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Sizilien & Liparische Inseln

Bericht vom 25. September 2017 – 05. Oktober 2017 | Bus Nummer 57

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Es berichtet für Sie unsere Reiseleiter

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Erwin Zehnder

Sizilien & Liparische Inseln

Das Reiseprogramm

Abwechslungsreicher könnte eine Reise nicht gestaltet werden.

Zu Beginn und zum Schluss eine 20-stündige Schiffsreise auf einem modernen Schiff mit Swimmingpool, Liegestühlen, Aussenkabinen usw. Auf der Rückreise sogar bei schönstem Sonnenschein.

Beide Hotels in Sizilien sind an einem schönen Strand gelegen. Dabei darf eines der Hotels sogar zur sehr gehobenen Klasse gezählt werden. Einige der Gäste genossen den Swimmingpool in der wunderschönen Gartenanlage.

Städte wie Palermo, Siracusa und Catania vermitteln einen Eindruck der Lebhaftigkeit süditalienischer Städte. Der Fischmarkt in Catania ist sehr ursprünglich, allerdings auch ein wenig gewöhnungsbedürftig. Taormina und Cefalu sind schon eher Touristenhochburgen, die auch von Kreuzfahrtschiffen besucht werden. Nicht vergessen werden dürfen die feinen italienischen Gelati und die unzähligen Kleiderläden, die bei moderaten Preisen zum Shoppen einladen. Oder möchten Sie die Aufenthaltszeit in den Städten lieber in einem gemütlichen Restaurant hoch über dem Meer beziehungsweise hoch über traumhaften Buchten geniessen?

Unser lokaler Reiseleiter

„Iistige – Usstige“ (Einsteigen – Aussteigen), diesen Mundartbegriff unseres sizilianischen Reiseleiters Alberto Amato ist mir bei der Niederschrift dieser Zeilen immer noch in den Ohren. Aber auch die Persönlichkeit von Alberto bleibt mir in bester Erinnerung. Ohne uns zu überfordern, hat uns Alberto mit seinem umfassenden Wissen während sieben Tagen auf eine einfache Art die verschiedenen Kulturen Siziliens der letzten 3‘500 Jahre in kleinen Häppchen näher gebracht. Ein Ohrenschmaus, seinen mit Humor gespickten Worten zuzuhören und Neues zu lernen. So muss man bei ihm kein Studium absolviert haben, um die besuchten Kulturstätten in den Grundzügen zu verstehen.

Unser Fahrer

Ja, Kurven weist das hügelige oder teilweise gebirgige Sizilien viele auf. Hier als Reiseleiter während der Fahrt Kaffee und andere Getränke zu servieren, bedarf schon einiger akrobatischer Fähigkeiten. Was jedoch von Busfahrer Arun mit seinen fahrerischen Künsten geboten wird, erstaunt die Gäste immer wieder von neuem. In den engsten Kurven und Gassen dirigiert er seinen 12 m langen Bus mit bewundernswerter Ruhe. Nervöses Hupen der sizilianischen Autofahrer, an unmöglichsten Orten parkierte Autos, gefährlich uns überholende Fahrzeuge: Kein Problem für Arun!

 

Die Kultur

Vielen nicht bekannt, ist Sizilien ein Schmelztiegel verschiedenster Kulturen. So waren die Phönizier, die Griechen, die Römer, die Araber, die Normannen, die Spanier usw. auf der Insel. Viele dieser Kulturen haben sich mit Vorangehenden oder Späterfolgenden vermischt.

So finden sich zum Beispiel in den Kathedralen von Monreale (Palermo) und Cefalu christliche, byzantinische und arabische Elemente. Auch Kirchenmuffel unserer Gruppe sind davon begeistert.

Siracusa, welches zur griechischen Zeit über 500‘000 Einwohner zählte, überwältigt uns mit dem griechischen Theater und den von Sklaven ausgebeuteten Steinbrüchen. Jedoch auch die teilweise perfekt erhaltenen griechischen Tempel in Selinunte und Agrigento sind alleine eine Reise wert. Gar nicht zu sprechen von der römischen Villa in Piazza Armerina mit 3‘600 m2 römischen Mosaiken, welche bestens erhalten sind und uns Geschichten über das Essen, die Jagd, das Gesellschaftsleben usw. erzählen.

 

Vulkane

Sizilien ist ein unruhiges Land. Während unseres Aufenthalts gibt es in der Nacht ein ungefährliches Erdbeben der Stärke 3.5, das die Meisten unserer Gruppe im Schlaf nicht einmal wahrnehmen.

Ganz anders auf den äolischen Inseln Lipari und Vulcano. So stinkt es auf Vulcano aus den rauchenden Löchern nach Schwefel. Als Einziger der Gruppe besteige ich auf derselben Insel den Vulkanrand (Aufstieg ca. eine Stunde). Von dort habe ich eine Sicht über beinahe alle sieben äolischen Inseln und dem stahlblauen Meer. Weit entfernt entdecke ich sogar den Stromboli, der insbesondere während den Nachtstunden mit seinen Eruptionen auffällt.

Nicht vergessen werden darf natürlich der Ätna, welcher alle paar Jahre ausbricht. Auf engen Kurven bringt uns Arun von Meereshöhe hinauf in eine Landschaft von Vulkangestein. Leider finden wir nicht die Zeit, mit der Seilbahn bis zum Kraterrand hochzufahren. Der einstündige Halt auf 2000 m über Meer hinterlässt bei uns dennoch bleibende Eindrücke von der Wucht der über 1‘000 Grad heissen Lavaströme, die alles zerstören, was sich ihnen in den Weg stellt. Nur spielt das Wetter heute nicht ganz mit, Nebelschwaden verdecken die Sicht zur Küste.

 

Die Landschaft

Nein, Sizilien ist nicht einfach nur eine trockene, heisse Insel. So gedeihen in Sizilien Weizen und natürlich Trauben. Jedoch auch Gemüse und vor allem Blutorgangen, Mandeln und Oliven können gewonnen werden. Die Farben der Landschaft sowie die Hügel und Täler vermitteln einen speziellen Eindruck, der unsere Fotografen zu Höhenflügen animiert, und fast nicht beschrieben werden kann. Man muss es einfach gesehen haben!

 

Ist Sizilien gefährlich?

Ja, die Mafia gibt es noch in Sizilien. Allerdings hat der Staat Ende des letzten Jahrtausends rigoros aufgeräumt, die grossen Bosse sitzen grösstenteils im Gefängnis. So zählt die Cosa Nostra heute nur noch gut 2‘000 Mitglieder. Als Tourist spürt man nichts von der Mafia, nicht einmal Taschendiebe belästigen uns auf der Reise.

Gefährlich könnte Sizilien nur bezüglich dem feinen italienischen Essen oder dem guten Wein sein.

 

Italianità

Sizilien ist eine sehr arme Region und darf keinesfalls mit Norditalien verglichen werden. Die Menschen sind lockerer, die Gesetze werden eher als Hinweis wahrgenommen und nicht als Vorschrift. Oder mit den Worten von Alberto: „Es gibt Verbote und strenge Verbote.“

Das Überqueren der Strassen ist schwieriger, das Hupen intensiver, die Disco während der Nacht lauter. Die Hotelzimmer können manchmal Ungereimtheiten wie nicht sauber geputzte Zimmer, ungewohnte sanitäre Anlagen etc. aufweisen, die öffentlichen Toiletten entsprechen nicht Schweizer Standard, der Strand kann nicht mit demjenigen der Malediven verglichen werden.

Ist Sizilien trotzdem eine Reise wert? Ja, definitiv. Wie Sie sicher den obigen Zeilen entnehmen können, gibt es in Sizilien unzählige Sehenswürdigkeiten, die entdeckt werden wollen, Sehenswürdigkeiten, die sich vor allem durch ihre Ursprünglichkeit und Vielfalt von Sehenswürdigkeiten anderer Länder unterscheiden.

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