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Nürnberg-Erlangen-Rothenburg mit Silvia Gall

Bericht vom 12. – 14. Dezember 2025

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Silvia Gall 1

Silvia Gall

Reiseleiterin

Nürnberg-Erlangen-Rothenburg

Noch vor Tagesanbruch verliessen wir Basel, begleitet von erwartungsvoller Stimmung und der leisen Vorfreude auf eine stimmungsvolle Adventsreise. Auch wenn uns kein Schnee erwartete, lag doch jener besondere Zauber in der Luft, der Winterreisen durch historische Städte so unverwechselbar macht. In Zürich, Winterthur und St. Gallen durften wir bereits die weiteren Gäste willkommen heissen. An der Raststätte Bodensee wuchs unsere Reisegesellschaft weiter, als auch die Gäste aus Bern, Luzern, Pfäffikon und Sargans zu uns stiessen. Vollzählig und in bester Stimmung machten wir uns anschliessend gemeinsam auf den Weg in Richtung Franken.

Rothenburg ob der Tauber – Märchenhafte Mauern und alte Wintermythen

Unser erster Halt führte uns nach Rothenburg ob der Tauber, einer Stadt, die mit ihren vollständig erhaltenen Stadtmauern, Türmen und Fachwerkhäusern wie ein lebendig gewordenes Bilderbuch wirkt. Das milde Winterlicht liess die warmen Farben der Häuser besonders schön zur Geltung kommen und verlieh der Altstadt einen fast goldenen Schimmer.

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Bei der Stadtbesichtigung mit Renate und Ruth als fachkundige Begleiterinnen schlenderten wir durch enge Gassen und erfuhren von der bewegten Geschichte der ehemaligen Reichsstadt. Ein besonderer Höhepunkt war das berühmte **Plönlein** mit seinem schiefen Fachwerkhaus, dem Brunnen und den zwei Stadttoren – eines der bekanntesten und meistfotografierten Motive Deutschlands, ein romantisches, nahezu zeitloses Bild. Ein Spaziergang entlang der begehbaren Stadtmauer eröffnete schöne Ausblicke auf Dächer, Türme und das Taubertal.

Vor und nach der Stadtbesichtigung tauchten wir ein in den traditionsreichen Rothenburger Reiterlesmarkt, einen der ältesten Weihnachtsmärkte Deutschlands. Seinen besonderen Namen verdankt er einer alten fränkischen Sagengestalt: dem Rothenburger Reiterle, einem geheimnisvollen Reiter auf weissem Pferd, der in früheren Zeiten als Symbol für den Übergang vom alten zum neuen Jahr galt. Diese mystische Figur verleiht dem Markt bis heute eine ganz eigene, fast märchenhafte Note und passt wunderbar zur mittelalterlichen Kulisse der Stadt.

Zwischen Rathaus und Kirche duftete es nach Glühwein, Lebkuchen und gebrannten Mandeln. Besonders verführerisch waren die Rothenburger Schneeballen – ein traditionelles Schmalzgebäck in Kugelform. Knusprig ausgebacken und mit Puderzucker, Schokolade oder anderen süssen Veredelungen bestreut, erinnern sie an Schneebälle. Einst ein schlichtes Festtagsgebäck, sind sie heute ein süsses Wahrzeichen der Stadt und ein kulinarischer Botschafter Rothenburgs.

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In Rothenburg ob der Tauber gibt es Weihnachten das ganze Jahr über: Das Weihnachtsdorf Käthe Wohlfahrt hat hier seinen Hauptsitz. Das deutsche Familienunternehmen verkauft traditionelle Weihnachtsdekorationen und betreibt seit 1977 ein ganzjähriges Weihnachtsgeschäft mit Museum, das heute zu den bekanntesten touristischen Attraktionen der Altstadt zählt.

Weiterfahrt nach Nürnberg – Fränkische Metropole im Lichterglanz

Am frühen Abend erreichten wir unser Hotel, wo wir herzlich empfangen und mit einem feinen Nachtessen verwöhnt wurden. In entspannter Atmosphäre liessen einige Gäste den Tag bei einem Drink an der Hotelbar ausklingen, während andere die Ruhe suchten. Viele zogen sich früh auf ihre Zimmer zurück, um neue Kraft zu tanken – schliesslich lag ein langer, erlebnisreicher Tag hinter uns.

Nürnberg – Kaiserliche Geschichte, Künstlergeist und kulinarische Genüsse

Am nächsten Tag erkundeten wir die Stadt im Rahmen einer Besichtigung, bei der uns Christina und Kirsten fachkundig begleiteten. Hoch über der Altstadt thronte die Kaiserburg, Sinnbild der einstigen Bedeutung Nürnbergs als Kaiserpfalz. Entlang der Pegnitz, vorbei an historischen Plätzen, begegnete uns Nürnberg als lebendige Verbindung von Geschichte und Gegenwart. Dabei durfte ein Hinweis auf Nürnbergs berühmtesten Sohn Albrecht Dürer nicht fehlen. Sein weltbekannter „Feldhase“ ist bis heute ein Symbol der Stadt, und sein Wohnhaus gibt Einblick in das Leben eines Renaissancekünstlers.

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Der Besuch des weltberühmten Nürnberger Christkindlesmarkts bildete einen weiteren Höhepunkt. Die rot-weiss gestreiften Buden, das warme Lichtermeer und der Duft von Gewürzen schufen eine festliche Atmosphäre. Natürlich probierten wir die fränkischen Spezialitäten: Nürnberger Rostbratwürste, stilecht „drei im Weggla“ mit Kraut. Mit einem Augenzwinkern wird die bekannte Anekdote über die kleinen Würstchen erzählt: Der Legende nach sollen sie früher so klein gewesen sein, dass man sie nach der nächtlichen Sperrstunde durch das Schlüsselloch der Stadttore reichen konnte. Ob Legende oder Wahrheit – geschmeckt haben sie uns hervorragend. Auch die berühmten Nürnberger Lebkuchen, einst wegen ihrer wertvollen Gewürze sogar als gesund geschätzt, rundeten den Besuch genussvoll ab.

Heimreise mit gemütlichem Zwischenstopp in Erlangen

Auf der Rückfahrt legten wir einen letzten Halt in Erlangen ein. Die junge Universitätsstadt zeigte sich in der Adventszeit ruhig, offen und angenehm überschaubar. Der Weihnachtsmarkt rund um den Schlossplatz und den Hugenottenplatz überzeugte durch seine entspannte, fast familiäre Atmosphäre. Erlangen gilt als ehemalige Hugenottenstadt. Die Hugenotten, französische Protestanten calvinistischer Prägung, flohen im 16. und 17. Jahrhundert vor religiöser Verfolgung aus Frankreich und fanden unter anderem in deutschen Städten eine neue Heimat. Ihr Einfluss ist in Erlangen bis heute am klar strukturierten, barocken Stadtgrundriss erkennbar – ein spannender Gegensatz zu den verwinkelten Gassen Rothenburgs und Nürnbergs. Neben klassischem Glühwein sorgte hier vor allem das Glühbier für Aufmerksamkeit, eine charmante Anspielung auf die fränkische Brautradition.

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Eine Reise reich an Eindrücken: Historische Städte, lebendige Geschichten, kulinarische Genüsse und der warme Glanz der Weihnachtsmärkte machten diese Adventsfahrt zu einem stimmungsvollen Erlebnis. Mit vielen schönen Erinnerungen im Gepäck traten wir schliesslich die Rückfahrt Richtung Heimat an. Ein herzliches Dankeschön an euch, liebe Gäste, für die gute Laune und das harmonische Miteinander während unserer gemeinsamen Reise. Auch wenn viel Raum für eigene Entdeckungen blieb und wir uns hauptsächlich im Bus oder bei den Stadtführungen begegnet sind, waren die Gespräche stets angenehm, offen und herzlich.

Es war mir eine grosse Freude, euch auf dieser Reise begleiten zu dürfen und die vielen schönen Eindrücke gemeinsam zu sammeln – jeder auf seine ganz eigene Weise, und doch verbunden durch das gemeinsame Erleben.

Ein besonderer Dank gilt unserem Chauffeur Thomas, der uns während der gesamten Reise souverän, sicher und zuverlässig ans Ziel gebracht hat. Mit seiner Erfahrung, seiner ruhigen Art und seinem stets freundlichen Lächeln hat er massgeblich zu einer angenehmen und sorgenfreien Reise beigetragen.

Es wäre schön, euch irgendwann wieder an Bord und auf einer gemeinsamen Reise zu sehen.

Herzlich eure Reiseleiterin Silvia

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