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Genusswandern im Piemont

Bericht vom 23.-27. Oktober 2019 | Bus Nummer 9

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Es berichtet für Sie unsere Reiseleiterin

Scalenghe Cornelia

Cornelia Scalenghe

Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar. – Antoine de Saint-Exupéry

Weitere Infos

Wie bist du Reiseleiter geworden?

Schon in meinem früheren Beruf als Flight Attendant (Flugbegleiterin) hat mich das Reisen fasziniert und nach einer 10-jährigen Pause hat mich die Lust wieder gepackt , etwas in dieser Richtung zu arbeiten.

Was zeichnet dich als Reiseleiter aus?

Herzlichkeit

Welche drei Dinge sind auf jeder Reise unverzichtbar?

Unvoreingenommenheit

Neugier

Gute Laune

Was ist das lustigste, was du auf einer Reise mit einer Gruppe erlebt hast?

An etwas ausgesprochen Lustiges kann ich mich gar nicht erinnern, doch an viele schöne Momente, die ich mit meinen Gästen verbracht habe; die Dankbarkeit die man spürt, wenn die Gäste beim „adieu“ sagen „es sich super gsii“.

Worin siehst du die Vorteile / den Mehrwert einer Gruppenreise?

Es erstaunt mich immer wieder wenn ich sehen, das die Gäste während einer Reise Freundschaft schliessen, Menschen die sich im Alltag wohl gar nicht kennenlernen würden; jung und alt, bunt gemischt…

Wohin reist du privat?“

Ich mache gerne Ayurveda-Kuren in Sri Lanka, auch bin ich gerne zu Fuss auf dem Jakobsweg unterwegs.

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Genusswandern im Piemont

6 Reisetage ab Fr. 899.-

Reisedaten:
18. – 23. Oktober 2020

Die herrlichen Landschaftsbilder im Piemont_top

Malerische Dörfer, blütenreiche Gartenanlagen, kleine Buchten und immer wieder spektakuläre Küstenabschnitte. Auf erlebnisreichen, meist kurzen und gut zu bewältigenden Wanderungen lernen wir die eindrücklichen Landschaften Südenglands persönlich kennen und lassen uns vom Britischen Charme verzaubern.

Genusswandern im Piemont

„Du wirst es niemals erfahren, bis du nicht gehst“

Heute habe ich das Vergnügen die Wander- und Genußreise ins Piemont zu begleiten. Darauf freue ich mich ganz besonders, denn das Piemont ist seit vielen Jahren meine zweite Heimat geworden.

Früh morgens treffe ich auf meine Gäste und bei einem etwas regnerischen Herbsttag fahren wir Richtung Süden. Trotz des etwas trüben Wetters, kommt eine gute Stimmung im Bus auf. Es wird ein bisschen geplaudert und schon mal ein Gläschen Wein getrunken. Unser sympathischer Chauffeur Michael Luedi fährt uns sicher und souverän durch das äußerst fruchtbare Land, die Po Ebene. Wir fahren an riesigen Feldern und Reisplantagen vorbei, bis wir eigentlich ohne großen Verkehr unser tolles 4-Sterne-Hotel „Le Tre Ruote„ in Pianfei erreichen. Hier werden wir sehr herzlich zu einem Willkommens Apéro eingeladen und später mit einem feinen Essen verwöhnt.

Trotz meines Optimismus ist das Wetter auch am nächsten Morgen eher trüb und herbstlich. Es regnet ganz leicht, doch meine Gäste sind trotzdem gut gelaunt und es gibt ja bekanntlich kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung. Unsere Wanderleiterin Martina erwartet uns schon beim Bus und während der Fahrt nach Barbaresco haben wir einen ersten Blick auf das noch etwas im Nebel versunkene Gebiet der Langhe und Roero. Diese Gegend zählt zu den faszinierendsten Regionen des Piemonts, ein Hügelland mit kleinen Dörfern, Schlössern und Burgen, die sich auf faszinierende Weise in diese Landschaft einbetten. Da es in den letzten Tagen doch ziemlich geregnet hat, entscheidet sich Martina für eine einfache Wanderung auf einer Landstraße von Barbaresco nach Trestelle. Die Weinlese ist eigentlich fast beendet, doch wenn man aufmerksam ist, findet man noch ein paar einzelne Trauben, die meine Gäste dann auch genüsslich „stipizen“. Bald zeigen sich die ersten Sonnenstrahlen und als wir in unserem Restaurant „La Fermata“ zum Mittagessen eintreffen, könnte die Stimmung nicht besser sein. Das liebenswürdige Personal heißt uns herzlich willkommen und wir werden mit einem ausgiebigen 3-Gänge Menu so richtig verwöhnt. Wer mag, kann die hausgemachten „Tagliatelle“ gegen einen kleinen Aufpreis mit dem „ weißen Gold“ aus Alba, dem Trüffel verfeinern.

Nach Essen, Wein und Grappa, ist es etwas schwierig, meine Gäste zum Aufstehen zu motivieren, denn auf unserem Programm steht eigentlich noch ein Rundgang ins nahe gelegene Zentrum von Alba, der Stadt der 100 Türme, der Schokolade und natürlich des schon oben erwähnten weißen Trüffels. Natürlich sind nicht mehr hundert Türme zu sehen, doch trotzdem ist das kleine Städtchen sehenswert wegen seiner schmucken Fußgängerzone, seinen vielen kleinen Delikatessenläden und natürlich wegen seiner Geschichte. Zusammen mit Martina machen wir einen kleinen Spaziergang durchs Zentrum und wir erfahren viel über Tradition, Essen, Haselnüsse und natürlich auch über die Geschichte des Weltkonzerns Ferrero, der hier seinen Ursprung und Firmensitz hat. Die ganze Stadt duftet irgendwie nach Schokolade und wir fühlen uns wieder in unsere Kindheit mit Nutella und Ferrero Küsschen zurückversetzt. Wer kennt diese Köstlichkeiten nicht? Nach etwas Freizeit holt uns Michael wieder ab und wir sitzen einfach im Bus und genießen das vorbeiziehende Panorama auf der Rückfahrt ins Hotel.

„Alter spielt keine Rolle, außer man ist ein Rotwein“

Am nächsten Morgen lassen sich ganz zögerlich die ersten Sonnenstrahlen blicken. Zum Glück hat mich mein Wetterproramm nicht im Stich gelassen. Nach einem ausgiebigen Frühstück trudeln meine Gäste zum Bus. Auf geht‘s zur heutigen Trüffelsuche! Wir werden vom „Trifulau“ (Trueffelsucher) Gianni Monchiero und seinen zwei aufgeregten Hündinnen Leddie und Vicky auf dem kleinen Hügeldorf Roddi erwartet. Hier ist Gianni fast das ganze Jahr in Wäldern und Haselnussplantagen unterwegs. Denn neben dem kostbaren weißen Trüffel gibt es im Piemont auch noch die weniger geschmacksintensiven schwarzen Sommer- und Wintertrüffel und es werden auch in der eigens dafür gegründeten Universität Trüffelhunde ausgebildet. Ganz aufgeregt rennen die Hunde hin und her und vor allem der kleine Rehpinscher Leddie lässt unsere Herzen schmelzen. Immer wieder finden die Zwei Hündinnen kleine, aber natürlich schwarze Trüffel. Gianni erklärt uns, das man manchmal einen ganzen Tag lang keinen weißen Trüffel findet und es braucht natürlich viel Geduld und Erfahrung, um dieses Kostbarkeit aufzuspüren. Meine Gruppe freut sich aber über jeden schwarzen und auch noch so kleinen Trüffel , den die Hunde aufspüren und Gianni muss schon schnell zur Stelle sein, damit die Hunde nicht gleich alles auffressen. Wir bestaunen, beschnuppern und fotografieren ganz stolz die ausgegrabenen Exemplare, die nicht wirklich wertvoll sind. Wer jedoch in Alba einen weißen Trüffel sein eigen nennen möchte, muss schon tief in die Tasche greifen; etwa 200 bis 400 Euro kosten 100 Gramm.

Zu Zeiten der alten Griechen und Roemer galten Trüffel als Aphrodisiakum. Nicht weiter verwunderlich, besticht der weiße Trüffel mit einem intensiven, unwiderstehlichen Aroma. Doch nur mit ansehen wird man nicht satt. Wir sind natürlich auch zu einer Verköstigung eingeladen, wo wir „crostini“ mit Trüffeloel, Trüffelbutter, Salami mit Trüffel …einfach alles was aus Trüffel hergestellt wird, probieren dürfen, natuerlich mit einem feinen Glas Rotwein begleitet. Nach einer gemuetlichen Stunde geht’s dann weiter nach La Morra ; ein mittelalterliches Dörfchen, welches etwa Anfang des 2.Jahrtausends entstanden ist. Es ist eines der besten Aussichtsplätze der gesamten Langhe, weshalb der Ort auch den Beinamen „Balkon der Langhe“ erhalten hat. Soweit das Auge reicht sehen wir die von Weinbergen bedeckten Hügel in wunderschönen Herbstfarben, denn heute lässt uns die Sonne nicht im Stich. Zu Fuß nach wandern wir gutgelaunt nach Barolo, das kleine 750 Seelendorf mit dem weltbekannten gleichnamigen Wein. In nur gerade elf umliegenden Ortschaften wird dieser DOCG Wein hergestellt. Doch dazu gleich mehr, denn wir sind bei Francesco Borgono zu einer Weindegustation eingeladen.

Der 84-jährige Hausherr erwartet uns persönlich in seinem Weinkeller. Sichtlich stolz führt er uns durch einen Teil seines Weinkellers, wo inzwischen auch seine Kinder und Enkel fleißig mitarbeiten, um jedes Jahr diesen edlen Tropfen aus der Nebbiolo Traube zu produzieren. In der Tat liefert diese Traube die besten Ergebnisse genau in dieser Gegend, wo sehr viel Morgennebel und schon fast frostige Temperaturen herrschen; kühle und feuchte Nächte, aber es natürlich auch genügend Sonne gibt. So erhielt die dunkelblaue Traube vermutlich auch ihren Namen, wegen der Tatsache, dass sie nun mal gerne im Nebel im „nebbia“ reifen. So, genug der Theorie. Prosit – Salute! Es ist Zeit, diesen edlen Tropfen auch zu degustieren Wir beginnen mit einem leichten Weißwein, dann einen schmackhaften Nebbiolo, bis hin zum Barbaresco, dem kleinen Bruder des Barolos, und zum Abschluss zum Königswein, dem Barolo selbst. Dazu werden uns schmackhaften Köstlichkeiten der Region wie Salami, Schinken, Käse gereicht. Die Stimmung könnte nicht besser sein. Ein Blick auf die Uhr sagt mir – es ist schon wieder Zeit aufzubrechen. Wir wollen noch einen kurzen Besuch in das malerische Dorf Barolo mit seinem Schloss und seiner wunderschöne Landschaft erstatten, die sich heute bei Sonnenschein in goldgelben und rötlich braunen Farben zeigt. Ein toller Ausblick und wir sind uns einig; “Che bella giornata!“ Zurück im Hotel werden wir dann zu einem 6-gängigen Abendessen erwartet. Meine Frauen jammern ein bisschen wegen ihrer Figur, aber als das feine Essen vor uns steht, lässt sich niemand zweimal bitten. Mal sehen, ob wir unsere Wanderhosen morgen noch schließen können.

„Die beste Bildung findet ein gescheiter Mensch auf Reisen.“ Goethe

Pünktlich wie immer freuen sich meine Gäste am heute Morgen auf den Ausflug in die gut erhaltene mittelalterlichen Stadt Saluzzo. Auf der Fahrt durch die cunesische Hochebene erleben wir ein wunderbares Panorama. Vor uns sehen wir den inzwischen mit Schnee bedeckten Monviso, den Hausberg der Cottischen Alpen; an seinem Fuße, genauer gesagt in „Pian del Re“ entspringt der längste Fluss Italiens, der Po. Wir fahren durch ein riesiges Landwirtschaftsgebiet, denn in dieser Region ist die Erde und das Wetter ideal für den Obstanbau wie Äpfel, Aprikosen, Kiwi, Pfirsiche, Birnen und was auch immer. Ich habe noch nie größere Äpfel als die in Saluzzo gesehen.

Doch zuerst werden wir im Schloss Manta zu einer interessanten Besichtigung erwartet. Wir lassen uns ein bisschen in die letzten Jahrhunderte zurückversetzen. Das Schloss Manta ist im 13. Jahrhundert als Verteidigungsburg erbaut worden und hat während vielen Epochen eine interessante Umwandlung erfahren. Im Baronsaal zum Beispiel befindet sich ein Wandgemälde, das zu den wichtigsten Zeugnissen der international verbreiteten Epoche der Gotik zählt. Im Jahr 1985 stiftete es Gräfin Elisabetta De Rege Provana Italienischen Umweltfond FAI und wurde mit dessen Geldern vollständig renoviert. Ein sehr interessanter Rundgang für meine Gäste. Danach wandern wir ganz gemütlich durch diese hügelige Landschaft nach Saluzzo, wo wir uns nach einer kurzen Stärkung zu einem Stadtrundgang wieder treffen. Manuela, unsere lokale Reiseleiterin hat schon wie gestern viel zu erzählen, denn hier ist sie geboren und aufgewachsen. Wir lassen uns von diesem schmucken Städtchen mit den vielen Gassen und Toren ganz einfach verzaubern. Zum Abschluss dieses gelungenen und von Sonnenschein überstrahlten Tages darf natürlich ein gemütliches Abendessen mit gutem Wein nicht fehlen. Im Ristorante „ Le Quattro Stagioni” werden wir an unserem letzten gemeinsamen Abend nochmals so richtig verwöhnt. Ich werde für das tolle Restaurant und Essen mit Komplimenten überhäuft, als ob ich in der Küche gestanden hätte, aber ich muss meinen Gästen Recht geben. Einen schöneren Abschluss unserer Genuss-und Wanderreise hätten wir uns nicht vorstellen können.

Ganz lieben Dank an Chauffeur Michael und an meine Gäste, die mir so richtig ans Herz gewachsen sind.

„Wenn Menschen auseinander gehen, so sagen sie: Auf Wiedersehen!“

 

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