Advent in den Dolomiten – vier Tage voller Winterzauber, verschneiter Berglandschaften und stimmungsvoller Weihnachtsmärkte. Von spektakulären Passfahrten über historische Städte wie Trient und Bozen bis zu regionalen Spezialitäten – eine unvergessliche Reise durch Trentino und Südtirol.
Eine 4-tägige Reise ins Trentino/ Südtirol, die Ueli und Ueli von Zerzuben Touristik begleiten dürfen. Gespickt mit vielen Highlights, unter anderem die 4 Pässe- Fahrt am ersten Tag.
Nachdem alle Gäste ihren Sitz im Bus eingerichtet haben und wir uns mit Kaffee und Gipfeli in der Raststätte Heidiland gestärkt haben, fahren wir via Sargans- Chur über den Julierpass mit einer Scheitelhöhe von 2284 m. Der Julierpass verbindet Tiefencastel (851 m) im Albulatal mit Silvaplana (1815 m) im Oberengadin und ist die einzige ganzjährig geöffnete Passstrasse zwischen der Deutschschweiz und dem Engadin in Graubünden.
Woher hat der Julierpass seinen Namen? Der Name ist vorrömisch, hat aber keine Verbindung mit Julius Cäsar. Die Deutung des Namens kommt vom gallischen Wort julo für Joch. Hier oben hört und sieht man oft Murmeltiere- die jetzt aber alle gemütlich schlafen.
Ueli steuert den komfortablen, 13 Meter langen, Zerzuben Setra-Bus geschickt die Serpentinenstrasse zum Pass hinauf und wir erreichen nach einem traumhaften Blick auf den Silvaplanersee das mondäne und international bekannte St. Moritz. Schneebedeckt und mit blauem Himmel zeigt sich der berühmte Skiort, welcher sich mit dem Champagner-Klima rühmt. Leider bleibt uns keine Zeit, um den Champagner zu trinken. Bei minus 4 Grad starten wir unsere spektakuläre Bahnfahrt von St. Moritz nach Tirano mit der Bernina Bahn. Entlang kristallglitzernder Schneelandschaften bietet sich uns ein atemberaubendes Panorama mit den Gletschern Piz Bernina, Morteratsch und dem zugefrorenen, glitzernden See Lago Bianco. Die Rhätische Bahn steigt über unzählige Kurven auf eine Höhe von 2253m und schlängelt sich danach gemächlich dem Val Poschiavo entlang ins mediterrane Tirano im italienischen Veltlin. Es wird fotografiert auf beiden Seiten und aus jedem Fenster. Die gesamte Strecke gehört zum UNESCO-Welterbe der Rhätischen Bahn.
Pünktlich um 15 Uhrerreichen wir Tirano und fahren mit Ueli und dem Bus weiter.
Die Fahrt ins Trentino, Val di Sole, führt durch viele enge Strassen und Kurven durchs Veltlin über den Aprica Pass und danach über den Tonale Pass, der Grenze zwischen der Lombardei und Trentino- Südtirol.
Um 18 Uhr erreichen wir unser Hotel Liberty in Male. An der Hotelbar erwartet uns ein Welcome Drink und anschliessend wird uns von Maurice und seinem Team im Restaurant ein 3-Gang-Menü serviert mit einem feinen Antipasti-Buffet.
Der erste Reisetag ist bekanntlich immer der anstrengendste Tag einer Reise, sowohl für den Fahrer, und den Reiseleiter als auch für die Gäste. Für mich ist es immer wieder eine Herausforderung, jedoch überwiegt die Freude auf die neuen Gäste, und beim Willkommensdrink habe ich dann schon viele von unseren Gästen ein bisschen kennengelernt. Ueli nutzt die Zeit vor dem Essen meist noch dazu, den Bus wieder auf Hochglanz zu polieren. Seine Stube ist nun während der nächsten Tage auch unsere Stube! Die Gäste sind froh ihre Zimmer bezogen zu haben, der Koffer ist deponiert, das Bett und die Matratze getestet, der Fernseher läuft teilweise auch schon, nun ist jedermann/-frau entspannt und bereit für die kommenden Tage im Trentino.
Heutiges Tagesprogramm: Ausflug nach Trient mit Besuch des Weihnachtsmarktes. Nach einem reichhaltigen Frühstück, typisch italienisch mit vielem süssen Gebäck, starten wir mit dem Bus unseren Ausflug vom Val di Sole Richtung Etschtal. Achtung: Glatteisgefahr! Ja, Male liegt auf knapp 750 m ü. M. und hier oben sind die Nächte schon sehr kalt. (Was teilweise auch einige Zimmer waren, und wir um höhere Temperaturen bitten mussten. Ja, die Bergdorfeinwohner sind vielleicht ein kälteres Klima gewohnt als wir 😊).
Entlang der Etsch, mit 410 Kilometern nach dem Po der zweitlängste Fluss Italiens, erreichen wir Trient, wo unser lokaler Reiseführer Giuseppe uns erwartet. Ja, der Giuseppe, ein junger, lustiger, wortgewandter Italiener, der uns während der nächsten 2 Tage mit seinem umfangreichen Wissen über das Trentino und mit seinem Humor begeistert. Er liebt uns Schweizer Gäste und wir lieben sein «Deutsch» und auch seine vielen Insider-Tipps. Heute folgen wir ihm während eines 2-stündigen Spaziergangs durch Trient. Trento, die im Val d‘Adige gelegene Hauptstadt der Region Trentino, zählt über 100'000 Einwohner und ist aus der Geschichte bekannt für das Konzil von Trient im 16. Jahrhundert. Bis zum Dom mit dem Neptunbrunnen, durch Strassen und Gassen mit freskengeschmückten Fassaden und Türmen, und weiter bis zum Castello del Buonconsiglio, der ehemaligen Residenz des Fürstbischofs von Trient, das heute ein Museum beherbergt, lauschen wir seinen Erzählungen. Sein Tipp am Ende der Führung: Unbedingt einen spritzigen Trento doc, einen Trentiner Bergschaumwein geniessen! Er wird auf steilen Hängen in 200 bis 800 Metern Höhe vor der Kulisse der Dolomiten angebaut und wird nach der klassischen Methode hergestellt. Das bedeutet, dass die Bläschen auf natürliche Weise durch die Gärung in der Flasche entstehen. Salute! Danach geniessen alle noch ein bisschen Freizeit. Es locken die Stände am Weihnachtsmarkt, die Buden mit Spezialitäten des Südtirols und natürlich bleibt auch Zeit für einen Besuch in einem gemütlichen Ristorante. Pizza, Pasta oder doch lieber eine cremige Polenta oder eine herzhafte Carne Salada? Zurück zum Hotel in Male wäre eigentlich eine Bahnfahrt mit der Schmalspur- Nonstalbahn geplant gewesen. Doch einmal mehr werden wir von einem nationalen Streik überrascht – in ganz Italien wird gestreikt, somit fahren auch nicht alle Züge und wir sind froh, dass Ueli uns wieder zurück nach Male fährt. Als « Trostpflästerli» gibt’s ein Fotostopp unterwegs mit Aussicht auf den Santa Giustina-See, dem grössten Stausee im Trentino, und das malerische Nonstal.
Am Abend erwartet uns dann ein weiteres Highlight der Reise: Der Trentiner-Abend. Serviert werden uns im Hotel lokale Spezialitäten aus dem Trentino und dazu Live-Musik mit fröhlichen Liedern. Da darf ein Tänzchen nicht fehlen, sei es zu einer Polka, einer Polonaise oder ein Walzer mit unserem Restaurant-Chef Maurice, der flott das Tanzbein schwingt. Aufgewärmt und mit vielen schönen Eindrücken geniessen wir dann unseren Schlaf. Höhenluft macht müde!
Tag 3
Wieder erwartet uns Ueli mit seinem blitzblank geputzten Bus vor dem Hotel. Der Bordkühlschrank ist wieder aufgefüllt mit Getränken, unsere Gäste werden auch während der Fahrt verwöhnt. Heute fahren wir knapp 2 Stunden bis nach Bozen. Giuseppe, unser Trentiner Guide, ist auch wieder mit dabei und unterhält uns mit viel Wissenswertem über die Gegend und über das Leben im Trentino. Über längst Vergangenem wie auch über aktuelle Themen wird gesprochen. Dass mittlerweile über 100 Braunbären hier leben, war für uns schon überraschend. Vor 25 Jahren wurde das Projekt «Live Ursus» – die Wiederansiedlung von Braunbären im Trentino gestartet. Damals ging man von einer Anzahl zwischen 40 und 60 Bären im Gebiet aus. Heute zählt die Region geschätzt bis zu 150 Tiere. Sie leben hauptsächlich im westlichen Teil des Trentino, besonders in der Brentagruppe. Bären sind aber sehr scheue Tiere, daher ist es äusserst selten, einem zu begegnen. Ich habe Glück gehabt; unwissentlich habe ich meine gekauften Kaminwurz (eine Südtiroler geräucherte Rohwurst) auf dem Fenstersims deponiert (Erdgeschoss!) Bären sind Allesfresser, doch hier im Trentino sind es vielleicht Vegetarier und ich bekam keinen nächtlichen Besucher.
Um 10 Uhr erreichen wir das Benediktiner-Kloster Muri-Gries in Bozen. Muri liegt in der Schweiz, im Freiamt im Kanton Aargau. Im Jahr 1027 wurde das Kloster von den Grafen von Habsburg gestiftet. Die ersten Mönche kamen vom Kloster Einsiedeln. 1841 beschliesst der Kanton Aargau die Aufhebung aller Klöster. Die Mönche müssen Muri verlassen. 1845 finden sie in Gries bei Bozen eine neue Heimat. Durch die Führung eines Kollegiums in Sarnen (Kt. Obwalden) bleibt die Beziehung zur Schweiz bestehen. Dies erklärt auch die grosse Bildersammlung von Schweizer Ortschaften in den langen Gängen des Klosters. Nebst dem Wein, den die Mönche herstellen, befindet sich im Krippenmuseum eine Ausstellung, die wir heute besuchen. Über 3 Etagen verteilt sind Passionskrippen, antike und orientalische Krippen sowie moderne Exemplare ausgestellt. Eine der Krippen stammt sogar aus dem 18. Jahrhundert. Voller weihnachtlicher Eindrücke zieht es uns zum berühmten Bozener Christkindlmarkt auf dem Waltherplatz. Gemeinsam mit Brixen, dem ältesten Weihnachtsmarkt Südtirols, wurde er 1991 das erste Mal organisiert. Eine Vielfalt an regionalen Produkten wird hier in kleinen Holzhäuschen angeboten und unsere Gäste erhalten am Stand von Angolo delle Streghe ein Stück typischen Apfelstrudel oder eine süsse Brezel und eine Weihnachtssalzbrezel. Es gibt sehr viele Besucher, also hinein ins Gewimmel, oder vielleicht doch lieber ein bisschen gemütlich in den Laubengängen der Altstadt entlang schlendern und sich in einem Café oder in einer Enoteca aufwärmen? Pünktlich treffen wir uns alle wieder im Bus, trotzdem, ich zähle lieber zweimal, damit wir nicht jemanden an einem Glühweinstand vergessen haben. 😊 «Ueli, es sind alle da!» Und los fährt der Bus, zurück zum Hotel, wo uns ein frühes Abendessen erwartet. Während des Essens – plötzlich – wir sitzen im Dunkeln! Kein Strom mehr, das ganze Dorf ist dunkel. Während Maurice und sein Team auf den Tischen Kerzen verteilen, hat der Koch ohne Strom sicher alle Hände voll zu tun. Ob wir heute rohen Fisch essen werden? Unsere Gruppe nimmt’s gelassen, ein Candle light Dinner ist doch romantisch … Das Essen wird trotzdem serviert, der Fisch durchgebraten, und irgendwann hatten alle wieder Strom. Gott sei Dank! Denn heute Abend werden wir noch nach Ossana fahren. Dort in der ältesten Kirche im Südtirol (aus dem 12. Jh.) singt heute Abend extra für uns car-tours.ch-Gäste ein Trentiner Männerchor. Die Bergchöre singen Lieder aus dem Leben, von den Bergen und zu dieser Zeit auch Weihnachtslieder. Bei dem bekannten Lied La Montanara hat sicher ein jeder eine Gänsehaut bekommen. Das Dorf Ossana ist weihnachtlich geschmückt und auf dem Heimweg freuen sich sicher alle schon sehr auf die Festtage mit den Lieben zu Hause. Unter dem Baum finden sich bei einigen wahrscheinlich ein paar Südtiroler Spezialitäten, wie den geräucherten Schinkenspeck, Schüttelbrot, ein Zirbenkissen oder eine Flasche Teroldego. Eine autochthone Rotweinsorte, sogar eine der ältesten Norditaliens, die wir in der Schweiz nicht kennen, unsere Gruppe aber beim Abendessen vollends überzeugt hat.
Weihnachten kann kommen – wir sind bereit
Am Sonntag fährt uns Ueli dann über den Brenner via Innsbruck durch das Vorarlberg wieder zurück in die Schweiz, wo wir uns von unseren Gästen verabschieden und hoffen, dass wir einander im neuen Jahr auf irgendeiner car-tours.ch Reise wieder treffen. Einen grossen Dank auch unserem lieben Chauffeur Ueli, er hat uns sicher gefahren, und uns mit seinem Humor und seinem Wissen unterhalten – es hat viel Spass gemacht zusammenzuarbeiten. Und was das Büro meist nicht hört – der Applaus der Gäste im Bus gilt auch euch – den Heinzelmännchen im Hintergrund. Einen lieben Dank auch an unsere Gäste Anita, Sonja, Agatha und meinen Reiseleiterkollegen Sibylle und Rolf, für das Teilen ihrer Fotos für den Bericht.
Allen wünsche ich frohe Weihnachten und viel Glück und Gesundheit im neuen Jahr
Viola