Von mittelalterlichen Fachwerkstädten über imposante Klosteranlagen bis hin zu den windumtosten Küsten der Bretagne, Normandie und der Insel Guernsey – diese Reise war ein Erlebnis für alle Sinne. Kulinarische Genüsse wie Galette, frische Austern, Muscheln und Fish & Chips begleiteten uns ebenso wie beeindruckende Landschaften, historische Geschichten und charmante Einheimische. Unser Reisebericht nimmt Sie mit auf sechs unvergessliche Tage voller Kultur, Natur und nordwestfranzösischem Flair.
Mittelalterliche Städte, imposante Klosteranlagen und kulinarische Highlights wie Galette, frische Austern, Muscheln und Fish & Chips erwarten Sie. Eine Reise voller Entdeckungen, Geschichten und unvergesslicher Momente – steigen Sie ein und erleben Sie es selbst!
Mit 46 Gästen aus der Deutschschweiz machten wir uns gemeinsam auf den Weg – viele kannten einander noch nicht, entsprechend war die Stimmung am Anfang vor allem gespannt und erwartungsvoll. Unser Fahrer Reini Bortis von der Firma Zerzuben brachte uns wie gewohnt souverän, sicher und mit viel Geduld bis zum Atlantik und wieder zurück – ein grosses Merci an ihn
1. Tag: Fahrt nach RouenAm Morgen starteten wir und rollten westwärts. Die Fahrt bot Gelegenheit, erste Kontakte zu knüpfen und sich langsam in Reisestimmung zu bringen. Am Abend erreichten wir Rouen-Sud, wo uns im Hotel ein reichhaltiges Buffet erwartete – ein entspannter Auftakt, bevor wir am nächsten Tag so richtig in die spannende Geschichte und Kultur der Normandie eintauchten.
In Rouen begleiteten uns zwei Stadtführerinnen durch die historische Altstadt. Gleich zu Beginn standen wir vor der imposanten Kathedrale Notre Dame, deren gotische Fassade schon Monet zu seinen berühmten Gemälden inspirierte. Danach führte unser Weg zur «Grossen Uhr» – der Gros Horloge – mit ihrem reich verzierten Zifferblatt, das über einer belebten Gasse thront. Besonders eindrucksvoll waren die schmalen Strassen mit den schiefen Fachwerkhäusern, die Rouen ein einzigartiges mittelalterliches Flair verleihen. Beim Platz Jeanne d’Arc, wo die Nationalheilige einst den Tod auf dem Scheiterhaufen fand, herrschte geschäftiges Treiben: Ein kleiner Markt bot frischen Fisch, Käse und Gemüse an. In einem gemütlichen Café blieb gerade noch Zeit für eine kurze Pause, ehe wir uns wieder zum Treffpunkt begaben und unseren Bus am Ufer der Seine bestiegen.
Weiter ging es zu meinem absoluten Highlight dieser Reise – dem Hafenstädtchen Honfleur. Beim Mittagshalt standen Galette, frische Meeresfrüchte oder andere Köstlichkeiten in den kleinen Restaurants am Vieux Bassin zur Auswahl. Ich gönne mir hier immer frische Austern, herrlich! Eine kleine Episode brachte uns besonders zum Schmunzeln: Eine junge Reiseteilnehmerin merkte unterwegs, dass ihr das reichhaltige Mahl doch etwas zugesetzt hatte. Wir legten einen kurzen Halt ein, damit sie sich erfrischen konnte. Danach entschuldigte sie sich gefühlte tausend Mal – mit so viel Herzlichkeit, dass am Ende alle lachen mussten und sie schnell zum Star des Tages wurde.
Am Nachmittag besuchten wir das Chateau de Breuil, eine Calvados-Destillerie in einem kleinen Park, wo uns spannende Einblicke und eine Degustation erwarteten. Einige nahmen gleich ein Stück Normandie in Flaschenform mit. Am Abend erreichten wir unser Hotel im Raum Saint-Malo, bezogen die Zimmer und liessen den Tag bei einem gemeinsamen Abendessen ausklingen.
Heute kam Catherine zu uns, unsere lokale Reiseleiterin für die kommenden drei Tage. Ursprünglich aus Bayern, lebt sie seit über 30 Jahren in der Bretagne – und man spürt sofort, wie sehr sie ihre Wahlheimat liebt. Mit ihrem Wissen und ihrer Begeisterung machte sie die kommenden Tage besonders lebendig.
Unser erstes Ziel war Mont-Saint-Michel. Schon von weitem ragte die Silhouette des Klosterbergs eindrücklich aus dem Wattenmeer. Gemeinsam spazierten wir durch die mittelalterlichen Gassen, bestaunten die dicken Mauern und hielten ein Gruppenfoto fest. Danach blieb Zeit für ein individuelles Mittagessen, bevor wir weiter Richtung Cancale fuhren. Catherine erzählte Spannendes über Austern und Muscheln, während wir den Blick über die Bucht schweifen liessen.
In Saint-Malo stiegen wir auf die mächtigen Stadtmauern, die einst von Piraten, Seefahrern und Händlern genutzt wurden, um die Stadt zu schützen und den Hafen zu überblicken. Von hier oben erzählte uns Catherine die spannende Geschichte dieser einstigen Korsarenstadt, die im 17. und 18. Jahrhundert als Heimathafen berühmter Freibeuter galt. Passend dazu war gerade Ebbe, sodass sich das Meer weit zurückgezogen hatte und die endlosen Sandflächen sichtbar wurden – ein eindrückliches Schauspiel, das uns die Macht der Gezeiten hautnah erleben liess. Danach blieb noch Zeit zum Bummeln und Shoppen, bevor uns Reini zurück ins Hotel brachte.
Sehr früh machten wir uns auf den Weg zum Hafen. Nach den Zollformalitäten brachte uns die Speedfähre nach Guernsey – anfangs recht schaukelig, aber alle hielten tapfer durch.
In St. Peter Port blieb uns zuerst Zeit für einen gemütlichen Bummel durch die charmanten Gassen, bevor wir uns in einem edlen Restaurant zum Mittagessen trafen. Auf uns wartete ein vorbereitetes Menü: zur Vorspeise ein frischer Cheddar-Salat, als Hauptgang eine typisch britische, riesige, Portion Fish and Chips und zum Dessert die lokale Spezialität Guernsey Gache Melee, ein traditionelles Apfeldessert. Ein Genuss!
Gut gestärkt starteten wir zur Inselrundfahrt. Da die Strassen sehr schmal sind, wurden wir auf zwei Busse verteilt – mit zwei ausgesprochen sympathischen Fahrern von der Insel, die uns mit viel Humor und Charme chauffierten. Unsere Reiseleiterin Catherine erzählte unterwegs viele spannende Geschichten und zeigte uns die schönsten Ecken. Höhepunkte waren die winzige Muschelkapelle und mehrere malerische Fotostopps, die Allen in Erinnerung bleiben werden.
Die Rückfahrt am Abend war erneut etwas schwankend, beruhigte sich dann aber, und so erreichten wir gegen 21.45 Uhr müde, aber zufrieden unser Hotel. Ein langer, intensiver Tag – anstrengend, aber unvergesslich schön!
Mit gepackten Koffern verliessen wir Saint-Malo und erreichten die mittelalterliche Stadt Dinan. Die Fachwerkhäuser und engen Gassen liessen uns tief in vergangene Zeiten eintauchen. Nach einer interessanten Stadtführung verabschiedeten wir uns von Catherine. Ich bin sicher, ihre Erzählungen werden wir alle nicht so schnell vergessen.
Nach dem Mittagessen ging es weiter via Le Mans und Chartres Richtung Paris. Viel Verkehr und Staus forderten von Reini noch einmal alles, doch er brachte uns souverän ans Ziel: unser schönes Hotel in Paris-Rosny. Beim Abendessen im «Au Bureau» war die Stimmung bestens – so lebendig, dass wir selbst den grössten Teil der Geräuschkulisse verursachten.
Nach einem letzten Frühstück traten wir die Heimreise an. Mit vielen Fotos, schönen Erinnerungen und dem einen oder anderen Mitbringsel ging es zurück in die Schweiz.
Fazit
Sechs Tage voller Höhepunkte, Lachen und unvergesslicher Eindrücke liegen hinter uns. Vom majestätischen Mont-Saint-Michel über die salzige Brise in Saint-Malo bis hin zum britischen Flair auf Guernsey – diese Reise war ein Feuerwerk an Erlebnissen.
Ein herzliches Dankeschön an unseren Chauffeur Reini, der uns sicher und entspannt durch alle Etappen brachte, und an Catherine, die uns ihre Bretagne, Normandie und die Insel Guernsey mit viel Herzblut näherbrachte.
Dabei sein lohnt sich! Au revoir et à la prochaine fois.
Beatrice