Anreise an die ligurische Küste
Albegna und Alassio, die Villa Ephrussi und das Piemont. 46 Teilnehmer freuen sich mit mir auf dieses neue Angebot von Cartours. Dass wir erst um 0700 in der schönsten Stadt der Schweiz starten, freut vor allem auch die 4 Walliser, so erreichen sie mit dem ersten Zug Thun rechtzeitig. Beim Start hängt der Nebel noch schwer über dem Aaretal, aber nach einer problemlosen Fahrt laden wir, bei schönem Wetter, in Pfäffikon die letzten Gäste ein und machen uns auf den Weg Richtung Belpaese. Das Wetter macht gut mit, der Verkehr ist nicht allzu stark, und unser Chauffeur Jürg, mit seinem wunderschönen Bus von Roki Reisen, schafft es locker, rechtzeitig zum Begrüssungsdrink im Hotel zu sein. Staufrei!!
Nach einem ersten Prosecco und einem feinen Abendessen, der Hauswein ist inbegriffen, gehen einige noch auf einen Abendspaziergang ans Meer.
Martina, unsere LocalGuide, treffen wir am andern Morgen pünktlich zur Abfahrt nach Albegna. Auf einer interessanten Führung erfahren wir unter anderem, warum das Städtchen nicht am Meer liegt. Die Genueser haben nämlich der wehrhaften Stadt den Fluss umgeleitet, so dass der Hafen verlandet ist. Diese waren im Mittelalter sehr reich und machtbewusst, noch heute sind sie in Ligurien nicht allzu beliebt.
Nun haben wir noch ein wenig Zeit in der Stadt, bevor es in die Tenuta Colombera geht. Auf einer Terrasse am Hang mit Blick aufs Mittelmeer und die Schildkröteninsel geniessen wir bei einer Weinprobe den ligurischen Wein, Salami und Schinken und einen Teller Pasta. Die Location ist für unsere Ferienbilder perfekt.
Martina hat aber noch mehr für uns auf dem Programm. In Alassio werden wir zur berühmten Mauer, «il Muretto», geführt und sehen auch die Bar, die Hemingway frequentiert hat. Nach dem Flanieren durch die schönen Gassen bringt uns Jürg sicher ins Hotel. Aber nicht, bevor wir die drei Damen, die die Abfahrt verpasst haben, an der Tankstelle wieder einladen. Esso wird ihnen wahrscheinlich noch in den Träumen vorkommen. Ein paar unentwegte baden jetzt sogar im 18 Grad warmen (kalten?) Meer, wir andern schauen lieber nur zu. Nach einem wiederum feinen Znacht lassen wir den Abend in der nun eröffneten Hotelbar ausklingen.
Villa Ephrussi und die Côte d’Azur
Heute heisst es: ID mitnehmen. Bei Ventimiglia fahren wir über die Grenze, dann hoch über Monaco vorbei auf der Autobahn nach Nizza. Nachdem uns Jürg mit viel Können und noch mehr Geduld durch den dichten Verkehr geführt hat, kommen wir zum nächsten Highlight unserer Reise, der Villa Ephrussi de Rothschild.
1883 heiratet die 19-jährige Béatrice de Rothschild den ebenfalls schwer reichen jüdisch-russischen Bankier Maurice Ephrussi. 1904 trennt sie sich von ihrem spielsüchtigen Ehemann und kauft 1905 hoch über Nizza auf Cap Ferrat ein felsiges, karges Stück Land. Zwischen 1905 und 1912 entsteht darauf eine beeindruckende Villa mit einem grandiosen Garten.
Während zweier Stunden wandeln wir durch die Neorenaissance-Räume, voll mit ausserordentlichen Sammlerstücken. Auch der Garten ist wunderschön angelegt, die Zeit fliegt nur so dahin. Pünktlich werden wir von Jürg abgeholt und fahren der wunderbaren Moyenne-Corniche-Küstenstrasse entlang nach Menton.
Auf gemütlicher Fahrt schauen wir von oben auf das mondäne Monaco. Das Stadion, die Königsburg und der Jachthafen ziehen an uns vorbei. Wir fahren am Felsenstädtchen Èze mit der Parfumfabrik von Fragonard vorbei. Vielleicht besuchen wir den Ort dann einmal auf einer unserer nächsten Reisen.
Menton und die Heimreise
An der Hafenpromenade in Menton, nahe beim Jean-Cocteau-Museum, steigen wir aus und werden von Martina auf unseren Besuch der bekannten Zitronenstadt vorbereitet. In verschiedenen Gruppen – wir kennen einander ja jetzt schon recht gut – geht’s auf Entdeckungstour.
Auch hier laden viele schöne Geschäfte dazu ein, ein Souvenir nach Hause zu bringen, etwas mit Zitrone sollte es aber dann schon sein. Zur abgemachten Zeit sind wieder alle am vereinbarten Treffpunkt, einem wunderschönen kleinen Karussell.
Nach dem feinen Zitronenkuchen mit Kaffee im Best Western Hotel von Menton gehen wir wieder «heim» in unseren Bus. Er ist uns zu unserem zweiten Zuhause geworden in diesen vier Tagen. Noch einmal ins Strandbeizli, noch einmal ein feines Nachtessen, und einige lassen den Abend noch an der Bar ausklingen.
Mit vielen grossartigen Eindrücken im Gepäck kehren wir auf einer kurzweiligen Fahrt, fast staufrei, nach Hause zurück.
Rolf Gurtner