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Olivenernte in der Toskana

Bericht vom 4. – 7. November 2018 | Bus Nummer 12

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Es berichtet für Sie unsere Reiseleiterin

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Steffy Wunderlich

Die grösste Sehenswürdigkeit ist die Welt—sie sie dir an!!

Weitere Infos

Wie bist du Reiseleiterin geworden?

Durch meine Kollegin Gisela Jähn. Sie arbeitet schon einige Zeit bei Cartours.

Was zeichnet dich als Reiseleiter aus?

Meine gute Laune und grosse Einsatzbereitschaft-immer das beste für die Kunden „rauszuholen“.

Welches Reiseziel in Europa ist dein liebstes und warum?

Zur Zeit Venedig. Ich bin einfach jedesmal überwältigt von dieser geheimnissvollen Stadt mit ihren hunderten Gassen. Man kann bei jedem Besuch etwas neues entdecken und kann nie sagen, man kennt schon alles.

Welche drei Dinge sind auf jeder Reise unverzichtbar?

Gute Laune, gute Vorbereitung, gute Zusammenarbeit mit Chauffeur.

Was ist das lustigste, was du auf einer Reise mit einer Gruppe erlebt hast?

Bei einem Aufenthalt in Venedig liessen sich ein paar Gäste von einem Cartoon-Maler malen. Aber ich musste es als Erste auf den Stuhl des Künstlers. Es wurden Tränen gelacht. Später wurden die Kunstwerke im Bus herumgezeigt. Ein Gaudi. Das Bild hängt als schöne Erinnerung in meiner Wohnung.

Welches war das schönste Kompliment, das du von einem Gast erhalten hast?

Es gibt immer wieder schöne Komplimente von den Gästen. Das schönste ist jedoch am Ende eines jeden Tages ein Lächeln auf den Gesichtern unserer Gäste.

Olivenernte in der Toskana

Was wäre die Welt ohne die Toskana???

Diese Frage wird uns Marco unser Local Guide auf unserer Reise durch die schöne Toskana beantworten. Und wir werden alle mehr als überrascht sein, warum die Toskana so wichtig ist.

Die Reise startet in Basel zu früher Morgenstunde. Sascha, unser Chauffeur von der Firma Zerzuben fährt uns über Aarau nach Sargans. Dort machen wir die Cafepause im Hotel Post, einem Familienhotel. Gerne kehren wir hier mit unseren Gästen ein, werden wir doch immer überaus freundlich vom ganzen Team bedient. Nach der Pause geht es noch zum Bahnhof, dort warten noch viele Gäste auf uns. Alle sind an Bord und ich schaue in ein paar bekannte Gesichter. Sascha erklärt den Bus und auf geht’s in die Toskana. Via San Bernadino Tunnel über Mailand kommen wir schon gegen 17.30 Uhr in Montecatini Terme an. Schnell beziehen wir die Zimmer im Hotel Manzoni und alle machen sich noch auf Erkundungstour durch den schönen Ort. Auch wenn es schon dunkel ist: Montecatini lohnt sich immer.

In Montecatini Terme leben über 20.000 Einwohner und es ist ein Erholungsort mit sehr vielen Hotels. In vielen Termen kann man Kuren mit dem Thermalwasser machen. Es sind Trink-Kuren. Sie helfen gegen Magen und Darmerkrankungen. Die Thermen bieten auch grosse Bäder an für alle die gerne baden.

Montecatini Terme teilt sich in 2 Bereiche. Der Teil -Montecatini Aalto liegt oberhalb der Stadt und hat eine Verbindung mit der Standseilbahn. Auf 1080 m hat diese 38% Steigung. Im Jahre 1898 wurde diese eröffnet und dem Besuchern bietet sich von März bis Oktober eine fantastische Aussicht aus dieser Bahn.

Am 2.Tag treffen wir nach dem Frühstück unseren lokalen Reiseleiter Marco. Er wohnt nur 10 km vom Hotel entfernt in den Hügeln. Schnell merkt man, das er für seine Heimat lebt…

Unser Programm bringt uns heute morgen nach Pisa und am Nachmittag nach Lari zu Luca Martelli und seiner Pasta.

Doch zuerst müssen wir die Frage klären: Warum ist die Toskana so wichtig für die Welt???

Sicher wegen des Weines, des Olivenöles und den traumhaft schönen Landschaften. Aber das ist nicht alles. Die Toskana bringt berühmte Menschen in die Welt und würde es diese nicht geben…: Marco sagte, dann wäre die Welt nicht die Gleiche.Ä

Nur ein paar Namen: Michelangelo ( er ging in die Marmor-Steinbrüche und suchte sich seine Marmorblöcke selber aus), Giacomo Puccini ( geboren in Lucca), Galileo Galilei ( geboren in Pisa), Leonardo da Vinci und eine der wichtigsten Sängerinnen Italiens-Gianna Nannini ( geboren in Siena). Das sind nur einige wenige von vielen… Marcos Liste ist noch viel länger.

Wir fahren nach Pisa. Der Platz der Wunder ist unser Ziel. Auch wenn schon Spätherbst ist und sich die Saison dem Ende neigt, wir sind nicht allein in Pisa. Touristen aus aller Welt möchten ein Foto mit dem schiefen Turm, dem wohl schönsten und auch speziellsten Turm überhaupt. Speziell darum, weil er rund ist. In der Toskana sind doch viele Glockentürme viereckig. Und er steht schief, ziemlich schief, aber gesichert.

12 Jahre nach der Grundsteinlegung 1185, als der Bau bei der 3. Etage angelangt war, begann sich der Turm in Richtung Südosten zu neigen. Die nächsten 4 Stockwerke wurden dann mit einem geringeren Neigungswinkel gebaut um die Schieflage auszugleichen. 1372 wurde dann endlich der Bau beendet-schief. Der Grund für die Schieflage ist der Untergrund aus lehmigen Morast und Sand

der unter dem Gewicht nachgibt. Jahrhunderte versuchte man den Turm zu sichern vor weiterer Neigung. Das gelang erst in den 90iger Jahren. Dazu wurde der Turm geschlossen und erst wieder im 2001 zur Besichtigung freigegeben. Die Neigung beträgt jetzt 4 Grad und ist wahrscheinlich für die nächsten 300 Jahre gesichert. Im Jahre 1987 wurde das Ensemble aus dem Turm, dem Dom, dem Baptisterium und dem Friedhof von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Pisa hat nicht nur den Platz der Wunder sondern auch eine gemütliche Altstadt. Diese kennen die wenigsten Touristen. Wir zeigen unseren Gästen den Eingang in die Shopping-Meile mit vielen Geschäften, Restaurants und Bars. Über den Fluss Arno erstreckt sich die Altstadt weiter. Der Fluss Arno mündet in das Ligurische Meer. Im Mittelalter war Pisa eine Seerepublik und heute Hauptstadt der Provinz Pisa. Die Hälfte der ca.90000 Einwohner sind Studenten.

Die Freizeit geht viel zu schnell vorbei und wir machen uns auf den Weg ins kleine Bergdorf Lari. Dort wartet Luca Martelli auf uns und möchte uns zeigen, wie er mit seinen Mitarbeitern im Familienbetrieb seine Pasta herstellt. Die Pasta wird bis zum heutigen Tag in Handarbeit hergestellt und trocknet im Dachstock des Produktionsgebäudes. Ebenso wird noch von Hand abgepackt. Das beste an Pasta was die Toskana zu bieten hat…

In Lari gibt es nicht nur Pasta sondern auch fantastische Metzger. Neben Teigwaren landen auch Salami und Co im Gepäck. Italien ebend.

Der Tag neigt sich dem Ende und wir lauschen noch immer den Geschichten ( ob wahr oder nicht wahr?) von Marco. Wunderschöne Toskana hat sich uns heute gezeigt. Und im Hotel gibt es zum Abendessen Spezialitäten aus der Toskana. Unter anderem das salzlose Brot. Für uns ein eher ungewohnter, gewöhnungsbedürftiger Geschmack. Aber es gibt genug Gewürze in der Toskanischen Küche da braucht es im Brot keine.

Tag 3 bricht an und es regnet in der Toskana. Das soll sich im Laufe des Tages ändern. Lassen wir uns überraschen. Pietrasanta ist unser erstes Ziel für heute. Marco holt uns wieder vom Hotel. Er hat wieder viele Informationen für uns. Als Zentrum der Bearbeitung und der Kunst des Marmors war Pietrasanta für Jahrhunderte der Treffpunkt für Künstler und Skulpteure ab der Epoche von Michelangelo bis zu der von Henry Moore und Miro. In einer Ecke des Domplatzes in einem alten Kloster befindet sich das „Museum die Bozzetti“ welches Skizzen und Muster, vorwiegend aus Gips, von Skulpturen aufbewahrt, verwirklicht von vielen Künstlern die ihre Aktivität in den Marmorwerkstätten und in den Gießereien der Versilia ausübten oder noch ausüben.

Der Ort ist voll von Marmorhandwerkstätten und Gießereien und hat ein sehr schönes Stadtzentrum.

Nach einer kurzen Freizeit geht die Reise weiter zu unserer eigentlichen Überschrift dieser Reise: Olivenernte in der Toskana!

Das Olivengut „Antico Casale Toscano“ in Altopascio erwartet uns bereits. Vor uns stehen Olivenbäume, darunter liegen Netze um alle Oliven zu sammeln. Marco, unser Local Guide erklärt uns alles, was wir über die Herstellung des Olivenöles wissen müssen, hat er doch selbst auch Olivenbäume und produziert Öl. Es ist ein sehr langer und aufwendiger Prozess der zudem auch noch hohe Kosten hat.

Die Oliven werden per Hand, mit einem Kamm oder mit einer Rüttelmaschine geerntet. Innert 24 bis 48 Stunden werden sie nach dem Waschen samt Kern und Schale zu einem Brei zerquetscht von einer Steinmühle ( traditionell) oder einem Metallmahlwerk. Dieser Brei kommt dann in einer Hydraulikpresse. Dies ist die erste Pressung und dabei müssen strenge auflagen erfüllt werden. Um eine Abfüllung zu kennzeichnen mit „erste kalte Pressung“ oder im Falle der industriellen Verarbeitung „ kaltgepresst“ müssen die Oliven laut EU Richtlinien bei einer Temperatur unter 27

Gerad gepresst werden. Der Entscheidendste Teil dieses Prozesses ist der richtige Zeitpunkt der Ernte. Wird zu früh oder zu spät gepflückt besteht die Gefahr das die Früchte nicht den richtigen Reifegrad haben und damit die Qualität des Olivenöls massiv beeinträchtigen.

Die Bäume warten darauf, das wir sie von den Oliven befreien. Mit den Händen, Haken oder auch mit der elektrischen Hand geht es los. Das ist schon eine sehr mühsame Arbeit. Können doch aus einem Olivenbaum ca. 2 bis 5 Liter Öl gemacht werden. Unsere Gäste sind bei der Arbeit und sehr schnell verstehen wir, warum das Olivenöl so hochpreisig ist. Es ist ein sehr großer Aufwand an Arbeit. Und auch ein Aufwand der viel Kraft braucht. Viele Oliven liegen auf den Netzen am Boden und unsere fleißigen Gäste haben sich eine Stärkung verdient. Chef und Chefin des Hauses warten mit Köstlichkeiten und natürlich dem Olivenöl, das wollen wir unbedingt probieren.

Salami, Antipasti und Öl, dazu Rotwein. Es ist eine lustige Runde. Auf dem Olivengut werden gleichzeitig auch Rosen gezüchtet. Aus den Rosenblättern stellt die Chefin Konfitüre her, die es natürlich auch zu degustieren gibt.

Nach diesem Besuch und der kurzen Oliven-Kunde wissen wir jetzt alle, das es sich lohnt, einen gewissen Betrag für gutes Olivenöl auszugeben.

Der Abend Tag endet vor dem Dunkel werden in Montecatini Terme. Unsere „Shopping Queens“ kommen nochmal voll auf Ihre Kosten und später gibt es einen Pasta-Plausch zum Abendessen im Hotel.

Ich schaue nur in glückliche und zufriedene Gesichter. Gerne würde der ein oder andere Gast noch bleiben in der schönen Toskana.

Es war eine sehr schöne aber auch lehrreiche Fahrt in die Toskana. Und wir wissen jetzt alle, dank Marco unserem Local Guide, warum die Toskana so wichtig ist.

Danke an meine lieben und immer lustigen Gäste. Ihr wart eine tolle Truppe. So machen Reisen wirklich grossen Spass.

Danke an Marco, unseren Local Guide. Ob all Deine Geschichten wahr sind, möchten wir lieber nicht wissen. Wir lauschten bei absoluter Ruhe, was Du uns über Deine Heimat erzähltest. Es war toll, Dich als Begleitung zu haben. Noch so gerne wieder.

Danke Sascha für die gute Fahrt.

Sonnige Grüsse und bis zur nächsten Reise

Eure Reiseleiterin Steffy

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