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Azoren – Blütentraum im Atlantik

Bericht vom 22. Februar – 1. März 2022

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Es berichtet für Sie unsere Reiseleiter

Azoren - Blütentraum im Atlantik 1

Urs Oesch

Das Azorenhoch, oder ein Hoch auf die Azoren!

Schon als Kind habe ich mich gefragt, woher wohl das Azorenhoch kommt, welches uns schönes Wetter beschert. Bei schwachem Azorenhoch kam das Tief über den Golf von Biskaya. Azoren und Biskaya waren exotische Bezeichnungen, die ich unbedingt kennenlernen wollte.

Für die Azoren war es im Februar 2022 soweit. Zusammen mit einer aufgestellten car-tours Gruppe machten wir uns auf den Weg in die Mitte des Nord-Atlantiks. Via Lissabon flogen wir auf die Hauptinsel São Miguel, welche als grösste der neun Azoreninseln auch die Hauptstadt Ponta Delgada beheimatet. Und diese Insel wollten wir uns genauer anschauen und sämtliche Regionen dieser Vulkaninsel entdecken.

Wir wurden am Flughafen Ponta Delgada herzlich empfangen durch unsere lokale Führerin Serafina, welche uns während den nächsten 7 Tagen in die Geheimnisse der Insel und deren Bewohner einweiht.

Untergebracht werden wir im modernen ‚The Lince‘ Hotel, welches mit schönen grossen Zimmer in bestem Zustand aufwartet, eine sehr feine Küche bietet und nebst Hallenbad, Sauna und Dampfbad auch ein grosses Angebot an Massagen anbietet.

Von Serafina erfahren wir, dass dieser Winter sehr kalt war und die Azoreaner unter den aussergewöhnlich tiefen Temperaturen von bis zu 8° C (plus, nicht minus!) gelitten haben. Da schmunzeln wir Schweizer natürlich aber wenn man die Klimatabellen anschaut, kann diese Aussage verstanden werden. Bedingt durch die Lage der Inselgruppe herrscht das ganze Jahr über mildes Klima. Im Winter fallen die Grade in der Nacht normalerweise nie unter 13°C und tagsüber geniesst man milde Temperaturen um die 20°C. Im Sommer zwischen 16°C nachts bis 26°C tagsüber. Zwar könnte man meinen, auf den Azoren wurde das Aprilwetter erfunden mit sprunghaften Wetterkapriolen, aber das heisst nicht zwingend schlechtes Wetter. Schirm für Regen oder Sonne, Regenschutz und Sonnenbrille gehören zur täglichen Ausrüstung für uns Besucher. Gegen die wechselnden Windeinflüsse in Küstennähe entweder eine haarlack-gefestigte Stahlhelmfrisur tragen, oder sich die Haarpracht vom Winde verwehen lassen – das bleibt jedem selbst überlassen.

Ob Regen oder Sonnenschein, ins Auge stechen immer wieder die üppige Vegetation, das Blühen verschiedener Pflanzen zu jeder Jahreszeit und die intensiv betriebene Milchwirtschaft mit glücklichen Kühen, die sich auf Wiesen mit fettem Gras die Bäuche vollfressen in einer von Vulkanen geprägten hügeligen Landschaft. Eine weitere typische Eigenschaft der Azoren sind die Gehege aus aufgetürmten Lavasteinen oder dichten Hortensienhecken. Die Hortensie, nicht endemisch auf den Azoren, wurde erst Ende des 19. Jahrhunderts aus Ost Asien eingeführt und hat sich seither wie Unkraut invasiv auf fast allen Azoreninseln ausgebreitet und beeindruckt vor allem im Sommer mit voller Blütenpracht.

Die bekannten Sehenswürdigkeiten der Insel dürfen natürlich nicht fehlen wie zum Beispiel bei Sete Cidades den See mit blauem und grünen Wasser. Serafina liefert uns natürlich die logische Erklärung dazu: ein unglücklich verliebtes Paar, sie eine Prinzessin, er ein einfacher Hirte, beide weinen bei der Verabschiedung und so bildet sich ein grüner See mit den Tränen des Hirts, er hatte grüne Augen, und der blaue See mit den Tränen aus den schönen blauen Augen der Prinzessin. Rührend!

Den Kratersee Lagoa da Fogo erkunden die meisten Teilnehmer mit einer kleinen Wanderung bis hinunter zum Seeufer, wir bewundern die Aussicht auf fast die ganze Insel vom Pico Barrosa auf knapp 1‘000 Metern über Meer gelegen, wir lassen uns von der Caldera Velha verzaubern mit den Baumfarnen, Eukalyptusbäumen, dem Wasserfall und den heissen Quellen. Im Osten der Insel sehen wir die wohl schönsten Picknick-Plätze der ganzen Insel mit vorbildlicher Infrastruktur an traumhaften Lagen und in Povoacao kaufen wir den Vorrat an ‚Liebesknochen‘ auf, nachdem uns Serafina auf diese aufmerksam gemacht hat.

Wir lernen, dass sich auf den Azoren zwei der insgesamt drei Teeanbaugebiete in Europa befinden, das dritte liegt in Cornwall England. Die Besichtigung der Plantage und Fabrik ist höchst interessant, denn die Maschinen für die Verarbeitung der Teeblätter aus dem 19. Jahrhundert werden heute immer noch benutzt. Ebenso exotisch ist der Anbau von Ananas in Gewächshäusern unweit von Ponta Delgada und wir stellen fest, dass es unterschiedliche Liköre von dieser königlichen Frucht gibt, von extrem süss bis herb bekömmlich. Später werden wir in Ribeira Grande in weitere Geheimnisse des azoreanischen Schnapshandwerks eingeweiht.

Das Cozido-Essen verdienen wir uns nach der Umrundung des Furnas Sees zu Fuss. Am Ende des Spaziergangs erreichen wir die Stelle, die sich besonders gut eignet als ‚Kochherd‘. Wir schauen dem Ausgraben der Pfanne mit dem Eintopf aus dem Vulkanloch zu, anschliessend dürfen wir das leckere Essen beim ‚Tony‘ in Furnas geniessen mit den entsprechend gut passenden edlen Tropfen portugiesischer Produktion. Der Nachmittag wird entweder für einen ausgedehnten Spaziergang in einem der schönsten Parks der Welt – dem Terra Nostra Park – genutzt, welcher nebst vielen anderen Pflanzen mit einer der weltweit grössten Kamelien-Sammlung aufwartet oder mann/frau gönnt sich ein entspannendes Bad im 38°C warmen Thermalbecken des Parks. Das Wasser aus dem Inneren des Vulkans des Furnas ist von Natur aus reich an wertvollen Mineralien, die dem Gleichgewicht der Haut dienen sollen. Es braucht aber ein bisschen Überwindung um ins Becken zu steigen, weil durch den hohen Eisengehalt im Wasser dieses sich braun färbt. Aber meine Gruppe war cool, ein Dutzend Teilnehmer liess sich diese Gelegenheit nicht nehmen.

Der freie Tag am Ende der Reise fiel ein bisschen ins Wasser. An eine Walbeobachtungstour war nicht zu denken, die See war viel zu rau. Sonst hätten eher die Teilnehmer die Fische gefüttert, statt dass die Fische unsere Fotokameras mit tollen Sujets gefüttert hätten. Somit blieb Zeit für letzte Einkäufe, Museum, oder die Reise nochmals Revue passieren lassen und dabei staunen, was wir in dieser kurzen Zeit auf dieser magischen Insel alles erleben durften.

Ein grosser Dank an die harmonische Gruppe, die so toll zum Gelingen dieser Reise beigetragen hat.

Einen ganz besonderen Dank an unsere liebenswerte, kompetente und nimmermüde lokale Führerin Serafina Silva, die uns ihre Heimat auf sehr angenehme Weise näher gebracht hat.

Und last but not least, Marcelo, der Meister hinter dem Lenkrad, der selbst in schier ausweglos erscheinenden Situationen sein grosses Gefährt mit Bravour und grossem Können durch die teilweise engsten Gassen und Kurven gesteuert hat.

Muito obrigado a todos!

Urs, Reiseleiter

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