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Auf den Spuren des Jakobsweg

Bericht vom 16. – 23. Mai 2019

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Es berichtet für Sie unsere Reiseleiterin

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Christine Albrecht

Das wichtigste Stück des Reisegepäcks ist und bleibt ein fröhliches Herz. (Hermann Löns)

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Wie bist du Reiseleiterin geworden?

Ich war vor ein paar Jahren sehr lange zu Fuss, nur mit meinem Rucksack, unterwegs und habe dabei erfahren, dass ich meine bisherige Tätigkeit ändern möchte. Anfangs wusste ich noch nicht genau was dies beinhalten sollte. Fest stand nur, dass es eine Arbeit sein sollte, die mich vermehrt in Kontakt mit Menschen bringt. Schritt für Schritt wurde ich Reiseleiterin.

Was gefällt dir an dieser Tätigkeit besonders?

Die Nähe zum Menschen gefällt mir besonders gut. Ich kann 1:1 spüren, wie es den Gästen geht und allenfalls etwas dazu tun, damit auch alle zufrieden sind. Die Arbeit hat auch eine gewisse kreative Seite. Das gefällt mir gut. Zudem kann ich selbständig handeln. Als sehr schön empfinde ich auch immer die tollen und lieben Worte am Schluss einer Reise.

Was zeichnet dich als Reiseleiterin aus?

Mir wurde letzthin gesagt, ich sei „die Reiseleiterin mit Herz“. Ich denke, dass dies eines meiner Merkmale ist, welches mich auszeichnet. Ich bin voll mit dem Herzen dabei. Dieses Aussage hat mich sehr gefreut.

Worin siehst du die Vorteile / den Mehrwert einer Gruppenreise?

Einerseits darin, dass man ohne grosse Vorbereitung und Verantwortung auf Reisen gehen kann. Es wird gut zu einem geschaut und bei Problemen hat man gleich eine Ansprechperson vor Ort. Andererseits gibt es auch immer wieder die Möglichkeit, neue Kontakte zu knüpfen und nette Bekanntschaften zu machen.

Was gefällt dir an deinen Aufgaben als Reiseleiterin bei Car Tours am besten?

Ich persönlich finde es schön, den Leuten Freude zu schenken und Ihnen ein gutes Gefühl auf den Weg zu geben.

Was unterscheidet Car Tours Reisen von anderen Reisegesellschaften?

Von Vorteil ist sicherlich, dass jede Reise von einem Schweizer Reiseleiter/in begleitet wird. So kann sich der Fahrer auf die Fahrt konzentrieren, was im heutigen Verkehrsaufkommen sehr wichtig ist und die Reiseleiter/in kann sich vollumfänglich den Gästen widmen.

Welches Reiseziel in Europa ist dein liebstes und warum?

Ich liebe Italien, weil ich die Leute mag, das Essen super finde und diese ungezwungene „Italianità“ schätze.

Auf welchen Reiseleiter-Einsatz freust du dich jetzt schon?

Ich freue mich sehr, das Polarlicht zu sehen. In dieser Zeit liegt einfach ein Zauber inne.

Welche drei Dinge sind auf jeder Reise unverzichtbar?

Die Fröhlichkeit muss unbedingt an Bord sein. Auch das seriöse Vorbereiten und das liebevolle Führen der Gruppe. Habe ich diese drei Dinge „dabei“, kann nichts mehr schief gehen.

Wer ist dein Held in der Geschichte des Reisens?

Der Norweger Fridtjof Nansen, der 1888 als Erster Grönland durchquert hatte. Er versuchte bei seiner Fram-Expedition (1893–1896) den Nordpol zu erreichen. Dabei liess er sich mit seinem Schiff Fram vom Packeis einschließen, um die natürliche Eisdrift des Arktischen Ozeans zu nutzen.

Verrate uns deinen unerfüllten Reisetraum?

Ich hatte leider noch nie die Chance nach Peru zu fliegen. Dort möchte ich gerne den Inka-Trail zu Fuss gehen und auf dem Machu-Picchu steigen.

Was ist das lustigste, was du auf einer Reise mit einer Gruppe erlebt hast?

Ich hatte eine unglaublich lustige Gruppe im Tirol. Dabei sind wir abends noch in der Bar gesessen und haben uns die Bäuche vor Lachen gehalten.

Welches war das schönste Kompliment, das du von einem Gast erhalten hast?

Du bist die Reiseleiterin mit Herz.

Wohin reist du privat?

Ich mache gerne Ayurveda-Kuren in Sri Lanka, auch bin ich gerne zu Fuss auf dem Jakobsweg unterwegs.

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Auf den Spuren des Jakobswegs

8 Reisetage ab Fr. 1899.-

14. – 21. Mai 2020

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Bereits im Mittelalter pilgerten die Menschen nach Santiago de Compostela zum Grab des Apostels Jakobus, das im 9. Jahrhundert entdeckt wurde. An der Grabstätte wurde eine Kirche errichtet, um die herum sich die Stadt gründete. Der Weg bis in den äussersten Westen Spaniens war mühsam und dauerte oft über Monate. Nach dem Erreichen des Pilgerziels Santiago de Compostela berührte jeder Pilger nach Ankunft zuerst die Säule des Jakobus als Dank mit der Stirn – auch heute noch! Diese schöne Reise verbindet leichte Wanderungen entlang des Jakobswegs mit den Höhepunkten Nordspaniens.

Auf den Spuren des Jakobsweg

Es gibt verschiedene Gründe, den Jakobsweg zu wandern. Sie sind so vielfältig, wie die Pilger selbst. Im letzten Jahr waren ganze 177 Nationen auf dem Camino unterwegs. Wir nehmen es etwas gemütlicher und fahren per Bus zu den wichtigsten Stationen. Zwischendurch halten wir inne und wandern an mehreren Tagen durch wunderschöne Landschaft. Zuerst im Gebiet von Navarra, danach in der autonomen Region von Castilla y León und zum Schluss in Galicien. Mit unseren kurzen Wanderungen kriegen wir einen guten Überblick in den 783 km langen Jakobsweg. Wir erfahren was es heisst, ein Pilger zu sein und welche Strapazen sie damals, wie auch heute auf sich nehmen. Buen Camino!

Am Flughafen in Bilbao angekommen, trifft sich zum ersten Mal die ganze Gruppe. Ja, wir sind zweisprachig unterwegs und haben Gäste aus der Romandie und der Deutschschweiz dabei. Es hat bestens funktioniert und wir hatten wunderschöne und lustige gemeinsame Tage.

Antonio, unser Fahrer, fuhr uns sicher und gemütlich nach Pamplona, unserem ersten Etappenziel. Bereits unterwegs erzählte unser Reisebegleiter Melf die Geschichte Spaniens. Dabei benutzte er das Bild einer Kommode mit fünf Schubladen. Jede Schublade hatte seine Geschichte und seine Zeit. Wir verstehen, schliessen aber sicher auch alsdann die Schubladen und lassen unsere Augen über die schöne Region des Baskenlandes und Navarra gleiten.

Kaum im Hotel angekommen, verführt uns Melf zu einem kurzen Gang in die Innenstadt. Morgen soll es regnen, hiess es, so ist es doch ganz schön, Pamplona noch bei gutem Wetter zu geniessen. Die, die mitgehen wollten, machten sich auf in eine wunderschöne Tapas-Bar. Aber aufgepasst, in dieser Region heissen die Tapas «Pinchos». Der Name Pincho stammt vom spanischen Wort für „Spiess“, denn häufig werden Zahnstocher verwendet, um Pincho-Kompositionen zusammenzuhalten. Beim Anblick all der wunderschön aufgereihten Häppchen, läuft uns das Wasser im Munde zusammen. Von der Decke hängen unzählige Keulen luftgetrockneter Schinken. Wir sind im Schlaraffenland. Natürlich darf der typische baskische Weisswein Txakoli nicht fehlen. Wer es noch etwas heftiger und süsser wollte, konnte sich ein Patxarán bestellen. Ein Schlehenschnaps, auch dies typisch für die Region.

Das war ein guter Einstieg. Heiter und fröhlich sind wir zurückgekehrt.

Tatsächlich regnete es am nächsten Morgen. Das tat unserer Laune aber nichts an, denn es hätte schlimmer regnen können. Während der Stadtführung bekam besonders die Erzählung des traditionsreichen Stierrennens durch die engen Gassen Pamplonas grosse Aufmerksamkeit. Unsere lokale Führerin konnte über alle Details gut berichten.

Wir aber mussten bald weiter, denn unsere erste Wander-Etappe stand an. Antonio führte uns via den Alto del Perdón – die Aussicht bei der Pilgerkarawanenskulptur ist herrlich – zu unserem ersten Ausgangsort in Eunate.

Die etwa 4 Kilometer lange Strecke führte uns an Wiesen und Feldern vorbei, durchquerte eine kleine Ortschaft, um wieder über Feldwege nach Puente la Reina zu gelangen. Dort angekommen, sehen wir in einer Kirche ein seltenes und ungewöhnliches Kruzifix in Y-Form. Es soll nur zwei solcher Exemplare in Spanien geben. Danach gönnen wir uns alle einen Zvieri «estilo español».

Der Regen hatte gestoppt, gerade lange genug, um trocken durch unsere Wanderung zu kommen. Wir steigen zufrieden in den Bus ein, der uns nach Burgos bringt.

Burgos, ein wichtiges Etappenziel für alle Pilger. In kaum einer anderen Stadt am Jakobsweg haben politische, wirtschaftliche und kirchliche Macht so eindrucksvolle Spuren hinterlassen wie dort. Die Führung durch die Kathedrale liess uns nur noch stauen. Eine solche Pracht, manche sagten sogar, dass diese schöner sei, als die Notre Dame.

Auch heute wandern wir. Diesmal lernen wir das kastilische Hochland, die Meseta kennen. Manche Pilger beschreiben diese endlose Weite als zermürbend, andere als wohltuend und unaufgeregt. Wir jedenfalls kommen nach 1.5 Stunden zufrieden und reich an neuen Eindrücken im kleinen Örtchen «Hornillos» an. Dort gibt es nichts als einen Mini-Market, ein paar Häuser, eine Pilgerherberge und eine Bar. In dieser verpflegen wir uns und fühlen uns so mitten unter Pilgern unterwegs. Wir können eins zu eins mitansehen, wie sich ein Pilgeralltag anfühlt.

Auf dem Weg nach León machen viele ein wohlverdientes Nickerchen.

Am nächsten Tag erwartet uns ein neues Highlight. Nicht nur die Kathedrale von León, mit den einmaligen Glasfenstern ist besonders, sondern auch die in Gelb- und Ockertönen gehaltene Altstadt. Wir erkunden beides und stärken uns für die heutigen Wanderungen.

Kurz vor dem Aufstieg zum Cruz de Ferro, einer der schlichtesten, aber eindrücklichsten Orte auf dem Jakobsweg, machen wir noch einen Halt bei einer Pilgerherberge. Wir können dabei die Toilette nutzen und auch eine Herberge von innen anschauen. Wir sind erstaunt wie schön und freundlich sie ist. Für nur 5 Euro gäbe es eine Übernachtung in der Massenunterkunft. Viele Gäste meinten sogar, wir sollten eine solche Übernachtung ins Programm aufnehmen. Ich denke, wir belassen es bei unseren schönen Hotels.

Der Weg zum Cruz de Ferro gehen für einmal alle schweigend. Der Aufstieg dorthin ist für viele Pilger etwas Aussergewöhnliches. Hier legen Jahr für Jahr tausende Pilger einen Stein nieder, um symbolisch eine Last abzulegen. – Die Landschaft, die uns umgibt ist einmalig und in einer Blütenpracht, wie sie sonst kaum zu sehen ist. Violett in allen Tönen, dazwischen Gelb und Weiss, es gibt kaum richtige Worte für diese Schönheit.

Wir steigen kurz in den Bus, um ein paar Kilometer weiter den Abstieg nach Molaniseca unter die Füsse zu nehmen. Die Sonne scheint uns ins Gesicht, Vögel zwitschern, Grillen zirpen, es könnte nicht schöner sein. In Molaniseca angekommen, sehe ich lauter fröhliche Gesichter und lachende Gäste. Der Ort ist ideal, um die Wanderung ausklingen zu lassen und den Durst zu löschen. Wir übernachten in Ponferrada.

Morgen geht es nach Santiago. Davor machen wir noch eine letzte Wanderung in der Ebene. Typisch in dieser Region sind die Eukalyptus-Wälder. Ihr Duft riecht man über weite Strecken. Es ist Mittag und ein Besuch bei einer Pulperia in Melide darf nicht fehlen. Der Ort ist berühmt für auf Kranken spezialisierte Gaststätten. Butterzart sind die Pulpos. Es schmeckte einfach himmlisch. Natürlich konnte man auch etwas Anderes bestellen.

Santiago empfängt uns bei bester Laune. Mit dem lokalen Führer machen wir einen Rundgang durch die Altstadt, sehen uns die neu renovierte Aussenfassade an und gehen durch das Museum in die Kathedrale rein. Leider wird die Kirche momentan von innen restauriert und wir können nicht alles sehen. Aber die wichtige Umarmung des heiligen Jakobus’, welche alle Pilger am Ende ihrer strapaziösen Pilgerreise geben, können wir auch geben und so steigt einer nach dem anderen zur Büste hoch. Wir sind am Ziel.

Das Hotel liegt mitten im Zentrum. Das nutzen einige Gäste, um nach dem Abendessen nochmals in die Altstadt zu gehen und das Leben zu geniessen.

Während zweier Tage fahren wir zurück nach Bilbao. Dazwischen sehen und erleben wir Vieles. Sei es eine Kaffeepause an einem wunderschönen Küstenort, sei es die interessante Führung durch Oviedo oder die Besichtigung des Guggenheim Museums. Alles aufzuzählen wäre zu viel.

Die Reise hat durchwegs alle Gäste verzaubert. Noch selten habe ich so viele glückliche und fröhliche Gesichter gesehen. Liegt dies vielleicht am Spirit des Jakobsweges?

Ich weiss es nicht. Ich jedenfalls kann nur danken für die guten Tage und unzähligen schönen Begegnungen, die ich hatte. Ihr wart wunderbar.

Merci vielmal!

Bis bald, buen Camino!

Eure Reiseleiterin Christine

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