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Vom Thunersee zum Jungfraujoch

Bericht vom 06. – 08. Mai 2021 I Bus Route 9

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Es berichtet für Sie unsere Reiseleiterin

Maria Abegg

Vom Thunersee zum Jungfraujoch

Endlich wieder reisen! Wieso ins Ausland fahren, wenn wir so schöne Orte und Berge in der Schweiz haben.

Unsere Reisegruppe fährt von Zürich los und ist bereits in Luzern komplett. Auf dem schnellsten Weg fährt uns Thomas, unser Chauffeur, nach Thun. In Thun haben wir genügend Zeit, um die schöne Altstadt zu erkunden. Zum Glück gibt es auch in Thun viele Restaurants, welche ein kleines Dach oder einen grossen Sonnenschirm haben, der ebensogut als Regenschirm dienen kann. So können wir trotz Wetterkapriolen im Trockenen unser Mittagessen geniessen, wenn auch bei winterlichen Temperaturen.

Auf der Fahrt entlang des Thuner- und Brienzersees Richtung Meiringen in die Aareschlucht kommt mir unweigerlich vom Vogulisi «s’Berneroberland isch schön» in den Sinn. Wie durch ein Wunder haben wir eine Regenlücke und können bei trockenem Wetter die Aareschlucht bewundern. Es ist gewaltig, mit wieviel Wasserkraft die Aare sich einen Weg durch die Schlucht bahnt und die Felsen formt. Bei dem tosenden Wasser wundert es einen nicht, dass sie früher meinten, ein Ungeheuer lebe hier. Gemäss Legende soll sich bis heute ein Tatzelwurm versteckt halten. Wir haben Glück und sind fast die einzigen Besucher in der Aareschlucht, was ziemlich sicher am Wetter liegt. Kaum sitzen wir wieder im Bus öffnen sich die Schleusen und es regnet in Strömen. Auf der Rückreise ins Hotel träumen einige von uns bereits vom Abendessen. Die Vorfreude, endlich wieder einmal drinnen in einem Restaurant zu essen, ist riesig.

Am zweiten Tag steht das Jungfraujoch, Top of Europe, auf dem Programm. Den Tag gehen wir gemütlich an, schlafen aus und geniessen das feine Frühstück. Gut ausgerüstet mit Winterjacken, Kappen, Handschuhen und einem Pommes Chips Sack fahren wir los nach Grindelwald. In Grindelwald steigen wir in die Wengernalpbahn Richtung Kleine Scheidegg. Der Regen wird von Schnee abgelöst und so steigen wir bei Schneegestöber auf der Kleinen Scheidegg in die Jungfraubahn um. Ohne «Zweifel», fragt sich der Kondukteur, wieso ich mit dem Chips Sack beim Eingang stehe. Bei der neuen Station Eigergletscher, der Endstation des Eiger Expresses, halten wir kurz an, obwohl es keine Zustiege gibt, da sie in Revision ist. Der Eigerexpress wurde letztes Jahr im Dezember in Betrieb genommen und die 44 Gondeln fahren von Grindelwald zum Eigergletscher. Sie können bei voller Auslastung 2’200 Personen pro Stunde nach oben transportieren. Etwas später ist der 5 Minuten-Halt beim Eismeer, welcher für die schöne Aussicht gedacht ist, aber heute sehen wir nichts als einer weissen Wand. Oben auf 3’454 m ü. M. angekommen, stehe ich mit meinem unterdessen aufgeblähten Chips Sack beim Ausgang. Da staunen nicht nur unsere Gäste, sondern auch der Kondukteur, der sich die ganze Zeit verzweifelt gefragt hat, was es wohl mit diesem Chips Sack auf sich hat. Ohne «Zweifel», wir hoffen auf ein Wolkenloch und gute Sicht auf dem Jungfraujoch, welches uns aber leider versagt bleibt. Die Aussicht können wir dafür im 3D Kino geniessen. Trotzdem ist die Welt auf dem Jungfraujoch ein einzigartiges Erlebnis. Bei der Vorstellung, dass der Bahnbau durch den Berg vor allem mit Schaufel, Pickel und Muskelkraft bewerkstelligt wurde, entlockt uns Bewunderung und Demut. Auch das Sphinx-Observatorium, das auf dem Joch als Forschungsstation und für die Touristen gebaut wurde, ist ein sensationelles Bauwerk. Eine gewaltige Leistung! Einzigartig ist auch, dass wir beinahe die einzigen Touristen auf dem Jungfraujoch sind. So können wir in aller Seelenruhe für Fotos posieren, ohne dass uns jemand zur Eile zwingt oder eine fremde Person ins Bild gerät. Vor allem im Eispalast gibt es unzählige Fotosujets. Die Aussichtsplattform bei der Sphinx ist als einzige offen, aber es windet so stark, dass die meisten sich nur kurz draussen aufhalten und bald wieder an die Wärme begeben.

Auf dem Jungfraujoch hat ein Take-away Restaurant offen, wo wir uns für das Mittagessen eindecken. Wir dürfen nicht im Restaurant an den Tischen essen, sondern müssen uns einen Stock tiefer mit Bänke begnügen und dort picknicken. Zum Glück gibt es keine anderen Leute, die uns den Platz streitigen machen.

Der Höhenunterschied macht müde und so machen manche ein Nickerchen auf der Rückfahrt ins Hotel. Wieder zurück in Leissigen sind die Chips schon fast vakuumiert, so stark hat sich der Sack zusammengezogen. Ohne «Zweifel», es ist an der Zeit, die Chips endlich zu essen.

Am dritten und letzten Tag ist der Himmel strahlend blau. Wir fahren nach Brienz, berühmt für die Holzschnitzerei, von wo aus wir eine Schifffahrt nach Interlaken unternehmen. Die Schifffahrt bei Sonnenschein nach Interlaken rundet die dreitägige Reise ab und wir geniessen sie alle sehr. Die Schneeberge im Hintergrund leuchten und geben das perfekte Panorama her.

In Interlaken steht etwas freie Zeit zur Verfügung. Einige fahren kurz auf den Harder, um den schönen Ausblick zu geniessen, andere suchen sich eine schöne Terrasse zum Mittagessen, wieder andere gehen spazieren. Von der Höhenmatt werfen wir einen letzten Blick auf die wunderschöne Jungfrau. Wäre nur das Wetter gestern so gewesen, sagen sich viele. Aber auf das Wetter haben wir leider oder zum Glück keinen Einfluss.

Obwohl es eine kurze Reise war, fühlen wir uns, als wären wir viel länger unterwegs gewesen, so viele schöne und neue Eindrücke haben wir gewonnen. In diesen drei Tagen erlebten wir viele verschiedene Jahreszeiten – Herbst, Winter und zum Abschluss Sommer. Schön war es!

Bleibt alle gesund und munter!

Maria

 

 

 

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