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Dänemarks Trauminseln und Museumsbahnen mit Heidi Halter

Malerische Inseln, faszinierende Städte und nostalgische Bahnfahrten machten diese Reise durch Norddeutschland und Dänemark zu einem besonderen Erlebnis. Von Hamburg führte uns die Route über Sylt nach Dänemark, wo historische Städte, eindrucksvolle Brücken, traumhafte Küstenlandschaften und gleich mehrere Museumsbahnen auf uns warteten. Ob Kopenhagen, die Kreidefelsen auf Mön oder eine Fahrt mit einer uralten Dampflok – diese Reise hielt jeden Tag neue Entdeckungen und unvergessliche Momente bereit.

Heidi Halter
Reisebericht von Heidi Halter
Reiseleiterin
20. - 28. Juli 2026


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Hamburg und der Auftakt im hohen Norden

Wenn man diesen Titel liest, sind die Erwartungen gross und ich kann sagen, dass diese Erwartungen voll erfüllt wurden. Wir haben Dänemark von seiner schönsten Seite erfahren und sind in mehreren uralten Museumsbahnen durch das Land gezuckelt.

Aber zuerst erwarten uns in Hamburg die ersten Highlights. Die Mittagszeit reicht für ein Fischbrötchen am Hafen, eine Hafenrundfahrt oder einen Gang durch den Elbtunnel auf die andere Seite und zurück. Dann zeigt uns Fitze, ein Hamburger mit typischem norddeutschem Humor während zwei Stunden die Elbmetropole. Gezielt leitet er unseren Zerzuben Bus mit Carmelo am Steuer durch die grosse Stadt. Da gibt es viel Gelächter und noch mehr Ahs und Ohs. Später am Nachmittag besuchen wir das Miniatur Wunderland, die grösste Modelleisenbahn der Welt. Auf gut 1500m² versetzen uns beeindruckende Landschaften und über 700 Züge in Verzücken. Ein echtes Eldorado für alle Eisenbahnfans. Während Tausenden von Arbeitsstunden wurden Landschaftsbilder nachgeahmt und mit den kleinsten Details versehen. Wir sehen grossartige Landschaften aus der Schweiz, den speienden Ätna in Neapel, die Cinque Terre Region bei Tag und bei Nacht, den Vatikan und noch zahlreiche andere weltbekannte Orte. Hier werden ältere Männer zu Jungs die begeistert vor dieser Anlage stehen und staunen.

Ende Nachmittag gehts weiter nach Flensburg, Schleswig-Holstein zu unserem typisch norddeutschen Hotel, Alte Post, wo wir uns von einem ausgezeichnetes Abendessen Buffet bedienen konnten.

 

Von Sylt über Römö in die Märchenstadt Odense

Die Fahrt am nächsten Tag nach Niebüll ist kurz, so dass wir einen Zug früher nehmen können, um mit dem Autozug über den Hindenburgdamm nach Sylt zu fahren. Am frühen Nachmittag beenden wir die interessante Inselrundfahrt in der nördlichsten Fischbude und geniessen dort ein feines Fischbrötchen und stossen mit einem Glas Prosecco an, bevor uns die Fähre auf die erste dänische Insel, Römö bringt. In Ribe haben wir vor dem Nachtessen noch genug Zeit haben, um das älteste Städtchen des Landes zu besichtigen. Aapropos älteste, wir wohnten auch im ältesten Hotel Dänemarks. In bester Lage, direkt gegenüber dem eindrücklichen Dom sind wir einquartiert. Das älteste Hotel Dänemarks machte seinem Namen alle Ehre, die Böden sind uneben (mein Koffer rollte ganz von selbst vom Bett zur Türe) überall knarrt und quietschte es. Auch hier wurde uns ein sehr feines Nachtessen serviert.

Weiter ging unsere Fahrt von Jütland nach Fünen, in die Märchenstadt Odense, wo Christian Andersen geboren wurde. Nach einem kurzen Rundgang durch die Stadt, erwartet uns anfang Nachmittag ein Besuch im dänischen Eisenbahnmuseum mit klassischen Lokomotiven und Eisenbahnwagen. Und dann besteigen wir in Korinth die Syd Fynske Veteranjernbane nach Faaborg und können so erleben, wie es sich in den fünfziger Jahren angefühlt haben musste zu reisen. Weiter geht unsere Reise mit dem Bus nach Middelfart, wo wir die nächsten zwei Nächte verbringen werden. Das Hotel ist ruhig gelegen, mit super Sicht auf die 1700 m lange Ny Lillebæltsbro am kleinen Belt, diese grossartige Brücke, die Fünen mit Jütland verbindet.

Reiseleiterin mit Zugbegleiter vor einem historischen Eisenbahnwagen.

Aarhus und nostalgische Bahnabenteuer

Der Ausflug nach Aarhus am kommenden Tag ist sehr interessant und informativ. Während zwei Stunden lernen wir die Stadt kennen und können uns so ein Bild machen über die zweitgrösste Stadt des Landes. Die Mittagspause machen wir im nahegelegenen Freilichtmuseum Den Gamle By, zu vergleichen mit unserem Ballenberg, nur viel kleiner. Im Modelbane Europa Museum in Hadsten bestaunen wir später eine Miniaturlandschaft, die von über 100 Zügen durchfahren wird.

Über den grossen Belt, was in den nordischen Ländern so viel heisst wie Meerenge, erreichen wir am kommenden Tag die Insel Seeland. Wir sind sehr früh losgefahren, denn wir wurden schon seit Tagen vorgewarnt, dass in Hedeland das grösste Pfadfinderlager Skandinaviens stattfindet und es zu Staus und Verspätungen kommen wird. Nun wir kommen Hedeland immer näher und haben noch keinen einzigen Pfadfinder gesehen… Ich rufe beim Hedelands Bahnhof an und höre, dass es da sehr viele Leute gebe… Irgendwie verstehen wir die Welt nicht mehr, wir sehen weit und breit keine Pfadfinder, kein Stau und auch der Bahnhof ist bei unserer Ankunft leer… sollten sie sich im Datum getäuscht haben? So haben wir etwas Zeit im Bahnhof von Hedeland und können das Rangieren der Lok und des Zuges verfolgen. Dann können wir einsteigen und los geht die Fahrt mit dieser uralten Dampflok der Hedelands Veteranbane, der längsten schmalspurigen Museumsbahn in Dänemark. Während einer Stunde zuckeln wir durch Wälder und Felder. Und plötzlich sehen wir sie! Die Pfadfinder! Es sind rund 32'000 Jugendliche aus verschiedenen Ländern, die hier kampieren. Zelte, Lagerfeuer, soweit das Auge reicht und die Pfadfinder die wie Ameisen da rumlaufen. Endlich sehen wir unsere Pfadfinder und ich muss sagen, dass uns ihre Anwesenheit und die Zelte auf den endlosen Weiten die Fahrt sehr verschönert. Man stelle sich das vor; 32'000 Pfadfinder die untergebracht, verpflegt, unterhalten und versorgt werden müssen. Immer wieder pfeift die kleine Lok und die Jugendlichen winken und erfreuen sich am Zug, und wir erfreuen uns an ihnen. Ein wahrlich eindrückliches Schauspiel. So viel zu den Pfadfindern

Kopenhagen und die Trauminsel Mön

Unsere Fahrt geht anschliessend weiter in die Hauptstadt Dänemarks, nach Kopenhagen. Die Stadt wurde schon mehrmals als lebenswerteste Stadt der Welt ausgezeichnet. Während der Rundfahrt zeigt uns die lokale Guide Inge die Sehenswürdigkeiten. So fahren wir mit dem Lift auf die Müllverbrennungsanlage und sehen von hoch oben die ganze Stadt. Da ist doch wirklich ein Skilift und wir können verfolgen, wie Skifahrer die Loipen runterbrausen und den Klettersteig hochklettern. So eine Müllverbrennungsanlage gibt es nur einmal, und wir haben sie «befahren» und bestaunt. Die Fahrt geht weiter zu anderen Sehenswürdigkeiten, Nyhavn ist sehr bevölkert, denn es sind zwei Kreuzfahrtschiffe in der Stadt, und dann geht die Fahrt zu der Sehenswürdigkeit, die alle so lange erwartet haben, die Meerjungfrau. Da sitzt sie auf einem Stein, bestaunt und fotografiert von zahlreichen Besuchern. Auch mir geht durch den Kopf, was viele Besucher wahrscheinlich denken; die Meerjungfrau ist ja gar nicht so gross wie wir erwartet haben.

Nach der Busrundfahrt kommen wir noch in den Genuss einer Hafenkanalrundfahrt. Es ist interessant, die Sehenswürdigkeiten dieser grossartigen Stadt auch vom Schiff aus zu sehen. Müde nach dem langen Tag, wegen der Pfadfinder waren wir ja sehr früh weggefahren am Morgen, fahren wir zum Hotel.

Am nächsten Tag geht unsere Reise auf die Insel Mön. Über die Dronning Alexandrines Bro eine Strassenbrücke, die als schönste Brücke Dänemarks gilt, erreichen wir die malerische Insel, die sich in der Ostsee erstreckt und zwischen den Inseln Falster und Seeland liegt. Es regnet, aber wir fahren trotzdem bis zum äussersten Ende der Insel. Dort prägen die eindrücklichen Kreidefelsen und feinsten Sandstrände den südlichsten Zipfel von Dänemark. Diese Kreidefelsen stehen denjenigen im benachbarten Rügen in keiner Weise nach. Auf verschiedenen Spazierwegen können wir herrliche Ausblicke auf die Küste und die Ostsee geniessen. Einige Sportliche gehen die 497 Stufen hinunter zum Strand. Nach dem Mittagessen machen wir uns auf zur Insel Lolland, wo uns zum Abschluss eine Fahrt mit der ältesten Museumsbahn Dänemarks erwartet von Bandholm nach Maribo. Der Bahnhof ist mehr als alt, er ist antik, mit herrlichen Stücken wie der uralte Fernmeldeapparat, oder die uralte Schreibmaschine. Alles hier ist uralt und dann fahren wir los. Die Dampflok speit schwarzen Rauch und tönt ohrenbetäubend, wenn sie bei den Bahnübergängen ihre Ankunft mit einem schrillen Pfeifen ankündigt.

In Maribo verbringen wir die letzte Nacht in Dänemark und auch da kommen wir in den Genuss eines feinen Nachtessens.

Abschied von Dänemark

Ja, und dann geht unsere herrliche Reise langsam dem Ende zu. Wir verlassen Dänemark und fahren mit der deutschen Fähre Schleswig-Holstein nach Fehmarn, machen einen ausgedehnten Mittagshalt im bezaubernden Städtchen Burg auf Fehmarn, essen dort ein letztes Fischbrötchen und fahren dann weiter an den letzten Übernachtungsort Hannover.

Es war eine tolle Reise und mein Dank geht an jeden einzelnen der Teilnehmer für das gute Gelingen dieser Fahrt. Ich weiss nicht wer sich auf den Zügen mehr gefreut hat; wir, die wir mitfahren durften auf diesen uralten Zügen oder die meist freiwilligen Mitarbeiter, die die Züge in Schuss halten und mit Herzblut dabei sind. Wir haben uns über sie gefreut und sie haben sich über unsere Begeisterung gefreut.

Vielen Dank!

Eure Reiseleiterin,
Heidi

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