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Südengland – Traumküsten und Zugromantik

Bericht vom 17. – 26. Juni 2017 | Bus Nummer 1

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Es berichtet für Sie unsere Reiseleiterin

Gisela-Jaehn-NEU

Gisela Jähn

Wohin du auch gehst, gehe mit ganzem Herzen.

Weitere Infos

Wie wurdest du Reiseleiterin?

Mit 30 hatte ich den Wunsch nach einer beruflichen Veränderung – deshalb habe ich mich beim Imholz beworben und habe mehrere Jahre als stationäre Reiseleiterin vor allem für Städtereisen gearbeitet. Nach fast 20-jährigem Unterbruch arbeite ich nun seit Mai 2014 bei car-tours.ch, da einen die Reisebranche nie loslässt.

Was gefällt dir an dieser Tätigkeit besonders?

Die Vielfältigkeit dieses Berufes! Man lernt viele neue Menschen und Länder kennen, keine Reise ist wie die andere. Man kann sehr selbständig
arbeiten.

Was zeichnet dich als Reiseleiterin aus?

Ich bin flexibel in meinem Tun, kann mich gut anpassen und auf Menschen aller Art eingehen. Habe nie schlechte Laune !

Worin siehst du die Vorteile / den Mehrwert einer Gruppenreise?

Man ist mit Gleichgesinnten zusammen, es entstehen Bekanntschaften oder sogar Freundschaften. Der Endpreis für den Kunden ist attraktiver.

Was gefällt dir an deinen Aufgaben als Reiseleiterin bei Car-Tours am besten?

Wie oben schon erwähnt, dass man sehr selbständig arbeiten kann. Man darf Beruf und Hobby verbinden.

Was unterscheidet car-tours von anderen Reisegesellschaften?

In erster Linie: Es ist immer eine Reiseleitung mit dabei. Exklusive Musikanlässe und Preis- Leistung ist unschlagbar.

Auf welchen Reiseleiter-Einsatz freust du dich jetzt schon?

Auf jeden! Jeder ist auf seine Art einmalig.

Welche drei Dinge sind auf jeder Reise unverzichtbar?

Eine gutes Verhältnis zu den Kunden, eine kollegiale Zusammenarbeit mit dem Fahrer und ein attraktives Programm.

Was ist das lustigste, was du auf einer Reise mit einer Gruppe erlebt hast?

Beim Konzert einer Blasmusik im Tirol hat mein Chauffeur dem Dirigenten gesagt, dass seine Reiseleiterin „unbedingt“ mal eine Kapelle dirigieren möchte ! Natürlich musste ich auf die Bühne und die Gäste, und auch ich, hatten an meinen Dirigentenkünsten unheimlich
viel Spass!

Welches war das schönste Kompliment, das du von einem Gast erhalten hast?

Unbescheiden darf ich sagen, dass ich sehr viele tolle Komplimente von den Gästen bekomme.

Südengland – Traumküsten & Zugromantik

Urlaub in England ? Das verbinden viele Menschen sofort mit Regenwetter und schlechtem Essen! Von beidem hatten wir während unserer 10 Tage auf „der Insel“ nichts erlebt. 45 Gästen ging es ebenso, dass sie sowohl von ungewöhnlich sommerlichen Temperaturen, sowie auch von schmackhaftem Essen überrascht wurden.

Unser Chauffeur Dani fuhr uns am ersten Tag sicher von der Schweiz, via Strassbourg, Metz, Reims nach Lille, wo wir zur Zwischenübernachtung noch auf „dem Kontinent“, wie die Briten zu sagen pflegen, einen Stop einlegten. Den Ärmelkanal überquerten wir in 90 Minuten mit der Fähre von Calais nach Dover. Die weltberühmten weissen Kreidefelsen von Dover begrüssten uns schon von Weitem – ein herrlicher, beeindruckender Anblick. Das kleine Städtchen Rye, ein zauberhafter Ort mit ca. 4600 Einwohnern, lud zu einem gemütlichen Spaziergang und einem Afternoon Tea, dem traditionellen Nachmittagsritual mit Tee, Scones, aufgeschlagenem Doppelrahm und Erdbeermarmelade, ein. Natürlich haben auch wir Reiseleiter und der Chauffeur von dieser herrlichen, nicht ganz kalorienarmen, Süssigkeit genascht!

Die erste Dampfbahnfahrt stand am nächsten Tag an, die Strecke ab Swanage im südlichen Teil der Grafschaft Dorset. Schnaufend und fauchend brachte uns der Zug nach dem winzigen Weiler Norden, von wo aus es danach weiter ging zu den weltberühmten Steinkreisen von „Stonehenge“. Bis heute konnte noch niemand mit Sicherheit feststellen, was die Steinformation genau bedeuten und wie sie aufgestellt wurden. Fest steht lediglich, dass sich die Bauzeit über mehrere tausend Jahre hingezogen hat, jede Generation hat wieder etwas dazu gebaut. Vermutungen zufolge haben die Steine mehrere Bedeutungen: Grabstellen, Kultstätten, Tempelanlage, Kraftort und viele mehr. Jeder Besucher interpretiert die Steinformationen für sich persönlich, denn selbst die besten Methoden der Wissenschaft können nicht alle Fragen beantworten und somit wird Stonehenge wohl auch in Zukunft sein Geheimnis hüten.

Der kommende Tag stand komplett im Zeichen von Dampfeisenbahnfahrt von Paignton nach Kingswear, danach einer Hafenrundfahrt mit dem Schiff in Dartmouth und wieder mit der Eisenbahn zurück nach Paignton. Der Wettergott bescherte uns einen wunderschönen Tag und so manch ein Gast, inklusive des Reiseleiters, haben sich einen leichten Sonnenbrand eingefangen! Das Städtchen St. Yves, das eingefleischte „Rosamunde Pilcher-Fans“ aus den Büchern oder Filmen kennen, begeisterte auch die weniger romantischen Gäste. Der Charme dieses Hafenörtchens nimmt jeden in seinen Bann. Vor der dritten Bahnfahrt dieser Reise, dieses Mal mit der Diesellok als Zugmaschine, durften wir erneut einen Afternoon Tea geniessen. Die Strecke St. Yves-St. Erth ist zwar kurz aber sehr beeindruckend – hoch über dem Meer auf den Klippen. Der Historie nicht genug, stand am nächsten Tag der Besuch des Herrschaftshauses „Lanhydrock Manor“ an. Das Anwesen, ein ehemaliger klösterlicher Bauernhof, wurde ab dem 17. Jahrhundert stetig an- und umgebaut, bis es schliesslich im 19. Jahrhundert in der jetzigen Form, fertiggestellt wurde. Das Herrenhaus kann komplett besichtigt werden, von der Domäne des Personals, den Küchenräumen, über die Salons der Herrschaft, bis hinauf zu den Unterkünften der Dienstboten – alles wirkt noch so lebendig, als ob die Bewohner das Gebäude vor noch nicht allzu langer Zeit verlassen hätten. Aber nicht nur das Haus ist wunderschön, auch der Garten ist ein wahrgewordener Traum mit exotischen Bäumen, Rhododendron- und Hortensienbüschen, Magnolienbäumen oder Rosengärten. Die nachmittäglich Dampfzugfahrt, die letzte der vier Zugfahrten dieser Reise, brachte uns von Bodmin nach Wenford und zurück. Clovelly – nur schon alleine der Name dieses Dörfchens hört sich äusserst lieblich an- und so ist es auch. Das gesamte Dorf ist in Privatbesitz einer Familie und es leben etwa 400 Menschen dort. Man muss eine gute Kondition haben, um dort zu leben aber auch, um das Dorf auch nur zu besuchen, klebt es doch regelrecht steil am Fels. Es ist komplett autofrei und sämtliche grösseren Transporte müssen mit speziell konstruierten Schlitten, die von Hand gezogen werden, hinauf und hinab erledigt werden. Für Gäste, die nicht gut zu Fuss sind, besteht die Möglichkeit, mit einem Range Rover auf einer grösseren Strasse, die sich aussen um das Dorf zieht, zum Hafen hinunter und wieder hinauf gefahren zu werden. Der Nachmittag stand im Zeichen der Käseherstellung des berühmten, gelb-rötlichen Cheddars. Dieser Käse darf sich nur so nennen, wenn er in einem Maximalumkreis von 30 Meilen vom Ort Cheddar weg, produziert wird. Natürlich wurde auch kräftig eingekauft.

Am nächsten Tag fühlte man sich beim Besuch des bezaubernden Städtchens „Castle Combe“ in die Zeit von Jane Austin oder Henry James zurück versetzt. Niemand hätte sich gewundert, wenn zwischen den windschiefen Häuschen plötzlich eine Dame oder ein Herr im entsprechenden historischen Kostüm aufgetaucht wäre. Bevor es zur letzten Übernachtung in England nach Canterbury ging, besuchten wir noch das Städtchen Windsor. Windsor Castle, eine der Hauptresidenzen von Königin Elisabeth, thront wuchtig über dem Ort und wird scharf bewacht. Ein grosser Teil des Schlosses fiel 1992 einem Grossfeuer zum Opfer, die abgebrannten Gebäude wurden aber komplett wieder hergestellt und an die Brandkatastrophe erinnert nur noch eine kleine Messingtafel.

Am nächsten Mittag hiess es Abschied nehmen von „der Insel“, die Überfahrt von Dover zurück nach Calais war angesagt. Vorher besuchten wir noch die Innenstadt von Canterbury mit seiner imposanten Kathedrale, dem Sitz des Erzbischofs von Canterbury und Zentrum der anglikanischen Kirche Englands. Wieder festen französischen Boden unter den Füssen, bzw. Rädern, legten wir wieder eine Zwischenübernachtung in Lille ein. Apropos Räder – es ist schon nicht einfach, ein 13 Meter langes Ungetüm, sprich unseren Reisebus, auf der „normalen“ Strassenseite (rechts) zu lenken, geschweige denn im Linksverkehr. Die Strassen Englands sind oftmals sehr eng und kurvig, sodass es einer sehr guten Fahrpraxis und viel Mut bedarf, unfallfrei durch die Landschaft zu fahren. Unser Chauffeur Dani hat dies mit Bravour gemeistert und dafür sei ihm ein Kränzchen gewunden!!

Eines haben wir alle auf dieser Reise wieder gelernt (man weiss es grundsätzlich aber vergisst so leicht) – nämlich das typisch englische disziplinierte Anstehen in der Reihe – das sogenannte „Queuing“.

Mit vielen, hoffentlich unvergesslichen Erinnerungen, ging eine sehr schöne Reise zu Ende. Danke an alle, die dazu beigetragen haben.

Bis zum nächsten Mal, Eure Reiseleiterin Gisela und Euer Chauffeur Dani

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