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Über Franziska Megert

Franziska Megert

Wie bist du Reiseleiterin geworden – was hat dich auf diesen Weg geführt?
Dank meiner Sprachkenntnisse und meinem Interesse an fremden Ländern und Kulturen habe ich meinen Weg zur Reiseleitung gefunden. 

Was macht dir an deinem Job als Reiseleiterin am meisten Freude?
Wenn ich spüre, dass meine Gäste auf der Reise aufblühen und ich sie mitnehmen kann, neue Länder oder Regionen zu erleben, dann erfüllt mich das ganz besonders.

Was macht deinen Reiseleiter-Stil einzigartig?
Sicher meine langjährige Erfahrung.

Ohne welche drei Dinge reist du nie los?
Meine Reiseunterlagen, meine persönlichen Sachen und meine gute Laune.

Worauf dürfen sich Gäste freuen, wenn sie mit dir unterwegs sind?
Meine Gäste dürfen sich darauf freuen, dass sie sich in jeder Situation voll und ganz auf mich verlassen können.

Was sollten Gäste unbedingt über dich wissen, bevor es gemeinsam losgeht?
Bevor wir gemeinsam losfahren, dürfen meine Gäste wissen, dass ich ein echtes Urgestein in der Reisebranche bin – mit viel Erfahrung, Herzblut und Wissen, das ich gerne mit ihnen teile.

Was war die grösste Herausforderung auf einer Reise – und wie hast du sie gemeistert?
Das war in China. Ich wartete irgendwo mit meiner zehnköpfigen Gruppe auf einen Zug, der uns in dieser Nacht Richtung Süden bringen sollte. Leider warteten wir vergeblich. Als ich mich beim Bahnhof informierte, hiess es, dass es in dieser Nacht keinen Zug mehr gebe.Also überlegte ich mir, was ich am besten tun könnte, da am nächsten Tag ein interessantes Programm vor uns lag. Ich trommelte meine Gäste zusammen und erklärte ihnen die Situation sowie meine Überlegungen. Ich war damals schon oft für Imholz in China unterwegs gewesen und kannte die Sitten und Bräuche gut. Ich wusste auch, dass ich mit grosser Wahrscheinlichkeit einen Busfahrer finden würde, der bereit wäre, die Strecke mit uns per Bus zurückzulegen.Nun brauchte ich nur noch das Einverständnis meiner Gäste, um mich auf die Suche nach einem Bus mit Fahrer zu machen.

Zum Glück konnte ich damals bereits etwas Chinesisch und wusste, wo sich die Busfahrer nach Feierabend meistens aufhielten.Also machte ich mich auf den Weg und sah mir die Fahrer an, die auf einer breiten Treppe sassen – je nachdem mit oder ohne Bierchen. Ich betrachtete sie genau und entdeckte einen, der mir noch einigermassen frisch erschien. Ich fragte ihn, ob er bereits ein Bier getrunken habe, was er verneinte, und schilderte ihm anschliessend unser Problem.Er erklärte mir, dass er leider nur einen chinesischen Bus habe, ohne gepolsterte Sitze und ohne Heizung. Er bot jedoch an, pro Person zwei Wolldecken zu organisieren, damit die Gäste nicht frieren müssten. Ich ging sofort zurück zu meiner Gruppe, die ungeduldig auf meine Antwort wartete, und erklärte ihnen die Situation und diese Möglichkeit.

Alle waren sofort einverstanden. Also ging ich zurück zum Fahrer, der gleich darauf seinen Bus holte – mit tatsächlich zwanzig Wolldecken – und wir konnten uns bei Nacht und Nebel auf den Weg machen. Zum Glück hatte ich noch genügend Schokolade und Mandarinen dabei. Ich vermutete, dass der Fahrer noch nichts gegessen hatte, und gab ihm zuerst einmal eine halbe Tafel Schokolade, die er mit Freude ass. Die Gäste kuschelten sich in ihre Wolldecken ein, und da jeder zwei Sitzplätze hatte, konnte es sich jeder so bequem wie möglich machen.

Wir fuhren los, und es dauerte nicht lange, bis alle meine Schäfchen hinten im Bus eingeschlafen waren.Unser Weg führte über einen Pass, und es war nass und neblig. Teilweise war der Nebel so dicht, dass ich ausstieg und ein Stück vor dem Bus herlief. Den Fahrer versorgte ich die ganze Zeit mit Schokolade, Mandarinen und Knäckebrot, das ich ebenfalls noch als Reserve dabeihatte. Ich sprach so gut es ging mit ihm, bis er morgens um zwei Uhr zu mir sagte, dass er kurz schlafen müsse.Für mich war klar, dass das in Ordnung war. Ich nahm mir vor, ihn nach einer Stunde wieder zu wecken. Einschlafen durfte ich natürlich nicht – sonst hätten wir womöglich unser Ziel nicht erreicht. Nach gut einer Stunde weckte ich ihn sanft, gab ihm eine Flasche Wasser und fragte, ob er weiterfahren könne. Er bejahte, also fuhren wir weiter.

Ich beobachtete ihn die ganze Zeit, um sicherzugehen, dass er fit genug blieb. Der Pass war bald geschafft, die Strasse wurde weniger kurvig, und wir kamen gut voran. Langsam wurde es heller. Der Sonnenaufgang war auch für meine Gäste ein Zeichen, dass sie erwachten und begannen, von ihrer Nachtruhe zu erzählen. Einige hatten gut geschlafen, für andere war es eher strapaziös gewesen.Als wir morgens um acht Uhr am Bahnhof ankamen, den wir in der Nacht hätten erreichen sollen, waren alle überglücklich.

Die Gäste applaudierten dem Busfahrer, und von jeder Person erhielt er ein Trinkgeld sowie ein T-Shirt oder ein Schweizer Taschenmesser als Dank. Der Fahrer strahlte und lachte – so viel Trinkgeld und Geschenke hatte er vermutlich noch nie erhalten, da er normalerweise nur Einheimische transportierte.Natürlich bezahlte ich ihm auch den Diesel, ein Kilometergeld und seine Arbeitszeit. Diese Nacht hatte sich also auch für ihn gelohnt, und ich bin sicher, dass er dieses Abenteuer noch oft erzählt hat.Meine Gäste waren ebenfalls überglücklich und dankten mir für dieses Erlebnis. Ich suchte anschliessend das Hotel, in dem wir eigentlich hätten übernachten sollen. Dort konnten sich die Gäste duschen und umziehen, bevor der Bus kam, der uns in den nächsten Tagen begleiten sollte.

Das Tagesprogramm war gerettet – und diese Nacht wurde von niemandem vergessen.Später erhielt ich noch oft Karten von irgendwoher, und fast immer stand darin ein Satz über diese Nacht.Damals gab es noch keine Handys, und Telefonieren war längst nicht überall möglich.Ich hätte noch viele solche Geschichten zu erzählen.

Was macht für dich den besonderen Mehrwert einer Gruppenreise aus?
Am schönsten ist es für mich, wenn sich die Gäste am Ende der Reise bedanken und spürbar ist, dass sie eine wunderbare Zeit erlebt haben.

Wenn du Gästen nur einen Satz mit auf den Weg geben könntest – welcher wäre es?
Bleibt gesund, damit ihr noch viele schöne und interessante Reisen mit uns machen könnt!

Welche Musik, welches Buch oder welcher Film begleitet dich unterwegs?
Unterwegs lasse ich mich gerne von der Musik des jeweiligen Landes begleiten – sie bringt Stimmung, erzählt Geschichten und lässt mich noch tiefer in die Kultur eintauchen.

Hast du ein Lebensmotto oder Lieblingszitat?
Das Reisen hat mein Leben in jeder Hinsicht bereichert.

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