Zum Inhalt springen
header-tagtraeume2

Über Mylène Laroche

Mylène Laroche

Wie bist du Reiseleiterin geworden – was hat dich auf diesen Weg geführt?
Ich hatte schon immer drei grosse Leidenschaften: Reisen und Menschen – die dritte lasse ich Sie gerne selbst entdecken 😉. Ich liebe es, die Welt zu entdecken, neue Länder kennenzulernen und vor allem die Menschen, ihre Kulturen und Lebensweisen zu erleben. Meine deutsche und französische Kultur sowie einige Sprachkenntnisse sorgen dafür, dass ich mich in vielen Ländern und mit vielen Menschen wohlfühle. Für mich wird eine Reise erst dann zu etwas ganz Besonderem, wenn man die Erlebnisse miteinander teilen kann – bei guten Gesprächen, interessanten Begegnungen, schönen gemeinsamen Momenten und natürlich auch bei der einen oder anderen Überraschung. Da ich schon immer gerne mit Menschen gearbeitet und den persönlichen Austausch geschätzt habe, war der Weg zur Reisebegleiterin für mich eine ganz natürliche Entscheidung. Heute darf ich das miteinander verbinden, was mir besonders am Herzen liegt: reisen, Menschen kennenlernen und gemeinsam unvergessliche Erinnerungen schaffen. Und ganz ehrlich: Welcher Beruf bietet schon die Möglichkeit, dabei immer wieder neue, nette Leute und neue Teile der Welt zu entdecken?

Seit wann bist du Teil der car-tours.ch Familie?
Ich habe gerade erst angefangen – es wird meine erste Reise sein. (Stand 10/2026)

In welchen Sprachen begleitest du deine Gäste?
Deutsch oder Französisch.

Was macht dir an deinem Job als Reiseleiterin am meisten Freude?
Neue Strecken, neue Länder, neue Gäste – da ich bis jetzt viel auf Kreuzfahrten unterwegs war, habe ich viele Gäste aus vielen Ländern kennengelernt. Schweizer Gäste hatte ich bisher noch nicht so viele – das freut mich umso mehr.

In welchen Regionen fühlst du dich besonders zuhause?
In Barcelona und Wien könnte ich mir vorstellen zu leben! Ich liebe Städte und Länder mit Geschichte, Charakter und einer reichen kulturellen Vergangenheit. Mich faszinieren alte Stadtviertel, prächtige Gebäude, Schlösser, Burgen, Museen und natürlich all die Geschichten, die hinter diesen Orten stecken. Eigentlich suche ich immer Orte, an denen ich jeden Tag das Gefühl habe: Heute gibt es wieder etwas Neues zu entdecken.

Was macht deinen Reiseleiter-Stil einzigartig?
Ich bin zu 98 % der Zeit gut gelaunt und habe eigentlich immer ein Lächeln auf den Lippen. Natürlich läuft nicht immer alles nach Plan – gerade auf Reisen! Aber ich denke lieber: Okay, was machen wir jetzt daraus? Ich reagiere schnell, improvisiere gerne und finde meistens ziemlich rasch eine Alternative oder Lösung. Kurz gesagt: Probleme sind meistens nur eine kleine Herausforderung – und die lässt sich meistens mit einem Lächeln lösen.

Ohne welche drei Dinge reist du nie los?
Handy, Kreditkarte und Pass.

Worauf dürfen sich Gäste freuen, wenn sie mit dir unterwegs sind?
Auf gute Laune, positive Energie und eine entspannte Atmosphäre! Ich achte darauf, dass sich alle wohlfühlen und niemand zurückbleibt – auch wenn jemand nicht so schnell unterwegs ist. Ich bin hilfsbereit, geduldig und immer für ein gutes Gespräch zu haben. Mir ist wichtig, dass alle eine schöne Zeit haben, sich gut aufgehoben fühlen und möglichst glücklich nach Hause gehen. Kurz gesagt: Gemeinsam unterwegs zu sein soll Spass machen, entspannt sein und schöne Erinnerungen schaffen.

Hast du einen Tipp, wie Gäste ihre Reise noch mehr geniessen können?
Dass sie, sobald sie ihre Haustür geschlossen haben, mit guter Laune und Neugierde zu mir kommen.

Was sollten Gäste unbedingt über dich wissen, bevor es gemeinsam losgeht?
Ich liebe es, nach Antworten und guten Tipps zu suchen – ich stelle auch gerne Fragen und tanze sehr gerne. Die eine oder andere Frühsport-Übung kann dabei auch mal vorkommen!

Gibt es eine besonders lustige oder unvergessliche Anekdote, die du teilen möchtest?
Stellt euch vor: Wir sind mit dem Bus (mit einem anderen Reiseveranstalter) durch die nordischen Länder unterwegs, kommen abends völlig müde in Tromsø an und freuen uns eigentlich nur noch auf unser Bett. Das Hotel war am Tag zuvor bestätigt worden – also: alles bestens, dachte ich zumindest... Ich gehe ins Hotel, um schnell die Zimmerschlüssel zu holen und sie im Bus zu verteilen. Doch plötzlich schaue ich auf die Gästeliste und denke: Moment mal... das sind ja gar nicht unsere Gäste! Das Hotel hatte tatsächlich die falsche Liste! Und klar war: Der komplette Check-in musste noch einmal von vorne gemacht werden. 45 Minuten Wartezeit – und natürlich war inzwischen jeder müde und wollte einfach nur noch ins Bett. 😅 Also dachte ich mir: Okay, wir machen jetzt einfach das Beste daraus! Ich habe Bonbons verteilt, kleine Spiele organisiert und versucht, ein bisschen Stimmung in den Bus zu bringen. Und tatsächlich: Aus genervten Gesichtern wurden langsam wieder lachende Gesichter. Nach 45 Minuten waren endlich alle Zimmer fertig, und wir konnten einchecken. Also: viel Aufregung, ein bisschen Improvisation – und am Ende alles halb so schlimm! Seitdem weiss ich: Bei einer Reise kann alles passieren. Hauptsache, man bleibt entspannt und hat einen Plan B – oder notfalls ein paar Bonbons dabei!

Was war deine grösste Herausforderung auf einer Reise – und wie hast du sie gemeistert?
Eine schwierige Situation mit einer anspruchsvollen Gästin: Vor einer Reise wurde ich schon vorgewarnt – es würde ein Ehepaar mitreisen, und die Dame sei wohl... sagen wir mal... sehr, sehr, sehr anspruchsvoll. Ich habe sie tatsächlich sofort am Flughafen erkannt. Kaum waren wir dort, fing sie an, sich zu beschweren: Es sei viel zu heiss, sie würde das nicht aushalten, sie würde gleich sterben... also, ein bisschen Drama war schon dabei. Ich bin ganz ruhig geblieben, habe sie beruhigt und ihr sogar ein kleines Bonbon gegeben. Ich habe ihr gesagt: «Hier, das wird Ihnen guttun und sie ein bisschen beruhigen.» Dann habe ich dafür gesorgt, dass sie als Erste an der Reihe war. Und siehe da: Sie war sofort viel entspannter. Im Laufe der Reise habe ich dann schnell verstanden, dass sie einfach sehr viel Aufmerksamkeit und Sicherheit brauchte. Also habe ich beschlossen, nicht gegen sie zu arbeiten, sondern mit ihr. Ich habe ihr das Gefühl gegeben, dass sie etwas Besonderes ist, dass ich mich persönlich um sie kümmere und dass ihre Wünsche wichtig sind. Und das hat erstaunlich gut funktioniert.

Natürlich hatte ich während der ganzen Reise immer ein bisschen Angst, dass irgendwann eine grosse Katastrophe passieren würde. Aber glücklicherweise ist nichts Schlimmes passiert. Ihr Mann war dabei eine grosse Hilfe – er kannte seine Frau natürlich sehr gut und wusste genau, wie er mit ihr umgehen musste. Und auch die anderen Gäste haben schnell verstanden, dass diese Dame etwas komplizierter war. Obwohl sie immer wieder einmal vorgelassen wurde, hat sich niemand beschwert.

Für mich war das eine interessante Erfahrung, weil ich gemerkt habe, dass man schwierige Menschen nicht unbedingt mit Regeln und Konfrontation beruhigen kann. Manchmal muss man ihnen einfach das Gefühl geben, gesehen und ernst genommen zu werden. Ich glaube, ich habe diese Situation sehr gut gemeistert. Und am Ende war die Reise für alle Beteiligten angenehm – auch für die Dame, die am Anfang noch überzeugt war, dass sie gleich sterben würde.

Was war dein emotionalster Moment als Reiseleiterin?
Ein emotionaler Moment auf einer Flusskreuzfahrt mit einem anderen Reiseveranstaltr: Einer der emotionalsten Momente, die ich in letzter Zeit auf einer Flusskreuzfahrt erlebt habe, war mit einem älteren Ehepaar. Bei einer Fahrt «Paris by Night» stürzte die Dame plötzlich und verletzte sich schwer am Fuss – sie hatte sich den Knöchel gebrochen und gleichzeitig ausgerenkt. Sie musste sofort ins Krankenhaus gebracht werden. Ihr Mann, der bereits erste Anzeichen einer Demenz zeigte und kein Wort Französisch sprach, war natürlich völlig überfordert. Ich habe die beiden ins Krankenhaus begleitet. Wir verbrachten die ganze Nacht im Hôpital Georges-Pompidou und warteten bis zum nächsten Morgen in der Notaufnahme. Um acht Uhr morgens konnte ich schliesslich zurück zum Schiff.

Zum Glück hatte ich danach einen freien Tag und konnte nochmals mit dem Ehemann zum Krankenhaus gehen. Ich habe für ihn die Formalitäten erledigt, die Anmeldung gemacht und ihm geholfen, sich dort zurechtzufinden – denn alleine wäre er völlig verloren gewesen. Was mich dabei besonders berührt hat, war zu sehen, wie sehr diese beiden Menschen trotz ihrer eigenen Sorgen aufeinander bedacht waren. Die Frau wusste genau, dass ihr Mann zunehmend Schwierigkeiten hatte, und machte sich grosse Sorgen um ihn. Und gleichzeitig sah man, wie sehr es ihn getroffen hat, seine Frau leiden zu sehen.

Dieser Moment hat mich sehr berührt. Denn genau in solchen Situationen merkt man, wie wichtig die Rolle einer Reiseleiterin sein kann. Wenn alles gut läuft, denkt man vielleicht gar nicht darüber nach, warum ein Reiseleiter oder eine Reiseleiterin überhaupt dabei ist. Aber wenn plötzlich etwas passiert, wenn jemand krank wird, ins Krankenhaus muss und die Sprache nicht spricht, dann ist man nicht mehr nur Reisebegleiterin – man wird zu einer wichtigen Bezugsperson. Ich glaube, dass ich diesem Ehepaar in diesem schwierigen Moment wirklich eine grosse Unterstützung sein konnte. Und wenn ich dazu beitragen konnte, dass sie diese schwierige Situation ein kleines bisschen leichter erleben konnten, dann war das für mich sehr wertvoll.

Wer oder was inspiriert dich beim Reisen?
Mich inspiriert vor allem die Atmosphäre eines Ortes: die Menschen, die Geräusche, das Leben auf den Strassen und natürlich die Art und Weise, wie die Menschen dort leben. Ich beobachte gerne und lasse mich einfach auf den Ort ein. Aber auch die Gruppe, die ich begleite, inspiriert mich. Ich habe oft Menschen ganz unterschiedlichen Alters dabei, und das macht die Arbeit so abwechslungsreich. Jeder hat andere Wünsche und Interessen, und ich versuche, mich darauf einzustellen.

Was macht für dich den besonderen Mehrwert einer Gruppenreise aus?
Für mich ist es vor allem die Vielfalt der Menschen und ihrer Lebenserfahrungen. Jeder bringt etwas anderes mit, und es gibt immer Menschen in der Gruppe, die unglaublich viel zu erzählen haben und ihre Erfahrungen oder lustigen Anekdoten mit den anderen teilen. Das ist für mich ein Stück gelebtes Leben. Man lernt voneinander, kann sich gegenseitig helfen und aufeinander zählen. Und oft entsteht dabei eine ganz besondere Atmosphäre: Die Leute lachen viel, kommen miteinander ins Gespräch und fühlen sich einfach wohl. Manchmal entstehen sogar neue Freundschaften, und einige bleiben auch nach der Reise in Kontakt und treffen sich wieder. Gerade die gemeinsamen Mahlzeiten, wenn alle an einem Tisch sitzen und sich austauschen, gehören für mich dazu. Diese Mischung aus Gemeinschaft, Austausch, Hilfsbereitschaft und Geselligkeit – das ist für mich der besondere Mehrwert einer Gruppenreise.

Wenn du Gästen nur einen Satz mit auf den Weg geben könntest – welcher wäre es?
Ausschalten und geniessen.

Dein Lieblingsreiseziel privat?
Ich mag eigentlich alle Reiseziele – es kommt nur darauf an, mit wem 😉 Aber ich reise auch gerne allein, man macht dabei mehr Bekanntschaften. Sehr gerne würde ich einmal nach Patagonien reisen.

Welche Musik, welches Buch oder welcher Film begleitet dich unterwegs?
Ich habe Spotify, Netflix und ein Abo bei der Stadtbibliothek, wo ich Bücher auf mein Lesegerät laden kann. Wenn ich im jeweiligen Land bin, versuche ich mehr darüber zu erfahren und auch etwas zu unternehmen – viel Zeit bleibt dafür allerdings nicht 😉.

Hast du ein Lebensmotto oder Lieblingszitat?
Lebe dein Leben so, als wäre es dein letzter Tag.