Auswärts Silvester feiern und dies auf einer Reise war bis anhin nicht mein Ding. Doch als man mich für die Begleitung dieser Reise anfragte, wollte ich nicht Nein sagen. Es war eine gute Entscheidung!
Den Jahreswechsel im geschichtlich und kulturell, französisch und deutsch geprägten Elsass zu erleben ist wirklich was ganz Besonderes. Strassburg, die Hauptstadt bietet dafür genau die richtige Kulisse. Köstliches Essen, dazu die passenden Elsässer Weine und den berühmten Crémant laden zum Feiern ein. Natürlich besuchten wir nebst Strassburg noch andere reizende Städte wie Colmar und Riquewihr. Es waren 4 wunderschöne Tage, sogar das Wetter machte mit.
Kurz vor 18 Uhr fuhren wir ins Stadtzentrum. Nach einem 15-minütigen Spaziergang durch die noch immer weihnächtlich-geschmückte Altstadt erreichten wir die bekannte Winstub, das Restaurant Gruber. Das üppig dekorierte Äussere deutete auf eine gute Adresse hin. Das Innere war nicht weniger opulent. Wir wurden mit einem typisch elsässischen Essen verwöhnt, dazu die passenden Weine aus der Gegend. Wir haben jede Minute in diesem altehrwürdigen Elsässer-Haus genossen.
Glücklich und zufrieden kehrten wir gemeinsam ins Hotel zurück.
Im Parc d’Étoile verliessen wir den Bus und machten die Stadtführung zu Fuss weiter. Horst führte uns über kleine Brücken in die schöne Altstadt mit den vielen malerischen, teils schiefstehenden Fachwerkhäusern, zur Barrage Vauban im kleinen Stadtteil «Petite France», mit den vier Türmen, über die gedeckten Brücken bis hin zum berühmten Münster, dem Wahrzeichen von Strassburg. Die Kathedrale mit dem 142 m hohen Turm war lange Zeit das grösste Gotteshaus der Christenheit.
Nach einem individuellen Mittagessen war die Innenführung der Kathedrale vorgesehen. Die mehrere Hundert Meter lange Besucherschlange schreckte uns alle ab. Wir hätten über eineinhalb Stunden anstehen müssen um in das Gotteshaus zu gelangen. Grund war die erhöhte Sicherheitskontrolle wegen den Anschlagsplänen an Weihnachten auf den Kölner Dom. Somit hätten wir das geplante Orgelkonzert in der Thomaskirche verpasst. Wir entschieden uns zusammen mit den Gästen für das anschliessende Konzert. Wir haben die Entscheidung nicht bereut.
Das Orgelkonzert, gespielt auf einer Silbermann-Orgel begleitet mit einer Barock-Trompete, mit Meisterwerken von Bach, Vivaldi, Haendel, Charpentier und anderen, war ein weiterer Höhepunkt dieser Silvesterreise.
Die vielen Gäste waren dem Anlass entsprechend festlich gekleidet. Fünf grosse Tische waren für uns reserviert. Wir wurden mit feinen Speisen und erlesenen elsässischen Weinen verwöhnt. Am grossen Büffet konnte man sich den ganzen Abend lang nach Belieben bedienen. Eine Life-Musik bot ein abwechslungsreiches Musikprogramm. Viele Gäste tanzten oder sangen mit. Mario von unserer Gruppe wagte sich sogar ans Mikrofon.
Zu schnell flog die Zeit vorüber.
Kurz nach Mitternacht stiessen wir mit einem Glas Crémant d’Alsace auf ein hoffentlich für alle Menschen auf dieser Erde friedlicheres neues Jahr an.
Die fröhliche Party dauerte bis um 2 Uhr. Es war ein gebührender Jahresausklang in guter Gesellschaft!
Den Neujahrsmorgen liessen wir ruhig angehen und fuhren nach einem späten Frühstück nach dem schönen Colmar. Beim weltbekannten Museum Unterlinden trafen wir Angela und Joël, die uns während einer Stunde durch die historische und pittoreske Innenstadt führten, vorbei an vielen schönen Fachwerkhäusern mit ihren Holzverzierungen, am Martinsmünster und dem Geburtshaus Bartholdis, dem Architekten der NY-Freiheitsstatue, bis runter zu den Kanälen zum «Petite Venise».
Colmar war noch immer weihnächtlich geschmückt. Es erinnerte an den traumhaften Weihnachtsmarkt, den man unbedingt mal besucht haben muss.
Es blieben eineinhalb Stunden freie Zeit für einen individuellen Stadtbummel.
Die Rückfahrt nach Strassburg führte uns entlang der Elsässer Weinstrasse, wo wir im berühmten Städtchen Riquewihr beim bekannten Winzer Dopff au Moulin zur Weinprobe gemeldet waren. Wir durften den typischen Riesling, einen Gewürztraminer, den Pinot Gris und ein Glas Crémant d’Alsace verkosten. Anschliessend fuhren wir zurück nach Strassburg.
Nochmals schlenderten wir durch die im Lichterglanz erstrahlende Altstadt, an all den mit viel Liebe weihnächtlich geschmückten Häusern vorbei.
Als krönenden Abschluss war ein Abendessen im berühmten und ehrwürdigen «Maison Kammerzell» auf dem Programm. In einem festlich gedeckten «Sääli», des im 13. Jahrhundert erbauten Hauses, genossen wir ein wunderbares Essen mit vorzüglichem Service, der nicht zu überbieten war. Ein weiterer schöner Tag ging zu Ende.
Die frohen und dankbaren Gesichter, die anerkennenden Feedbacks der Gruppe bestätigten uns, dass es 4 schöne Tage waren und sich die Reise für alle gelohnt hat.
Wir waren eine tolle Gruppe. Toni und ich danken euch Allen – Es war sehr schön mit euch.
Auf ein andermal. Herzlich, Walter