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Auf grosser Schottland Tour zum Military Tattoo mit Beatrice Greve

Neun Tage voller schottischer Landschaften, geschichtsträchtiger Burgen und besonderer Begegnungen: Unsere Reise führte uns von Glasgow tief hinein in die Highlands, vorbei an Loch Lomond und Loch Ness, über den Whisky Trail bis nach Edinburgh. Neben beeindruckenden Schlössern, einer Whiskydegustation und dem Royal Edinburgh Military Tattoo sorgten auch einige unerwartete Situationen für unvergessliche Geschichten. Und selbst das typisch schottische Wetter hatte seinen ganz eigenen Charme – besonders dann, wenn sich zwischendurch eine unserer berühmten «blauen Störungen» zeigte.

Beatrice Greve
Reisebericht von Beatrice Greve
Reiseleiter
14. - 19. Mai 2026

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Ein aufregender Start Richtung Schottland

Aller Anfang ist manchmal aufregend
Unsere Gäste wurden in verschiedenen Regionen der Schweiz abgeholt und nach Basel zum Hauptbus gebracht. Schon am Vortag hatte ich den Fahrer in Bern extra gebeten, beim Einsteigen nochmals die Reisedokumente zu kontrollieren – zum Glück! Dabei stellte sich heraus: Zwei Teilnehmer hatten ihren Pass nicht dabei. Also hiess es für die beiden nochmals zurück nach Hause, Pass holen und anschliessend mit dem Zug nach Basel. Alles ziemlich knapp, aber am Ende kamen sie tatsächlich noch rechtzeitig an und konnten gerade noch in unseren Bus einsteigen. Auch drei fehlende ETAs, die elektronische Einreisegenehmigung für Grossbritannien, sorgten noch für etwas Aufregung. Diese musste vor dem Einschiffen vorhanden sein – ohne gültige ETA wäre die Weiterreise nicht möglich gewesen. Für mich als Reiseleiterin war das natürlich ziemlich nervenaufreibend. Schliesslich möchte man seine Gäste nicht stehen lassen! Zum Glück ging alles gut, und schliesslich waren tatsächlich alle 45 Gäste an Bord. Die Reise konnte beginnen – und meine Nerven hatten bereits die erste kleine Prüfung bestanden!

Mit der Pride of Hull nach England
Von Basel ging es direkt nach Rotterdam. Dort wartete bereits die Pride of Hull auf uns. Nach einem feinen Buffet und einer ruhigen Nacht auf See erreichten wir am nächsten Morgen Hull. Doch dann war erneut Geduld gefragt. Alle mussten warten, weil unser Bus die Fähre noch nicht verlassen konnte. Die Rampe zwischen Schiff und Land funktionierte nicht und sorgte für erhebliche Verzögerungen. Mehr als drei Stunden dauerte es, bis unser Bus endlich von der Fähre herunterfahren konnte. Nach dieser langen Wartezeit hätte man durchaus mit etwas Unmut rechnen können. Doch meine Gäste blieben erstaunlich geduldig und liessen sich die gute Stimmung nicht verderben. Ein grosses Kompliment an diese tolle Reisegruppe! Endlich konnte unser Bus die Fähre verlassen und wir machten uns auf den Weg nach York. Dort genossen wir einen schönen Aufenthalt, bevor es weiter Richtung Norden ging. Leider kamen wir wegen des Verkehrs nur langsam vorwärts und konnten die drei Stunden nicht mehr aufholen. Deshalb mussten wir den geplanten Aufenthalt in Gretna Green leider auslassen. Schade – aber manchmal braucht es etwas elastico. Ein kurzer Halt an einer Tankstelle wurde zum kleinen Zwischenstopp, bevor wir weiter nach Paisley zum Glynhill Hotel fuhren. Das Buffet sah vielleicht nicht gerade spektakulär aus, schmeckte aber überraschend gut. Nach diesem langen ersten Reisetag waren wir alle froh, endlich die Beine hochlegen zu können.

Glasgow und die faszinierende Welt der Highlands

Glasgow – Stadtbesichtigung und zwei besondere Situationen
Am nächsten Morgen ging es mit unserem lokalen Guide Norris auf Stadtrundfahrt durch Glasgow. Wir besuchten unter anderem die St. Mungo’s Cathedral, fuhren zum George Square, sahen die Pylone auf dem Haupt vom Duke of Wellington und endeten schliesslich bei der Kelvingrove Art Gallery. Dort konnten wir uns umsehen, die Eintritte zu den Museen in Grossbritannien sind übrigens gratis, und uns verpflegen. Zwischendurch musste ich allerdings zweimal kurzfristig improvisieren. Ein Gast brach auf dem Hotelparkplatz beim Einsteigen zusammen. Unser Fahrer Oli, der ausgebildeter Samariter ist, konnte sofort helfen. Anschliessend begleitete ich ihn weiter in die Hotelhalle, wo zusätzlich der Notfallsanitäter des Hotels zu Hilfe kam. Zum Glück stabilisierte er sich wieder und konnte die Reise etwas später fortsetzen. Auch bei einem anderen Gast wurde kurzfristig Organisationstalent benötigt: Er hatte sein Insulin vergessen. Während die übrigen Gäste beim Essen waren, machte ich mich gemeinsam mit Norris, dem Gast und seiner Frau auf den Weg zu einer Apotheke in Glasgow. Dort konnten wir das benötigte Insulin organisieren. Eine Heimreise oder eine ärztliche Konsultation waren glücklicherweise nicht nötig. Für mich als Reiseleiterin waren das natürlich besondere Momente. Aber genau dafür ist man schliesslich auch da: ruhig bleiben, organisieren und Lösungen finden.

Loch Lomond und Glencoe
Danach konnten wir uns wieder ganz den schönen Seiten Schottlands widmen. Unsere Route führte zum Loch Lomond und durch das eindrucksvolle Glencoe. Das Wetter zeigte sich typisch schottisch: Regen, Wolken und zwischendurch ganz kurz blauer Himmel. Ich nenne solche Momente gerne unsere „blauen Störungen“. Bei Loch Lomond durfte natürlich „The Bonnie Banks of Loch Lomond“ nicht fehlen. Das Lied im Bus, dazu die Landschaft vor den Fenstern – schottischer konnte es kaum werden. Im Glencoe Visitor Centre machten wir einen kurzen Halt, bevor es weiter nach Oban ging. Dort wartete ein wunderschönes Hotel direkt am Meer auf uns. Von den Zimmern und dem Hotel aus konnten wir auf das Wasser und die kleinen Fähren zu den Inseln schauen. Das Essen vom Buffet war ausgezeichnet und die Bar lud zum gemütlichen Ausklang des Tages ein. Einige Gäste machten später noch einen Abstecher in einen Pub und genossen die typisch gesellige Atmosphäre.

Loch Ness, Whisky und schottische Schlösser

Eilean Donan und Loch Ness
Nach einem tollen Frühstück führte uns die Reise am nächsten Tag zum Eilean Donan Castle – eines der bekanntesten und meist fotografierten Bauwerke Schottlands. Unter anderem diente die Burg als Kulisse für die Filme «Highlander - es kann nur einen geben“ , «Elizabeth - das goldene Königreich“ und «James Bond - die Welt ist nicht genug“. Mit Audio-Guides konnte jeder die Burg individuell erkunden. Auch beim Mittagessen durfte jeder selbst entscheiden – Suppe, Scones oder etwas anderes. Weiter ging es dem Loch Cluanie und dem Loch Ness entlang zum Urquhart Castle. Bei einer kurzen, aber wunderschönen Fahrt auf dem Loch Ness hielten wir natürlich Ausschau nach Nessie. Und tatsächlich: Einige Gäste waren überzeugt, Nessie gesehen zu haben. Leider zeigte sich das Ungeheuer nicht allen. Übrigens ein Loch ist ein See, ein Glen ein langes tiefes Tal, ein Strath ein breites flaches Flusstal, Ben ein Berg und Firth eine breite Mündung eines Flusses. Übernachtet haben wir in Strathpeffer im Highland Hotel. Das Hotel war schon etwas in die Jahre gekommen – die Betten teilweise etwas wackelig, dafür mit echtem Highland-Charakter. Unser Frühstück am nächsten Morgen war dann allerdings eher eine Geduldsprobe. Wenig Personal, viele hungrige Gäste und entsprechend etwas Unruhe. Man hätte meinen können, unsere Gruppe sei kurz vor dem Verhungern!

Whisky Trail und Aberdeen
Zum Glück wartete anschliessend ein Höhepunkt auf uns: der Besuch in der Glen Moray Distillery. Die Führung war sehr interessant, die Herstellung wurde anschaulich erklärt und natürlich durfte auch eine gute Whiskyprobe nicht fehlen. Nach einer individuellen Mittagspause in Elgin ging es auf dem Whisky Trail an vielen Destillierien vorbei weiter nach Aberdeen. Bei wunderbarem Wetter konnten wir an der Esplanade etwas Freizeit am Meer geniessen. Wer wollte, besuchte das fotogene Footdee, andere gönnten sich ein Glace und genossen einfach die angenehme Atmosphäre am Meer. Dann ging es zum Hilton. Endlich wieder eine moderne Dusche, grosse Betten, ein schöner Indoor-Pool und ein gutes Abendessen. Beim Frühstück am nächsten Morgen war alles bestens vorbereitet – keine Beschwerden! Und doch bin ich überzeugt, dass die typisch authentischen schottischen Hotels uns später noch länger in Erinnerung bleiben werden. Sie gehören einfach dazu. Ein Hilton ist einfach „nur“ ein Hilton!

Dunnottar und Glamis Castle
Am nächsten Morgen waren einige Gäste bereits 15 Minuten zu früh im Bus. Eigentlich nicht nötig – aber eine vergessene Jacke im Hotelzimmer sorgte dafür, dass wir dann doch nicht ganz so früh losfuhren. Unser erstes Ziel war Dunnottar Castle. Einige spazierten durch die Wiesen und genossen die fantastischen Ausblicke, andere wagten sich über die vielen Stufen hinunter Richtung Meer. Die Fotomotive waren fantastisch. Entlang der Ostküste ging es weiter zum Glamis Castle. Die Einfahrt mit dem Bus fühlte sich beinahe königlich an – fast so, als wäre die Queen noch persönlich zu Hause! Bei der Führung in zwei Gruppen erfuhren wir viel über die bewegte Geschichte des Schlosses. Die ganz sensiblen hörten die Würfel vom Kartenspiel von Earl Beardie und begegneten der Grey Lady in der Kapelle. Anschliessend blieb Zeit für ein individuelles Mittagessen.  Am Firth of Forth gab es noch einen kleinen ungeplanten Moment: Oli fuhr ungeplant durch eine kleine wunderschöne Ortschaft direkt am Forth, wo grössere Fahrzeuge eigentlich nicht vorgesehen waren. Zum Glück passierte nichts – und wir bekamen dafür einen schönen zusätzlichen Fotostopp. Von so nah konnte ich die Forth Bridge und die Queensferry Bridge noch nie bewundern. Danke Oli.

Von Dunfermline zum grossen Höhepunkt in Edinburgh

Dunfermline – etwas Ruhe zwischendurch
Unser nächstes Ziel war das Keavil House Hotel in Dunfermline. Das Hotel liegt ausserhalb, wunderschön im Grünen und hat einen gepflegten Garten. Auf der Terrasse an der Sonne genossen wir zuerst einen gemütlichen Apéro. Beim Abendessen wagten sich einige Gäste sogar an Haggis. Bestellt wurde tapfer – gegessen wurde dann doch nicht immer alles! Hier verbrachten wir zwei Nächte und konnten ausschlafen und ganz entspannt frühstücken.

Falkirk und Edinburgh
Ausgeruht ging es zum Falkirk Wheel das weltweit einzige rotierende Schiffshebewerk. Mein Plan ging auf, wir kamen genau zur richtigen Zeit nämlich als sich das Riesenrad um 180 Grad drehte. Anschliessend besuchten wir die beeindruckenden 30 Meter hohen Kelpies. Diese weltweit grössten Pferdeköpfe stehen im Helix Park direkt am Foth and Clyde Canal. Danach wartete Edinburgh auf uns. Unsere lokale Guide Beryl zeigte uns die Stadt. Aller-dings war an diesem Tag aussergewöhnlich viel los. Eine Sonnenfinsternis lockte zusätzlich zahlreiche Menschen nach Edinburgh, und mit dem Bus war teilweise kaum ein Durchkommen. Trotzdem konnte uns Beryl viele interessante Eindrücke von der Stadt vermitteln. Anschliessend liessen wir den Bus bei der George-IV-Brücke stehen und die Gäste hatten freie Zeit. Am Abend wartete das grosse Highlight: das Royal Edinburgh Military Tattoo. Die Vorstellung war wunderschön und die Atmosphäre einmalig. Auch erwähnen möchte ich die auffallend freundlichen Platzanweiser. Sie empfingen uns sehr herzlich und verabschiedeten uns nach der Vorstellung ebenso liebevoll.

Die Kelpies, monumentale Pferdekopf-Skulpturen bei Falkirk in Schottland.

Abschied von Schottland und viele bleibende Erinnerungen

Abschied von Schottland
Nach dem Tattoo ging es zurück ins Hotel. Wegen Strassenarbeiten war die Zufahrt blockiert, weshalb wir etwas später ankamen. Nach der vorgeschriebenen Ruhezeit für Oli machten wir uns am nächsten Morgen auf den Weg Richtung Hull. Unterwegs gab es natürlich einen Fotostopp an der Grenze zwischen Schottland und England und später einen schönen Mittagsstopp in England im kleinen Alnwick einer historischen Marktstadt bekannt für seinen mittelalterlichen Charme. Vor dem Einschiffen in Hull stiessen wir gemeinsam mit einem Whisky aus der Glen Moray Destillerie, den ich dort gekauft hatte, auf unsere Reise an. Ein schöner Moment, um auf ereignisreiche Tage zurückzublicken. Die Überfahrt nach Rotterdam verlief problemlos. Danach ging es mit dem Bus zurück in die Schweiz.

Neun Tage, die in Erinnerung bleiben
Nach neun Tagen kamen wir müde, aber gesund und zufrieden wieder zu Hause an. Wir hatten gemeinsam unglaublich viel erlebt: lange Fährwartezeiten, historische Städte, Burgen und Schlösser, Loch Ness, Whisky, Haggis, Dudelsäcke und natürlich das Edinburgh Tattoo. Dazu Regen, Wind und immer wieder ein paar Sonnenstrahlen – unsere berühmten „blauen Störungen“. Und natürlich war auch unser kleiner Reisebegleiter immer dabei: Haggis, das Highland-Rind, mein kleiner Talisman vorne an der Heckscheibe.

Mein herzliches Dankeschön gilt meinen 45 Gästen, die auch bei Wartezeiten, Verkehrsproblemen und kleinen Überraschungen immer wieder Geduld und Humor bewiesen haben.

Neun Tage Schottland – neun Tage voller Eindrücke, Begegnungen und Geschichten. Ein bisschen Regen gehört zu Schottland. Hauptsache, zwischendurch gibt es eine blaue Störung!

Soraidh!

Beatrice Greve

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