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Der Milliardär und seine Hotels

 

 

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Vor zehn Jahren traf ich Gratian Anda im Zürcher Hotel Storchen. Selbstverständlich war das nicht, denn eigentlich gibt er keine Interviews. Das hat schon seine Mutter, die verstorbene Kunst- und Musikmäzenin Hortense Anda-Bührle, so gehalten. Was ich über den Enkel von Bührle-Konzerngründer Emil Georg Bührle wusste: Er absolvierte die Volksschule in St. Anton am Arlberg, studierte Ingenieur an der ETH, war Unternehmensberater bei McKinsey, ist Präsident und Geschäftsleitungsvorsitzender der familieneigenen IHAG Holding mit breit diversifiziertem Beteiligungsportfolio, besitzt eine Kunstsammlung von Weltruf und liebt schöne Hotels. Als Gratian Anda nach mehrwöchiger Bedenkzeit tatsächlich im Storchen erschien, war ich überrascht. Da kam kein menschenscheuer, übellauniger Zeitgenosse, sondern ein Mann von Welt. Charmant und bestens gelaunt, fast zwei Meter gross, in sportlich-elegantem Outfit und mit gepflegtem Dreitagebart.

Das Hotel Storchen habe sein Grossvater Ende der dreissiger Jahre gekauft, sagte er. Seither habe die Familie Dutzende von Millionen Franken ins Haus investiert. Ungefähr zur selben Zeit wie der Storchen sei auch das Castello del Sole in Ascona, damals eine bescheidene Pension mit zwölf Zimmern und Landwirtschaftsbetrieb, in den Besitz der Familie gelangt. Zwei weitere exklusive Objekte kaufte sein Grossvater nach dem Zweiten Weltkrieg dazu: den Bauernhof Schlattgut und das legendäre Restaurant Buech, beide an Traumlage hoch über dem Zürichsee.

Damals, vor zehn Jahren, hatte Gratian Anda beschlossen, die edlen Objekte, mit denen er seit der Jugendzeit eng verbunden ist, unter einem Dach zusammenzuführen und weiter zu entwickeln. Es war die Geburtsstunde von The Living Circle. Die Marke solle für Emotionen, für Wohlbefinden und Glück stehen, wünschte sich Anda beim Kaffee im Storchen. Mit dem Circle lege er jetzt einfach mal los und schaue, was daraus wird. Eine Kette aufzubauen sei nicht das Ziel, aber wenn etwas Aussergewöhnliches komme, sage er nicht nein. Das Aussergewöhnliche ist dann gekommen. Zur edlen kleinen Gruppe gehören heute auch die Luxushotels Widder in Zürich und Alex in Thalwil, das atemberaubend schöne Château de Raymontpierre im Jura, das Schloss Schauenstein von Dreisternekoch Andreas Caminada und seit kurzem das Hotel Bergwelt in Grindelwald.

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Reich werde man mit einem Projekt wie dem Living Circle nicht, aber wenn man es richtig mache, verliere man auch kein Geld, war Anda schon damals im Storchen überzeugt. Und als Branchenfremder war er, im Unterschied zu vielen andern, klug genug, für den Aufbau der Gruppe hochkarätige Profis zu engagieren. Anda konnte sich, wie geplant und erhofft, schon früh beruhigt ins zweite Glied zurückziehen.

Und natürlich hält er die Augen offen. Privat wohnt er nahe bei einem gewissen Urs Wietlisbach. Der dreifache Selfmade-Milliardär und Mitgründer der Partners Group baut derzeit für 260 Millionen Franken das Kulm Hotel in Arosa um. Wer das Management übernimmt, ist laut Wietlisbach noch offen. Gut möglich, dass die beiden Nachbarn zum Schluss kommen, das Kulm, ein künftiger Leuchtturm der Alpenhotellerie, passe ganz gut zum Living Circle.

Karl Wild

Hotelmärchen

Von Karl Wild

Er habe das Privileg, eigene Projekte wie das Backstage Hotel Vernissage von der Idee bis zur Verwirklichung nach eigenen Vorstellungen durchziehen zu können, sagt Heinz Julen. Bis heute weiss er nicht so recht, was er eigentlich ist. Ob Unternehmer, Künstler, Designer, Architekt, Galerist oder Ideenlieferant. «Ich musste mich nie entscheiden», sagt er. «Ich habe das Glück, stets das machen zu können, was mir gerade Spass macht.»

Manhattan in Zermatt

Das Backstage Hotel ist sein (vorläufiges) Meisterstück. Schon die Lobby hat es in sich. Blankes Eisen, lila Plüsch, verspielte Lampen, verrückte Möbelstücke aus der eigenen Manufaktur, Wände aus alten Schalungselementen von einer Baustelle und, als grandioser Blickfang, ein riesiger Kronleuchter – behängt mit Gitarren, Violinen, Trompeten und Saxofonen: Auf sowas muss man erst mal kommen.

«Es ist nie meine Absicht, etwas Schönes zu machen», sagt der Erschaffer dieses schrägen, frechen und faszinierenden Lifestyle-Boutiquehotels mit seinen verspiegelten Panoramascheiben. «Vielmehr überlege ich mir zuerst einmal, was überhaupt nicht zusammenpasst – und gerade dadurch schön wird.» Mit Alpenchic und Chaletromantik weiss er wenig anzufangen. «Wenn etwa die Österreicher ihre Betonbunker mit Holz verschalen und zu Pseudo-Kuhställen aufblasen, ist das ganz einfach verlogen», sagt er.

Highlights des Backstage sind die sechs Club-Lofts, wahre Kunstwerke mit fantastischem Lichtkonzept. Und natürlich die Luxury Loft mit fünf Doppelschlafzimmern und Schikanen wie einem ausfahrbaren Whirlpool oder einem eigenen Kino. Aussergewöhnlich auch der Wellnessbereich. Sieben raffiniert ausgestattete Würfel symbolisieren die sieben Tage, in denen Gott die Welt erschuf. Wellness zur Schöpfungsgeschichte sozusagen. Julen hat sein Ziel erreicht: Das Backstage Hotel ist anders als alle andern. Ein Hotel zum Träumen.

www.backstagehotel.ch

 

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