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Mit dem Genusszug am Iseosee

Bericht vom 25. – 28. September 2020 | Bus Nummer 18

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Es berichtet für Sie unser Reiseleiter

Urs Oesch

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Mit dem Genusszug am Iseosee

4 Reisetage ab Fr. 499.-

Reisedaten März, Mai, September & Oktober 2021

LagoIseo_Top

Tauchen Sie mit uns zum Superpreis in die bildschöne Welt der oberitalienischen Seen ein. Am verträumten Lago d’Iseo erwartet uns ein kulinarisches Erlebnis der Superlative mit dem legendären Zug der Genüsse und eine Fahrt mit dem Privatboot zur Monte Isola. Anderntags erobern wir mit Sirmione und Garda die beiden schönsten Orte am Gardasee.

‚Mit dem Genusszug am Iseosee‘ 25.09. – 28.09.2020, RH 318

Schnee und Sonnenschein

Carmelo und ich reissen noch Witze über Schneeketten montieren auf dem Weg nach Sargans. Schon seit Beginn unserer Sammeltour in Bern regnete es. Die Wetterfrösche kündigten zwar Schneefall bis auf 1‘000m.ü.M. an, aber dass der Schnee auf der Strasse liegenbleibt glauben weder Carmelo noch ich und offenbar auch nicht die Verantwortlichen für den Strassenunterhalt der San Bernardino Passstrasse.

Auf der Höhe der Ausfahrt Rofla wechselte der Niederschlag langsam aber sicher von Regentropfen in Schneeflocken, im Traversatunnel war dann für über 2 Stunden Schluss mit der Weiterfahrt. Etliche Camper, PKW’s und auch Lastwagen konnten wegen der schneebedeckten Strasse und mit den montierten Sommerreifen – was man an einem 25. September eigentlich niemandem vorwerfen kann – die Serpentinenstrasse vor dem Sufnersee nicht mehr hochfahren. Carmelo nutzte den Schutz des Tunnels, um in Rekordzeit die Schneeketten im Trockenen zu montieren. Schliesslich fand der Strassenunterhalt des Kantons Graubünden doch noch einen Schneepflug mit Salzstreuer und nach 2.5 Std. Wartezeit ging es endlich wieder weiter in Richtung Süden. Unvergesslich wird das Bild der zahlreichen verlassenen Motorräder im Schnee bleiben. Wir wunderten uns alle wo die Besitzer waren, sie lagen nicht erfroren neben den Maschinen und es war auch kein Zelt der Heilsarmee oder so auszumachen. Es bleibt ein Mysterium J Die geplante Mittagspause in Bellinzona wurde ein kurzer Zvieristopp, und trotz allem kamen wir glücklich und zufrieden gegen 20:00h in unserem Hotel in Brescia an. Ein feines italienisches Abendessen im Hotel rundete den ereignisreichen Tag ab.

Nach dem feuchten und schnee-/regenreichen ersten Tag boten uns die Götter am zweiten Tag ein Wetter für die Bilderbücher und Reisekataloge! Gestärkt durch ein ausgezeichnetes und vielfältiges Frühstück starten wir den heutigen Tag mit einem Besuch auf der Halbinsel Sirmione im Gardasee. Das sanfte Morgenlicht lässt den Gardasee in einem wunderschönen Königsblau erscheinen, was die meisten Teilnehmer der Gruppe zu einer Bootsfahrt um die Halbinsel animiert. Die anschliessende Freizeit im mittelalterlichen Städtchen lädt zu einem Gelato oder Espresso ein, Handtaschen und Lederjacken werden zu Schnäppchenpreisen ergattert oder man erkundet diesen geschichtsträchtigen Ort geprägt durch die Römer, Langobarden und Scaliger und später durch Promis wie Maria Callas und ihrem Gschleipf mit Ari Onassis, bevor dieser sich mit der Witwe Jacky Kennedy einliess. Die feine Pizza bei Erica gab uns die nötige Kraft für den Besuch in Garda am Nachmittag. Wir fahren auf der Gardesana Orientale am Ostufer des Gardasees entlang, vorbei an historischen Orten wie Lazise oder Bardolino bis nach Garda, der Namensgeberin des Sees. Wir geniessen die kleine aber sehr feine Altstadt von Garda und die berühmte Uferpromenade, auf welcher die zahlreichen Restaurants einem zum Verweilen und Geniessen verführen. Zu schnell vergeht die Zeit an diesem herrlichen Ort, trotzdem freuen wir uns auf Carmelo, welcher uns gekonnt über eine Alternativroute wieder zurück nach Brescia fährt. Zurück im Hotel erholen wir uns, bevor wir vom sehr freundlichen Hotelpersonal mit einem weiteren feinen Abendessen verwöhnt wurden.

Am dritten Tag führt uns die Reise zuerst nach Iseo. Touristisch steht dieser Ort im Schatten von Verona oder Garda obwohl Iseo mit seiner malerischen Altstadt einiges zu bieten hat. Das Städtchen liegt direkt am Ufer des gleichnamigen Sees und angrenzend am grössten Weinanbaugebiet der Lombardei, dem Franciacorta. Unsere aufgestellte lokale Führerin Luisa empfängt uns am Busparkplatz und begleitet uns den ganzen Tag. Vor dem Höhepunkt des Tages, der Bahnfahrt mit dem ‚Treno dei Sapori‘, zeigt uns Luisa während einem kurzen Spaziergang die Sehenswürdigkeiten von Iseo. Am Bahnhof steht der Treno bereit, vor dem Einsteigen wird bei allen Teilnehmern die Temperatur gemessen um sicher zu gehen, dass ja keiner unterkühlt in den Zug einsteigt. Pünktlich um 10:55h setzt sich der ‚Zug der Genüsse‘ in Bewegung. Am Ostufer des Iseosees entlang führt uns die Strecke durch reizende Landschaften und bietet sagenhaft schöne Aussichten auf den Iseosee. Schon zu Beginn der Fahrt schaut die aufmerksame Crew gut zu uns: kaum Platz genommen wird schon der erste Prosecco zusammen mit Knabberzeug serviert. Nach 30 Minuten Fahrzeit steigen wir in Pisogne aus und besichtigen die schöne Uferpromenade, machen einen Abstecher ins ‚centro storico‘ mit dem mittelalterlichen Turm, den schönen Kirchen und alten Stadthäusern. Besonders sehenswert war die Kirche ‚Chiesa Santa Maria dell Neve‘, worin sich ein besonders wertvolles Werk des Künstlers Girolamo Romanino befindet, das auf Fresken die Leiden des Jesu darstellt. Nach all diesen interessanten Sehenswürdigkeiten verdienten wir uns das schmackhafte Mittagessen zurück im Genusszug. Uns wird ein 3-Gang Menü serviert, immer mit den dazu passenden Weinen und zum Abschluss nach dem Dessert ein Espresso mit einem feinen Grappa. Die Zugfahrt endet in Sulzano, von wo aus die aus dem Iseosee ragende und majestätisch anmutende Insel Monte Isola einen besonders schönen Anblick bietet. Die Insel erlangte internationale Berühmtheit im Jahre 2016, als die beiden Verpackungskünstler Christo und Jeanne-Claude über den Iseosee schwimmende Brücken gespannt haben, über die man von Sulzano zur Insel über den See laufen konnte. Leider bestand das begehbare Kunstwerk nur für 16 Tage. Schade. Somit mussten wir auf ein Boot steigen, um zur Insel zu gelangen. Nach 10 Minuten befanden wir uns schon auf der Insel im Örtchen Peschiera Maraglio. Auf der Insel gibt es keine Autos, Kleinbusse bringen die Einheimischen und Touristen von Ort zu Ort. Für Einheimische sind Motorini (Roller) zugelassen, eigens hierfür steht ein Roller-Parkhaus am Hafen von Peschiera Maraglio. Luisa zeigt uns das herzige Dorf mit der attraktiven Uferpromenade, die Kirche ‚San Michele Arcangelo‘ sowie die ehemalige Herrschaftsresidenz Oldofredi, welche heute als Hotel und beliebter Ort für Hochzeiten dient. Und da sind natürlich noch die Netze, welche einen wichtigen Beitrag zur Wirtschaftsleitung beitragen. Ursprünglich machte sich die Insel mit handgeknüpften Fischernetzen einen Namen, seit den 1970er Jahren wird hauptsächlich maschinell hergestellt und nebst Fussballtornetzen werden auch Hängematten, Sicherheits-und Schutznetze, Vogelschutznetze, etc. hergestellt. Dem aufmerksamen Besucher fallen die zahlreichen dekorativen Netze auf, die an vielen Hausfassaden angebracht wurden als Zeichen der Dankbarkeit für den durch den Verkauf der Netze erwirtschafteten Reichtum. Per Fährschiff fahren wir von der Montisola – so nennen die Einheimischen ihre Insel – nach Iseo. Und weil wir die letzten zwei Tage dermassen vom schönen Wetter verwöhnt wurden, mussten wir noch ein bisschen leiden und wurden völlig verregnet auf den letzten 500m von der Schiffsanlegestelle bis zur Bushaltestelle. Die tolle Gruppe nahm es gelassen, die Fahrt ins Hotel dauerte sowieso nur 30 Minuten und Carmelo heizte den Bus auf wie eine Sauna, damit niemand frieren musste. Mille Grazie Carmelo per tutti i tuoi servizi!

Am vierten Tag stand bereits die Rückfahrt auf dem Programm und wir mussten Abschied nehmen von Bella Italia! Die Fahrt über den San Bernardino Pass verlief ohne Probleme, die Schneefallgrenze lag schon wieder deutlich über der Passhöhe und auf wundersame Weise waren auch all die verlassenen Motorräder wieder von den Strassenrändern verschwunden.

Eine kurze aber sehr schöne Reise mit vielen unvergesslichen Erinnerungen. Vielen Dank an alle die dazu beigetragen haben, allen voran natürlich die vielen netten und begeisterungs-fähigen Teilnehmer, die Schwerarbeiter in Altendorf und natürlich auch an den Meisterchauffeur Carmelo Catalano.

Euer Reiseleiter, Urs Oesch

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