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Adventszauber in Prag

Bericht vom 9. – 12. Dezember 2019 | Bus Nummer 10

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Es berichtet für Sie unsere Reiseleiterin

Scalenghe Cornelia

Cornelia Scalenghe

Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar. – Antoine de Saint-Exupéry

Weitere Infos

Wie bist du Reiseleiter geworden?

Schon in meinem früheren Beruf als Flight Attendant (Flugbegleiterin) hat mich das Reisen fasziniert und nach einer 10-jährigen Pause hat mich die Lust wieder gepackt , etwas in dieser Richtung zu arbeiten.

Was zeichnet dich als Reiseleiter aus?

Herzlichkeit

Welche drei Dinge sind auf jeder Reise unverzichtbar?

Unvoreingenommenheit

Neugier

Gute Laune

Was ist das lustigste, was du auf einer Reise mit einer Gruppe erlebt hast?

An etwas ausgesprochen Lustiges kann ich mich gar nicht erinnern, doch an viele schöne Momente, die ich mit meinen Gästen verbracht habe; die Dankbarkeit die man spürt, wenn die Gäste beim „adieu“ sagen „es sich super gsii“.

Worin siehst du die Vorteile / den Mehrwert einer Gruppenreise?

Es erstaunt mich immer wieder wenn ich sehen, das die Gäste während einer Reise Freundschaft schliessen, Menschen die sich im Alltag wohl gar nicht kennenlernen würden; jung und alt, bunt gemischt…

Wohin reist du privat?“

Ich mache gerne Ayurveda-Kuren in Sri Lanka, auch bin ich gerne zu Fuss auf dem Jakobsweg unterwegs.

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Sommerliches Prag

4 Reisetage ab Fr. 469.-

26. – 29. Juni 2020

Prag

Die «Goldene Stadt» im Sommerkleid.

Guten Morgen liebe Gäste!

Wir beginnen unsere Reise in Thun. Ich freue mich sehr nach etwa 3 Jahren wieder mal nach Prag zu fahren. Viele meiner Gäste waren noch nie mit Car Tours unterwegs; es liegt also an mir, allen die Reise so angenehm wie möglich zu machen. Ein langer Anreisetag liegt vor uns; etwa 850 km. Mein Chauffeur Roli Zerzuben ist ein sehr routinierter und toller Chauffeur und so kann eigentlich nichts schief gehen; wenn nur nicht dieses neue Mautsystem in Tschechien wäre, welches seit 1. Dezember in Kraft getreten ist und uns etwas Bauchschmerzen bereitet. Ich habe von 3 Stunden Wartezeit an der tschechischen Grenze gehört! Doch davon wissen meine Gäste am noch nichts…

Unsere Einsteigeorte heute sind Thun, Bern, Olten und Aarau und mit 71 Gästen fahren wir Richtung Tschechien. Wir kommen eigentlich gut vorwärts. Nach dem Mittagessen in Lechwiesen fahren wir mitten in Bayern am größten zusammenhängenden Hopfenanbaugebiet der Welt vorbei; dem Hauertal. Es ist eine leicht hügelige Landschaft geprägt von Hopfengärten. Bis zu sieben Meter hoch ragen diese kunstvoll aufgebauten Hopfengerüste in den Himmel; ein ganz besonderes Bild.

Danach bereitet Roli die Gäste schon mal ganz vorsichtig auf die eventuell lange Wartezeit am deutsch-tschechischen Grenzübergang vor. Um wenig Zeit zu verlieren, planen wir unsere nächste Kaffepause auch gleich dort.

Doch wir haben unglaublich viel Glück. Nach knapp 40 Minuten kommt Chauffeur Roli strahlend angelaufen; in der Hand das neue Mautgerät, welches uns doch so viel Sorgen bereitet hat. Es geht also zügig weiter an der Stadt Pilsen vorbei. Sie ist bekannt für das Pilsner Urquell Bier, welches hier schon seit Anfang des 19. Jahrhunderts gebraut wird. Dies gilt als erstes Bier seiner Brauart und als Vorgänger aller heutigen Lagerbiere und blickt auf eine sehr lange Tradition zurück.

Draußen ist es inzwischen doch schon dunkel geworden. Ein Teil der Gäste plaudert, andere spielen Karten und wieder andere schlafen ein bisschen, bis wir dann gegen 20.30 Uhr in Prag im 4-Sterne Hotel Duo ankommen. Alle sind nun doch etwas müde und müssen nochmals viel Geduld aufbringen, bis alle Gäste ihren Zimmerschlüssel erhalten und wir uns bald darauf zum Abendessen treffen können. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, wir wurden herzlich vom Personal empfangen, denn die Mentalität der Tschechen ist doch eher unterkühlt, doch das üppige Buffet was uns erwartet entschädigt uns und schmeckt lecker.

Ein neuer Tag, neue Erlebnisse. An dieser Stelle möchte ich gerne den in Prag geborenen Schriftsteller Franz Kafka zitieren: Prag lässt nicht los… Dieses Mütterchen hat Krallen.“

Wir werden von den einheimischen Stadtführerinnen Jana und Iveta erwartet. Die Sonne strahlt, doch es ist winterlich kalt und gut eingepackt beginnen wir unseren Stadtrundgang bei der Prager Burg im Stadtteil Hradschin. Meine Gäste kommen aus dem Staunen nicht heraus; das geschlossene Burgareal gilt als das größte der Welt. Dazu gehören zum Beispiel der barocke Königspalast, der gotische Veitsdom, die romanische St.-Georgs-Basilika mit den Türmen Adam und Eva am Georgsplatz, die barocke Heilig-Kreuz-Kapelle, die einst den Domschatz beherbergte, die barocke Burggalerie mit Werken von Rubens und Tizian; um nur einen kleinen Teil aufzuzählen.

Gemütlich schlendern wir hinunter in Richtung Moldau, über die Karlsbrücke; bekannt auch durch viele weltberühmten Filme, die hier gedreht wurden, denn Prag diente in vielen wichtigen Hollywoodfilmen als Filmkulisse; zum Beispiel für den Film „Mission Impossible“, wo sich Jon Voight als Jim Phelps in die Moldau stürzte . Sie zählt zu den ältesten Steinbrücken Europas, ist nur für Fußgänger geöffnet und eigentlich rund um die Uhr belebt. Zahlreiche Heiligenfiguren säumen die beiden Ränder der Brücke, Straßenmusiker spielen ihre Songs, Maler verkaufen ihre Kunst und zahlreiche Händler bieten Souvenirs an. Wir nehmen uns Zeit, ein paar tolle Fotos zu knipsen. Bei so vielen Leuten ist es schwierig, meine Gruppe zusammenzuhalten, doch wir schaffen es zum Altstädter Ring, wo wir uns zur vollen Stunde das knapp einminütige Glockenspiel der astronomischen Uhr am Rathaus anhören können. Danach ist Freizeit angesagt. Alle schwirren in verschiedene Richtungen davon. Wer Lust hat kann bis zum Abend in der Stadt bleiben, oder wer möchte, kann sich noch etwas im Hotel erholen und frisch machen. Wir treffen uns am Abend zu einem speziellen Höhepunkt, nämlich einer romantischen Schifffahrt mit Abendessen und Musik auf der Moldau. Ich freue mich sehr für meine Gäste, denn es ist wirklich ein unglaublich schöner und toller Abend. Das Boot ist nur für meine Gruppe reserviert und wir schippern ganz gemütlich über die Moldau. Eine tolle Stimmung und die Zeit vergeht wie im Flug und wir sind zurück im Hafen. Ich gebe meinen Gästen noch ein Stündchen Freizeit, so dass sie die Adventsstimmung und die so üppig geschmückte Stadt auch noch bei Dunkelheit bestaunen können. Ein gelungener Abend!

Am nächsten Tag ist Freizeit angesagt. Wer Lust hat kann etwas länger schlafen und wer schon fit ist fährt mit Chauffeur Roli und mir in die Stadt. Danach können alle ihren Tag verbringen, wie sie möchten. Einige besuchen die Prager Burg, andere sind in Shoppinglaune und wieder andere genießen es einfach ein bisschen durch die Weihnachtsmärkte zu schlendern. Wir haben ausgesprochen Glück mit dem Wetter, denn auch heute strahlt die Sonne. Wenn Engel reisen….

Im Nu ist es Abend geworden und wir sind zum Essen im Restaurant „Velka Klasterni“ zu einem typisch böhmischen Abend eingeladen. Natürlich dürfen Knödel, Sauerkraut, Schweinebraten und Bier nicht fehlen. Eine kleine Musikkapelle spielt auf und meine Gäste sind kaum wiederzuerkennen und singen und schunkeln kräftig zur Musik. Die Stimmung ist ausgelassen und es fällt mir schwer, meine Gruppe etwas später zum Aufbruch zu ermuntern, doch ich muss auch an die Ruhezeit meines Chauffeurs denken, denn morgen früh heißt es Abfahrt Richtung Schweiz.

Wir sind uns einig, die Tage sind viel zu schnell vergangen. Ein oder zwei Tage wären wir noch gerne in dieser tollen Stadt Prag geblieben. Doch wie sagt man so schön: „alles hat einmal ein Ende.“ Chauffeur Roli verstaut gekonnt die vielen Gepäckstücke meiner 71 Gästen und wir fahren los. Bald schon ist es still im Bus und die meisten schlafen noch ein wenig. Bei einer kurzen Kaffepause kurz vor der tschechischen Grenze werden meine Gäste aber schnell wach und es entsteht ein lustiges hin und her, was man jetzt noch mit den letzten „Kronen“ kaufen kann, um auch wirklich auf den letzten Cent alles auszugeben, denn zum Mittagessen werden wir wieder in Bayern sein; genauer gesagt im wunderschönen und weihnachtlich geschmückten Seehaus Schreyegg direkt am Ammersee. Das ist wirklich ein schöner Abschluss dieses kurzen Adventtrips in eine andere Kultur. Danach fahren wir weiter Richtung Schweiz, wo sich der Bus langsam leert und Roli und ich mich von den Gästen verabschieden.

Frohe Feiertage!

“Die Stille ist nicht auf den Gipfeln der Berge, der Lärm nicht auf den Märkten der Städte; beides ist in den Herzen der Menschen.“ (Indisches Sprichwort)

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