Reiseblog

Algarve, Traumküste der Seefahrer mit Sibylle Bally

Geschrieben von Sibylle Bally | Feb 12, 2026 12:56:23 PM

Zwischen goldenen Stränden, schroffen Klippen und azurblauem Atlantik präsentiert sich die Algarve als perfekte Mischung aus Entspannung, Natur und Geschichte. Wir haben die Küste mit allen Sinnen erlebt: vom relaxten Luxus unseres Hotels über duftende Korkeichenwälder und blühende Gärten bis hin zu historischen Städten wie Lagos und Silves. Jede Wanderung, jeder Marktbesuch und jedes typisch portugiesische Mahl haben uns die Seele der Region nähergebracht – begleitet von der Wärme unserer fantastischen Reiseleiterin Sandra.

So sollen Ferien sein: Urlaub im Luxushotel

Hotel «Iberostar Selection, Lagos»

Nach einem relaxten kurzen Flug mit der Swiss (ausgeführt von Edelweiss), landen wir in Faro, wo uns unsere tolle lokale Reiseleiterin Sandra bereits herzlich empfängt. Bald schon erreichen wir das schöne Hotel an einem fast unberührten Strand mit kristallklarem Wasser. Alle freuen sich jetzt auf ein gutes Abendessen. Und genau so ist es! Ein üppiges  Buffet empfängt uns. Heute Abend ist das Thema «Seafood», aber es bietet auch sonst noch viele andere herrliche Leckereien! Noch ein kurzer «Dépero» und ein Tänzli zur Livemusik, das lässt uns anschliessend alle auf der herrlichen 5-Stern-Matratze in den Tiefschlaf fallen!

«Die Algarve ist wie ein Gemälde, das jeden Tag neu gemalt wird – mit den Farben des Himmels und des Meeres.»

 

Die Algarve – Sonne, Strand und Meer – aber auch Berge!

Silves und Caldas de Monchique

Der Tag beginnt herrlich! Ein richtig kitschiger Sonnenaufgang über dem Meer stimmt uns auf die wunderschönen nächsten Tage ein. Eine gut gelaunte Gruppe trifft sich zu unserer ersten Entdeckungstour. Unser Ziel ist die Stadt Silves, welche im Landesinnere im Monchique- Gebirge liegt.

Fata Morgana? Überall stehen Störche. Auf jedem Pfahl, jeder Antenne, jedem Strommast usw. gibt es die wunderschönen Tiere in ihren Nestern zu bewundern.

Früher flogen die Vögel ins Winterquartier weiter nach Afrika. Inzwischen aber finden sie in Portugal und im südlichen Spanien genug Futter, vor allem auf offenen Müllhalden. Und warm genug zum Überwintern ist es dort ja auch. Und gerade Portugal bietet ideale Bedingungen mit vielen landwirtschaftlichen Flächen, Süsswasserquellen und Küstengebieten mit reichlich Fischen.

Dank des Flusses Arade, welcher früher ein wichtiger Verkehrsweg war, war Silves schon bei den Römern sehr beliebt, welche hier auch Kupfer abbauten und mit Olivenöl, Wein, Nüssen und Salz handelten. Hoch geht es jetzt auf den höchsten Berg der Algarve, 920 m ü. M., wo wir die Weite der Algarve erst so richtig realisieren. Nach unserem ersten feinen, echt portugiesischen Essen inmitten Einheimischer, geht es weiter durch die endlosen, teils uralten Korkeichenwälder bis zum süssen Bergdorf Monchique.

Wusstet ihr übrigens, dass die Korkeichen nur alle 9 Jahre geschält werden? Die Korkeiche stösst permanent die abgestorbenen Zellen ab. Danach werden sie getrocknet und nicht nur zu Korkzapfen - in Portugal findet man keine Weinflaschen, welche mit Plastikkorken verschlossen sind - verarbeitet. Korkprodukte findet man überall in allen Formen und Farben. Spätestens nach 2 Tagen Algarve sehe ich mehrere Gäste mit Täschchen, Rucksäcken und sogar Hüten aus Kork. Portugal ist der grösste Korkproduzent der Welt.

Die weissen Häuser mit den farbig eingerahmten Türen und Fenstern, was sehr typisch für die Algarve ist, verführen uns immer wieder, den Fotoapparat oder das Handy zu zücken. Unsere tolle Reiseleiterin Sandra hat ein immenses Wissen über die Botanik und erklärt uns jedes Blümchen, jeden Strauch und Bäume. Vom Flaschenputzerbaum, Zimtbäume, Hortensien, Pfefferbäumen, Erdbeerbaum, Johannisbrotbäumen über die Feigenbäume, dem wilden Meerfenchel … keine Frage lässt sie unbeantwortet. Sandra kennt sie alle! Der Frühling ist natürlich der beste Zeitpunkt, um die herrliche Blumenpracht zu bewundern. Man fühlt sich wirklich im Garten der Algarve. Alles blüht: die wilden Orchideen, Azaleen, Rhododendren und auch die herrlichen Zistrosen, ja, sogar die Dünen erblühen

Wir machen einen schönen Spaziergang durch den «Park der THERMEN». Hier in Monchique gibt es viele Quellen, da der Boden vulkanischen Ursprungs ist. Einen Schluck aus der «Quelle der Liebe» lässt viele Hoffnungen aufkeimen! Caldas de Monchique ist ein beliebtes Ausflugslokal für die Einheimischen. Schon die Römer kurierten hier ihre Krankheiten und heutzutage wird neben der Kur auch das Wasser in Flaschen abgefüllt und in ganz Portugal getrunken.

 

Geniessertag

 Entdecken und/oder Poolday

Unser zweiter Tag ist frei. D. h., wir können auf eigene Faust die Algarve entdecken, je nach Präferenzen. Einige Gäste besuchen das schmucke Städtchen Lagos, welches man mit dem Bus in 5 Minuten oder spazierend in ca. 40 Min. auf einem tollen Holzsteg dem Strand entlang erkunden kann.

Ein Gläschen Wein auf der Piazza, ein feines Fischessen oder das schönste je gekaufte Strandkleid ergattern, je nach seinem Gousto. Aber auch die herrlichen Souvenirs verleiten den einen oder anderen. Wer muss seiner «Pflanzen- oder Katzenhüterin» nicht noch was typisch Portugiesisches nach Hause bringen, wie z.B Piri, Piri (Achtung, macht fiese Flecken), ein Korktäschchen oder eine blaue Kachel als Gläseruntersatz, Schlüsselanhänger oder Geschirrtuch?

Auch gibt es vor dem Hotel am Strand zwei tolle Strandrestaurants, in welchen man herrlich seine Moules essen und dabei seinen Blick über das Meer schweifen lassen kann. Am Nachmittag noch schnell die Sonnenbräune am Pool holen, damit die zu Hause gebliebenen doch sehen, dass man in den Ferien war. Ein bisschen Neid tut doch immer gut!

 

Die schönste Kirche ever!

Almancil und Loulé

Heute geht es in den Osten. Für mich der absolut kulturellste Höhepunkt der Reise. Wir gehen ein paar Schritte hoch zu einer kleinen, unscheinbaren barocken Kirche auf einem Hügelchen. Die «Igreja de São lourenco».

Im Inneren verschlägt es uns den Atem! So was Schönes habe ich noch nie gesehen. Man darf leider nicht fotografieren, aber die Postkarten darf man ablichten …! Mit ihren über und über verzierten Wänden und Decken mit den blauen, typisch portugiesischen Azulejos (blauen Porzellankacheln) und vorne einen herrlich aus Holz geschnitzten Altar, welcher mit Blattgold verziert wurde. Reiche Grossgrundbesitzer haben das Kirchlein im 18. Jh. finanziert, da sie um Wasser beteten (Wasserknappheit und die Ernte drohte zu verdorren) und siehe da, es regnete. Zum Dank liessen sie dieses Juwel erbauen. Einfach atemberaubend! Die typisch portugiesischen glasierten und bemalten Kacheln sind übrigens auch ein zurückgelassenes Kulturgut der Mauren. Oft werden auch die Hauswände mit diesen Kacheln gefliest, da sie gegen Hitze schützen. Für uns sind das natürlich herrliche Fotosujets!!

Wir haben Glück, es ist Samstag und der Wochenmarkt in der hübschen altmaurischen Markthalle mit ihren Zwiebeldächern findet heute statt. Die ganze Stadt ist auf den Beinen, denn man trifft sich. Zuerst ein Gläschen Wein mit Freunden, weiter geht es mit Einkaufen und danach ein üppiges Mittagessen in der Stadt. Die Portugiesen lieben das Leben und sie legen viel Wert auf das Miteinander und das Geniessen von Momenten. Einen schönen Spaziergang mit Sandra durch die hübschen, engen Altstadtgässchen auf den maurischen Spuren, lassen uns verzücken.

Jeder unserer Gäste findet ein schönes Lokal, um ein feines Mittagessen einzunehmen oder sich auch nur mit den süssen portugiesischen Süssigkeiten den Magen auf die köstlichste Art zu füllen. Anschliessend fahren wir zur modernen Kirche Sao Sebastiao, welche wie ein UFO über der Stadt Loulé thront. Als wir zum Bus zurückkommen, hat Sandra noch eine Überraschung für uns. Sie hat zwei Flaschen Moscato besorgt und wir stossen mit einem lauten «Happy Birthday» auf ihren Geburtstag an. Natürlich muss sie es jetzt bei jeder Gelegenheit hören, dass sie die Jüngste unserer Gruppe ist. Das tut ihr gut … jetzt fühlt sie sich doch nicht mehr so alt!

Abends freuen sich alle immer wieder auf das herrliche Buffet. Jeden Tag gibt es ein neues Thema. Seafood, italienisch, Sushi, portugiesisch usw. Anschliessend trifft man sich noch an der Bar für ein «Geplauder», wo es fast jeden Abend eine Unterhaltung gibt. Teilweise wird noch heftig das Tanzbein geschwungen.

 

Endlich lernen wir Heinrich den Seefahrer kennen!

Lagos, Sagres und Cabo de Sao Vincente

Heute Morgen treffe ich eine sportliche Gruppe an. Statt Strandflatterkleidchen sind die Wanderhosen montiert und die Rucksäcke angehängt. Sandra hat uns eine wunderschöne Wanderung auf den Dünen (statt im Hinterland) versprochen.

Zuerst zeigt sie uns aber noch Lagos und endlich lernen wir Heinrich den Seefahrer kennen (eigentlich war er gar kein Seefahrer, ihm wurde schlecht auf den Schiffen). Lagos ist die einstige Hauptstadt der Algarve und war der letzte ruhige Hafen, bevor es auf den stürmischen Atlantik hinausging. Der Heinrich schickte von hier aus im 15. Jh. seine Karavellen auf die Weltmeere auf Entdeckungsfahrten. Darum lief auch der portugiesische Welthandel früher über Lagos. Aber nicht nur Ess-, Stoffwaren usw. wurden hier gehandelt, nein, auch Menschenware aus Schwarzafrika. Ab dem 15. Jh. fand hier der grösste Sklavenmarkt Europas statt. Jetzt geht es los: Stöcke in die Hände und losmarschieren. Zuerst ein kurzes Stück hoch auf die Düne und dann wanderten wir von Praia de Porto Mos alles hoch über die zerklüfteten Felsen dem Meer entlang, in das typische Strandstädtchen Luz mit all seinen weissen Häusern, den Restaurants am blauen Meer und natürlich all den Souvenirshops. Obwohl es eine leichte Wanderung war, haben wir jetzt einen herrlichen Teller einheimischen Essens verdient, natürlich mit einem Gläschen.

Und jetzt, jetzt fahren wir ans Ende der Welt! Nach Sagres. Dieser Punkt liegt an der südwestlichsten Ecke Europas und darum endete für die alten Völker hier die Welt. Herrlich, diese weisse Burg über den schroffen Felsen, wo sich die Wellen mit lautem Getöse brechen. Ein echtes Spektakel! Aber ich bin mir sicher, was auf jedem zweiten Handy gespeichert wurde, sind nicht nur die Klippen, nein…: «Die letzte Bratwurst vor Amerika»! Leider konnte Heinrich dazumal noch nicht Stammgast werden, er hätte es bestimmt geliebt.

Gut gelaunt und noch nichts ahnend steigen wir in den Bus, um nach ein paar Metern in einem Restaurant wieder anzuhalten. Es gibt zum Abschluss noch eine Überraschung, aber was, verrate ich nicht … für die zukünftigen Gäste. Was für ein Glück, Sandra als unsere Reiseleiterin zu haben. Sie ist  einfach der Hammer! Alle waren begeistert von ihr, denn sie weiss auf alles «trotz ihrer Jugend» eine Antwort!

Vielen lieben Dank Sandra! Du warst sensationell!

 

Hüt und morn, lömer unseri Seel emol «ä chli la bambälä»

…..oder sportliche Tage

Nach so viel Kultur freuen wir uns jetzt auf zwei freie Tage. Endlich können wir in aller Ruhe auf der grossen Terrasse in der Frühlingssonne, mit Blick auf das endlose Meer, auch endlos unser herrliches Frühstücksbuffet geniessen. Viele Vorschläge mache ich, um die Tage auszunutzen. Manche Gäste fahren mit dem Zug nach Faro (Haltestelle vor dem Hotel), besuchen noch einmal Lagos, buchen eine Bootstour zu den berühmten Höhlen der Algarve oder machen eine Delphin-Watching-Tour. Auch Bikes kann man mieten, genauso wie Autos, um die Algarve noch weiter zu erkunden. Vor uns liegt das Meer mit einem drei Kilometer langen Steg für garantiert sandfreie Füsse oder ganz Verwegene wateten mit den Füssen durchs Wasser oder wagten sogar einen Sprung ins Meer.

Oder, ganz einfach die Infrastruktur des Hotel geniessen. Es gibt 4 herrliche Pools (einer davon geheizt), ein Hallenbad, Spa mit Massagen und sogar Kaviar Hautbehandlungen.

Wie schön ist doch unsere Welt.

Alles hat ein Ende, aber Vorfreude auf die nächste Reise, ist die grösste Freude

Schön können wir den Tag noch am Pool verbringen, bevor wir um 16 Uhr  gebräunt, mit vielen neuen Freunden, Erweiterung unseres kulturellen Wissens und erholt die Heimreise antreten.

Schön war’s mit euch! Vielen lieben Dank für alles und dass euch die Reise so gut gefallen hat. Ich hoffe, ihr habt nicht den gleichen Fehler gemacht wie ich… Nächstes Mal stehe ich nach dieser Reise bestimmt nicht mehr auf die Waage ;-(

Härzlig
Sibylle

«Portugal ist ein kleines Land mit einer grossen Seele.» – Fernando Pessoa

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