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Bilderbuch Toskana

Bericht vom 30. Mai – 3. Juni 2019 | VIP-Bus Nummer 13

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Es berichtet für Sie unsere Reiseleiterin

Christine-Oberholzer-NEU

Christine Oberholzer

Wer offenen Sinnes reist, wird sich oft freuen, manchmal wundern und vielleicht auch mal ein bisschen ärgern; aber gleichgültig wird eine Reise nie bleiben.

Weitere Infos

Wie bist du Reiseleiterin geworden?

Ich war vor ein paar Jahren sehr lange zu Fuss, nur mit meinem Rucksack, unterwegs und habe dabei erfahren, dass ich meine bisherige Tätigkeit ändern möchte. Anfangs wusste ich noch nicht genau was dies beinhalten sollte. Fest stand nur, dass es eine Arbeit sein sollte, die mich vermehrt in Kontakt mit Menschen bringt. Schritt für Schritt wurde ich Reiseleiterin.

Wie wurdest Du Reiseleiterin?

Mit Menschen zusammen arbeiten zu dürfen, war für mich von je her etwas Faszinierendes, und diese Leidenschaft mit meinem persönlichen Interesse, dem Reisen, verbinden zu können war grossartig. so wählte ich vor 24 Jahren einen Berufswechsel, zur Rundreiseleiterin, noch heute mein Traumjob.

Welche Eigenschaften braucht es, um diesen Beruf professionell auszuüben?

Positives Denken, kontakt- und entscheidungsfreudig im Organisieren und Handeln; ein Feingefuehl fuer Menschen; sich mit der Firma und dem Produkt identifizieren können und hierfür Begeisterung zeigen und weitergeben.

Was sind Deine liebsten Reiseziele als Reiseleiterin?

Ein jeder Ort, den ich bereisen durfte, hat sein Faszinierendes; die Schätze und Sanftmut Asiens, das temperamentvolle, geschichtsträchtige Südamerika voller Lebensfreude, der Sagen umworbene Orient, oder nunmehr Österreich, das ich durch car-toours entdecken durfte mit seinen Traditionen, der lieblichen Landschaft, seiner Gastfreundschaft und seiner Musik, die überall präsent ist und Fröhlichkeit schafft.

Was macht eine car-tours-Reise aus?

Car Tours hat im Gegensatz zu sehr grossen Busveranstalter nur ein kleines, aber ein sehr feines Angebot. Die Reisen haben sehr viele Inklusivleistungen und bewegen sich auch abseits von touristischem Pfaden. Das macht die Reise spannend. Besuche bei Konzerten oder sonstigen Events sorgen oft für Abwechslung und schaffen Höhepunkte, die für den Gast bleibend sind.

Verreist Du auch in den eigenen Ferien? Wenn Ja, wohin?

Ich verreise sehr oft und wann immer ich kann in den Ferien. Reisen ist wie ein spannendes Buch lesen, oder Musik hören; Reisen verschafft traumhafte Bilder und Begegnungen und das Verständnis für andere Voelker und Kulturen.

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Eine wunderbare Genusstour durch die zauberhafte Toskana. Gutes Essen und Trinken hat hier einen sehr hohen Stellenwert. Man isst nicht, weil man satt werden will, sondern zelebriert den Genuss – am liebsten in geselliger Runde!

Bilderbuch Toskana

Die Zahl 13 muss eine Glückszahl sein!

Liebenswürdige, interessierte Gäste, phantastischer Chauffeur, stilvolles Hotel im Zentrum und ein Reiseprogramm, das seinesgleichen sucht. Mit Ausnahme von Pisa und San Gimignano, bewegten wir uns ausserhalb der Touristenpfade, hatten Einblicke in das Leben der Menschen in den kleinen Dörfern, wo noch Traditionen gepflegt werden, wo das Essen zelebriert wird, kurzum Italianità pur.

„Toskana“ – allein der Name dieser beliebten italienischen Region begeistert; Kultur und Lebensart verbinden sich hier auf allerhöchste Weise und machen den so speziellen Charme dieser Region aus. – zudem eine vielseitige Küche, die auf den natürlichen Zutaten basiert, hervorragende Weine… tja, da ist Lebensgenuss garantiert!

Haben sie Lust mitzukommen?

Also „Avanti, avanti“, würde der Italiener jetzt sagen.

Unser VIP Bus 13, gelenkt von Chauffeur Yvo steht bereit. Herrlicher Sonnenschein, wolkenloser Himmel; aber…, es ist Auffahrt, das Fest Christi Himmelfahrt; an Auffahrt in den Süden zu fahren…, das müssen Wahnsinnige sein! „, denke ich mir. Am Radio wurden bereits 10 km Stau am Gotthard gemeldet. Aber wie habe ich doch zu Beginn gesagt, die 13 ist unsere Glückszahl. Yvo verlässt kurzerhand in Erstfeld die Autobahn, um die Wegstrecke über den Gotthardpass zu fahren, der heute Vormittag für den Verkehr erstmals frei gegeben wird. Während sich auf der Autobahn die Blechlawinen langweilen, fahren wir genüsslich Andermatt entgegen; vor und hinter uns kein Fahrzeug. Ein traumhaftes Panorama, atemberaubende Aussichten, auf der Passhöhe türmen sich bis zu 8 Meter hohe Schneewände –Wahnsinn einfach grandios! Das Weiss glitzert wie Kristalle im Sonnenlicht. Oh Welt, wie bist du schön!

Auf der halben Wegstrecke, dürfen wir den Gästen ein vielseitiges Walliserplättli servieren: Trockenfleisch, Rauchwürstli, Speck, Käse, Cornichon, Tomaten und Walliser Roggenbrot. Abgerundet wird dieser leckere Schmaus mit einem feinen Tröpfchen Heida Wein. Man prostet sich zu, die Stimmung im VIP Bus ist ungezwungen, fröhlich; der perfekte Einstieg für eine phantastische Reise.

Pontedera – unser „Diheim“ für die nächsten 4 Tage

Pontedera ist ein reizvolles, typisch italienisches Städtchen. Bekannt durch die Piaggio Werke, in deren Hallen das Kultgefährt Italiens hergestellt wird. Vespa, das ist italienisches Lebensgefühl und gehört gleichwohl zu Italien wie Gelato, Wein, Pizza, Ferrari und Spaghetti.

Wir checken im Hotel Armonia ein. Wie der Name sagt, ein Hotel voller Harmonie. Schon der Eingang präsentiert, eine gewisse Vornehmheit; alles bestückt mit antiken Möbeln; auch die Zimmer sind grosszügig und stilvoll eingerichtet. Wir sind begeistert. Zudem liegt das Hotel nur zwei Purzelbäume von der quirligen Fussgängerzone entfernt – einfach grossartig!

Am Abend sind wir fürs Nachtessen im Ristorante Fammilume in der Fussgängerzone eingeladen. Einem italienischen Familienfest gleich, wurde für uns aufgetischt: Diverse Brötchen mit Pesto, Tomaten und Käse, Gemüse Pasta mit Tomaten, Arrosto di maiale, zum Dessert Vin Santo mit selbst gebackene Cantuccini. Wein – Wasser, stand auf dem Tisch, so viel man haben wollte. Mmmmmh- war das lecker.

Anschliessend flanierten wir durch die Fussgängerzone Corso Giacomo Matteotti. Ein Kleinod mit viel Charme und Herzlichkeit. Die Italianità ist spürbar. Menschen schlendern in leb­hafte Gespräche vertieft auf und ab, Stimmen und Gesten füllen die Straßen. Ein Ritual, das sich Abend für Abend wiederholt, ein Sehen und Gesehen werden. Man kennt sich hier in die­sem klei­nen Ort, wo es kaum Touristen gibt; man grüßt sich und winkt sich zu. Kinder spielen auf der Piazza bis um Mitternacht oder man trifft sich in einer Bar, bei einem Glas Aperol spritz, dem Kultgetränk Italiens. Typisch sind für diese Gegend die leckeren „Stuccichini“, Häppchen, die appetitlich auf der Bar Theke präsentiert werden, und von denen man sich beliebig bedienen kann. Italienische Spezialitäten wie Parmaschinken, verschiedene Wurstsorten, Nudelsalaten, Pizza, Oliven, Gemüse und vieles mehr, alles im Aperitif Preis inbegriffen. Für ca. € 7.00 bekommt man nebst dem Getränk noch ein kleines Abendessen inklusive – „Buon Apetito!“, wir werden morgen wiederkommen.

Pisa & Lari Schiefer Turm, Salami und Pasta

Wer an Pisa denkt, denkt an den Schiefen Turm. Dieses Bauwerk ist das „schiefe“ Wahrzeichen der Stadt, der wohl bekannteste Turm der Welt. – Also nichts wie los!

Pisa ist aber auch eine lebendige Universitätsstadt. Knapp die Hälfte der 89.000 Einwohner sind Studenten, die an der Universität Pisa studieren, sie verleihen der Stadt ein jugendliches Flair. Auch der berühmte Galileo Galilei ist ein Sohn Pisas und hat an der Universität Pisa studiert.

Vom Busparkplatz aus spazieren wir ins Centro Storico und erreichen durch die Porta Nuova die Piazza dei Miracoli. Ein „Wow!“, ertönt aus aller Munde, „ist das nicht einzigartig schön!“ Wir sind überwältigt von der gigantischen Pracht in weissem Marmor. Fotoapparate klicken, man kann sich kaum satt sehen – un miracolo!

Am Fontana dei Putti erwartet uns Mirjam die Stadtführerin. Sie ist Schweizerin, und später stellen wir fest, dass sie zwei Häuser neben unseren Gästen Karin und Richard aufgewachsen ist. Wie klein ist doch die Welt. Mirjam ist eine phantastische Guide; wir erfahren, dass Pisa im Mittelalter die reichste und mächtigste Seerepubliken Italiens war. Diese Übermacht sollte durch diese imposanten Bauwerke auf der Piazza dei Miracoli repräsentiert werden, quasi ein Zeichen für Prestige und Reichtum auf dem Höhepunkt der Macht. Zudem widerspiegeln all diese Bauten den Lebenslauf eines jeden Menschen, angefangen mit

Geburt: Baptisterium: Das Baptisterium ist die grösste christliche Taufkirche der Welt. (baptizarent = taufen lateinisch). Ursprünglich war der obere Teil des Bauwerkes offen, damit das Regenwasser das Taufbecken füllen konnte, in späterer Zeit wurde die Kuppel verdeckt und die Öffnung geschlossen.

Leben: Dom Santa Maria Assunta: das älteste Monument, über 900 Jahre alt; es symbolisiert das Leben. Mirjam hat uns bereits am frühen Morgen Eintrittskarten für den Dom besorgt, und so können wir auch das Innere der Kathedrale bewundern. Die Wände sind aus weißem und schwarzem Marmor, mit Freskenmalereien geschmückt und über uns eine vergoldete Kassettendecke; „welche Erhabenheit!“ Mirjam führt uns zur reich verzierten Kanzel von Giovanni Pisano mit wunderbaren Szenen aus dem Neuen Testament.

Schiefe Turm: Der freistehende Glockenturm des Doms. Schon während dem Bau kam es zur Schieflage, was zu einer jahrelangen Unterbrechung führte, dennoch konstruierte man rund 100 Jahre später weiter, bis der Turm schließlich seine Höhe von 55 Metern erreichte. Von 1990 an war der Turm für Besucher gesperrt. Seit 2001, nach beträchtlichen Sanierungsarbeiten, darf er wieder bestiegen werden, wobei nur eine beschränkte Anzahl Besucher hochgehen dürfen. „Über 300 Stufen! Die Aussicht ist phantastisch!!!“ schwärmen Christine, Helena Paul und Max, die den Turm bestiegen haben. Daneben steht das Krankenhaus, und schliesslich

der monumentale Friedhof Il Camposanto, er symbolisiert den Tod.

Zum Abschluss der Führung, begeben wir uns noch auf einen kleinen Streifzug durch Pisas typisch verwinkelte Gassen, bis zur Piazza dei Cavalieri, dem Platz der Ritter, das weltliche Zentrum Pisas. Im Palast befindet sich heute die Scuola Normale Superiore, die schon diverse Nobelpreisträger hervorgebracht hat. Bei einem leckeren „Caffè“ beschliessen wir unseren Rundgang und fahren nach Lari.

Sobald wir die Stadt verlassen haben, befinden wir uns inmitten einer zauberhaften Natur. Die Olivenbäume glitzern in der Sonne und hinter jedem Hügel verbirgt sich ein neuer, traumhafter Ausblick.

Lari…. das kleine Dorf mit 1200 Einwohnern – einfach zum Verlieben

Es liegt malerisch auf einer Anhöhe, inmitten Zypressen, Olivenhainen, Kirschbäumen und Weinbergen. Und hat alles, was ein toskanischer Ort so verführerisch macht. Ein Castello, eine Kirche, kleine idyllische Gässchen, eine Nudelfabrik, eine Metzgerei und eine Bar mit einem netten kleinen Laden.

Zuerst besuchen wir die Macelleria Ceccotti. Hier wursten Anna und Simone toskanischen Wurstwaren: Leckere Salame con Finocchio, Salame di Cinghiale, Salame tipo Toscana, Salame Tartuffo, Prosciutto und Lardo. Zuerst zeigt uns Simone voller Stolz, seine Bistecca fiorentina, die er für ein Restaurant zubereitet hat. Fleischstücke von über 600 gr., vom Chianina-Rind, der typischen toskanischen Rinderrasse. „was für Riesendinger!“ meint Doris. Wieder bei der Salami angekommen, steigen wir in den Keller hinunter, dort reifen die Wurstwaren bei optimaler Feuchtigkeit in den kühlen Mauern der Burg. Hübsch hat Anna für uns diverser Häppchen zubereitet, mit den verschiedenen Salamisorten, dazu wird süffiger Rotwein ausgeschenkt. „Ich nehme den Fenchel-Salami“, sagt Heidi! „Der Trüffelsalami ist aber auch „sau guet“, meint ihre Nachbarin.

Mit verschiedenen Salami ausgerüstet, geht es über die Strasse zur „kleinsten Nudelfabrik der Welt“. Hier nudelt die Familie Martelli nach alter Tradition; und das Ergebnis ist eine schmackhafte Pasta, die sich wegen ihrer porösen Oberfläche besonders gut mit der Sauce verbindet. Gut Ding will Weile haben; was die Familie Martelli in einem Jahr an Spaghetti produziert, schafft eine Filiale von Barilla in knapp fünf Stunden. Auch hier wird wieder zünftig eingekauft – Überall Pakete in Gelb: Spaghetti, Maccheroni, Penne, alles leckere Dinge, die einem später zu Hause an den wunderschönen Aufenthalt in Lari erinnern werden.

Piaggio Werke in Pontedera

Der Tag ist noch nicht zu Ende, wir begeben wir uns mitten ins Vespa-Nest und besuchen das Piaggio Museum in Pontedera

«La Vespa» oder das „Motorino“, wie es die Italiener liebevoll nennen, hat im Italien der Nachkriegszeit Erfolgsgeschichte geschrieben, es wurde zum Vermittler eines Lebensgefühls, war quasi der »Familien-Mercedes« der Italiener für Ausflüge ans Meer: Ganz hinten war der Picknickkorb befestigt, gehalten von Bambino No. 1, la Mamma klammerte sich fest an ihren Marito, den Fahrer, und vorne stand meistens Bambino No 2, tja und so ging es dann zum Ausflug ans Meer. Oder, wer erinnert sich nicht an den Kultfilm «La Dolce Vita», in dem Marcello Mastroianni und Anita Ekberg lustvoll auf einer Vespa durch Rom kurvten? So schön, so italienisch!

La Vespa, versinnbildlichte in den 50ziger Jahren Lebensqualität, die bis heute unübertroffene Italianità. Ihr merkt wohl, dass ich auch eine Vespa habe, aber nicht nur ich, sondern auch Helene und all die anderen kommen beim Anblick der Motorini ins Schwärmen.

Nach der Wespe folgte die fleissige Biene „Ape“, das Lastendreirad, der lärmig, stinkige Minitransporter. Es gab ihn in allen möglichen Varianten, als fahrende Gelateria, als Gemüse-Transporter, als Personentransporter, um die Nonna zur Kirche zu fahren, und, und.

Roller spielen die Hauptrolle im Museum, doch handelt es sich bei weitem nicht bloß um einen Vespa-Tempel. Es ist eine Zeitreise durch die gesamte Piaggio Fabrikation, von Minivans, Flugmotoren, Außenborder, bis zu Traktor; 80 Jahre Geschichte der Mobilität, der industriellen und sozialen Entwicklung Italiens werden hier gezeigt.

Tja und jetzt haben wir uns einen Aperitivo verdient, vielleicht mit ein paar leckeren „Stuccichini“ – ci vediamo al Mandarino Bistrot – buon divertimento.

Sommertrüffel & Olivenöl – 500 Jahre Leonardo da Vinci

Auch diesen Morgen lacht die Sonne wieder vom Himmel, und wir haben Lust, etwas mehr über den wertvollen Trüffel, der angeblich wie eine Diva gehätschelt wird, zu erfahren. Der Scorzone, die Sommertrüffelsaison hat eben begonnen, und die Toskana ist bekannt für seine hervorragenden Trüffel.

Wir fahren abseits der Hauptstrassen durch hügelige, fruchtbare Naturlandschaft mit Trüffelwäldern, und tausendjährigen Olivenhainen. Auf dem Familienhof in Serra San Miniato erwartet uns herzlich die Familie Gazzarrini: der stolze Vater Luca, mit Sohn Mattia, der Onkel Gian Luca ausgebildeter Tartufaio (Trüffelsucher) mit Trüffelhund Tara, sowie Mutter Gloria und Evelina, die für uns in der Küche leckere Trüffelhäppchen zubereiten. Eine typisch italienische Familie, voller Herzlichkeit. Sie übersprudeln mit Erzählen. Wir mussten Familienfotos anschauen vom Urgrossvater, der damals den grössten Trüffel überhaupt gefunden hat; weiter erfahren wir auch, dass ursprünglich für die Trüffelsuche weibliche Schweine eingesetzt wurden, diese Schweine haben jedoch an den Wurzelpilzen grossen Schaden angerichtet, seien auch wenig diszipliniert gewesen und hätten die Knolle am liebsten selber gefressen; so wechselte man zum Trüffel Hund. Die Rasse Lagotto Romagnolo sei hierfür hervorragend; ein kleiner bis mittelgroßer, wohl proportionierter, kräftig gebauter Hund von rustikalem Aussehen, mit dichtem, gelocktem Haar. Auch unsere Tara war ein Lagotto, ein solch herziges wollenes Ding. „Seid ihr bereit?“ meint der Tartufaio? „su vieni qua“ und Tara springt los, etwas verwirrt, ob der vielen Leute. Die Trüffelsuche ist nämlich eine ganz sensible Sache, die sich zwischen Hund und Trüffelsucher abspielt, doch es hat funktioniert. Vor unseren Augen hat Tara insgesamt 6 Trüffel ausgegraben. Ein jeder durfte die Trüffel in die Hand nehmen, daran riechen und fotografieren. Es war phantastisch, den beiden zuzuschauen. Die Harmonie, zwischen Trüffelsucher und Hund war eindrücklich, echt, kurzum beispiellos. Esther, die selber Trüffelhunde ausbildet konnte uns noch viele herzige Geschichten über diese Hunde erzählen.

Später lernten wir, wie die Oliven zum schmackhaften Olivenöl verarbeitet werden. Durch die schonende Herstellung, ohne übermäßige Temperatureinwirkung, hat das native Olivenöl der Toskana einen sehr geringen Säuregehalt und ist sehr gesund. Wir erfahren auch, dass alle Teile während diesem Prozess wiederverwendet werden, dass aus den Steinen Pellet gemacht werden etc. „Venite a mangiare, tutto è pronto!“ ruft uns Gloria zu. Im Haus drin waren für uns leckere Sachen aufgetischt: ungesalzenes Brot mit Olivenöl, Bruschetta mit Trüffel Butter, Trüffel und Tomaten, Trüffelkäse etc, Dazwischen gab Mamma Gloria Trüffelrezepte feil, es war ein phantastischer Besuch, grossartig und ehrlich zugleich. Hier verschmelzen gelebte Traditionen und die Werte der Vergangenheit mit der Leidenschaft der Gegenwart! Gerne wären wir noch geblieben, doch jetzt „ruft“ der Grosse Leonardo.

Vinci: zum 500 Todestag von Leonard.

Vinci liegt auf einem Hügel und beeindruckt durch seine fantastischen Aussichten auf Weinberge und Olivenhaine. Das kleine, hübsche „Nest“ hat sich zum 500 Todestag von Leonard wunderschön herausgeputzt und rückt mit einem Mal ins Scheinwerferlicht.

Kein Künstler prägte die Welt der Renaissance, so entscheidend, wie Leonardo da Vinci mit all seinen Talenten. Er war Maler und Bildhauer (Mona Lisa – Cenacolo, das berühmte Abendmahl). Er war aber auch Architekt, Musiker, Mechaniker, Ingenieur, Philosoph und Naturwissenschaftler. In seinem Werk „der vitruvianische Mensch“, erforschte er die Proportion des Menschen, teils ein Kunstwerk und teils Mathematikdiagramm. In Vinci sind ihm u.a. zwei grosse Museen gewidmet, das Uzielli-Gebäude und das Schloss der Grafen Guidi, (phantastische Aussicht vom Turm!), zudem sein Geburtshaus in Anchiano, das ca. 3 km vom Stadtzentrum Vinci entfernt, in lieblicher Landschaft liegt; keine anderen Häuser, keine Andenkenbuden, stören die friedliche Atmosphäre. Seit Leonardos Geburt, ist wohl viel Zeit vergangen, doch die Landschaft hat sich kaum verändert, sie ist immer noch so schön, so ursprünglich, wie sie zu Zeiten Leonardos gewesen sein muss; eine stille Kraft, die auf ganz besondere Weise wirkt.

Cena in Pomarance: Osteria 5 all’Undici

Zum Nachtessen fahren wir heute in den Süden der Toskana: Die milde Abendsonne zaubert wunderbare Bilder: Pinien gesäumte Strassen, einsame Höfe, Zypressen, die Spalier stehen, Hartweizenfelder, einem unendlich grünem Meer gleich, und immer wieder der leuchtend rote Mohn, grüne Hügel voller Weinreben, gelber Ginster, umrandet vom Blau des Himmels. Oh Toskana! wie bist zu schön!

Nach einer Stunde treffen wir in Pomarance ein, einem kleinen Dörfli voller Charme. Kein Tourist wird sich vermutlich je hierhin verirren.

Unser Restaurant befindet sich Im historischen Teil, wir können nur zu Fuss dorthin gehen. Es ist Samstagabend, der kleine Ort ist voller Leben; man trifft sich hier, man diskutiert über Fussball oder Politik, über Pasta und ultima Moda; Italien, wie es lebt, temperametvoll und charmant! andächtig kommen Frauen, begleitet von Ordensschwester aus der der Kirche und grüssen uns mit einem sanften Lächeln – Italia ti amo!

Herzlich werden wir in der Osteria 5 all’Undici empfangen. Das Restaurant hat gerade mal für uns 21 Personen Platz. Gläser und Teller sind bei jedem Gast unterschiedlich, aber was soll’s; wichtig ist, was darin serviert wird. Wein und Mineralwasser stand auf dem Tisch. Also lasst uns eintauchen in das „Dolce Vita“ Italiens… Riesige Antipasta-Platten, mit zig leckeren Allerleis, von Salami, Käse bis zum in Olivenöl eingelegtem Gemüse. Als Pirmo: Ravioli ai spinaci e ricotta, gefolgt von Pici con salsa di Salsiccia, zum Secondo gab es leckeres Wildschwein-Ragout mit Kartoffelstock, und als Dolce wurden zweierlei Kuchen, Caffè serviert, auch Grappa war mit dabei– Mamma mia!

San Gimignano – Weinprobe – Wo die Landschaft zur Kunst wird…

Heute fahren wir in die südliche Toskana nach San Gimignano. Und wieder hat die Zahl 13 mitgespielt, herrlicher Sonnenschein lacht uns entgegen. Eine phantastische Fahrt: silbergraue Olivenplantagen wechseln mit Weinstöcken, dazwischen Zypressen, markant in die Landschaft gesetzt … alle Toskana-Klischees, die man zuvor gehört hat, wären erfüllt.

San Gimignano – die Stadt der Türme – Vernaccia – Safran – Keramik

Schon von weitem ist die prachtvolle Kulisse San Gimignanos zu erkennen. Die mittelalterliche Skyline mit den Geschlechtstürmen, ragen in den Himmel, die aus der Ferne wie Wolkenkratzer wirken, und dem Ort den Beinamen „Manhattan des Mittelalters“ gegeben haben.

Beim Parkplatz treffen wir unsere Guide Lisa. Gemeinsam steigen wir hoch zum Centro Storico, dabei erklärt uns Lisa, dass San Gimignano im Mittelalter ein wichtiger Halteplatz auf der Pilgerfahrt nach Rom gewesen sei. Als Sinnbild für den Reichtum und ihre Macht hätten sich damals reiche aristokratische Familien Wohntürme erbauen lassen, an der Zahl ca. 72. Obwohl nur 14 von diesen Wohntürmen überlebt haben, hat San Gimignano seine mittelalterliche Atmosphäre bewahrt; graue Zeitzeugen einer jahrtausendalten Geschichte und Postkarten schön! Der vielen Besucher wegen spazieren wir weg von der Hauptachse, durch kleine Hintergassen; mit einem Mal sind wir wieder alleine. „Wein (Vernaccia), Wolle und Safran brachten dem Ort Reichtum“, erklärt uns Lisa. Und vor dem Casa dei Innocenti (Findelkinder Haus) staunten wir nicht schlecht, als wir vernehmen, dass es bereits im Mittelalter ein „Babyfenster“ gegeben hat, wo Säuglinge abgegeben werden konnten. Das sei damals ganz toll organisiert gewesen, die Findelkinder haben neben Kost, Logis, Ausbildung und Mitgift auch den Familiennamen Innocenti (unschuldig) mitbekommen; der Name, der noch heutzutage in Italien verbreitet ist. Weiter geht’s durch ein romantisches Labyrinth von Gassen zur Piazza della Cisterna, dem lebendigen Zentrum der Stadt. Zum Abschluss der Führung, darf sich ein jeder bei der Gelateria Dondoli, ein Gelato aussuchen – drei verschiedene Aromen! Die Schlange ist lange vor Dondoli, schliesslich ist sein Eis mit dem Weltmeistertitel ausgezeichnet worden. Doch das Warten hat sich definitiv gelohnt! Ich wählte Crema di Santa Fina (Safrancreme und Pinienkerne), Champelmo (rosa Grapefruit und Spumante), Dolceamaro (Kräutercreme), – es war so lecker!

Lust auf Wein? – vom Ursprung zum Genuss

In der Fattoria Poggio Alloro, sind wir zur Weinprobe eingeladen. Ein traumhaftes „Fleckli Erde“, eingebettet in die grüne Hügellandschaft, mit Blick auf San Gimignano, – vor uns eine Komposition aus Licht, Farben und Formen; dazu ein, -zwei oder…Gläschen Vernaccia di San Gimignano, Chianti Wein, Vin Santo, Bruschetta, Oliven und Pecorino Käse –Wir haben es wie Gott in Italien! la vita è bella! Toskana, wir lieben dich!

Es war unser letzter Tag, morgen treten wir die Heimreise an… Aber all die Bilder der Toskana, all die Gemeinsamkeiten, die Begeisterung und Freuden sind im Herzen fest verankert. Ein Gesamtkunstwerk aus, Schönheit, Genuss und Gemeinsamkeiten.

Es war einfach ausser gewöhnlich…

Grazie a voi, liebe Reisefreunde und danke Yvo. Die Zahl 13 muss in der Tat eine Glückszahl sein !

Eure Reiseleiterin

Christine Oberholzer

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