Westwärts in die Provence
Wir starten mit unserem Bus in St. Gallen. Bereits schon um 7 Uhr steigen die ersten Gäste in den Bus ein. Auf dieser Reise sind wir mit Appenzeller-Kennzeichen unterwegs – werden wir doch vom Partner-Unternehmen Ramsauer chauffiert. Weiter geht’s zu den Einsteigeorten Winterthur, Zürich und Aarau bis zur Raststätte Grauholz vor Bern, wo weitere Gäste zusteigen. Bei prächtigem Wetter und schönster Kulisse fahren wir dem Murten- und Genfersee entlang, bei Genf über die Grenze bis zum nächsten Halt in Annecy. In dieser (welt-)bekannten malerischen Alpenstadt im Département Haute-Savoie, die aufgrund ihrer idyllischen Kanäle, Brücken und Lage am Lac d’Annecy, auch oft als «Venedig der Alpen» bezeichnet wird, machen wir unseren Mittagshalt.
Frisch gestärkt und voller Eindrücke von diesem tollen Ort geht’s an Grenoble und den bekannten Baumnuss-Plantagen vorbei Richtung Valence und von dort nach Montélimar, wo wir neben der Möglichkeit, die Beine etwas zu vertreten, auch die Gelegenheit haben, den weltbekannten «Nougat Montélimar» in allen Varianten zu bestaunen. Der Endspurt des heutigen Tages führt uns der Rhone entlang durch schönste provenzalische Landschaften. Schon bald erreichen wir unsere Bleibe für die nächsten Tage, das Hotel Uzès Pont du Gard.
Nach dem Check-In und dem Zimmerbezug wartet schon das Abendessen auf uns und für die meisten von uns unmittelbar danach das Bett – war es doch aufgrund der hohen Temperaturen und der Reisezeit ein intensiver Tag.
Cézanne und die Düfte der Provence
Ein neuer Tag – und viele neue spannende Eindrücke warten auf uns! Der heutige Tag führt uns in die geschichtsträchtige Brunnen- und Universitätsstadt Aix-en-Provence – für viele Franzosen die schönste Stadt Frankreichs!
Susanne, unsere Local Guide steigt schon im Hotel in unseren Bus. Und so erfahren wir bereits auf der Hinfahrt allerlei Spannendes über die Provence.
Auf dem Stadtrundgang bringt uns Susanne die Geschichte der ehemaligen Römerstadt «Colonia Aquae Sextiae Salluviorum» näher und klärt uns auf, dass die «Stadt des Wassers» auch oft als «Stadt der tausend Brunnen» bezeichnet wird. Leider hat der trockene und heisse Sommer auch in dieser Region seine Spuren hinterlassen und die Verantwortlichen der Stadt dazu bewogen, als Wassersparmassnahmen einen Grossteil der Brunnen abzustellen.
Nichtsdestotrotz schlendern wir an den zahlreichen Brunnen, geschichtsträchtigen Häusern und Denkmälern vorbei und erfahren einiges über sie. So wissen wir nun u.a. von der Stadt, dass «le bon Roi René» (der gute König René) ein berühmter europäischer Adliger und Herrscher war, als René I. von Anjou im 15. Jahrhundert regierte und seinen Beinamen aufgrund seiner gerechten und friedlichen Politik bekam, der die Provence zu Wohlstand verhalf. Wir haben aber auch erfahren, dass Paul Cézanne – einer der wichtigsten Wegbereiter der klassischen Moderne und «Vater der modernen Kunst» - in Aix-en-Provence geboren ist, dort gewirkt hat und auch dort gestorben ist. Darüber hinaus wissen wir nun auch, dass der Schriftsteller und Maler Emile Zola ein Zeitgenosse und guter Freund von Cézanne war.
Nun war es an uns, die Stadt zu erkunden, uns verpflegungstechnisch zu stärken und vielleicht doch noch die Calissons – die bekannte süsse Spezialität der Stadt – zu kosten oder einzukaufen.
Weiter geht unsere Reise nach Manosque, wo dir den Hauptsitz der bekannten Kosmetikmarke Occitane de Provence besuchen. Auf einer interessanten Führung wird uns die Produktion ihrer hochwertigen Hauptpflege-, Körperpflege- und Duftprodukte erläutert. U.a. erfahren wir dabei, dass diese von den natürlichen Inhaltsstoffen der Provence - wie Lavendel, Mandel und Shea-Butter - inspiriert sind. Ehe es zurück ins Hotel geht, bleibt selbstverständlich noch genügend Zeit, um im grosszügig eingerichteten Laden noch das eine und andere zu testen oder sogar einzukaufen.
Dampfzugromantik und Uzès
Heute steht Zugfahren mit dem legendären «Train de l’Ardèche» auf dem Programm. Wir starten bereits schon vor acht Uhr mit unserem Bus und fahren dem «Riesen der Provence» entgegen – dem markanten 1909m hohen und markant in der Landschaft stehenden Berg mit dem Namen Mont Ventoux.
In Saint-Jean de Muzols angekommen heisst es umsteigen. Weiter geht es mit einem nostalgischen Dampfzug. Die Reise durch die Zeit beginnt! Mit 25km/h schlängelt sich der Zug vorbei an Felsvorsprüngen durch die enge Schlucht Gorges du Doux. Nach 1 ¾ Stunden und 28 zurückgelegten ereignisreichen Kilometern erreichen wir pünktlich zur Mittagszeit Lamastre – ein etwas verschlafenes, aber durchaus sehenswertes Dörfchen.
Nach der Mittagspause geht’s wieder mit dem Bus zurück. Dieses Mal aber nicht mehr durch die Schlucht, sondern über den Berg. Es erwarten uns schönste Landschaften und eine herrliche Weitsicht.
Nun steht noch Uzès auf dem Programm. Das Städtchen mit 8500 Einwohner ist bekannt für seine gut erhaltene mittelalterliche, Renaissance- und klassische Architektur, den prächtigen herzoglichen Palast (Le Duché) und ihren lebhaften Samstagsmarkt auf der Place aux Herbes. Susanne zeigt uns einige besonders schöne Ecken und taucht mit uns in die Geschichte der Stadt ein. Anschliessend ist Freizeit und Bummeln angesagt, ehe es wieder zurück ins Hotel zum Abendessen geht.
Avignon und römische Baukunst
Ein neuer Tag mit vielen neuen Attraktionen wartet auf uns. Wir besuchen Avignon, die historische Stadt und UNESCO-Weltkulturerbe im Herzen der Provence direkt am Ufer der Rhône.
Auf der weltbekannten Brücke Pont Bénézet erfahren wir, was es mit dem Lied «sur le Pont d’Avignon» auf sich hat und warum die Brücke nur noch zur Hälfte besteht. Durch eines der Stadttore geht’s weiter in die geschichtsträchtige, von den Mauern mit über 4 km umschlossene Altstadt, vorbei am imposanten Papstpalast – einem der grössten und bedeutendsten gotischen Gebäude Europas - weiteren eindrücklichen Gebäuden und lauschigen Plätzen. Wir erfahren dabei auch, was es mit der Papstzeit in Avignon und dem «Château neuf du Pape» auf sich hat. Die Stadt hat wirklich einiges zu bieten!
Wer dazu Lust hat, kann sogar noch den Papstpalast von innen besichtigen und sich ein Bild von den riesigen Dimensionen und der sagenhaften Aussicht hoch über der Stadt machen. Es bleibt genügend Zeit, um die Stadt noch auf eigene Faust zu besichtigen und sich nach Lust und Laune zu verpflegen.
Auf dem Rückweg machen wir noch Halt beim Pont du Gard, dem imposanten und mit 49m höchsten römischen Aquädukt, welches als eines der besterhalten Brückenbauwerke der antiken Welt gilt. Bei strahlend blauem Himmel können wir Erinnerungsfotos schiessen und sind überwältigt vom Bauwerk, welches die Römer mit einfachsten Mittel im 1. Jahrhundert als 50km lange Wasserversorgung für Nemausus (das heutige Nîmes) erstellt haben. Wer Lust auf mehr Informationen zum Bau hat, besucht noch das abwechslungsreich gestaltete Museum auf dem Gelände.
Voller Eindrücke geht’s zurück ins Hotel. Unser letztes gemeinsames Abendessen wartet auf uns.
Mit vielen Erinnerungen nach Hause
Viel zu schnell ist unsere schöne Zeit in der Provence vorbei. So machen wir uns mit vielen Erinnerungen und einigen Souvenirs wieder auf den Heimweg. Unsere Fahrt führt uns dem gefürchteten und gleichzeitig auch geschätzten Fallwind Mistral entgegen. Dieser hat uns in den letzten Tagen so einige Male um den Kopf geblasen, war aber auch dafür verantwortlich, dass wir so schönes Wetter gehabt haben.
Vorbei an Lyon, der unbestrittenen gastronomischen Hauptstadt und mit rund 500'000 Einwohner drittgrössten Stadt Frankreichs geht’s zurück in die Schweiz, wo wir in umgekehrten Reihenfolge nach und nach uns wieder von unseren Gästen verabschieden.
Etwas müde, aber voller Eindrücke und dankbar über die vielen Erlebnisse und (neuen) Bekanntschaften, steigen die Gäste in ihren Ausstiegsdestinationen aus und nehmen ihren Weg nach Hause in Angriff.
Vielen herzlichen Dank ihr lieben Gäste, ich habe es sehr genossen mit euch unterwegs zu sein. Von Herzen wünsche ich euch alles Gute und gute Gesundheit – und hoffe, dass ich euch schon bald wieder auf einer anderen Reise mit car-tours.ch antreffen werde!
Ein grosses Merci auch an unseren Fahrer Colin, der uns jederzeit sicher chauffiert hat. Mit deiner sanften Fahrweise und unterhaltsamen Art warst du eine Bereicherung der Reise!
Reisefreudige Grüsse
Roger Müller