kopf stellen und das meist in kleinen Restaurants, lange bevor es Sterne oder Influencer gab. Diese Frauen kochten ursprünglich für wohlhabende Familien, machten sich dann selbstständig und schafften etwas Revolutionäres: ehrliche, gehaltvolle Küche auf höchstem Niveau, die Basis der heutigen Lyoner Gastronomie. Sie sind die «Grossmütter» der modernen Spitzenköche.
Sogar Paul Bocuse (der moderne Stadtheilige der Stadt Lyon) begann bei einer Mère.

Danach verstreut sich die Gruppe im Wind. Einige gehen zum Weihnachtsmarkt, andere besuchen Museen oder Einkaufsstrassen und wieder andere setzen sich direkt in die berühmten Bouchons, um «wie Gott in Frankreich» zu essen.

Am Abend folgt dann der grosse Höhepunkt: das Fête des Lumières. Dies hat seinen Ursprung im 19. Jahrhundert, als die Lyoner zu Ehren der Jungfrau Maria Kerzen in die Fenster stellten. Heute ersetzen Millionen von LEDs diese Kerzen.

Lyon verwandelt sich wie jedes Jahr in ein einziges Kunstwerk aus Farben, Formen und Projektionen. Und zusammen mit bis zu rund 4 Millionen Besuchern stehen wir mittendrin. Die Stadt vibriert, leuchtet, funkelt. Sie verwandelt sich in ein riesiges Open-Air-Kunstwerk: Fassaden erwachen zum Leben, Plätze leuchten, und wir mittendrin, staunend, fasziniert und manchmal leicht zerdrückt zwischen all den anderen Begeisterten.

3. Tag – Lyon vom Wasser aus gen Süden, wo die Architektur mutig wird

Am dritten Tag unternehmen wir eine Bootsfahrt. Vom Wasser aus zeigt sich zuerst die «Vieille Ville» von ihrer schönsten Seite.

Unsere Fahrt führt weiter in den Süden, in Lyons modernen Teil, ein spannender Kontrast aus Glas, Stahl, total verrückter Architektur und neuen Ideen. Dort wo Rhône und Saône sich treffen, scheint die Stadt beschlossen zu haben: Warum normal, wenn’s auch spektakulär geht? Vorbei an farbigen Würfeln, schiefen Winkeln und Häusern, die aussehen, als hätte ein Architekt sie im Lego-Fieber entworfen. Der spektakulärste Bau ist wohl das «Musée des Confluences». Hier zeigt Lyon seine kreative Seite: mutig, verspielt und ein bisschen verrückt, ein perfekter Kontrast zur charmanten Altstadt. Wir sind beeindruckt!

4. Tag – Heimreise im Regen, aber mit leuchtenden Erinnerungen

Am letzten Tag meint es das Wetter nicht ganz so gut mit uns – Lyon verabschiedet uns mit Regen. Dafür nehmen wir umso mehr eindrückliche Beleuchtungen auf unseren Fotos, französisches Flair und schöne Erinnerungen mit nach Hause.

Alles Liebe, eure Reiseleiterin

Sibylle

 

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