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Wandern auf Sizilien

Bericht vom 24. September – 1. Oktober 20168 | Bus Nummer 21

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Es berichtet für Sie unsere Reiseleiterin

Heidi-Halter-NEU

Heidi Halter

Kaum zu Hause, zieht es mich wieder in die Ferne

Weitere Infos

Wie wurdest du Reiseleiterin?

Nach Jahren in einem Bürojob wollte ich die letzten Jahre meines aktiven Berufslebens mit einer Tätigkeit ausfüllen die mir wirklich Spass macht.

Was gefällt dir an dieser Tätigkeit besonders?

Der Umgang mit Menschen, das Organisieren und Improvisieren, die immer wieder neuen Destinationen, die meist tollen Leute und die Zufriedenheit wenn sich die Gäste mit einem „danke, es war toll“ verabschieden nach einer Reise

Was zeichnet dich als Reiseleiterin aus?

Mein Bestreben, mit 100% zufriedenen Kunden von der Reise zurückzukommen.

Worin siehst du die Vorteile / den Mehrwert einer Gruppenreise?

Meist geht es auf einer Gruppenreise lustig zu, die Leute verstehen sich gut, können sich über das Erlebte austauschen und oft wird gelacht (oder gar gesungen) im Bus.

Was gefällt dir an deinen Aufgaben als Reiseleiterin bei car-tours.ch am besten?

Ich kann mich darauf verlassen, dass das Programm gut ausgearbeitet ist, dass die Hotels, Restaurants, etc. gut sind. Zudem kommt niemals Routine auf, jede Reise ist wieder anders.

Welches Reiseziel in Europa ist dein liebstes und warum?

Ich bin Schottland Fan geworden, ganz besonders die Highlands begeistern mich. Und…. Ich liebe Haggis.

Auf welchen Reiseleiter-Einsatz freust du dich jetzt schon?

Es gibt unzählige Reisen die ich gerne machen würde und wenig bis keine Destinationen die mich nicht interessieren. Der absolute Hit wäre natürlich eine Reise zu den Nordlichtern, da ich von Astronomie und allem was damit zusammenhängt fasziniert bin.

Was auf jeder Reise unverzichtbar?

Das NW Fähnli ist immer dabei

Welches Buch darf auf keiner Reise fehlen?

Habe während der Reisen keine Zeit zum lesen ?

Verrate uns deinen unerfüllten Reisetraum?

Sankt Petersburg habe ich privat schon besucht, würde aber eine car-tours-Reise dorthin absolut super finden.

Was ist das lustigste, was du auf einer Reise mit einer Gruppe erlebt hast?

Wir fuhren auf einen Parkplatz in Schottland, da sagte der Chauffeur „super, da um die Ecke sind ja auch gleich Toiletten“. So liess ich die Leute aussteigen und schickten sie in die Richtung dieser Toilette. Sie kamen alle wieder und sagten, dass sie keine Toiletten gefunden haben… Als ich dann nachschauen ging, kam ich zu einem Schild wo stand „To let“. Wir alle (auch der Chauffeur) haben uns köstlich darüber amüsiert und lachten wenn immer wir ein „to let“ Schild sahen während der ganzen Reise.

Welches war das schönste Kompliment, das du von einem Gast erhalten hast und dein schönstes Erlebnis bei car-tours.ch Reisen?

Eine ganze Gruppe Westschweizer Gäste dankte mir mit dem wunderschönen Lied La Montanara zum Abschied. Das ging echt unter die Haut, es waren sehr gute Sänger in der Gruppe und ich musste mir fast ein Tränchen der Rührung wegwischen.

Wohin reist du privat?

Für private Reisen zieht es mich in den asiatischen Raum.

Wandern auf Sizilien

Das Programm klang verlockend; wandern auf der grössten Insel Italiens, Sizilien. Aber erst mussten wir dort ankommen mit unseren 22 Wandervögel. Ruhig und professionnel fuhr uns Yvo mit seinem top modernen Bus durch den San Bernardino Tunnel, durch die Po Ebene und bis nach Genua. Dort blieb Zeit für ein Nachtessen oder einen Besuch der schöngelegenen Hafenanlage mit Cafés und Restaurants. Dann konnten wir auf die Fähre La Superba einchecken, die uns in gut 20 Stunden Ueberfahrt in die Hauptstadt von Sizilien, Palermo bringen würde.

Unser lokaler Reise- und Wanderleiter Franco erwartete uns dort bereits im Hafen und konnte uns auf der Fahrt zum Hotel in Campofelice bereits einige Informationen geben.

Die Wetterprognosen für den ersten Wandertag waren gut, so brachen wie am frühen Morgen auf in Richtung der Madonie Gebirgskette. Wir fuhren durch eine wunderbare Gegend, an steil an den Hängen liegenden Dörfer und wilden Weiden vorbei immer höher hinauf in Richtung der höchsten Erhebung der Madonie, dem Pizzo Carbonara, mit 1979m der höchste nicht vulkanische Berg der Insel. Bereits jetzt zogen Nebelschwaden um die Gipfel und als wir den Ausgangspunkt unserer heutigen Wanderung erreichten waren wir von Nebel umgeben, an eine Wanderung war nicht zu denken in diesen Bedingungen. Zum Glück war ein nahegelegenes Restaurant geöffnet und wir konnten dort eine Kaffeepause machen bevor wir uns auf den Weg zurück an die Küste machten. Unser Ziel war die kleine Fischerstadt Cefalu, in schönster Lage zwischen Meer und felsigem Vorgebirge gelegen. Nach dem Mittagessen in einem der kleinen Restaurant in den engen Gassen oder einem Cafe auf dem Domplatz konnte man freiwillig die grosse, von ringsum sichtbare Kathedrale besuchen und dann auf den Hausberg Cefalus spazieren. Am Abend erwartete uns erneut ein grosszügiges Buffet in unserer tollen Hotelanlage.

Der nächste Tag sollte der Höhepunkt unserer Reise sein, wir wollten auf den Ätna. Die Sizilianer nennen ihn auch Mongibello oder einfach „La Montagna“. Der Ätna besteht aus rund 200 einzelnen Kratern und hat einen Umfang von gut 200 Kilometern und wurde 2013 von der UNESCO in die Liste des Weltnaturerbes aufgenommen. Ivo brachte uns mit dem Bus von Catania die Serpentinenstrasse hinauf zur Stazion Rifugio Sapienza auf 2000 Meter. Bereits jetzt sah man nur noch schwarzes Geröll, immer wieder kam es zu Ausbrüchen, der letzte grössere Ausbruch war im Jahre 1995, aber auch im Februar 2017 musste der Flughafen in Palermo wegen der starken Staubwolke vorübergehend geschlossen werden.

Wir waren nicht die einzigen die auf den Aetna wollten, etliche Busse standen auf dem hochgelegenen Parkplatz. So machten wir dort die erste kurze Wanderung zu einem Krater, und oben auf einem Kretenweg rund um den Krater herum. Zwischenzeitlich hatte sich die grosse Menschenmenge vor der Seilbahn etwas gelichtet und wir konnten in 6er Gondeln mit der Seilbahn auf 2250 Meter fahren. Die Sicht war grandios, unter uns lag die Grossstadt Catania, davor das glitzernde Mittelmeer und über uns die Seilbahnstation im Lavageröll unter einem stahlblauen Himmel. Welch einmaliges Erlebnis! Nur kalt war es! Ein bissiger Wind blies und liess die wirklichen Temperaturen noch viel tiefer fühlen. Wir verwandelten uns in Mondmenschen mit Jacken, Kapuzen, Handschuhen. Aber es ging noch weiter hinauf mit Geländewagen die uns durch die staubige, dunkle Lava Mondlandschaft auf 3000 Meter brachten. Dort mussten wir dann wirklich alles überstreifen was wir dabei hatten, der Wind war gnadenlos. Bevor wir losmarschierten, noch etwa höher hinauf und dort um einen grossen Krater herum, hörten wir einen entfernten Knall und sahen auf einem noch höher gelegenen Krater weissen Rauch in den stahlblauen Himmel aufsteigen. Eine Vulkan Explosion! Ja der Ätna ist immer noch aktiv. Er ist jedoch im Vergleich zum explosiven Vulkan Vesuv der damals innerhalb von wenigen Minuten die Stadt Pompej total verschüttet hatte, ein evusiver Vulkan, der langsam fliessende Lava spuckt.

Der Marsch von ganz oben hinunter zur Seilbahnstation fühlte sich an wie eine Wanderung über eine Mondlandschaft und der herumwirbelnde Wind liess Staub und Sand zwischen die Zähne und in die Hautporen dringen. Aber ein Erlebnis war es allemal!

Müde, aber zufrieden mit diesem wunderbaren Tag, den Ätna bei solch herrlichen Wetterverhältnissen zu erleben ist eher selten, machten wir uns auf am späteren Nachmittag auf den Weg zurück zum Hotel.

Die letzte Wanderung brachte uns ins Naturreservat Zingaro im nordwestlichen Zipfel der Insel. Es ist sicherlich eines der landschaftlich schönsten Küstenstrecken der Insel. Das Karstgebiet wird durch schroffe Karstfelsen und vom Wasser ausgewaschenen Rinnen durchzogen. Es gibt Oliven-, Johannisbergbäume und Zwergpalmen zu sehen. Rund 40 verschiedene Vogelarten wie Falken, Geier und Adler haben hier ideale Lebensbedingungen. Sogar ein Wildschwein rannte vor uns über den Weg.

Den letzten Tag auf dieser sonnigen Insel verbrachten wir in der Hauptstadt Siziliens, Palermo, wo uns der lokale Reiseführer Alberto mit seinem feinen Humor zuerst die Schönheiten von Monreale zeigte, den majestätischen Dom mit den prachtvollen Mosaiken und den nicht weniger berühmte Kreuzgang.

Auf einer eindrücklichen Busfahrt durch Palermo, gefolgt von einem Spaziergang durch die engen Gassen und über den arabischen Markt konnte uns Alberto am Nachmittag von dieser schönen und quirrligen Stadt begeistern. Ihm gebührt ein grosses grazie mille.

Gleich gegenüber vom Fährhafen, hoch oben im 7. Stock eines Hotels konnten wir uns noch an einem tollen Buffet bedienen, bevor wir spät abends wieder auf der Fähre eincheckten und die Überfahrt nach Genua begann.

Nach rund 20 Stunden erreichten wir wieder das italienische Festland. Die letzte Übernachtung war im sehr schönen Hotel in Arrenzano, ausserhalb von Genua. Am nächsten Tag machten wir uns auf den Heimweg, voller schöner Erinnerungen an diese sonnigen Tage auf Sizilien. Yvo fuhr uns pünktlich an die Ausstiegsorte zurück. Ihm gilt ein grosses Dankeschön für seine ruhige und sichere Fahrt. Nie liess er sich aus der Ruhe bringe; nicht auf den engen Serpentinenstrassen oder auf den Strassen von Palermo wo der Verkehr sehr chaotisch ist. Aber wie sagte Alberto: Wir sind in der freien Republik Sizilien, alles ist erlaubt.

Eure Reiseleiterin

Heidi Halter

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