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Piemont und Südtoskana

Bericht vom 24. April – 1. Mai 2017 | Bus Nummer 11

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Es berichtet für Sie unsere Reiseleiterin

Christine-Oberholzer-NEU

Christine Oberholzer

Wer offenen Sinnes reist, wird sich oft freuen, manchmal wundern und vielleicht auch mal ein bisschen ärgern; aber gleichgültig wird eine Reise nie bleiben.

Weitere Infos

Wie wurdest Du Reiseleiterin?

Mit Menschen zusammen arbeiten zu dürfen, war für mich von je her etwas Faszinierendes, und diese Leidenschaft mit meinem persönlichen Interesse, dem Reisen, verbinden zu können war grossartig. so wählte ich vor 24 Jahren einen Berufswechsel, zur Rundreiseleiterin, noch heute mein Traumjob.

Welche Eigenschaften braucht es, um diesen Beruf professionell auszuüben?

Positives Denken, kontakt- und entscheidungsfreudig im Organisieren und Handeln; ein Feingefuehl fuer Menschen; sich mit der Firma und dem Produkt identifizieren können und hierfür Begeisterung zeigen und weitergeben.

Was sind Deine liebsten Reiseziele als Reiseleiterin?

Ein jeder Ort, den ich bereisen durfte, hat sein Faszinierendes; die Schätze und Sanftmut Asiens, das temperamentvolle, geschichtsträchtige Südamerika voller Lebensfreude, der Sagen umworbene Orient, oder nunmehr Österreich, das ich durch car-toours entdecken durfte mit seinen Traditionen, der lieblichen Landschaft, seiner Gastfreundschaft und seiner Musik, die überall präsent ist und Fröhlichkeit schafft.

Was macht eine car-tours-Reise aus?

Car Tours hat im Gegensatz zu sehr grossen Busveranstalter nur ein kleines, aber ein sehr feines Angebot. Die Reisen haben sehr viele Inklusivleistungen und bewegen sich auch abseits von touristischem Pfaden. Das macht die Reise spannend. Besuche bei Konzerten oder sonstigen Events sorgen oft für Abwechslung und schaffen Höhepunkte, die für den Gast bleibend sind.

Verreist Du auch in den eigenen Ferien? Wenn Ja, wohin?

Ich verreise sehr oft und wann immer ich kann in den Ferien. Reisen ist wie ein spannendes Buch lesen, oder Musik hören; Reisen verschafft traumhafte Bilder und Begegnungen und das Verständnis für andere Voelker und Kulturen.

ausser gewöhnlich…

Ein würziger Cocktail aus phantastischer Landschaft, kulturellen Highlights, Dampfzug-Erlebnissen, Wein und Gastronomie!

Mit „Volldampf“ waren die Bus 11 Reisefreunde während 8 Tagen im Piemont und der Toskana, im bequemen Zerzuben Doppelstock Bus, gelenkt vom charmanten Chauffeur Christian Baldini.

Als wir das Portal Airolo erreichten wurden wir mit Regengüssen empfangen. Doch Petrus muss uns lieben, denn bei all unseren Ausflügen und Exkursionen wurden wir vom Regen verschont und in der Südtoskana galt es sogar die Sonnenbrille aufzusetzen.

Unsere erste Station, das

Piemont

Ein stetes Auf und Ab von Hügelketten, Weinbergen und Haselnusshainen, dazwischen sitzen die Dörfer dicht zusammen gekauert um Burgen und Kirchen auf den Hügelkuppen, die Weinstöcke wachsen den Hängen hinauf, in exakt geometrischen Reihen.

Die Auto Stadt Turin, mit ihrem einzigartigen Flair, die in ihrer langen Geschichte Kaiser empfangen und Königreiche entstehen liess, und schliesslich 1861 Hauptstadt des Königreichs Italien wurde, zeigte sich äussert ruhig. Die Strassen waren leergefegt, der Tag der Befreiung Italiens wurde gefeiert. Christian konnte problemlos vorfahren, der Piazza Carlo Felice gehörte uns. Hier erwartete uns bereits das erste Highlight, die Fahrt mit dem nostalgischen Dampfzug von Turin nach Bra, durch das schönste Gebiet des Roero und Langhe.

In den alten Wagons sitzend, die noch vor dem 1. Weltkrieg gebaut und liebevoll restauriert wurden, schnaubte unsere Dampflock, der Firma Schwarzkopf Berliner Maschinenbau AG, durch zauberhaft Landschaft, bepflanzt mit all den unendlichen Gaumenfreuden des Piemonts. „Ist das nicht grossartig!“ meint Peter! „Ein jedes Detail erzählte seine Geschichten von längst vergangener Zeiten“. Da schlägt nicht nur ein jedes Eisenbahnerherz höher, sondern auch all die Herzen der Reisefreunde Bus 11.

In Bra angekommen, erwartet uns unsere lokale Reiseführerin, zur Panorama Fahrt durch das Gebiet der Langhe. Ausgedehnte Hügellandschaften, mittelalterliche Dörfer, auf Felsen aufgetürmte Burgen; wir sind Im Land der duftenden Knolle, der grossen Weine, der würzigen Käse, der Schokolade! … Ferrero und Nutella lassen grüssen! Piemont ist ein Geniesser Paradies. Es ist kein Wunder, dass die Slow Food, (Genuss lokaler Spezialitäten) gerade hier geboren wurde.

Später besuchen wir Alba, die Stadt, der „hundert Türme“, wobei es heute noch deren 20 gibt, die sogenannten Prestigesympole reicher Adelsfamilien, idyllische Gassen und Arkadengänge. Auf den Plätzen wurde das Volksfest Vinum gefeiert, mit all den Produkten aus der Region. Ein würziger Duft von Käse, Trüffel und Wein kitzelte unsere Nasen und Gaumen.

Weiter geht es ins Gebiet des Barolo, hier schlägt das weinselige Herz des Piemonts. Aber auch andere berühmte Weine wie Barbaresco, Barbera und der spritzigen Schaumweine Asti Spumante werden hier aus feinsten Rebsorten kreiert.

Nach all den Ausführungen über das göttliche Getränk, werden wir zur Weinverkostung eingeladen, mit typischen Häppchen aus dem Piemont. Ein Familienbetrieb, Padre, Mamma, nonno zio bis zur jüngsten Generation, bewirteten uns herzlich. Der Stolz der Familie, ist spürbar. Wir genossen die Atmosphäre zwischen Wein-Bottichen sitzend mit all den Leckereien.

War das wieder einmal mehr ein toller Tag; und ein jeder fragt sich, was kann da noch kommen, nach all diesen überwältigenden Erlebnissen?

Arrivederci Piemonte – weiter geht es in die Toskana

Wir sitzen bei Christian im Bus und heftiger Regen prasselt erbarmungslos auf unser Dach. Langsam nähert sich Ligurien. La „Superba“, die Stolze, wie sich Genua nennt, hüllt sich in Nebel. Auch die Nobelkurorte der Riviera di Levante bleiben verhüllt. „Doch schau mal!“ So langsam erhellt sich der Himmel. Die facettenreiche Landschaft der Toskana lockt mit der zauberhaften Küste der Versilia, mit lebendigen Orten und idyllischen Dörfern.

Wir erreichen die kleine Stadt Lucca in der Toskana

Lucca

Lucca gleicht einem Open-Air-Museum. Die Stadt ist mit einer imposanten Stadtmauer aus dem 16. Jh. umgeben. Das historische Zentrum, mit der charakteristischen Architektur, den zahlreichen antiken Kirchen (Lucca ist bekannt als die Stadt der 100 Kirchen) und den beeindruckenden Stadtpalästen aus der Renaissance, hat bis heute seinen mittelalterlichen Charakter bewahrt. Hier lebten die großen Komponisten wie Luigi Boccherini, Giacomo Puccini und Alfredo Catalani.

Bei unserem Stadtrundgang war Lucca überall mit Blumen geschmückt. Es wurde das Fest der Heiligen Zita gefeiert. Auch wir pilgerten an Zitas Grab, wo alles mit Blumen geschmückt an das Blumenwunder der Heiligen erinnert.

Über eine hügelige, fruchtbare Naturlandschaft mit Olivenhainen und Weingärten, goldgelbem Ginster an den Strassenrändern, kommen wir vorbei an Collodi, dem Geburtsort von Pinocchio, und erreichten schliesslich Montecatini Terme, der Ausgangspunkt für unsere nächsten Exkursionen.

Florenz

Ein Tag lang an der Vergangenheit schnuppern…

Florenz mit seinem zauberhaften, historischen Stadtkern geizt nicht mit seinen kostbaren Kunstschätzen, die an die glanzvolle Vergangenheit und herausragende Rolle von Florenz für Kultur und Kunst der Renaissance erinnern.
Florenz steht aber auch für Mode, Genuss und italienische Lebensfreude. Daher besuchen wir, nebst den grossartigen Bau- und Kunstschätzen, auch die Markthalle von Florenz. Vom Ursprung zum Genuss: Olivenöl, Käse, Pasta, Gemüse und Wein werden hier kunterbunt feilgeboten. „Lueg emal diese riesigen Bistecca Fiorentina! “ Dort zappelt noch ein Fisch im Wasser!“ und all diese Dolci, süsse Versuchungen… eine Augenweide!

Apéro inmitten der Markthalle! Gläser gefüllt mit süffigem Wein und leckere Bruscette werden aufgetischt. Plaudereien nach rechts und links, eine ungezwungene Stimmung in spezieller Ambiente; „wie haben wir es doch gut! Viva Italia – viva la Svizzera! Viva cartours!“

Nach etwas freier Zeit in Florenz, fahren wir zum Piazzale Michelangelo, dem Balkon von Florenz. Ein Muss für jeden Florenzbesucher. Der Blick auf die Stadt ist überwältigend.

San Gimignano – Siena – Chianciano Terme

Wir fahren durch das Gebiet der Chianti Weine; märchenhafte Orte, aneinandergereiht, wie Perlen an einer Kette. Steinalt und postkartenschön!

Schon von weithin sichtbar, sind die markanten Silhouetten von San Gimignano zu erkennen, die Geschlechtstürme, auch das „Manhatten des Mittelalters“ genannt. Von hier kommt auch der berühmte Wein Vernaccia di San Gimignano. Michelangelo, der 89 Jahre alt wurde, soll diesen Wein gerne und oft getrunken haben. Also „Salute“!, tun wir es ihm gleich.

Auf der Weiterfahrt nach Siena, zauberhafte Burgstädtchen auf den Hügeln, deren Anblick sich seit dem Mittelalter kaum verändert hat. Silbrig schimmernde Olivenbäume, üppige Schirm-Pinien, leuchtender Ginster, Zypressen, die wie Kerzen am Horizont kratzen und immer wieder Weinreben. Die Vielfalt dieser Landschaft malt für uns die schönsten Bilder.

Nun erreichen wir Siena, der Schulkinder wegen ist über die Mittagszeit der Busverkehr zum Centro Storico gesperrt. Wir müssen den Shuttlebus benützen, der als einziger Erlaubnis hat, hoch zu fahren. Zusammengepfercht wie Sardinen machen wir es den Italienern gleich und zwängen uns in den Bus. Über die holprige Strasse werden wir hochgeschaukelt, dicht aneinander gezwängt, ein Umfallen ist nicht möglich. „Bist du das?“ meint Gloria? Ein Gelächter, „uuiii, da kommt eine Kurve-alle in Seitenlage!“ Zum Glück haben wir unseren Zerzuben Bus, unseren Christian. Aber ein Erlebnis war es allemal.

Siena

Enge Gassen winden sich durch die Altstadt von Siena. Die rötlich unverputzten Fassaden strahlen Wärme und Behaglichkeit aus. Mit einem Mal öffnet sich die Piazza di Campo vor uns. Eine makellose Schönheit, die jeden ins Stauen versetzt.

Siena ist auch bekannt für den Palio, das Pferderennen und die Pasticceria Nannini, mit dem berühmten Pan Forte oder den lecken Ricciarelli Keksen. Die Eltern der Rocksängerin Gianna Nannini – Bello e impossibile – und deren Bruder Alessandro, ehemaliger Automobilrennfahrer, führen diese Konditorei. Wir haben diese süssen kalorienschweren Versuchungen auch probiert, und uns gelobt, nach dem Nachhause kommen vermehrt Waldläufe zu machen… Erich wollte sich davon ein ganzes Palett nach Hause nehmen, so begeistert war er vom süssen Kuchen.

Via Montepulciano, das auf einem Hügel über dem Valdichiana und Val d´Orcia thront und bekannt ist für seinen „noblen“ Wein, erreichen wir

Chianciamo Terme, den Ausgangspunkt für unsere nächsten Ausflüge in der Südtoskana

Il Viaggio con il treno Natura –Dampflokfahrt über die Sieneser Hügel – stand heute auf dem Programm

Pfeifend, quietschend und schnaufend setzt sich die schwere Dampflok in Bewegung, während der Kamin dichte, dunkelgraue Schwaden in den Himmel stößt – Baujahr1915 und auf der Ebene soll diese Dampflok noch gut 120 km/h hinlegen; spannend und faszinierend zugleich. Die Landschaft ist zauberhaft. Die „Wellen der Felder sind sattgrün, sanfte Hügel mit mittelalterlichen Städtchen obenauf – Olivenplantagen, Zypressen, Weingärten, Wiesen und kleine Felder wechseln sich ab. Dann die bizarren Formen der Crete, eine Erosionslandschaft, die im Frühjahr sich mit einem zarten hellen Grün in Szene setzt; unzählige Impressionen, einzigartige Perspektiven. In Monte Antico gibt es einen halbstündigen Halt. Wir können aussteigen und den Dampfzug von vorne bis hinten abknipsen oder an einem improvisierten Imbiss-Stand, starken Cafè aus der Thermoskanne, Kuchen oder den ausgezeichneten, würzigen Pecorino-Käse versuchen –

Bei Monte Amiato steht schon Christian mit dem Bus bereit. „Aussteigen bitte!“

Phantastische Landschaft, milde Sonne und ein kulinarisches Highlight wartet in Montalcino im Landgut La Crociano auf uns. Auf der Terrasse sitzend, einem Familienfest gleich, werden Teller mit Antipasta, Pasta, und Secondi aufgetragen, dazu herrliche Weine aus der Gegend serviert, das leckere Dolci darf nicht fehlen, und zum Schluss Cafè mit Haus eigenem Grappa oder Rosolio, einem süssen Likör aus Rosenblättern. So ein Essen in einem familiär geführten Betrieb, rückt einem Land und Leute näher, manchmal auch das Herz.

Nach diesem ausgiebigen Essen noch etwas sanfte Kultur. Wir machen dem reizvollen Städtchen Pienza, im Herzen des Orcia Tals unsere Aufwartung. Papst Pius II. liess im 15 Jh. sein Geburtsort Pienza umgestalten. Auch heute noch fasziniert Pienza als Kleinod der Renaissance und UNESCO Weltkulturerbe. Wo man hinblickt, bezaubert das Edle, Schöne…

War das wieder ein toller Tag!

Umbrien: Castiglione del Lago Trasimenischer See – Perugia

Heute geht es nach Umbrien. Inmitten einer Landschaft voller Naturschönheiten liegt Castiglione del Lago: Klein, fein und chic. Ein Städtchen mit viel Charme und spektakulären Panoramablick auf den Trasimenischen See.

Ausgezeichnete Olivenöle und die vielversprechenden Weine…

Im Landgut La Pucciarella werden wir später mit herrlichen Leckereien und einer Weindegustation verwöhnt, Gemütlichkeit wird hoch geschrieben.

Alsdann lockt die wunderschöne Altstadt von Perugia. Mittels Rolltreppen fahren wir von der Unterstadt in die Oberstadt. Die Fußgängerzone um den Corso Vannucci bildet das Zentrum und lädt zum Flanieren ein. Verwinkelte Gassen, schmalen Treppen, Brunnen, und Rundbögen, bezeugen die alte Geschichte Perugias. Auf der Piazza IV Novembre, im Zentrum, steht der grandiose Brunnen Fontana Maggiore aus dem 13. Jh. Es bleibt uns etwas freie Zeit, danach fahren wir mit der nagelneuen Mini-Metro wieder in die Unterstadt, wo Christian mit dem Bus auf uns wartet.

Tja und morgen heisst es Abschied…

Die abwechslungsreichen Naturlandschaften, die ureigenen Städte, die zauberhaften Dörfer mit all ihrem Charm; sie alle sind stille Schönheiten.

All die Bilder, Farben, Töne und Genüsse während dieser 8 Tage waren überwältigend; Eindrücke, die zum unvergesslichen Erlebnis werden.

 

Danke all den Reisefreunden vom Bus 11, ihr ward grossartig! Mercie dem liebenswürdigen Chauffeur Christian

ci vediamo – Einfach wieder kommen!

 

Christine Oberholzer

Reiseleiterin

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